R üssel: Minimalismus in Episoden - Ästhetikdiskurs über Jim Jarmusch
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Jim Jarmusch
2.1 Die Person Jim Jarmusch
2.2 Der Independent-auteur Jim Jarmusch
2.3 Filmographie
3 Ästhetische Besonderheiten in den Werken Jim Jarmuschs
4 Fazit
5 Anhang
Literaturverzeichnis
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Rüssel: Minimalismus in Episoden - Ästhetikdiskurs über Jim Jarmusch
1 Einleitung
„Ich habe das Diplom nicht bekommen, weil ich im letzten Jahr meinen Abschlussfilm PERMANENT VACATION (1980) drehte und sie mir ein Stipendium (...) gewährt hatten - dabei unterlief ihnen ein Fehler; sie überwiesen das Geld nicht an die Universität, um damit die Studiengebühren zu begleichen, sondern direkt an mich, und ich habe es für den Film ausgegeben.“ 1
Filme wie: „Star Trek“, „Apocalypse Now“, „Alien“ und „Halloween“ erschienen im Jahr 1980 auf den internationalen Leinwänden. 2 Jim Jarmusch startete mit seinem Abschlussfilm eine Gegenbewegung, jedoch ohne von politischen Beweggründen erfasst zu sein. Er wollte einen anderen Blick auf diese Welt schaffen. Er schuf seine persönliche Art, im Stile des Autorenfilms, den auf ein Minimum reduzierten Plot. „Ich würde lieber einen Film über jemand machen, der seinen Hund ausführt, als über den Kaiser von China.“ Aki Kaurismäki bezeichnete ihn als langsamsten Filmemacher der Welt. 3 Auf diese Weise kann der Regisseur das eigentlich Interessante im Leben zeigen: die Menschen. Ausdrucksstarke Bilder in Schwarz-Weiß und Farbe sowie ein stets gut dosierter schwarzer Humor begeistern Kritiker wie Zuschauer gleichermaßen. 4
Nach seinem Debüt bereicherte uns der Independent-auteur mit den Titeln: „Stranger than Paradise“, „Down by Law“, „Mystery Train“, „Night on Earth“, „Dead Man“, „Ghost Dog: The Way of the Samurai“, „Coffee and Cigarettes“ und „Broken Flowers“. Für Letztgenannten erhielt Jarmusch 2005 den großen Preis der Jury in Cannes. 5
Sich selbst bezeichnet Jarmusch als einen Typen „aus Akron, der was über Filme lernen will“. 6 Die folgende Arbeit soll den Typ Jim Jarmusch genauer betrachten,
1 Geoff Andrew: Ich bin nur ein Typ aus Akron, der was über Filme lernen will - Ein Interview mit Jim Jarmusch. In: Rolf Aurich / Stefan Reinecke (Hg.): Jim Jarmusch, Berlin 2001, S. 11.
2 Birgit Maria Leitner: Wiederholungsstrukturen in den Filmen von Jim Jarmusch. Weimar 2006, S. 14.
3 Vgl. Rainer Gauglitz: Jim Jarmusch Biographie. http://www.tag.wtal.de/Programm/Namen/JimJarmusch.htm, 31.10.2008.
4 Hannes Wesselkämper: Jim Jarmusch. http://www.film-
zeit.de/home.php?action=result&sub=person&info=long&person_id=3189, 29.10.2008.
5 Vgl. IMDB. http://www.imdb.com/name/nm0000464/, 31.10.2008.
6 Geoff Andrew. 2001, S. 1.
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seine Besonderheiten herausstellen und darüber hinaus einen ästhetischen Diskurs über das Schaffen des „Lieblings des Independent-Kinos“ 7 darstellen.
7 Daniel Sander: Ich denke nie an das Publikum - Interview mit Jim Jarmusch. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,373722,00.html, 31.10.2008
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2 Jim Jarmusch
2.1 Die Person Jim Jarmusch
Jim Jarmusch wurde am 22. Januar 1953 in der Kleinstadt Akron in Ohio, USA geboren. Der Filmemacher, der mit bürgerlichem Namen James R. Jarmusch heißt, ist das älteste von drei Kindern der Familie. Seine Geschwister sind Ann und Tom Jarmusch. Seinen Vater beschreibt er als einen hart arbeitenden Mann, der bei Goodyear beschäftigt ist. Seine Mutter schrieb, vor ihrem Dasein als Hausfrau und Mutter, für die Lokalzeitung "Akron Beacon-Journal" und rezensierte unter anderem auch Filme. „Als ich klein war, hat mich meine Mutter immer in ein Kino (...) gesteckt. (...) Dort liefen double features (...) meistens Filme wie (...) Attack of the Crab Monsters (...). Ich ging also ziemlich oft dorthin und sah als Kind all diese Filme, und ich fand es toll.“ 8
Großen Einfluss auf den jungen Jim Jarmusch übte seine Großmutter aus, eine leidenschaftliche Liebhaberin moderner Kunst und Literatur, die ihren Enkel schon früh in seinen literarischen Ambitionen unterstützte: Ursprünglich wollte Jim Jarmusch Dichter werden. 9
„Bald realisierte Jarmusch, dass seine Zukunft nicht in Akron liegen würde und er schrieb sich 1970 in der School of Jounalism an der Nothwestern University ein.“ 10
Anschließend wechselte Jarmusch zur Columbia University in New York, an der er 1971 ein Studium der englischen und amerikanischen Literatur begann. 11 Nach 4 Jahren schloss Jarmusch nur nicht mit Diplom ab, da er die Studiengebühr in seinen Abschlussfilm „Permanent Vacation“ investierte. 12 In seinem letzten Semester ging er für einige Zeit nach Paris und entdeckte dort die Cinémathèque Française. Seine Erfahrung beschrieb Jarmusch in einem Interview der New York Times: „Dort habe ich Sachen gesehen, von denen ich bisher nur gehört hatte. (...) Als ich aus Paris zurück kam, schrieb ich weiter, und
8 Andrew. 2001, S. 9.
9 Vgl. Wesselkämper. 2008.
10 Ralph Eue: Off-Beat-Heroes. In: Rolf Aurich / Stefan Reinecke (Hg.): Jim Jarmusch, Berlin 2001, S. 51f.
11 Vgl. Wesselkämper. 2008.
12 Vgl. Andrew. 2001, S. 11.
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Rüssel: Minimalismus in Episoden - Ästhetikdiskurs über Jim Jarmusch
was ich zu Papier brachte, wurde zunehmend filmischer, konkreter, beschreibender.“ 13 1976 bewarb er sich an der renommierten New York University Graduate School für ein Studium der Filmwissenschaften und wurde trotz fehlender praktischer Erfahrungen angenommen. Hier wurde er Teaching Assistant des Regisseurs Nicholas Ray. Durch ihn kam es zu einer für Jim Jarmusch wichtigen Bekanntschaft: Er lernte den deutschen Regisseur Wim Wenders kennen, für dessen Film „Lightning Over Water“ (1980), über den sterbenskranken Nicholas Ray, er Produktionsassistent wurde. 14
Im selben Jahr, kurz nach dem Tod seines Mentors und Vorbilds Nicholas Ray, begann er mit den Dreharbeiten zu seinem ersten Film, der gleichzeitig seine Abschlussprüfung für das Studium darstellte. Zu seinem Debütfilm „PERMANENT VACATION“ (1980) schrieb er die Musik selbst, welche stets eine wichtige Rolle in seinen Filmen und seinem Leben spielte. In der Zeit an der New York University war Jarmusch mit großer Begeisterung in der Punkszene unterwegs. 15 1979 war er Keyboarder und Sänger der Post-Punk Band "The Del-Byzanteens" und trat oft im In-Club des East-Village, dem „Mudd Club“, auf. Er drehte im Verlauf seiner Karriere sechs Musikvideos für die Talking Heads ("The Lady Don’t Mind", 1985), Big Audio Dynamite ("Sightsee MC!", 1987), Tom Waits ("It’s Alright With Me", 1990 und "I Don’t Wanna Grow Up", 1992) und Neill Young ("Dead Man Theme", 1995 und "Big Time", 1996). 16
Jim Jarmusch wirkte häufig selbst in Filmen als Schauspieler mit. Meist handelte es sich dabei um Filmproduktionen befreundeter Regisseure wie Kaurismäki oder Wang. Sein Privatleben kehrte der Regisseur nicht in den Vordergrund. Bekannt ist jedoch, dass er seit 20 Jahren mit der Filmemacherin Sara Driver zusammenlebt. 17
13 Eue. 2001, S. 53.
14 Wim Wenders: Der Mann an der Moviola. In: Rolf Aurich / Stefan Reinecke (Hg.): Jim Jarmusch, Berlin 2001, S. 7.
15 Vgl. Eue. 2001, S.53.
16 Vgl. Wesselkämper. 2008.
17 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Marcus Rüssel, 2008, Minimalismus in Episoden, München, GRIN Verlag GmbH
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