INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung. 3
2 Darstellung der Betreuungssituation im Fachbereich Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal. 5
2.1 Das Tutorenprogramm 5
2.2 Das Mentorenprogramm an der Bergischen Universität Wuppertal. 7
3 Das Programm „ ME TOO“ 8
3.1.1 Phase I - Vorbereitung der Orientierungsphase. 9
3.1.2 Phase II - Durchführung der Orientierungsphase 10
3.1.3 Phase III - Nachbetreuung durch Tutoren und das Seminar zum
wissenschaftlichen Arbeiten. 11
3.1.4 Phase IV - Mentorenbetreuung 12
3.1.5 Phase V - Erfolgskontrolle und Evaluierung des Programms „ME TOO“ 12
4 Probleme bei der Durchführung. 13
4.1 Finanzierung 13
4.2 Mögliche Konfliktpotenziale 14
5 Fazit 15
Literaturverzeichnis 17
Internetverzeichnis 17
Anhang 18
1 Einleitung
Das „Centrum für Hochschulentwicklung“ hat im Oktober 2002 erstmals einen Ideenwettbewerb unter dem Motto „Küss die Uni wach - Ideen für die Hochschule von morgen“ gestartet. 1 Einsendeschluss war der 28. Februar. Die Autoren haben mit dem Thema „Betreuung an der Universität“ an diesem Wettbewerb teilgenommen. In den Hochschulgesetzen der Länder ist die Forderung nach Betreuung von Studenten 2 verankert. 3 Diese Regelungen lassen jedoch einen großen Spielraum an Umsetzungsmöglichkeiten offen. Dieser Spielraum sowie die Erfahrung mit ehemals durchgeführten Betreuungsprogrammen 4 waren der Anlass zur Entwicklung eines Konzeptes mit dem Ziel, die Stärken von Mentoren 5 sowie Tutoren 6 miteinander zu kombinieren und somit eine optimale Betreuung der Studenten zu erreichen. Die Stärken des Mentors liegen vor allem in fachlicher Kompetenz, Erfahrung in der Arbeit mit Studenten, Kontakten zur Wirtschaft sowie den Einblick in die Tätigkeit der Lehre von Kollegen. Tutoren bieten dem Studienanfänger den Vorteil, unverkrampft Fragen zu stellen, den Aufbau sozialer Bindungen innerhalb der Studentenschaft zu fördern und ihnen bei der Problemlösung von universitären Fragen zur Seite zu stehen.
Die Betreuung an einer Universität sollte einen hohen Stellenwert einnehmen, da mit steigender Anzahl der Studienanfänger die Unübersichtlichkeit und die Anonymität wachsen. Die Konfrontation mit einer „neuen Welt“ stellt neue Anforderungen an die „Erstsemester“. Dies wird insbesondere bei der Umstellung von der stark betreuten Umgebung der Schule, in das eher schwach betreute Umfeld einer Universität deutlich. Die Anonymität kann für den Einzelnen zur Folge haben, dass er auf sich alleine gestellt und somit gezwungen ist, relevante Informationen selber zu beschaffen und dabei die Wichtigkeit der Informationen ohne Erfahrungswerte nur schwer beurteilen kann. Summieren sich nach einigen Monaten negative Erfahrungen, beispielsweise durch Fehlversuche bei Klausuren, ist der vorzeitige Abbruch des Studiums eine mögliche Folge. Ein weiteres Problem der Anonymität besteht darin, bei einer Anfängeranzahl von ca. 500 Studienanfängern sozialen Anschluss und damit eine Orientier-
1 Linkunter: http://www.kuessdieuniwach.de/teilnahme.php.
2 Personenbezeichnungen in maskuliner Form stehen grundsätzlich in gleicher Weise für männliche und weibliche Personen. Aus Gründen
der Lesbarkeit verwenden wir die kürzere maskuline Form für beide Geschlechter.
3 § 83 Abs. 1ff. Hochschulgesetz NRW.
4 Näheres hierzu in Kapitel 2.
5 Unter Mentoren werden im Rahmen dieser Hausarbeit Professoren oder wissenschaftliche Mitarbeiter eines Lehrstuhls bezeichnet, welche
die Aufgabe haben, Studenten zu betreuen.
6 Unter Tutoren werden im Rahmen dieser Hausarbeit Studenten aus höheren Semestern verstanden, die ihr Wissen unentgeltlich an
Studienanfänger weitergeben.
ung zu finden. Noch schwieriger wird die Situation für einen in die Universitätsstadt zugezogenen Studenten, da der Kontakt zur Familie und zu Freunden nur eingeschränkt aufrechterhalten werden kann. Neben dem beschriebenen Anonymitätsproblem besteht ein Kommunikationsdefizit zwischen Student und Lehrenden. Wie die Autoren aus eigenen Erfahrungen wissen, sind Studenten gehemmt Professoren in Vorlesungen Fragen zu stellen oder Sprechstunden in Anspruch zu nehmen. Dabei sollte gerade die Kommunikation zwischen Professoren und Studenten die Basis für den Aufbau eines Netzwerks von universitären und außeruniversitären Aktivitäten bilden. In der Schulzeit fungieren die Lehrer als Bezugspersonen, welcher unter anderem bei Orientierungsschwierigkeiten Hilfestellung leisten. Viele Studenten suchen nach solch einer Bezugsperson, welcher z.B. bei Verlust der Orientierung konsultiert werden kann. Das von den Autoren entwickelte Programm soll helfen, die genannten Startschwierigkeiten zu überwinden.
Das Programm „ME TOO“ ist so konzipiert, dass es unter Berücksichtigung individueller Anforderungen in den verschiedenen Fachbereichen an Universitäten, Fakultäten bzw. Fachhochschulen implementiert werden kann.
Ausgehend von einer Darstellung der gegenwärtigen Situation der Betreuung von Studenten an der Bergischen Universität, sollen daran anschliessend die Strukturen und der Ablauf des Konzeptes „ME TOO“ beschrieben werden. Finanzierungsvorschläge und mögliche Konfliktpotenziale zu diesem Programm, sowie Vorschläge zu deren Lösung sind in Teil vier zu finden. In Kapitel fünf folgt das Fazit, welches das Konzept und dessen möglichen Umsetzung abschliessend reflektiert.
2 Darstellung der Betreuungssituation im Fachbereich Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal
2.1 Das Tutorenprogramm
Bevor das Mentorenprogramm an der Bergischen Universität Wuppertal eingeführt worden ist, wurde die Betreuung der Studenten für den Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften seitens der Fachschaft und der Tutorenschaft durch eine Orientierungsphase gewährleistet. Die Mitarbeit als Tutor beruhte auf freiwilliger Basis. Die Motivation zur Teilnahme erhielt der Tutor neben einer Teilnahmebescheinigung, welche vom Dekan ausgestellt wurde, dadurch, dass er die Möglichkeit erhielt, in professioneller Form für die Arbeit als Moderator geschult zu werden. Die Zusatzqualifikationen, wie Moderator oder Schulungsleiter einer Gruppe, können sich bei einer zukünftigen Stellenbewerbung positiv auswirken.
Mit Hilfe der Fachschaft 7 wurden ca. 45 freiwillige, sich mindestens im zweitem Semester befindende, Studenten gesucht. Diese Studenten fuhren ca. 5 Monate vor Beginn der Orientierungsphase auf ein Wochenendseminar. Dabei stand das Kennen lernen der einzelnen Tutoren untereinander im Vordergrund. Gegen Ende des Seminars wurden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themengebieten gebildet. Kurz vor Beginn der Orientierungsphase fuhren die Tutoren auf ein fünftägiges Seminar, bei dem unter anderem das Erlernen von Gruppenführung, Rhetorik und Motivation im Vordergrund standen. Auf diesem Seminar wurden die einzelnen Abläufe ein letztes Mal aufeinander abgestimmt und aufgetretene Probleme gemeinsam gelöst. Zwischen diesen beiden Seminaren wurden regelmäßige Treffen der einzelnen Arbeitsgruppen sowie der gesamten Tutorenschaft organisiert, um die verschiedenen Aufgaben vorzubereiten, zu bearbeiten und darüber hinaus die geplanten Abläufe aufeinander abzustimmen.
Vor Semesterbeginn wurden die Studienanfänger brieflich zur Orientierungsphase eingeladen. Der Dekan 8 und die Fachschaft haben am ersten Tag des Semesters eine Begrüßungsveranstaltung durchgeführt. In deren Verlauf wurden die Studenten in Kleingruppen zu ca. 30-40 Studenten aufgeteilt. Nach dieser Veranstaltung wurden die Gruppen in Seminarräumen eine Woche lang von 9-16 Uhr betreut. Während dieser Zeit wurden den Studienanfängern wichtige Informationen von den Tutoren vermittelt. Die Inhalte
7 Alle Studierenden eines Fachbereiches bilden die Fachschaft. Die Fachschaft der Bergischen Universität Wuppertal wählt einmal im Jahr
die 15 Mitglieder des Fachschaftsrates. Der Fachschaftsrat ist die studentische Interessenvertretung im Fachbereich. Der Fachschaftsrat
ist Teil der studentischen Selbstverwaltung und daher der erste Ansprechpartner der Studierenden.
8 Der Dekan ist laut § 27 Abs. 1 Hochschulgesetz NRW Leiter des Fachbereiches und vertritt ihn innerhalb der Hochschule.
Arbeit zitieren:
Sara Ebru Kisioglu, Torsten Philipp, 2003, Unser Vorschlag für B, wie Betreuung. Betreuung an der Uni durch ein kombiniertes Tutoren- und Mentorenprogramm, München, GRIN Verlag GmbH
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