3
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Geschichte von DAB 6
3. Technische Grundlagen 7
3.1. Das analoge UKW-Verfahren 7
3.2. Das DAB-Verfahren 8
3.2.1. Quellencodierung 8
3.2.2. Multiplex-Bildung 9
3.2.3. Kanalcodierung 9
3.2.4. Ausstrahlung 10
3.2.5. Gleichwellenbetrieb 11
4. Empfang 12
4.1. Empfangsgeräte 12
4.2. CD-Qualität 13
4.3. Mobiler Empfang 13
4.4. Indoor-Empfang 14
5. Angebot 15
5.1. Neue Hörfunkprogramme 15
5.2. Datendienste 16
5.2.1. PAD-Dienste 17
5.2.2. NPAD-Dienste 17
5.3. Programmformatierungen 20
5.4. Programmzusammenschlüsse 20
6. Sendernetze 21
6.1. Neue Sendeanlagen 21
6.2. Frequenzknappheit 22
6.3. Bitratenmanagement 22
6.4. Netzbetreiber 23
6.5. Ausstrahlungskosten 24
6.6. Engere Sendegebiete 26
7. Rechtliches 27
Anhang
A I. Digitales Radio in Kabelnetzen 29
A II. Literaturverzeichnis 31
A III Anmerkung 32
4
1. Einleitung 1
Der Wechsel von analoger hin zu digitaler Technik ist in vollem Gange. In hohem Maße gilt dies für die Audio-Branche, die schon in den achtziger Jahren mit digitalen Produkten auf den Markt trat. Anstelle von Schallplatten, Tonbändern und Musik-Kassetten (MC) stehen heute Compact Discs (CD) und Mini-Discs (MD) in den Regalen der Elektronik-Geschäfte. Hörfunkstationen produzieren ihre Sendungen in immer stärkerem Maße digital, Computer verdrängen die alten analogen Band-Schnittplätze. 2 Musikliebhaber schätzen an der Digitaltechnik vor allem die exzellente Klangqualität. Allerdings bleibt ihnen eben diese Qualität vorbehalten, wenn die digital produzierten Hörfunkprogramme nur auf komplett analogem Übertragungsweg (gemeint ist die Übertragung im analogen Frequenzmodulationsverfahren via Ultrakurzwelle 3 ) zu ihnen gelangen. Was lag da näher, als ein neues, digitales Übertragungsverfahren zu entwickeln. Die Rede ist vom Digital Audio Broadcasting (DAB), einem Übertragungsverfahren, das in einigen Teilen Deutschlands unter der eingängigeren Bezeichnung DIGITAL RADIO bereits im terrestrischen Regelbetrieb sendet. 4
DAB-Signale lassen sich aber nicht nur terrestrisch (T-DAB) übertragen, sondern auch via Kabelnetz (C-DAB) und über Satellit (S-DAB). Da DAB-Signale in Deutsch-land aber bislang ausschließlich terrestrisch verbreitet werden, liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf dem T-DAB-Bereich. Mittelfristig könnte jedoch auch C-DAB Bedeutung erlangen, weswegen jenes Thema im Anhang kurz vorgestellt wird. DAB sorgt nicht nur für eine bessere Tonqualität. Vielmehr wartet es mit zahlreichen neuen Features wie beispielsweise der Möglichkeit, Informationen auf einem Display grafisch darzustellen, auf. 5
Übertragungsverfahren verwendet der Autor im Folgenden die Bezeichnung „UKW-Verfahren“.
intern/technik/dab.html am 29. April 2000), Baden-Württemberg (http://www.dab-bw.de/Seiten/home_two.html
am 29. April 2000), Berlin und Brandenburg (http://www.garv.de/dab_projekt.htm am 28. Mai 2000), Nieder-
sachsen (http://www.nlm.de/2/presse/17_05_00.htm und
http://www.digitalerrundfunk.de/digitalradio/info.html, beide am 28. Mai 2000), Nordrhein-Westfalen
(http://www.wdr.de/radio/dab/ am 22. Mai 2000), Sachsen (http://www.slm-online.de/projekt/dab.htm am 29.
April 2000), Sachsen-Anhalt (http://www.digitalerrundfunk.de/digitalradio/presse.html#300399 am 29. April
2000).
5
DAB gilt international als Nachfolgesystem für das UKW-Verfahren. 6 Die Technik der analogen UKW-Übertragung stammt im Wesentlichen aus den 50er und 60er Jah-
neben der allgemein schlechteren Tonqualität die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Hörfunkanbieter auf Sendung gegangen sind, was zu einer Überfüllung des UKW-Frequenzbereichs und damit zu Empfangseinbußen auf-grund gegenseitiger Störerscheinungen geführt hat.
Damit sich DAB erfolgreich auf dem Markt platzieren lässt, muss es einen echten „Mehrwert gegenüber UKW“ 8 bieten. Fachleute gehen nämlich davon aus, dass bei Hörfunknutzern trotz der oben genannten UKW-Nachteile „ein dringender Bedarf für DAB (...) nicht besteht, sondern aktiv erzeugt werden muss.“ 9 Neben den eingangs erwähnten neuen Features könnte dieser durch neue, exklusiv über DAB empfangbare Radiostationen herbeigeführt werden. 10
Klar ist, dass DAB die Hörfunklandschaft verändern wird. Hörer, Rundfunkanstalten und Journalisten werden hiervon betroffen sein. Ziel dieser Schrift soll es sein, einen Überblick über die möglichen Neuerungen und die daraus folgenden Konsequenzen zu geben.
Eines sei bereits an dieser Stelle verraten: DAB bringt nicht nur Vorteile mit sich. Das ist auch der Grund, warum das neue Übertragungssystem unter Fachleuten umstritten ist und zuweilen die Frage aufgeworfen wird, ob DAB sich überhaupt als Nachfolgesystem für UKW eignet. 11
keiner hört zu. In: Süddeutsche Zeitung vom 20. August 1999, S. L2.
elektronischen Medien hat auch Folgen für die demokratische Ordnung / F.U.N. für die alternative Empfangs-
box. In: Frankfurter Rundschau vom 13. November 1999, Seite B4 bis B5.
potenzielle DAB-Nutzer zusätzliche Hörfunkprogramme erwarten. Vgl. hierzu: Fahr/Brosius (1999), S. 59.
grammveranstaltern vgl. http://www.slm-online.de/download/bericht.pdf, Seite 6, am 28. Mai 2000; vgl. außer-
dem Brünjes/Wenger (1998), S. 214.
6
2. Geschichte von DAB
Seit Anfang der achtziger Jahre machten sich Forscher Gedanken über ein digitales Nachfolgesystem für den bisherigen UKW-Rundfunk. Im Jahr 1985 führten die Technische Direktion des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT) erste Testausstrahlungen durch. Im selben Jahr initiierten das IRT und die ARD-Anstalten 12 ein gemeinsames DAB-Projekt. Im darauffolgenden Jahr beschloss die europäische Ministerpräsidentenkonferenz in Stockholm das EUREKA-Projekt „EU 147 - DAB“, welches dazu dienen sollte, ein Nachfolgesystem für den bisherigen UKW-Rundfunk zu erforschen und zu entwickeln. 13 1990 entstand die „Nationale Plattform DAB“, deren Aufgabe es war, die DAB-Entwicklung zu begleiten und zu koordinieren. Die Plattform wurde ein Jahr später in einen Verein namens „DAB-Plattform e.V.“ überführt. 14 Der Verein zählte rund 70 Mitglieder aus den Bereichen Forschung, Industrie, Politik, Rundfunk und Telekommunikation. 15 Im Jahr 1995 starteten in Deutschland - pünktlich zur Internationalen Funkausstellung - die ersten DAB-Pilotprojekte. 16 1997 - wieder zur Funkausstellung - begann die Markteinführung von DAB. Allerdings trug das System fortan offiziell den eingängigeren Namen DIGITAL RADIO. 17 Die Pilotprojekte sind inzwischen beendet worden und zum Teil in den Regelbetrieb übergegangen. 18 Damit endeten die Aufgaben der DAB-Plattform, der Verein hat sich mittlerweile aufgelöst. 19
Heute können in Deutschland über DAB bereits mehr als 100 Radioprogramme empfangen werden. Fakt ist jedoch, dass in einigen Bundesländern noch immer keine DAB-Netze bestehen. 20
republik Deutschland“.
jekte folgten in Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz
und dem Saarland. Vgl. hierzu Stepputat/Heyen/Spohrer/Spielhagen (1999), S. 16; vgl. außerdem Schüren/Siebel
(1998), S. 291 f.; Zukunft der Medien. In: Super Highway Journal 87/99, S. 19 f.
f.; Medien-Bulletin 5/2000, S. 24 f.; Schüren/Siebel (1998), S. 293 bis 295; http://www.digitalradio-
info.de/link_programm.htm am 28. Mai 2000.
7
3. Technische Grundlagen
Die nachfolgenden Abschnitte sollen einen Einblick in die technischen Grundlagen des DAB-Verfahrens geben. Zum besseren Verständnis und zum Vergleich sei jedoch zunächst das analoge UKW-Verfahren erläutert.
3.1. Das analoge UKW-Verfahren 21
Vorläufer des DAB-Systems ist das heute im Einsatz befindliche analoge UKW-Verfahren. Analoge UKW-Sender arbeiten im Frequenzmodulationsverfahren (FM). Das Signal, welches ein analoger UKW-Sender ausstrahlt, setzt sich zusammen aus einer Trägerwelle und einem hinzugefügten Tonsignal. Die Trägerwelle schwingt zunächst auf einer festgelegten Frequenz (z. B. 87,8 Megahertz im Fall des Dortmunder „WDR 2“-Programms 22 ). Dadurch, dass der Trägerwelle Tonsignale hinzugefügt (im Fachjargon: aufmoduliert) werden, verändert sich die Frequenz: Je nach Tonsignal wird die Schwingungszahl mal höher, mal niedriger. Dagegen bleibt die Amplitude, d. h. die Schwingungshöhe, stets konstant. 23
on (AM), welche bei Kurz-, Mittel- und Langwellensendern zum Einsatz kommt. Beim AM-Verfahren bleibt die
Schwingungszahl konstant, während sich die Amplitude je nach ausgestrahltem Tonsignal verändert. Zu FM und
AM vgl. Schneider (1989), S. 29 bis 31. Zur Frequenzmodulation vgl. auch Abbildung 1.
8
3.2. Das DAB-Verfahren
Mit DAB ist es möglich, digitale Datenströme drahtlos zu übertragen. Dabei kann es sich um Daten jeglicher Art handeln („‚transparentes’ Übertragungsverfahren“) 25 , also beispielsweise um Töne, Texte oder sogar Bewegtbilder. 26 Mit einem speziellen DAB-Empfänger lassen sich die einzelnen Angebote empfangen. 27 Um ein Hörfunk-Programm via DAB auszustrahlen, sind folgende technische Schritte notwendig:
3.2.1. Quellencodierung
Das Audioprogramm wird zunächst in digitale Daten umgewandelt (Quellencodierung). 28 Die Quellencodierung erfolgt mit Hilfe des MUSICAM-Verfahrens. (MUSI-CAM steht als Abkürzung für „masking pattern universal subband integrated coding and multiplexing“.) Dabei wird das Signal datenreduziert, d.h. es werden diejenigen Daten herausgefiltert, die vom menschlichen Ohr ohnehin nicht wahrgenommen werden können. Vorteil: Die Datenrate wird erheblich kleiner, ohne dass sich der Klang von dem einer CD unterscheidet. 29 Während die Datenrate einer CD bei 1411 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) liegt 30 , lässt sich diese durch das MUSICAM-Verfahren auf 192 kbit/s reduzieren, ohne dass Klangverluste eintreten. Zwar lassen sich die Programme noch weiter komprimieren (z.B. auf 64 kbit/s), aufgrund der dann jedoch eingeschränkten Tonqualität empfiehlt sich eine derart kleine Datenrate allerdings nur bei solchen Stationen, denen es nicht auf optimalen Klang ankommt (z.B. reine Wortsender). 31
(1998), S. 290 f.
Arbeit zitieren:
Marcel Maack, 2000, Digital Audio Broadcasting (DAB). Auswirkungen auf Nutzer, Anbieter und Journalisten, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Einführung eines IT-basierten Knowledge Management Systems bei einem B...
Informatik - Angewandte Informatik
Diplomarbeit, 183 Seiten
Projektorientierte Einführung von Wissensmanagement
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Diplomarbeit, 95 Seiten
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
The People's Choice: Zwei-Stufen-Fluss der Kommunikation
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 16 Seiten
Wettbewerbsvorteil Wissensmanagement - eine Chance für die Sozialarbei...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 34 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen elektronischen Lernens in der beruflichen Au...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Diplomarbeit, 127 Seiten
Marcel Maack's Text Digital Audio Broadcasting (DAB). Auswirkungen auf Nutzer, Anbieter und Journalisten ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Marcel Maack hat den Text Digital Audio Broadcasting (DAB). Auswirkungen auf Nutzer, Anbieter und Journalisten veröffentlicht
Marcel Maack hat einen neuen Text hochgeladen
Principles and Applications of...
Wolfgang Hoeg, Thomas Lauterbach
Digital Video and Audio Broadcasting Technology
A Practical Engineering Guide
Walter Fischer
Digitale Fernseh- und Hörfunktechnik in Theorie und Praxis
MPEG-Basisbandcodierung, DVB-,...
Walter Fischer
0 Kommentare