1. Bedingungen für den Unterricht. 3
2. Didaktische Überlegungen. 4
3. Ziele des geplanten Unterrichts 7
4. Der Lehr- / Lernprozesss 8
5. Synopse. 11
6. Reihenstruktur 12
7. Quellen 12
8. Anhang 13
8.1 Station 1 13
8.2 Station 2 15
8.3 Station 3 17
8.4 Station 4 19
8.5 Station 5 20
8.6 Proposed Solutions 24
2
Bei der Lerngruppe handelt es sich um 18 Schüler und eine Schülerin 1 einer Oberstufe des Bildungsgangs „Berufsschule IT“, die alle eine Ausbildung als „Systeminte-grator/Systemintegratorin“ machen. Das Fach Englisch wird zur Zeit an zwei Stunden in der Woche unterrichtet. Ich unterrichte die Lerngruppe seit dem 8. August 2007 im Rahmen des bedarfsdeckenden Unterrichts. Die SuS sind durchweg reife Persönlichkeiten und decken ein Altersspektrum von 20 bis 27 ab.
Bei der Lerngruppe, die in der Unterstufe bereits ein halbes Schuljahr Englischunterricht hatte, handelt es sich um SuS, die sich auf dem Kompetenzniveau A2 bis B2 bewegen. 2 Die SuS haben zu Beginn des Schuljahres einen an der Kompetenzstufe B1 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen orientierten Onlinetest 3 durchgeführt und sind dabei auf Ergebnisse zwischen 20% und 76 % gekommen. Wie die tabellarische Übersicht der Ergebnisse zeigt, bewegt sich der Großteil der SuS auf unterem bis mittleren B1 Niveau. Zwei SuS haben mit Ergebnisse unter 30% abgeschlossen und befinden sich daher auf gutem A2 Niveau, ein Schüler befindet sich aufgrund des guten Abschneiden des B1 Tests vermutlich im unteren Bereich des Niveaus B2.
Im Hinblick auf die heutige Stunde werde ich versuchen, der Heterogenität der Lerngruppe durch eine Kombination von Pflicht -und Extrastationen gerecht zu werden.
1 Im folgenden „SuS“
2 Siehe Kompetenzstufen des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen
3 http://sprachtest.cornelsen.de/html/startseite.html
3
Die zu planende Unterrichtsreihe wird formal legitimiert durch die für den Bildungsgang geltenden Richtlinien sowie durch den Lehrplan zur Erprobung in den Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung - Fremdsprachen, die fordern, dass die Lernenden befähigt werden sollen, beruflich relevante Handlungssituationen zu bewältigen. Im Bildungsgang IT Berufschule wird versucht, nach dem Lernfeldkonzept zu unterrichten, wobei fachübergreifendes Arbeiten jedoch nur in Ansätzen praktiziert wird. Für eine systematische Anbindung des Fachs Englisch an einzelne Lernfelder sind die Vorraussetzungen leider ungünstig, da 1) fachliches Englisch als eigenes Lernfeld (Lernfeld 5) konzipiert ist und 2) der Englischunterricht keinen festen Platz im dreijährigen Curriculum hat, sondern je nach Verfügbarkeit eines Englischlehrers mal im ersten, mal im dritten und mal im zweiten Ausbildungsjahr unterrichtet wird. Ich habe mich daher nach Absprache mit Lehrern des berufsbezogenen Lernbereichs entschieden, den Schwerpunkt in den ersten Monaten diesen Halbjahres auf die Förderung allgemeiner kommunikativer Kompetenzen in der Fremdsprache zu legen. Hier ergeben sich für die Zukunft Möglichkeiten der Anbindung des Fachs an die aus den anderen Lernfeldern entwickelten Lernsituationen.
Pädagogisch intentional legitimiert sich die Reihe aus der beruflichen Situation der SuS. Die Informationstechnologie als Arbeitsfeld ist stärker als andere Bereiche in einen internationalen Kontext eingebettet und daher ergibt sich für die SuS häufig die Notwendigkeit, in Englisch zu kommunizieren. Ungefähr 70% der SuS der IT 105 haben auf Anfrage bestätigt, in ihrem beruflichen Alltag häufig englischsprachige Mails zu empfangen und zu versenden.
Um diese in diesen Situation angemessen handeln zu können, müssen die SuS in der Lage sein,
das für den jeweiligen Emailkontakt angemessene Sprachregister auszuwählen,
unter Berücksichtigung der im englischsprachigen Ausland (insbeson-
Anfragen angemessen formulieren zu können
sich bei Anfragen bezüglich der Einhaltung bzw. Nichteinhaltung von
in Umgangssprache verfasste Emails unter Verwendung einschlägiger Online-Lexika ins Deutsch übertragen zu können
Um relevante Situationen zukünftig qualifiziert meistern zu können, haben die SuS in der Reihe an ihren Fähigkeiten zur Produktion, Rezeption und Mediation 4 englischsprachiger Emails gearbeitet. Dabei wurden die SuS zunehmend an ein selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten herangeführt. In den letzten Stunden haben sich die SuS in Gruppenarbeit mit verschiedenen beruflichen Handlungssituationen aus dem Bereich elektronische Kommunikation beschäftigt und sich im Anschluss daran gegenseitig die für die Aspekte „enquiring“, „talking about deadlines and requesting action“, „colloquial language“, „being diplomatic“ sowie „formal vs. informal language“ nötigen sprachlichen Mittel vorgestellt.
Die heutige Doppelstunde dient der Übung und der Festigung des bisher Erlernten in Form eines Stationenlernens. „Lernen an Stationen“ bietet für die Schüler außerdem eine Möglichkeit, in einem gut strukturierten Rahmen erste Erfahrungen in der Selbststeuerung eigener Lernprozesse zu machen (Jürgens, 2003 54).
Die SuS müssen mindestens drei von sechs Stationen bearbeiten. Sie werden zu Beginn der Doppelstunde darauf hingewiesen, dass sie die Materialien der letzten Stunden sowie die von ihnen erstellten Plakate als Hilfestellung bei der Bearbeitung der Stationen nutzen dürfen, da sie an den Pflichtstationen außer den Situationsschilderungen und den Arbeitsaufträgen keine weiteren Informationen erhalten. In der anschließenden Korrekturphase erhalten die SuS didaktisch aufgearbeitete Lö-sungsvorschläge, mit deren Hilfe sie ihre eigenen Lösungen selbstständig korrigieren. Die SuS können die Stationen ohne Zeitvorgaben entsprechend ihres persönli-
4 Ministeriumfür Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Lehrplan zur Erprobung
in den Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung Fremdsprachen. 41063/2004.
5
chen Lerntempos bearbeiten. Die schnellen SuS haben die Möglichkeit, die zusätzlich angebotenen Wahlstationen zu bearbeiten.
An Station 1 erhalten die SuS die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zum Verfassen einer höflichen Anfrage zu festigen. Die SuS erhalten eine Situationsbeschreibung mit dem Auftrag, sich bei einem amerikanischen Lieferanten über Preis, Liefer- und Zahlungsbedingungen sowie eventuelle Mengenrabatte bei der Bestellung von 300 m eines CAT 6 Netzwerkkabels zu erkundigen. Sie müssen den Namen der Kontaktperson, die Bestellnummer sowie die genaue Bezeichnung des Kabels aus dem vorgegebenen Auszug aus der Teileliste des Lieferanten herausfinden. Die SuS müssen außerdem erkennen, dass es sich hier um einen „first time contact“ handelt, der eines angemessen Registers bedarf. Der Schwerpunkt an Station 1 liegt auf dem Bereich Produktion.
An Station 2 wird der Umgang mit dem Thema „requesting action“ geübt. Hierzu werden die SuS in die Rolle der Annika Jonston versetzt, die sich per Email bei einem Kolllegen über den Stand der Dinge in der Firma erkundigt. Die SuS erhalten hier keinen präzisen Schreibauftrag, sondern lesen statt dessen die Antwort des Kollegen auf die nun von ihnen zu rekonstruierende Mail Annikas. Die SuS müssen die Martins Mail lesen und verstehen (Rezeption), um dann den Perspektivwechsel zu vollziehen und Annikas Ausgangsmail zu verfassen (Produktion). Die SuS müssen das Register erkennen und übernehmen, eine entsprechende Begrüßung sowie Verabschiedung wählen, Verwendung der Zeitformen reflektieren und angemessene Fragen formulieren.
Station 3 erfordert Fähigkeiten des Kompetenzbereichs Mediation. Die SuS werden mit einer Situation konfrontiert, die insofern berufliche Relevanz hat, als dass sie den persönlichen und informellen Umgang mit englischsprachigen Kollegen thematisiert. Die Situation erfordert es, dass die SuS einen umgangssprachlichen Text mit Hilfe von Onlinewörterbüchern ins Deutsche übertragen. Einige der in der Email verwendeten idiomatischen Ausdrücke sind den SuS aus den letzten Stunden bekannt, einige Idiome jedoch so ausgewählt, dass die Verwendung eines „slang dictionary’s“ unerlässlich ist. Die SuS sollen an dieser Station ihr Bewusstsein für die Notwendig-
6
keit des Konsultierens von Übersetzungshilfen schärfen und für den Umgang mit Onlinewörterbüchern sensibilisiert werden.
An Station 4 konzentrieren sich die SuS auf den Kompetenzbereich Rezeption. Für den Bereich der Kommunikation per Email scheint der auditive Kanal zwar zunächst zweitrangig, es ergibt sich im beruflichen Handeln jedoch häufig, dass Emailadressen per fernmündlicher Kommunikation übermittelt werden. Die SuS erhalten daher hier die Möglichkeit, eine Hörverständnisübung zum Thema „Verstehen von Emailadressen“ zu absolvieren.
Station 5 soll die SuS dazu anregen, das Problem der Zeitzonen und die Sommerzeitregelungen als potentielle Ursache für Kommunikationsstörung zu erkennen. Die SuS müssen klären, warum der amerikanische Lieferant Mails der deutschen Firma erst mit einem Tag Verspätung beantwortet. Die SuS müssen dabei logischmathematisch denken und die verschiedenen Sommerzeitregeln in ihre Überlegungen einbeziehen. Die Station ist, wie auch Station 4, als Wahlstation konzipiert und soll durch ihren nicht rein sprachlichen Anspruch für Abwechslung sorgen. Angesprochen wird hier der Kompetenzbereich Rezeption.
Um einen störungsfreien Ablauf des Stationenlernens zu gewährleisten und um die Onlinewörterbücher verwenden zu können, wird der Unterricht in zwei Räumen stattfinden.
Kompetenzerweiterung:
Fachkompetenz:
Die SuS sind zunehmend fähig und bereit, sich in der Zielsprache angemessen und sprachlich korrekt zu äußern. Sozialkompetenz
Die SuS sind zunehmend fähig und bereit, fremdsprachliche Kommunikation mit Rücksicht auf landestypische, kulturspezifische Hintergründe zu gestalten
7
Humankompetenz
Die SuS sind zunehmend fähig und bereit, Verantwortung für ihren persönlichen Lernfortschritt zu übernehmen sowie ihr eigenes Lernen zu reflektieren und zu steuern.
Stundenziele:
Die SuS verfassen eine in angemessenem Register formulierte Email, in der sie um Informationen bezüglich einer geplanten Bestellung bitten. Indikator: Die SuS haben eine höfliche und formelle Email geschrieben, dabei die Bestellnummer, den Empfänger und eine entsprechende Betreffzeile formuliert.
Die SuS können eine Email verfassen, in der in informeller aber höflicher Sprache Fragen bezüglich der Einhaltung von Fristen, Anfragen und Bitte formuliert werden
Indikator: Die SuS haben sich in die Rolle der Annika Jonston versetzt und ihre Mail an Martin Clover rekonstruiert. Dabei haben Sie mit Hilfe der Materialien aus den letzten Stunden die Verwendung der richtigen Zeitform reflektiert und angewandt.
Die SuS sind in der Lage, eine in der Zielsprache verfasste Email unter Verwendung von Onlinewörterbüchern ins Deutsche zu übertragen. Indikator: Die SuS haben die Mail ihres fiktiven Arbeitskollegen angemessen übersetzt.
Zu Beginn der Stunden werde ich die SuS mit dem Konzept des Stationenlernens vertraut machen und sie darauf hinweisen, dass es sich dabei um eine Form des ei-genverantwortlichen und selbstständigem Lernens handelt. Um die Selbstständigkeit der SuS beim Bearbeiten der einzelnen Stationen zu fördern, habe ich einige didaktische Entscheidungen getroffen:
8
Arbeit zitieren:
Johannes Klaas, 2007, "Writing and Understanding E-Mails" als Thema einer Unterrichtsreihe in der Berufsschule, Fachrichtung IT , München, GRIN Verlag GmbH
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