E -Book Geschwisterkonstellation
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Allgemeines zur Geschwisterkonstellation 5
Der Erstgeborene 5
Der Zweitgeborene 7
Das Nesthäkchen 9
Das Einzelkind 11
Die ödipale Problematik in der Familienkonstellation 13
Literatur 15
Autor : Michael G Viertel Copyright 2003 2
E-Book Geschwisterkonstellation Einleitung
Haben Sie sich schon öfters gefragt, warum Sie mit ihrer kleinen Schwester besser auskommen als mit Ihrem großen Bruder? Oder warum Sie sich als Jüngste oft nicht ernst genommen fühlen?
All diese Verhaltensweisen, Charakterzüge und Beziehungen zu Brüdern und Schwestern lassen sich durch die Stellung in der Familie, der Geschwisterkonstellation erklären. Je nachdem, ob Sie ein Erstgeborener, ein Zweitgeborener, der Jüngste oder ein Einzelkind sind, haben Sie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die für Ihre Stellung oder Reihenfolge in der Familie typisch sind. Diese Eigenschaften und Verhaltensweisen, die Sie in der frühen Kindheit erlernt haben, setzen Sie auch heute noch als Erwachsener ein. Vielleicht um Ihrer Rolle in der Familie gerecht zu werden oder, um Zuneigung und Beachtung bei anderen zu finden.
Durch die Geschwisterkonstellation erkennen Sie Ihre eigenen persönlichen Charakterzüge, lernen sie zu verstehen, entdecken die Hintergründe und sehen, warum sie so stark in uns verhaftet sind.
Dieses E-Book soll einerseits als eine Art Anleitung zum Erkennen von Geschwisterbeziehungen innerhalb der eigenen und anderen Familien verstanden werden und anderseits einen Anstoß zur Selbsterfahrung geben.
Die hier aufgezeigten Altersabstände sind natürlich keine statischen Jahresangaben, sondern können sich von Fall zu Fall ändern. Möglicherweise hat ein gleichgeschlechtlicher Zweitgeborener mit einem Altersabstand zum Ältesten von mehr als vier Jahren mehr Charakterzüge eines Zweitgeborenen als von einem Einzelkind. Die Übergänge in andere Geschwisterrollen sind eher fließend und nicht statisch auf das genaue Jahr festgelegt.
Der Einfachheit halber sind in diesem E-Book die Prototypen in maskuliner Form gehalten. Sie gelten selbstverständlich auch für weibliche Geschwister, bzw. für Töchter gleichermaßen.
Allgemeines zur Geschwisterkonstellation
Die Geschwisterkonstellation ist eine systemische Phänomenologie. Die Dynamik, die sich dahinter verbirgt, beginnt schon von Geburt an. Neben der wichtigsten Beziehung des Kindes, der ersten Objektbeziehung zur Mutter, gibt es ein weitumfassenderes Beziehungssystem, das die Geschwister mit einbezieht und das Verhalten jedes Kindes mit prägt.
Die Geschwisterkonstellation und dessen Auswirkung auf die Charaktere wird durch 3 Faktoren bestimmt. Das ist das Geschlecht
Autor: Michael G. Viertel Copyright 2003 3
E-Book Geschwisterkonstellation
und die damit verbundene Konkurrenz sowie der Altersabstand zwischen den Geschwistern.
Das Geschlecht und die Konkurrenz
Das Geschlecht in der Geschwisterreihenfolge spielt eine bedeutende Rolle in der Familie und ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung bestimmter Wesensmerkmale.
Dabei ist zu beachten, daß gleichgeschlechtliche Geschwister in dem Anderen immer einen Konkurrenten sehen, der bei den Bezugspersonen bzw. Eltern zu seinen Gunsten buhlt. Die Geschlechterkonkurrenz ist bei einem Altersabstand von nicht mehr als drei bis vier Jahren sehr ausgeprägt. Geschwisterliche Altersabstände über vier Jahre prägen meist Einzelkindcharakteren. Durch die dazwischen liegende Zeitspanne ist die Frage nach dem Geschlecht nicht mehr entscheidend, da der Ältere einen zu großen Entwicklungsabstand hat.
Gegengeschlechtliche Geschwister sehen meist keine Konkurrenz untereinander und sind daher oft Einzelkindcharaktere.
Der Altersabstand
Wie schon erwähnt trägt der Altersabstand besonders in den ersten drei bis vier Lebensjahren zu Buche. In diesen Jahren werden die Charakterzüge des Erstgeborenen, des Zweitgeborenen und des Nesthäkchens geformt. Ungefähr ab dem vierten Jahr entwickeln sich meist Kinder mit Merkmalszügen des Einzelkindes.
Kinder, die nach einem fünf bis sechs Jahren großen Altersabstand geboren werden, sind oft an der Aufrechterhaltung der elterlichen Beziehung oder Ehe beteiligt. Durch die Geburt der Kinder versuchen die Eltern bewußt oder unbewußt die Ehe zusammenzuhalten bzw. zu „kitten“, da sie sonst auseinanderbrechen würde. Auch wenn ein Kind nach fünf bis sechs Jahren nach Beginn der elterlichen Partnerschaft geboren wird, ist die Möglichkeit groß, daß dieses Kind („Ehekittkind“), das einzige ist, was die Partnerschaft zusammenhält.
Das Kind kann daher auch als „Indikator“ für die Beziehung der Eltern angesehen werden.
Treten zum Beispiel Störungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Schulschwierigkeiten beim Kind auf, kann dies aus einer gestörten Eltern - Beziehung bzw. Ehekrise resultieren.
Autor: Michael G. Viertel Copyright 2003 4
E-Book Geschwisterkonstellation
In der Geschwisterkonstellation gibt es vier Prototypen, die alle, die für sie typischen Wesenszüge aufweisen.
1. Der Erstgeborene
2. Der Zweitgeborene 3. Das Nesthäkchen 4. Das Einzelkind
Sie zeigen natürlich neben den spezifischen Verhaltensweisen auch andere Persönlichkeitsmerkmale, die durch weitere systemische Einflüsse in der Kindheit bzw. in den kindlichen Entwicklungsphasen, wie die Psychoanalyse sie beschreibt geprägt werden.
Autor: Michael G. Viertel Copyright 2003 5
Arbeit zitieren:
Diplom-Psychologe Michael G. Viertel, 2003, Geschwisterkonstellation - "Warum streite ich mich immer mit meinem Bruder?", München, GRIN Verlag GmbH
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