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Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 3
1. Die Vorgeschichte des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins
und seine ursprünglichen Ziele 4
2. Die Tätigkeit des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins im Bereich
der Fremdwortbekämpfung unmittelbar nach der Machtergreifung
von 1933 durch die Nationalsozialisten 5
2.1. Die Verdeutschungsversuche der Sprachpuristen 6
2.2. Die antisemitische Stufe des Sprachpurismus 9
3. Das Verhältnis der Naziregierung zum Fremdwort und
der Fremdwortjagd des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. 10
4. Die Folgen der Kritik durch die Nazi-Größen für
den Allgemeinen Deutschen Sprachverein 13
5. Fazit 14
Literaturverzeichnis 15
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0. Einleitung
Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen des Seminars "Fremdes im deutschen Wortschatz". Das Thema also waren Fremdwörter: einerseits ging es um Wortentlehnungen, bei denen es sich um Wörter handelt, die aus anderen Sprachen übernommenen wurden, der Sprachstruktur des Deutschen nicht angepaßt oder nur teilweise angepaßt sind; andererseits ging es um Lehnwortbildungen, also um Wörter, die innerhalb des Deutschen von fremdstämmigen Wörtern und Wortbildungseinheiten geprägt sind, und ebenfalls nicht assimiliert oder nur teilweise assimiliert sind. Ein großer Teil des Seminars war den Entlehnungen aus dem Englischen gewidmet, es wurden aber auch Internationalismen, Romanismen und Lateinismen behandelt. Das Thema "Fremdwort" geht normalerweise Hand in Hand mit dem Sprachpurismus. Der Sprachpurismus, oder auch Sprachreinigung, ist keinesfalls nur ein deutsches Phänomen, sondern er ist in allen europäischen Sprachgemeinschaften aufzuweisen.
Da es sich allerdings hier um das Fremde im deutschen Wortschatz handelt, werden der deutsche Sprachpurismus und seine Entwicklungsgeschichte dargelegt. Der deutsche Sprachpurismus nimmt seinen Ursprung im Barockzeitalter (1600 - 1750) (s. Wells, S. 283ff.) und läßt sich grob in zwei Zeitabschnitte aufgliedern: das 17. und 18.Jh., sowie das 19. und 20.Jh. (s. Kirkness, 1998:407ff). Der Sprachpurismus im 17. und 18.Jh verfolgte das Ziel, eine gültige hochsprachliche Norm herauszubilden und bezog sich damit auf syntaktische, phonologische, morphologische und lexikalische Prinzipien innerhalb der deutschen Sprache. In der zweiten Phase der Entwicklung des deutschen Sprachpurismus stieg das Nationalgefühl unter dem Einfluß politischer Ereignisse (Niedergang der Napoleonischen Herrschaft, Reichsgründung von 1871, Ausbruch des ersten Weltkrieges), die innersprachlichen Auseinandersetzungen traten in den Hintergrund und die Aufmerksamkeit der Puristen richtete sich auf die Lexik, vor allem auf die Wörter und Wortbildungseinheiten fremden Ursprungs.
Aus dieser Periode der Geschichte des deutschen Sprachpurismus ist die Tätigkeit der Sprachreiniger im Dritten Reich (1933 - 1945) von besonderem Interesse. Der Sprachpurismus im Dritten Reich wird eng mit der Tätigkeit des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins verknüpft und eben aus diesem Grund werden in der vorliegenden Arbeit die Aktivitäten des Sprachvereins im Zeitabschnitt von 1933 bis 1940 (der Erlaß der Auflösung des ADSV durch Hitler) unter der Berücksichtigung der Fremdwortjagd verfolgt. Vorab werden die Entstehungsgeschichte des Vereins und
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seine ursprünglichen Ziele dargestellt, danach wird die Tätigkeit des Vereins im Bereich der Fremdwortbekämpfung nach der Machergreifung von 1933 durch die Nationalsozialisten erörtert. Ferner wird das Verhältnis der Nazi-Regierung zum Fremdwort sowie zum Sprachverein und seinen Unternehmen erläutert, um ein umfassendes Zeitverständnis zu generieren. Anschließend werden die Folgen und die Gründe der kritischen Haltung der Nazis gegenüber dem Verein dargestellt.
1. Die Vorgeschichte des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins und seine ursprünglichen Ziele
Die erfolgreichste deutsche Sprachgesellschaft wurde 1885 von dem Braunschweiger Kunsthistoriker Hermann Riegel (1834-1900) gegründet. Zu den Sympathisanten des Vereins gehörten vor allem Lehrer, Philologen, Juristen und Beamte. 1930 zählte der Verein an die 50.000 Mitglieder. Der Sprachverein hatte zwei wesentliche Mottos: „Kein Fremdwort für das, was deutsch ausgedrückt werden kann“ und „Gedenke auch, wenn du die deutsche Sprache sprichst, daß du ein Deutscher bist“. Der dreifache Zweck des Vereins bestand laut Satzung darin, "die Reinigung der deutschen Sprache von den fremden Bestandteilen zu fördern, die Erhaltung und Wiederherstellung des echten Geistes und eigentümlichen Wesens der deutschen Sprache zu pflegen, und auf diese Weise das allgemeine nationale Bewußtsein im deutschen Volk zu kräftigen". (s. Kirkness, 1998:413ff.) Der Fremdwortpurismus zog sich wie ein roter Faden durch die sonstigen Bemühungen des Sprachvereins. Es wurden nur nichtassimilierte Wörter fremdsprachlicher Herkunft abgelehnt, für die eine gute heimische Entsprechung zur Verfügung stand, wobei der Begriff „Gute Entsprechung“ auch innerhalb des Vereins durchaus verschieden interpretiert wurde. Die Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins - Muttersprache - veranstaltete Wettbewerbe für die Eindeutschung von Fremdwörtern. Die Vorschläge, die die Preise davon trugen, setzten sich nicht immer durch. So sind Rauchrolle für Zigarre und das Aut für Auto spurlos wieder aus der Sprache verschwunden. (s. Wells, 1990: 425ff.) Der Gründer des Vereins, Hermann Riegel, war in seinem Sprachpurismus gemäßigt. Wenn er zwischen keinen Fremdwörtern im Deutschen und allen wählen müßte, so würde er lieber alle haben, sagte Riegel (s. Wells, 1990:425).
Arbeit zitieren:
Oxana Karpenko, 2002, Die Tätigkeit des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins im Bereich der Fremdwortbekämpfung im Dritten Reich, München, GRIN Verlag GmbH
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