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Inhalt
1. Einleitung. 3
2. Der Ursprung der Mithrasmysterien 4
2.1. Die indisch-persischen Ursprünge des Gottes Mithra 4
2.2. Mithras im hellenistischen Kleinasien. 5
2.3. Mithras in Rom. 10
2.4. Andere Hypothesen zur Entstehung der Mithrasmysterien. 14
3. Zusammenfassung. 16
Quellen - und Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Die Mithrasmysterien bergen wie alle Mysterienkulte viele Geheimnisse. Eines davon ist ihr Ursprung. Im Laufe der letzten einhundert Jahre haben sich viele Historiker und Archäologen mit diesem Thema beschäftigt, ohne dass es bis heute zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen wäre.
Der belgische Gelehrte F. Cumont war es, der mit seinen Werken die Grundlagen der Mithrasforschung legte. In seinem großen zweibändigen Werk „Textes et monuments figurés aux mystères de Mithra“ (1896-99) stellte er erstmals die Zeugnisse des Mithraskultes, aufgeteilt nach literarischen Texten, epigraphischen Quellen und archäologischen Zeugnissen, vor. Mit seinen Arbeiten bestimmte er die Forschung für ein halbes Jahrhundert. Zwischen 1956 und 1960 erschien eine neue Sammlung der epigraphischen und ikonographischen Zeugnisse, das „Corpus Inscriptionum Monumentorum Religionis Mithriacae“ des Niederländers M. J. Vermaseren, das bis heute als Standardwerk für die Zeugnisse des Mithraskultes gilt. Leider ist über die Mithrasmysterien nur sehr wenig literarisch überliefert, meist von christlichen Autoren, die diesem Kult feindlich gegenüber standen. Daher können im Grunde nur die archäologischen und epigraphischen Quellen über den Gott, seinen Mythos und auch über das Entstehen seines Kultes berichten. Diese Arbeit soll einige der Theorien vorstellen und mögliche Kritikpunkte aufzeigen. Die jeweiligen Arbeiten, auf die hier Bezug genommen werden soll, gehen unterschiedlich an die Thematik heran. Einige beziehen sich auf die epigraphischen Quellen, andere vergleichen die Ikonographie der verschiedenen Mithräen. Auch die wenigen antiken Schriftquellen werden zu Rate gezogen. Bevor jedoch die Theorien zur Entstehung der Mithrasmysterien näher betrachtet werden, soll kurz auf den Ursprung der Mithraverehrung in der persisch-indischen Religion eingegangen werden.
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2. Der Ursprung der Mithrasmysterien
2.1. Die indisch-persischen Ursprünge des Gottes Mithra
Der Gott Mithra wurde bereits lange Zeit vor Entstehen der Mithrasmysterien verehrt. Fassbar wird er im 14. Jahrhundert v.Chr. in einer Inschrift, die 1907 im Inneren Anatoliens bei Ausgrabungen in Bo÷azköy, der alten Hauptstadt des Hethiterreiches Hattuša, gefunden wurde. Bei dieser Inschrift handelt es sich um einen Vertrag, den die Hethiter mit den Mitanni abgeschlossen hatten. Mithra wird darin, neben anderen Göttern, als Zeuge angerufen. 1 Desweiteren wird Mithra sowohl in den indischen Veden als auch im persischen Awesta erwähnt. In Indien war er eng mit Waruna, dem Gott der Wahrheit, verknüpft. Der Mithra des Awesta war für die Beziehungen zwischen den Menschen zuständig. Sein Name bedeutet im Persischen soviel wie „Freund“, „Vertragspartner“ oder auch „Verbindlichkeit“. Außerdem stand Mithra in einem engen Verhältnis zur Sonne: „Er beginnt vor ihr seinen Weg über den Tageshimmel. Sein Wagen ist ein mythisches Fahrzeug mit nur einem goldenen Rad und istwie der Sonnenwagen - mit weißen Rossen bespannt.“ 2 Dieses Verhältnis zur Sonne erinnert an die Verbindung mit dem römischen Sol, die häufig auf den Stiertötungsreliefs des Mithraskultes dargestellt ist.
Die Rolle, die Mithra bei dem Reformator Zarathustra spielte, ist umstritten. Da dieser versuchte, ein dualistisches Prinzip einzuführen, in dem es nur die zwei Kräfte Gut und Böse, verkörpert durch Ahura Mazda und Ahriman, gab, war eigentlich kein Platz für Mithra. Daher kommt er in den Schriften Zarathustras auch nicht vor.
Die Achämenidenherrscher bekannten sich zur Lehre Zarathustras, allerdings vermutet man, dass sich seine Lehre im Volk nicht durchsetzen konnte und die alten Gottheiten, also auch Mithra, weiter verehrt wurden. Unter Artaxerxes II. Mnemon (404-359 v. Chr.) taucht Mithra dann auch wieder in Inschriften aus Susa und Hamadan auf. 3 Im Rahmen der Ausdehnung des Perserreiches kam die persische Religion und mit ihr auch Mithra nach Kleinasien, wo einige Forscher den Entstehungsort der Mithrasmysterien vermuten.
1 Siehe Schwertheim, Mithras, S. 8f.
2 Jacobs, Herkunft und Entstehung der römischen Mithrasmysterien, S. 11.
3 Siehe Schwertheim, Mithras, S. 8-10.
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2.2. Mithras im hellenistischen Kleinasien
Der erste, der die These vertrat, die Mithrasmysterien seien in Kleinasien entstanden, war Franz Cumont. Er ging davon aus, dass sich der Mithraskult in einem langen Entwicklungsprozess aus der Mithraverehrung der persisch-indischen Religion heraus entwickelt hat. Eine wichtige Rolle hätten dabei die Magier, Priester der persischen Religion, gespielt. In Babylon, der Winterresidenz der persischen Herrscher, habe sich dann die „gelehrte und geschlossene Theologie der Chaldäer in den primitiven Mazdaismus“ geschlichen 4 , sprich habe diesen durch die semitische Astrologie erweitert: „Die Umwandlung, welche die persischen Glaubensvorstellungen durch die semitische Anschauung erfuhr, war eine so durchgreifende, dass man viele Jahrhunderte später in Rom das wahre Vaterland des Mithra bisweilen am Ufer des Euphrat suchte.“ 5 Doch Babylon war nach Cumont nur eine Etappe auf dem Weg des Mithras in den Westen. Er führt aus, dass die Magier sich schon unter den Achämeniden in Kleinasien angesiedelt hätten und auch später unter den Diadochen gefördert worden seien. Die kleinasiatischen Dynastien führten ihre Genealogien teils auf die Achämeniden zurück und sahen sich daher verpflichtet, die Götter ihrer vermeintlichen Ahnen anzubeten. Daher hatten sie erwiesener Maßen eine besondere Vorliebe für Mithras. Während dieser Zeit, die Cumont als eine „Periode der moralischen und religiösen Gärung“ als Folge der makedonischen Eroberung beschreibt 6 , habe der Mithriazismus dann seine nahezu endgültige Form erhalten. Als er sich schließlich im römischen Reich verbreitete, sei er bereits „kraftvoll entwickelt“ gewesen. 7
Der Kontakt zum Westen wurde durch die römischen Eroberungszüge geknüpft, somit waren die „aufeinanderfolgenden Annexionen der Cäsaren (…) die erste Ursache der Verbreitung der mithrischen Religion in der lateinischen Welt.“ 8 Cumonts Ansichten blieben lange Zeit maßgebend und andere Forscher bauten ihre Thesen darauf auf. Dabei ist von großer Bedeutung, dass sich in ganz Kleinasien Hinweise für die Verehrung von Mithras finden. E. Schwertheim weist auf die besondere Stellung des Mithras im Königreich Kommagene hin. Dieses Königreich am oberen Euphrat lag wie eine
4 Cumont, Die Mysterien des Mithras, S. 10-11.
5 ebd., S. 11.
6 ebd., S. 16.
7 ebd., S. 16, 26-27.
8 ebd., S. 33.
Arbeit zitieren:
M.A. Martina Kleinau, 2000, Der Ursprung der Mithrasmysterien, München, GRIN Verlag GmbH
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