1. Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung 1
3. Inhaltszusammenfassung des Spielfilms / Angaben zur Entstehungszeit, zum Regisseur und
Kritiken des Spielfilms 2
4. Einordnung in den historischen Kontext / Kurzbeschreibung der Thematik 3
5. Filmanalyse 5
5.1 Richter Dan Haywood (Spencer Tracy) 5
5.2 Der Staatsanwalt Colonel Ted Lawson (Richard Widmark) 9
5.3 Der Verteidiger Hans Rolfe (Maximilian Schell) 11
5.4 Der Angeklagte Dr. Ernst Janning (Burt Lancaster) 13
6. Fazit. 15
7. Literatur- und Quellenverzeichnis 17
2. Einleitung
„Das Urteil von Nürnberg“. So heißt der historische Spielfilm, der in der folgenden Arbeit analysiert werden soll. Wir tauchen also in das 20. Jahrhundert ein und beschäftigen uns mit den Nürnberger Prozessen nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein interessantes Thema, denn dieser Film will einen Beitrag zur Aufklärung der deutschen Geschichte geben und ist gerade einmal sechzehn Jahre nach Kriegsende gedreht worden. Damit wurde noch relatives Neuland in der Filmgeschichte betreten, was das Interesse an diesem Film nocheinmal steigert. Damit dieser Spielfilm möglichst gut beleuchtet und analysiert werden kann, gliedere ich die Arbeit in folgende Teile: zuerst soll eine präzise Inhaltszusammenfassung des Films erfolgen und darauf eine Einordnung des Films in den historischen Kontext und eine kurze Beschreibung der Thematik, damit dem Aufbau des Films besser gefolgt werden kann. In einem weiteren Schritt sollen nähere Angaben über die Produktion, Herkunft, Entstehungszeitraum, Bewertungen usw. des Films erfolgen.
Im Hauptteil soll der Film filmanalytisch ausgewertet werden. Dazu beziehe ich mich auf die am Prozess beteiligten Personen, also den Richter, den Staatsanwalt, den Verteidiger und den Angeklagten Janning und ihre filmästhetische Darstellung. Zudem versuche ich herauszuarbeiten, wie die Thematik der Nachkriegsprozesse im Film behandelt wird. Am Ende erfolgt ein Schlussfazit, das die Leitfragen dieser Arbeit kurz beantworten soll: Wie werden die am Prozess beteiligten Personen filmästhetisch dargestellt und wie wird die Thematik im Film behandelt bzw. welche Botschaft vermittelt der Film an den Zuschauer?
1
3. Inhaltszusammenfassung des Spielfilms / Angaben zur Entstehungszeit, zum Regisseur und Kritiken des Spielfilms
Der Film „Das Urteil von Nürnberg“ beginnt mit einer Ouvertüre, in der deutsche Militärlieder eingespielt werden. Die Handlung beginnt mit der Ankunft des Richters Dan Haywood (Spencer Tracy) in Nürnberg 1948. Er ist ein verrenteter Provinzrichter aus den USA und soll gemeinsam mit seinem Team eines der Nachfolgeprozesse gegen führende Juristen leiten. Auf der Anklagebank sitzen vier Justiziare: Hahn, Hoffstädter, Lampe und Janning. Richter Haywood geht ohne Vorkenntnisse in diesen Fall und muss sich erst ein umfassendes Bild von den Angeklagten und der Nazi-Mentalität machen. Die Angeklagten machen ihm durch permanentes Schweigen die Aufklärungsarbeit nicht leichter. Der Staatsanwalt Lawson (Richard Widmark) plädiert energischst auf die Verurteilung der Angeklagten, indem er viele Beweisdokumente einbringt und betont, die Angeklagten hätten die Urteile zu Sterilisationen auf-grund der Rassengesetze gefällt und damit zu diesen Gräueltaten beigetragen. Der Verteidiger Rolfe (Maximilian Schell) weist dies ebenso energisch zurück und führt an, dass die Deutschen und die Angeklagten nichts von den letztlich durchgeführten Sterilisationen, Zwangskastrationen usw. gewusst hätten. Sie hätten nur ihre Pflicht erfüllt und nach dem Gesetz geurteilt. Auch außerhalb des Gerichtssaals trifft der Richter auf gegenteilige Welten. Frau Berthold (Marlene Dietrich), die Frau eines zum Tode verurteilten Offiziers und Hausbesitzerin der Unterkunft des Richters Haywood vertritt die Ansicht, dass die Deutschen nichts gewusst hätten und man vergessen müsse, damit man weiterleben könne. Auch die amerikanischen Offiziere sahen sich zunehmend unter politischem Druck. Als die Sowjetunion die Kontaktsperre von Westberlin nach Ostberlin verhängte, wurde klar, dass Deutschland ein wichtiger Partner würde, um der Sowjetunion und dem Kommunismus standzuhalten. Der Einsatz von Dokumentarfilmen im Gerichtssaal, die diese Untaten darstellen, von Konzentrationslagern und Zeugen, die Opfer der Sterilisationen waren, ließen den Richter zunächst keine klaren Positionen einnehmen.
Am Ende des Prozesses bricht der Angeklagte Dr. Ernst Janning (Burt Lancaster), seiner Zeit Justizminister, sein Schweigen und räumt die vorgeworfenen Taten ein. Er habe von Anfang an gewusst, was er mit seinen Urteilen bewirkt hatte. In der Untersuchungshaftanstalt und im Gerichtssaal betonten seine teils uneinsichtigen Mitangeklagten, sie hätten nichts gewusst, hätten nur ihre Pflicht getan und seien daher unschuldig. Janning äußerte sich aber nicht, weil er wusste, dass er Unrecht getan hat. Bis zur Urteilsverkündung des Richters Haywood war nicht klar, wie die Urteile ausfallen sollten. Letztlich verurteilte der Richter alle, auch Jan-
2
ning, zu lebenslänglichem Zuchthaus, mit der Begründung, dass sie die entscheidenden Weichen für grausame Vollstreckungen stellten, ob per Urteilsspruch oder Unterschrift. Sie nahmen ihrerzeit in Kauf, dass ihre Angeklagten nach den Prozessen gequält und teilweise getötet wurden. Der Film schließt mit erneuter Militärmusik.
Dieser Film wurde 1961 von Regisseur Stanley Kramer in den USA gedreht, und ist darauf bedacht, die deutsche Vergangenheit darzulegen und anhand dieser Prozesse zu zeigen, welche Taten führende Richter zu verantworten hatten. Die Kritiken fallen positiv aus, vor allem deshalb, weil der Film auf wahren Begebenheiten beruhe und authentisches Material mit einbeziehe. 1 Das zeigt sich durch die Nominierung für elf Oscars®. 2
4. Einordnung in den historischen Kontext / Kurzbeschreibung der Thematik
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Sieg der Alliierten herrschte Uneinigkeit über die Verfahrensweise mit den Besiegten. Zu Anfang war das Bedürfnis nach Rache sehr ausgeprägt. Besonders die Sowjetunion unter Stalin befürwortete die sofortige Erschießung nationalsozialistischer Kriegsverbrecher. Auch die Frage, ob die Deutschen sich selber vor das Gericht stellen sollten, war diskutiert. 3 Hinter dieser Ansicht standen vor allem die sogenannten „Vansittaristen“, die keinen Unterschied zwischen dem Nationalsozialismus und dem deutschen Volk im Allgemeinen sahen. 4 Vor allem die USA unter Präsident Truman 5 , und nach langem Überlegen auch Großbritannien, wollten aber eine Möglichkeit finden, die Ver-antwortlichen ausfindig zu machen und die Schuldigen per Gerichtsverfahren zu bestrafen, anstatt vorschnell wahllos Menschen hinzurichten. Diese „politische Lösung“ 6 wäre eine Peinlichkeit gewesen, weil dadurch die Alliierten nicht imstande gewesen wären, die wirklich Schuldigen ausfindig zu machen und zu bestrafen. Schon vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden durch die Moskauer Erklärung die Weichen für ein Gerichtsverfahren im Rahmen eines Internationalen Militärtribunals gestellt. 7 Für ein solches Verfahren mussten aber unzählige Probleme gelöst werden. Unter welchen Anklagepunkten sollen die Beschuldigten untersucht werden? Welche Beweismittel können herangezogen werden? Welches Gesetz
1 Videoload.de: Nürnberg, http://www.videoload.de/c/18/40/96/36/18409636, Zugriff: 15.10.2009.
2 Informationstext auf Rückseite der DVD.
3 Butterweck, Hellmut: S. 45 ff.
4 Jung, Susanne: S. 11.
5 Goldensohn, Leon: S. 24.
6 Butterweck, Hellmut: S. 66.
7 Brown, Raymond: S. 22.
3
bzw. welcher Paragraph dient als Strafmaß für die begangenen Verbrechen? Diese und andere wichtige Fragen galt es zu klären. 8 Ein erster entscheidender Schritt war es, sich in die nazistische Gedankenwelt hineinzuversetzen und eine Erklärung für diese Verbrechen zu finden. 9 In dem Londoner Statut einigten sich die Alliierten auf vier Hauptanklagepunkte und weitere Artikel. Punkt eins war die Verschwörung zur Begehung von Verbrechen, Punkt zwei Verbrechen gegen den Frieden, Punkt drei Kriegsverbrechen und Punkt vier Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 10 Im Zentrum stand vor allem die Strafbarkeit eines geführten Angriffskrieges der Nationalsozialisten 11 , was unter allen Alliierten unumstritten war. Die Beweismittelsuche gestaltete sich recht schwierig, weil sich die Behörden aufgrund des Kompetenzwirrwarrs gegenseitig behinderten. Die Suche nach und die Beschlagnahmung von geeigneten Dokumenten war kompliziert. Auch um die Auswahl der Angeklagten gab es viele Diskussionen. Schließlich einigte man sich auf insgesamt 24 Vertreter aus Politik, Militär und Wirtschaft. 12
Als vorsitzende Richter des Gerichts wurden erfahrene Berufsrichter aus Zivilangelegenheiten vom Militärgouverneur nominiert. Das Verfahren wurde nach dem angloamerikanischen Vorbild geleitet. Die Angeklagten hatten die Freiheit, ihre Verteidiger selbst auszuwählen 13 , womit ein faires Verfahren möglich war, was von den Alliierten, besonders von den USA, gewollt war. 14 Zudem war den Verteidigern während der Prozesse Immunität gesichert, so dass sie sich voll auf den Prozess konzentrieren konnten. 15
Der Prozess an sich gestaltete sich anfangs recht zäh. Das Generalsekretariat des Gerichts kam mit der Vervielfältigung der übersetzten Dokumente für einige Prozessteilnehmer, besonders für die Verteidiger, nicht nach, so dass sie ohne Dokumente auskommen mussten. Dadurch war für die Verteidiger ihre Arbeit erschwert. Deshalb mussten mehrere Dokumente mehrmals verlesen werden, was die Verhandlung noch zähfließender machte. Es war deshalb nicht selten, dass einige Prozessteilnehmer einschliefen. Von Zeit zu Zeit kamen aber alle Beteiligten besser mit dem System zurecht und lernten sich besser kennen. 16 Die Hauptprozesse wurden von den vier Hauptrichtern der Siegermächte geleitet: Biddle (Vorsitzender, USA), Lawrence (Großbritannien), de Vabres (Frankreich) und Nikitschenko
8 Ebd., S. 42 ff.
9 Goldensohn, Leon: S. 32 ff.
10 Smith, Bradley: S. 139 f.
11 Taylor, Telford: S. 633.
12 Weinke, Annette: S. 26.
13 Jung, Susanne: S. 30 ff.
14 Taylor, Telford: S. 64.
15 Jung, Susanne: S. 35.
16 Butterweck, Hellmut: S. 333 ff.
4
Arbeit zitieren:
Sören Lindner, 2009, "Das Urteil von Nürnberg", München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sören Lindner hat einen neuen Text hochgeladen
Best of the Silver Screen Series: The Academy Awards 1962 (Best Actor)...
Christine Parker, Jane Perry
Best of the Silver Screen Series: The Academy Awards 1961 (Best Actor)...
Christine Parker, Jane Perry
Die Nürnberger Prozesse: Völkerstrafrecht seit 1945 / The Nuremberg Tr...
Internationale Konferenz zum 6...
Herbert R. Reginbogin, Christoph J. Safferling
Best of the Silver Screen Series: The Academy Awards 1982 (Best Actor)...
Christine Parker, Jane Perry
0 Kommentare