Gliederung
1. Einleitung 3
2. Journalistischer Alltag 5
3. Das Wesen der Public Relations 7
4. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft 8
5. Die widersprüchlichen Strategien der INSM S.10
5.1 Die Komposition der Medien 10
5.2 Fahrlässige journalistische Prostitution 12
5.3Die Missionsträger der Initiative 14
6. Fazit 17
7. Quellenverzeichnis 18
7. 18
1. Einleitung
„Vier feindselige Zeitungen sind mehr zu fürchten als tausend Bajonette”, fröstelte es schon dem französischen Kaiser Napoleon Bonaparte im achtzehnten Jahrhundert. Die Angst vor der Vierten Gewalt gerade bei Personen und Einrichtungen die von einer positiven Meinung der Öffentlichkeit abhängig sind, häufig aus ökonomischen Gründen, resultiert aus ihrem Ruf. Jean-Jacques Rousseau beschrieb die Presse als vierte Säule des Staates, die die Rolle des Volksvertreters in Demokratien innehaben sollte. Doch woher kommt diese Angst vor dem doch eigentlich Guten? Der Journalismus gilt weitläufig als neutral und enthüllend. Er recherchiert und deckt auf, was dem Bürger und Verbraucher oft verborgen bleibt - eventuell auch verborgen bleiben sollte.
Gerade deshalb sind investigative Sendungen und Beiträge in Zeitungen so erfolgreich und ziehen großes Interesse auf sich.
Da Unternehmen, Parteien und Verbände stets darauf bedacht sind, ihre Interessen und ihr Handeln ins rechte Licht zu rücken und es als das non plus ultra zu präsentieren, nehmen sie diese Aufgabe lieber selbst in die Hand. Nicht eigenmächtig zu bestimmen, was das Publikum über sie erfährt, sondern eine unabhängige Zeitung oder Fernsehsendung darüber berichten zu lassen, scheint zu riskant. Angesichts des Berufsethos der Journalisten, eine unabhängige, neutrale und sorgfältig recherchierte Arbeit abzuliefern, scheint diese Angst der Unternehmen berechtigt, denn nicht immer stimmt das, was einem präsentiert wird mit der Wirklichkeit überein. Da eine freie Presse selten Loblieder auf Unternehmen, Politik und Verbände singt, nehmen diese das Heft häufig selbst in die Hand und beauftragen Spezialisten ihre Unternehmensphilosophie ins gewünschte Licht zu
3
rücken- diese Spezialisten entspringen der Riege der Public Relations (im Folgenden auch PR abgekürzt).
Weil jedoch viele Leser einen Artikel für seriöser und glaubwürdiger halten als eine Werbebeilage, versucht die PR ihre Erzeugnisse immer häufiger gezielt als recherchierte Artikel in Zeitungen unter zu bringen. Hierfür bekleidet sie in Zeiten der Medienkrise, die von finanziellen und personellen Engpässen in Redaktionen geprägt ist, die Rolle des perfiden Zulieferers der benötigten Informationen. Das Wissen über die Not im redaktionellen Alltag lässt die geschönten Artikel schneller in Zeitungen gelangen, in denen sie dann für den Leser als normaler Bericht erscheinen. Die Gefahr des Glaubwürdigkeitsverlustes der Zeitungen spielt hier eine mindestens genauso große Rolle wie die fehlende Kontrollfunktion, die schon Rousseau beschrieb.
Kritiker sehen in den gegenwärtigen Tendenzen schon den Untergang des traditionellen investigativen Journalismus mit all seiner Unabhängigkeit. Befürworter der Kopplung von Journalismus und PR sehen darin einen klaren Vorteil für die Leser. Da Journalisten häufig kein Fachwissen in dem von ihnen recherchierten Feld aufweisen, versorgen sie Fachleute aus den jeweiligen Branchen mit sachkundigen Informationen, durch die der Rezipient informativere Artikel erhält. Eine Institution, die ihre Meinung nahezu perfekt organisiert verbreitet und hierfür die gesamte Palette an Werbemitteln nutzt, ist die vom Arbeitgeberlager finanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (im Folgenden auch INSM abgekürzt). Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird auf den redaktionellen Alltag in Deutschland sowie auf die allgemeinen Tendenzen im Bezug auf die Vermischung von PR und Journalismus eingegangen. Vertieft wird die mediale Arbeitsweise der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft betrachtet und analysiert. Es soll aufgezeigt werden, wo die Risiken der Symbiose zweier gegensätzlicher Medien liegen und wie mit dieser
4
umgegangen werden sollte. Durch Die Hauptthesen dieser Abhandlung liefert der Artikel „Getrennte Welten? Journalismus und PR in Deutschland“ des Netzwerk Recherche, einem Interessenverband investigativ arbeitender Journalisten in Deutschland.
2. Journalistischer Alltag
Artikel in Zeitungen und in anderen Medien dienen im Allgemeinen dazu dem Leser die Bildung einer eigenen Meinung über ein Thema zu ermöglichen. Dies geschieht über das Erschließen und Auseinandersetzen von und mit kritischen Texten. „Es ist ein schönes, ein idyllisches Bild - ein Bild, das uns von der pluralistischen Informationsgesellschaft und ihrem wichtigsten Akteur und Wächter, dem Journalisten, berichtet: Eben dieser Journalist sitzt in seiner Redaktionsstube; Verbände, Behörden und Unternehmen senden ihm Informationen zu. Er wählt aus, überprüft, recherchiert, ergänzt. Er ist korrekt, kritisch, unbestechlich.“ 1 So stellt sich der Durchschnittsleser das Zustandekommen des von ihm konsumierten Artikels idealerweise vor. Der Leser erwartet keine versteckte Werbebotschaft einer Institution, die versucht eine bestimmte Meinung zu übermitteln. Doch weshalb verraten viele Journalisten ihr Berufsethos trotzdem und setzen gleichzeitig ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel?
„Bedingt durch die wirtschaftliche Tal-Situation der Medienunternehmen suchen Redaktionen neue Wege aus der Krise. Fehlende Ressourcen bedingen Neustrukturierungen. Fremdvergaben, Zukäufe, Outsourcing: Was Journalisten durch Zeitknappheit nicht mehr erreichen, wird zugeliefert, adaptiert, umgeschrieben
1 Thomas Schnedler, „Getrennte Welten? Journalismus und PR in Deutschland“(2006), Netzwerk Recherche, NR-Werkstatt Nr.4/2006, S. 16
5
Arbeit zitieren:
Christian Bauer, 2009, Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft", München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Vom Ballhaus am Prater zur Hei...
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Ächtung des Sklavenhandels auf dem Wiener Kongress
Ein Sieg der Humanität oder de...
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Hausarbeit, 23 Seiten
Der Gesellschaftsvertrag bei Thomas Hobbes und seine Wirkungen auf die...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 21 Seiten
Rapallo im Spiegel des deutschen Revisionimus - Motive der deutschen A...
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Walther Rathenau und das Attentat vom 24. Juni 1922
Darstellung und Deutung in zwe...
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Seminararbeit, 18 Seiten
Gegenüberstellung der Staatstheorien von Thomas Hobbes und John Locke
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 12 Seiten
Gefährdet Lobbying in Berlin d...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 23 Seiten
Der Absolutismus von Thomas Ho...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zwischen advokatori...
Masterarbeit, 69 Seiten
Das Problem der Integration von Muslimen in Deutschland
Exklusionsmechanismen durch Me...
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Die britische Abolitionsbewegung und der parlamentarische Kampf um die...
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Hausarbeit (Hauptseminar), 34 Seiten
Die neuen Wahlkampfstrategien der SPD
Die Bundestagswahlkämpfe 1998 ...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 26 Seiten
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten: neuer Titel erschienen: Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft"
Christian Bauer hat einen neuen Text hochgeladen
Linksalternative Milieus und Neue Soziale Bewegungen in den 1970er Jah...
Cordia Baumann, Nicolas Büchse, Sebastian Gehrig
Das Unternehmerbild in der Sozialen Marktwirtschaft und die Managerhaf...
Unternehmer-Verantwortung nach...
Die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft
Sozialethische und ordnungsöko...
Nils Goldschmidt, Michael Wohlgemuth
Globalisierung - das Ende der sozialen Marktwirtschaft
Eine ökonomische Einführung
Egmont Hass
60 Jahre Soziale Marktwirtschaft
Illusionen und Reinterpretatio...
Michael S. Aßländer, Peter Ulrich
Soziale Marktwirtschaft: Zukunfts- oder Auslaufmodell?
Ein ökonomischer, soziologisch...
Stephan Wirz, Philipp W. Hildmann
0 Kommentare