1 EINLEITUNG 3
2 INHALTSANGABE 3
3 TEXTSORTENBESTIMMUNG 4
4 INTENTION DES AUTORS 5
5 ANALYSE SPRACHLICHER MITTEL 6
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1 Einleitung
Am 3 Juli 1883 wurde Franz Kafka als erstes Kind jüdischer Eltern, dem reichen Kaufmann Herrmann Kafka und der aus einer wohlhabenden Prager Familie stammenden Julie geb. Löwy, in Prag geboren. Weitere fünf Geschwister folgten. Da Kafkas Eltern von dem väterlichen Galanteriewarengeschäft voll in Anspruch genommen wurden, wuchs er vernachlässigt, ohne männliche Bezugsperson und unter dem Einfluss des ständig wechselnden und ausschließlich weiblichen Dienstpersonals auf. Bis auf wenige Ausnahmen verweilte Kafka fast sein ganzes Leben lang im Hause seiner Eltern. Sein letztes Lebensjahr verbrachte er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Dora Diamant in einer Wohnung in Berlin. Zu seinen engsten Freunden zählte der Schriftsteller und Nachlassverwalter Max Brod. Charakteristisch für Kafkas Werke ist das Groteske, das Nebeneinander von oft tieftraurig-resignierten und gleichzeitig auch ironisch-humorvollen Bildern, die zumeist ein verschlungenes Gewebe sich scheinbar widersprechender Metaphern ergeben. Er wurde als Ausdruck der Entfremdung und Orientierungslosigkeit des Menschen in der modernen Gesellschaft rezitiert. Die Verwirrung der modernen Welt, mit der sich Franz Kafka in seinen Erzählungen befasst, wurde später in dem Begriff des „Kafkaesken“ (absurd wirkende Zustände) weltweit bekannt. Bezeichnend für seine Erzählungen ist die fließende Grenze zwischen Traum und Realität. Der Durchbruch zur Literatur ist Kafka mit seinem Erstlingswerk „Das Urteil“ gelungen. Bereits da entfaltet sich mit einem Schlag das ganze Repertoire vor dem Leser und legt die Gleise seiner Art der Weltdeutung. Verstörender Erzählgang, Vater-Sohn-Problematik, Verurteilung, aber auch Konflikt des Kaufmannssohnes mit sich selbst zwischen ungeliebter Pflicht und dem Wunsch nach Freiheit legen eine psychotherapeutische Deutung nahe. Nach der Diagnose einer Kehlkopftuberkulose verbringt Kafka seine letzten Tage im Sanatorium Kierling bei Wien. Dort stirbt Franz Kafka im Juni 1924. Kafkas Werke gelten seit langem als klassische Texte der europäischen Moderne. Noch heute, im Jahre 2010 macht Kafka von sich reden. In einer kürzlich veröffentlichen Debatte um das Werk „Der Prozess“, erhebt Israel Ansprüche auf den Besitz dieser Aufzeichnungen. Dies zeigt wie tiefgründig und bedeutend Kafkas Werke für die Literaturwelt in Deutschland und Israel sind.
2 Inhaltsangabe
Auf der Galerie ist eine Parabel von Franz Kafka, die 1919 im Rahmen des Bandes „Ein Landarzt“ erschien. Der Text besteht aus zwei Teilen, die den scheinbar gleichen Vorgang umschreiben, jedoch ganz unterschiedlich wiedergeben. Ähnlich wie in Kafkas Erzählungen 3
„Ein Hungerkünstler“, „Erstes Leid“ und „Ein Bericht für eine Akademie“ wird in dem vorliegenden Prosastück die Varieté-und Zirkuswelt am Ende des ersten Weltkrieges als Schauplatz für die Künstlerproblematik gewählt. Die Hauptpersonen sind eine Kunstreiterin, ein Zirkusdirektor und ein Betrachter. Franz Kafka war ein eher pessimistischer Mensch, was sich in den meisten seiner Werke, wie auch diesem, wiederspiegelt. In dem Zirkus, gibt die Kunstreiterin eine Vorstellung. Der neutrale Zuschauer auf der Galerie, sieht gespannt zu und überlegt wie es denn wäre, wenn sich die Beziehung zwischen der Reiterin und dem Zirkusdirektor in dem Sinne verändern würde, dass Realität und wahrgenommenes Bild nicht mehr miteinander übereinstimmen würden. Am Ende seiner Gedanken beginnt der Zuschauer aufgrund der Abscheulichkeit seiner Gedanken zu weinen.
3 Textsortenbestimmung
In der vorliegenden kurzen Erzählung, die zu den ästhetisch-kreativen Texten gehört, wird die Doppelbödigkeit und prinzipielle Unabschließbarkeit des Parabelsinnes zum Ausdruck des Verblendungszusammenhanges einer entfremdeten Gesellschaft gebracht. Durch ihre künstlerische Ausgestaltung und Uneindeutigkeit steht sie im krassen Gegensatz zu den trivialnarrativen Texten, deren abgegriffene bis hin zu Floskeln und Klischee degradierten Sprachbilder das Genre des Trivialen charakterisieren. Wesentlich ist die lehrhafte Tendenz der Parabel. Sie veranschaulicht moralische sowie auch religiöse Wahrheiten. Die Einfachheit und Ausschnittshaftigkeit einer Alltagsszene sind typische Erkennungszeichen, die bei Kafka aber ins Absurde abgleiten. Die scheinbare Genauigkeit der Erzählung trügt: wichtige Unstimmigkeiten werden nicht erklärt oder aufgelöst. Die Begrenzung auf einfache materielle Dinge, sowie die Einfachheit mit der Personen beschrieben werden, sind beispielhaft für die Parabel, wie sie als Gleichnis stellvertretend für eine innere Welt des Dichters stehen. Dabei ist der erste Teil der Geschichte, von Zeile 1 bis 10 im Konjunktiv und somit in einer Zeitform, die das Irreale, kaum Eintreffende darstellt geschrieben und der zweite Teil, von Zeile 11 bis 26 im Gegensatz dazu im Indikativ, dass das reale Geschehen verkörpernd, verfasst. Im Gegenteil zum ersten Teil des Textes, eine einzige Hypotaxe, von dem der Eindruck des Lesers eher negativ, rasant und radikal ist, ist der zweite Teil von Kafka positiv, liebevoll und idyllisch dargestellt. Im Gegensatz zum verwandten Gleichnis enthält die Parabel keine direkte Verknüpfung (so - wie) mit dem zu erörternden Sachverhalt, sondern ist eine vom Gegenstand abgelöste selbständige Erzählung. Die Parabel ist eine lehrhafte Beispielgeschichte, die von einem Vergleichspunkt aus durch eine Analogie auf den gemeinsamen Sachverhalt zu übertragen ist. Die literarische Gattung der Parabel steht in der Tradition des veranschaulichenden Erzählens. Die Suche nach der Wahrheit ist der Anlass
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Arbeit zitieren:
Daniel Volkwein, 2010, Über Franz Kafkas "Auf der Galerie", München, GRIN Verlag GmbH
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"Israel erhebt Anspruch auf den Besitz dieser Aufzeichnungen"
Was für eine relevante Information...Bald dürfen wir kein Wek von Kafka lesen!!
am Monday, December 06, 2010-