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1. EINLEITUNG. 3
2. DIE HAUPTPERSONEN 4
2.1. DIE VÄTER. 4
2.2. DIE SÖHNE 9
3. PROBLEME IN DER VATER-SOH-NBEZIEHUNG 12
3.1. ZUNEIGUNG/ABNEIGUNG. 12
3.2. KOMMUNIKATION 13
3.3. ERWARTUNGEN. 14
4. ABSCHLUßBEMERKUNG 15
Quellenverzeichnis
Jurek Becker beschäftigt sich in seinem dritten Roman „Der Boxer“, der 1976 erschien, mit der Frage, wie ein jüdisches Opfer des Nationalsozialismus im Nach-kriegsdeutschland mit seiner Vergangenheit und den daraus resultierenden Erfahrungen leben kann. Besonderes Augenmerk richtet Becker auf die Erziehung des Sohnes des Opfers und das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. 1986 greift Becker dieses Thema in seinem sechsten Roman „Bronsteins Kinder“ nochmals auf. Wieder geht es um ein Opfer des Faschismus in Deutschland und das Verhältnis zu dessen Sohn. Der wesentliche Unterschied liegt in der Zeit, in der die beiden Romane spielen. Während „Der Boxer“ in der unmittelbaren Nachkriegszeit und den darauffolgenden Jahren angesiedelt ist, spielt „Bronsteins Kinder“ in den Siebziger Jahren.
Die zentrale Problematik besteht in beiden Romanen jedoch in dem schwierigen Verhältnis, in dem Vater und Sohn zueinander stehen. Die schwierigen Charaktereigenschaften sowohl der Väter als auch der Söhne führen immer wieder zu Schwierigkeiten und gegenseitigem Unverständnis, was im weiteren Verlauf dieser Arbeit zu zeigen sein wird.
Ausgehend von Charakteranalysen der Hauptpersonen in den beiden Romanen und deren Vergleich sollen weiterhin die wesentlichen Punkte in den beschriebenen Va- ter-Sohn-Verhältnissen untersucht werden, um deren Schwachstellen aufzuzeigen.
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2. Die Hauptpersonen
2.1. Die Väter
Jurek Becker stattet die Figur des Arno Bronstein mit vielen Eigenschaften aus, die er zuvor bereits Arno Blank zuteilte. Er unterstreicht diese Parallelen völlig offensichtlich dadurch, daß beide Männer den gleichen Vornamen tragen, wenngleich Arno Blank ursprünglich Aron hieß und seinen Namen eigenmächtig änderte, um dadurch seine Zugehörigkeit zum Judentum zu verstecken. Dieses Leugnen der eigenen Identität ist ebenfalls beiden Männern eigen. Bronstein versucht, sich dem deutschen Leben so gut es geht anzupassen. Er geht sogar so weit, daß er eine jüdische Identität generell abstreitet:
Es gebe überhaupt keine Juden. Juden seien eine Erfindung, ob eine gute oder eine schlechte, darüber lasse sich streiten, jedenfalls eine erfolgreiche. Die Erfinder hätten ihr Gerücht mit so viel Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit verbreitet, daß selbst die Betroffenen und Leidtragenden, die an- 1 geblichen Juden, darauf hereingefallen seien und von sich behaupteten, Juden zu sein. Ein großer Widerspruch in der Figur des Arno Bronstein besteht darin, daß er zum einen zwar die o.g. Theorie äußert, auf der anderen Seite jedoch mittels Selbstjustiz versucht, den ihm zugeführten Schaden im KZ durch die Folter eines ehemaligen KZ-Aufsehers zu vergelten. Grund für diesen Schritt ist mangelndes Vertrauen in die Justiz:
Wer stark genug sei, könne diesem deutschen Gesindel seine Überzeugung diktieren, ob er nun Hitler oder sonstwie heiße. Darum hätten sie beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Wenn es ein Gericht gäbe, das von ihnen anerkannt würde, wären sie nie auf eine solche Idee gekommen. 2
Arnos Sohn Hans belauscht an einem Abend ein Gespräch, das sein Vater mit seinen Freunden in der Küche führt. Die Tatsache, daß dieses Gespräch auf Jiddisch geführt wird, ist ebenso eine Tatsache, die nicht ganz in Bronsteins Theorie paßt. Wäre er konsequent, so würde er die jiddische Sprache, wo sie doch einen Teil der jüdischen Kultur darstellt, ablehnen.
Bronstein, und das ist eine weitere Parallele zu Arno Blank, muß in den Nachkriegsjahren als Schieber tätig gewesen sein. Das jedenfalls erfährt der Leser durch seinen
Arbeit zitieren:
Michael Müllers, 2001, Vergleich der Vater-Sohn-Beziehung in Jurek Beckers Romanen Der Boxer und Bronsteins Kinder, München, GRIN Verlag GmbH
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