Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Das Rittertum im Militärwesen 4
3 Die offensive Bewaffnung 6
3.1 Das Schwert 6
3.2 Der Dolch 8
3.3 Der Speer 9
4 Die defensive Bewaffnung 11
4.1 Der Helm 11
4.2 Der Schild. 12
4.3 Der Körperpanzer 13
5 Zusammenfassung 15
6 Literatur- und Quellenverzeichnis 16
2
1 Einleitung
Über Jahre hinweg waren die Kreuzfahrer und ihr Heer ein gefürchteter Gegner der muslimischen Streitkräfte jener Zeit. Die Kirche begründete dies zumeist mit der „Hilfe Gottes“. Die Stärke des Heeres im Feld jedoch wird an ihrer Bewaffnung und ihrer Einsatzweise gemessen.
Ein Verband schwerer Kavallerie, wie er in Europa im Zeitalter der Kreuzzüge Usus war, stellte eine erschreckende Waffe dar, schwer gerüstete Infanterie ebenso. Solche Manöverelemente müssen allerdings eine Standardbewaffnung gehabt haben, ähnlich dem Aufbau der Phalanx der Griechen, um effektiv gegen einen Gegner vorgehen zu können.
Welche Waffen kamen zum Einsatz? War die Bewaffnung eines Ritter, eines Kreuzfahrers, eines Soldaten frei wählbar?
Auf welcher Grundlage wurden die Manöverelemente entwickelt?
Eigentlich undenkbar, denn eine nicht zumindest zum Teil standardisierte Bewaffnung würde eine Armee in einen Mob verwandeln, der taktisch kaum zu führen wäre.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der offensiven und defensiven Ausrüstung der Ritter zur Zeit der Kreuzzüge. Grundlegende Voraussetzungen dafür haben Jim Bradbury mit seinem Werk „The Routledge Companion to Medieval Warfare“ geleistet und Jean-Dennis Lepage mit „Medieval armies and weapons in western Europe“ im Bezug auf die Bewaffnung und Ausrüstung geschaffen, Maurice Keen geht in seinem Buch „Das Rittertum“ auf die militärisch - gesellschaftlichen Aspekte des Rittertums ein.
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2 Das Rittertum im Militärwesen
Durch die Ausdehnung des Reiches unter den Karolingern und die damit verbundenen Fernkriege wurde das bestehende zu dem Zeitpunkt bestehende Volksheer, dem alle Freien angehörten, überfordert. 1 Es wurde nötig, militärische und wirtschaftliche Bedingungen zu schaffen, welche es dem Heer möglich machten, für Fernkriege abkömmlich zu sein. 2
807 führte Karl der Große 3 eine Heeresreform durch. 4 Sie setzte für die Teilnahme an Feldzügen mit Ross und Rüstung eine Mindestgröße des Besitzes von zwei bis vier Hufen 5 fest, während sich die Inhaber von zwölf und mehr Hufen neben der Ausrüstung mit Helm, Schild, Schwert und framea 6 mit einer Brünne, einem Brustpanzer, zu stellen hatten, was zur Entwicklung der schweren Kavallerie führte. 7 Noch wichtiger aber war, dass sich die Beschlüsse auf alle die Vasallen bezogen, die ein „beneficium“, ein Lehen, innehatten, das die nötige Besitzgröße garantierte. Daraufhin stieg die Zahl der Lehnsnehmer und gleichzeitig der schwer bewaffneten Reiter.
Damit hat der König die Hilfe seiner Vasallen in zunehmendem Maße in Anspruch genommen und die „Feudalisierung“ des Heerwesens schnell vorangetrieben. Das Volksheer verlor zunehmend an Bedeutung, während sich das Lehnswesen an seiner Stelle durchsetzte. So leisteten im 10. Jahrhundert nur noch Vasallen den berittenen Kriegsdienst. 8 Die Folge war eine Trennung der ehemaligen Kriegerschaft, als deren Resultat die Ritter als elitäre Gruppe hervorgingen. Diese Trennung stellte natürlich an die neu entstandene Kriegerschaft sehr hohe Anforderungen. So war das elfte Jahrhundert eine wichtige Epoche der mittelalterlichen Militärgeschichte, insbesondere der Kavallerietaktik, da die Einführung des Steigbügels die Bedeutung der Reiterei beträchtlich steigerte. 9
1 Angermann, Norbert (Hrsg.): Lexikon des Mittelalters, Bd. VII, München, 1995, S. 866
2 Müller, Gerhard (Hrsg.): Theologische Realenzyklopädie, Bd. XXIX, Berlin 1998, S. 245
3 742 - 814, vgl. Fischer-Fabian, S. Karl der Grosse, Wien 2004
4 Kasper, Walter (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 8, Freiburg 1999, S. 1206
5 Solche Anlagen umfassten ein Stück Agrarland von einer Größe, die es ermöglichte, eine Familie ohne Nebenbeschäftigung zu ernähren und wurden von sogenannten Vollbauern bewirtschaftet. Organisatorisch wurden solche „Hufen“ (lat. mansus) einem Haupthof zugeteilt - sprich auf einen Haupthof kamen entlang von ausgebauten Heerstraßen mehrere unabhängige Höfe und bildeten zusammen „curtes regiae“ (Königshöfe). vgl. Dr. Hans Grusemann, Altengeseke 833 - 1983, Altengeseke 1983, S. 14
6 Eine Zwischenform von Speer und Lanze
7 Müller, Gerhard (Hrsg.): Theologische Realenzyklopädie Bd. XXIX, Berlin, 1998, S. 245
8 Kasper, Walter (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 8. Freiburg 1999, S. 1206
9 Keen, Maurice: Das Rittertum, Düsseldorf 1999, S. 41
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Die bessere Führung des Pferdes und der neuartige Angriff mit eingelegter Lanze konnte, zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt, den Ausgang der Schlacht entscheiden. Ohne den Steigbügel wäre ein Sturmangriff nicht möglich gewesen. Diese neue Taktik verlangte von den Kämpfern neuartige Fähigkeiten und die geübte Handhabung dieser neuen und kostspieligen Waffen. Das Erlernen dieser neuen Fertigkeiten setzte Zeit und natürlich auch Geld voraus. Die Grundlage dafür bildete das Lehen, welches gleichzeitig, da ja durch den Herrscher vergeben, die jeweiligen Belehnten zur Treue verpflichtete und sie eng an den Herrscher binden sollte.
Sie beruhte auf einem feierlichen Eid, den der Belehnte in die Hände des Lehnsherren ablegte, wobei er sich unbewaffnet und kniend auf das Evangelium und auf Reliquien verpflichtete, diesem treu zu sein. Der Lehnsnehmer empfing das Lehen sinnbildlich in Gestalt einer Handvoll Erde, eines Baumzweigs, eines Stabes, Hutes, Handschuhs, Ringes, Schwertes oder Speeres und verpflichtete sich, den Lehnsherr aus jeder Gefahr zu befreien, für ihn zu bürgen usw.. 10
Diese „Feudalisierung“ des Kriegshandwerks spaltete letztlich den alten Stand der Bauernkrieger auf und vernichtete ihn damit gleichzeitig. 11 D.h. der Feudalismus erfaßte das Kriegertum und unterwarf es seinem Gesetz und gab ihm eine neue Identität: die Identität der Feudalgesellschaft. Die Vasallen waren nun gleichzeitig Soldaten („milites“). 12 Dieser militärische Bereich, der als Basis die Treue des jeweiligen Belehnten beinhaltet, geht über in den gesellschaftlichen Bereich: Die Bedeutung des „Soldaten“ im Heer war abhängig von seiner sozialen Stellung und seiner Bedeutung in der Gesellschaft.
10 Rhyn, Otto Henne am: Geschichte des Rittertums, Essen 1985, S.16f
11 Erkens, Franz-Reiner: Militia und Ritterschaft, Reflexionen über die Entstehung des Rittertums, in: Historische Zeitschrift. Bd. 258. München 1994,S. 623 - 659, S. 629
12 Fleckenstein, Josef: Rittertum und höfische Kultur, in: Jahrbuch der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Göttingen 1976, S. 42
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Arbeit zitieren:
Patrick Saal, 2008, Die Bewaffnung der Ritter im Kreuzfahrerheer, München, GRIN Verlag GmbH
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