Inhaltsverzeichnis:
S e i t e
1. Einleitung 3
2. Begriffsdefinition
2.1. N e u e M e d i e n
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2.2. G e w a l t
5
3. Gewalt als alltägliches Medienerlebnis 5
3.1. F e r n s e h e n
7
3.2. I n t e r n e t
9
4. Theorien 12
4.1. Stimulationstheorie
12
4.2. Inhibitions- und Katharsistheorie
12
4 3 L e r n t h e o r i e n
12
5. Auswirkungen von Gewalt 13
6. Rechtliche Grundlagen: Jugendmedienschutz 16
7. Präventionsmaßnahmen 18
8. F a z i t 2 1
9. Literaturangaben 23
2
1. Einleitung
Das Thema „Gewaltdarstellungen in den neuen Medien“ ist in der empirischen Medienforschung eines der umfangreichsten und meist diskutierten Themen. Medien spielen im alltäglichen Leben unserer Gesellschaft eine bedeutende Rolle und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gewalt in den Medien ist längst ein Teil unseres alltäglichen Lebens und unserer Medieneindrücke geworden. Das Thema Gewalt bildet also einen wichtigen Bereich in unserer Gesellschaft, auch und gerade dann, wenn sich Gewaltdelikte von Jugendlichen nach einer offensichtlichen Vorlage aus den Medien ereignen. Daher kommt die Frage auf, inwieweit mediale Gewaltinhalte die Betrachter beeinflussen und ihr Denken und Handeln verändern. Heutzutage wachsen Kinder und Jugendliche in einer von zahlreichen und vielfältigen Medien geprägten Umwelt auf, mit der sie sich auseinandersetzen müssen. Immer mehr Nachrichten, Wissen, Inhalte und Erfahrungen werden über die Medien vermittelt. So spielen die Einflüsse der Medien auf unseren Alltag und unsere Meinungen eine gravierende Rolle. Sie sind nicht nur allgegenwärtig, sondern sie intensivieren sich immer weiter durch die stetige Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien. Medien wie das Fernsehen und Internet üben auf Kinder und Jugendliche eine große Faszination aus. 1 Kinder und Jugendliche sind sehr experimentierfreudig und zeigen schon früh Erfahrungen mit diesen Medien. Für viele Heranwachsende ist es inzwischen schon selbstverständlich, Zugang zu einem Fernseher und/oder Computer mit Internetanschluss zu haben. Je einfacher ein Fernseher oder das Internet für Kinder und Jugendliche zugänglich sind, desto eher gewöhnen sich Kinder daran, dass die Inhalte und Fernsehprogramme jederzeit verfügbar sind. Dazu zählen auch Sendungen und Inhalte, die eigentlich nicht für ihr Alter geeignet sind.
In meiner studienabschließenden Hausarbeit möchte ich mögliche Auswirkungen von medialen Gewaltdarstellungen auf Heranwachsende erarbeiten. Vor allem Kinder haben noch kein festes Moralverständnis und sind wie Jugendliche häufig leicht zu beeinflussen. Da es sich um ein sehr umfangreiches Thema handelt, lege ich meinen Schwerpunkt auf die neuen Medien Fernsehen und Internet. Dabei konzentriere ich mich auf folgende Fragestellungen:
1. Wie nehmen Kinder und Jugendliche Gewaltdarstellungen wahr?
2. Welche Auswirkungen haben die neuen Medien auf Kinder und Jugendliche?
Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil die neuen Medien und die daraus folgende notwendigerweise stärkere Medienerziehung eine immer größere Rolle in der heutigen
1 Vgl. Meister, Dorothee M., 2008, S. 209.
3
Gesellschaft spielen. Die interessante Problematik besteht darin, dass die Medien Fernsehen und Internet nicht mehr aus dem Lebensalltag wegzudenken sind. Welche Folgen dies hat und wieso Medienerziehung heute sehr wichtig ist, wird in dieser Hausarbeit aufgezeigt. Zunächst soll dargelegt werden, was genau unter den Begriffen Neue Medien und Gewalt zu verstehen ist, weil dies zu einem besseren Verständnis dieser Arbeit beiträgt. Im dritten Teil möchte ich auf Gewaltdarstellungen im Fernsehen und Internet eingehen. Der häufige Medienkonsum wird immer wieder in Zusammenhang mit gewalttätigem und aggressivem Verhalten gebracht. Daher halte ich es im nächsten Schritt für sinnvoll, verschiedene Theorien zum Thema Gewalt aufzuzeigen: Dazu zählen die Stimulationstheorie, die Inhibitionstheorie, die Kathar-sistheorie und die Lerntheorien. Anschließend erläutere ich im fünften Kapitel die Auswirkungen von medialen Gewaltinhalten. Im darauf folgenden Abschnitt zeige ich rechtliche Aspekte des Jugendmedienschutzes auf. In diesem Zusammenhang gehe ich auf verschiedene Organisationen, das Jugendschutzgesetz und den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ein. Anschließend erläutere ich vielfältige Präventionsmöglichkeiten im Umgang mit den medialen Gewaltdarstellungen für Eltern und Erzieher. Im Fazit folgen eine kurze Zusammenfassung und die Darstellung der wichtigsten Ergebnisse.
2. Begriffsdefinition 2.1. Neue Medien
Das Wort Medien ist die Pluralform des Wortes ,,Medium“ und stammt aus dem Lateinischen. Schlägt man dieses Wort im Wörterbuch nach, findet man die Übersetzung „Mittelpunkt, Öffentlichkeit, tägliches Leben, Publikum, menschliche Gesellschaft.“ 2 Medien vermitteln und übertragen Informationen in die Öffentlichkeit und somit in unser alltägliches Leben. Zu den Medien zählen nicht nur das Fernsehen und Internet, sondern auch das klassische Hörspiel, Radio, Bücher, Zeitungen, Magazine und ähnliche Formate. Medien dienen als Bindeglieder zwischen einem Sender und Empfänger. Sie gewährleisten einen regelrechten Austausch, um Nachrichten, Informationen und Mitteilungen über verschiedene Kanäle zu publizieren, zu vermitteln, zu speichern oder zu transportieren. Neue Medien werden als „Sammelbegriff für computergestützte Kommunikationsmittel und digitale elektronische Medien (z. B. digitales Fernsehen, CD, CD-ROM, DVD), interaktive und multimediale Kommunikationsformen (z. B. Pay-TV, Video-on-Demand, Videokonferenz), das Internet und darüber zu nutzende Dienste (z. B. Informationsabfragen, Downloads, E-Mail, Chats, Onlineshopping, Datenbankdienste) sowie Mobilfunkanwendungen (z. B. SMS, WAP) und durch die UMTS-Technik ermöglichte
2 Pertsch, Erich und Ernst Erwin Lange-Kowal, 1999, S. 244.
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Kommunikationsformen (z. B. MMS, Bildtelefonie)“ 3 genutzt. Dabei werden Medien in audiovisuelle, elektronische und Druckmedien unterteilt. Zu den audiovisuellen Medien gehören diejenigen Medien, die über Schallwellen und Bilder übertragen werden wie z.B. das Fernsehen, Telefon und Radio sowie Tonträger wie CDs oder Kassetten und Bildträger wie DVDs und Videokassetten. Zu den Druckmedien gehören Medien, die als Träger für das gedruckte Wort oder Bild gebraucht werden (z. B. Zeitungen und Bücher). Die Medien, die schnell viele Menschen erreichen können und auf elektronischem Wege Informationen erstellen, übertragen und empfangen können, werden als elektronische Medien bezeichnet. Hierzu zählt das Internet, mit der Möglichkeit E-Mails, Foren oder Chats zu nutzen. „Neue Medien führen in den allermeisten Fällen nicht zu einem Verschwinden der alten Medien, sondern dazu, dass den alten Medien neue Funktionen zugeschrieben werden.“ 4
2.2. Gewalt
Gewalt wird als Mittel eingesetzt, um einem anderen Menschen seinen eigenen Willen aufzuzwingen und eigene Ziele durchzusetzen. Der Begriff Gewalt zeigt also die Anwendung von physischem und psychischem Zwang gegenüber anderen Menschen, um Macht und Einfluss auszuüben. 5 Bei der psychischen Gewalt kann es sich um Beleidigungen, Beschimpfungen, Mobbing oder Erpressungen handeln, um einen Menschen zu bedrohen, Angst einzujagen oder zu beeinflussen. Im Gegensatz dazu wird bei der physischen Gewalt körperliche Gewalt angewendet, indem beispielsweise Sachen zerstört oder beschädigt oder sogar anderen Menschen Schäden und Leid beispielsweise durch Schläge zugefügt werden. Jeder Mensch, der physische oder psychische Gewalt anwendet, macht sich nach dem Strafgesetzbuch strafbar. Der mediale Gewaltbegriff wird häufig mit körperlich dargestellter Gewalt in Zusammenhang gebracht. Mediale Gewaltinhalte zeigen fiktive Gewaltdarstellungen. Es kommt zu einem verzerrten Bild der Welt. Bei den Gewaltinhalten kann es sich um körperliche Schlägereien, Krieg, aggressives Verhalten, pornografische oder rassistische Inhalte handeln, die die Würde des Menschen verletzen. 6
3. Gewalt als alltägliches Medienerlebnis
Im letzten Kapitel wurden die Begriffe Gewalt und Neue Medien definiert. In diesem Kapitel soll nun gezeigt werden, wie weit der Medienkonsum - und daraus resultierend auch mediale Gewaltdarstellungen - in den Medienalltag von Kindern und Jugendlichen eingedrungen sind.
3 Meyers Lexikon online (2008), Neue Medien (Sachartikel).
4 Süss, Daniel, 2004, S. 57.
5 Vgl. Pham, Thoai van, 2000, S. 126-127.
6 Vgl. Pham, Thoai van, 2000, S. 126-127.
5
Bereits im Kleinkindalter erfahren wir Gewalt, beispielsweise wenn Kinder das gleiche Spielzeug haben wollen, sich deswegen streiten und den anderen schlagen. Zudem hört man immer wieder in den Medien von Mobbing in der Schule, im Beruf und sogar schwerwiegenden Auseinandersetzungen in der Familie. Aus den Nachrichten erfahren wir über Kriege, gewalttätige Auseinandersetzungen und sogar sexuellen Missbrauch. So scheint es doch, als würde Gewalt irgendwie zum Leben gehören und für uns keine große Besonderheit mehr sein. Nicht nur im Fernsehen, beispielsweise in den Nachrichten, sondern inzwischen auch auf zahlreichen Seiten im Internet erfahren wir fast täglich von Verbrechen und Schlägereien, die von Jugendlichen oder gar Kindern ausgeübt wurden, wenn es nicht die Bilder im Fernsehen, auf Filmen, DVDs, im Internet oder auf Computerspielen geben würde, die ähnliche Gewalt inszenieren, um uns zu unterhalten.
Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen in einem Haushalt auf, in dem ein Fernseher vorhanden und für jeden zugänglich ist. Die Ausstattung eines Haushaltes mit elektronischen Medien hat in den letzten Jahrzehnten rasant zugenommen. 7 Zudem kommt es nicht selten vor, dass zusätzlich ein Computer mit Internetanschluss im Haushalt genutzt werden kann. So haben auch viele Haushalte ein Fernsehgerät als Zweit- oder Drittgerät und viele Heranwachsende ihren eigenen Fernseher und/oder Computer mit Internet in ihren eigenen vier Wänden. Die Zugang zu einem Computer mit Internet und einem Fernseher wird immer einfacher. Jedoch ist der Internetzugang noch nicht in allen Regionen so sehr verbreitet wie der Fernsehanschluss. 1993 können bereits bis zu 75% der 6-8-Jährigen und über 90% der 9-10-Jährigen über die Medien selbständig verfügen. 8 Zudem steigt die Prozentzahl mit zunehmendem Alter an. Heutzutage ist es kaum mehr möglich, in einem Haushalt aufzuwachsen, der frei von Medien ist. In diesem Zusammenhang wird häufig von einer Mediatisierung kindlicher Lebenswelten gesprochen. Hieraus können gravierende Folgen entstehen, weil die Medien nicht nur die Gestaltung der Freizeit verändern, sondern die Medienwirklichkeit auch die soziale Wirklichkeit beeinflussen kann. Hierdurch kann der Bezug zu natürlichen Lebensrhythmen verloren gehen. Viele Heranwachsende verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit vor elektronischen Medien. Sie unterhalten, sind ein Spaßfaktor und dienen dem Zeitvertreib, zum Entspannen und dazu, Anregungen zu sammeln. Zudem spielt sicherlich der Besitz von Medien in der heutigen Zeit eine bedeutende Rolle, um von Gleichaltrigen anerkannt zu werden und mit ihnen in Kontakt zu bleiben (z. B. die Möglichkeit des Chattens im Internet). 9 Medien bieten ein breites Angebot an Informationen und Themen, die unsere Neugier, vor allem aber
7 Vgl. Glogauer, Werner, 1993, S. 5, 9-11.
8 Vgl. Glogauer, Werner, 1993, S. 9.
9 Vgl. Glogauer, Werner, 1993, S. 9.
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Arbeit zitieren:
Katharina Hilberg, 2010, Gewaltdarstellungen in den Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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