Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Humor in der Konversationsanalyse 4
2.1 Methoden der Konversationsanalyse 4
2.2 Analyse von Scherzkommunikation in der Konversationsanalyse 5
3. Nichtstandardisierter Humor 7
3.1 Mittel nichtstandardisierten Humors 8
4. Transkript und Fallbeispiele 9
4.1 Rahmen der Aufnahme 9
4.2 Transkript 10
4.3 Organisation des Gesprächs 11
4.4 Verwendung von stilistischen Mitteln 12
4.4.1 Prosodische Mittel 13
4.4.2 Abnahme von Wahrheitswerten 13
4.4.3 Veränderungen im Höflichkeitsstandard 14
4.4.4 Dramatisierungen 14
4.4.5 Anspielungen 15
4.4.6 Weitere Mittel 15
4.5 Deutung des Ausschnitts 16
5. Abschließendes 16
Referenzen 18
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1. Einleitung
Auf vielerlei Art ist Humor teil des Alltages: Magazine beinhalten Witzseiten, Karikaturen oder Comics. Späße werden mündlich in Fernsehshows präsentiert, ebenso verbreiten sich feststehende Witze durch Erzählen. Humor ist allgegenwärtig. Heiterkeit und Lachen dienen immer auch der Entspannung und Unterhaltung. Außerdem spielen ebenso soziale Motive häufig eine große Rolle. Es wird zusammen gelacht über Dinge, die die Beteiligten witzig finden. Zusammengehörigkeit wird gestärkt, es kann über Dinge und Einstellungen zu Themen gesprochen werden, die in nüchtern-sachlicher Kommunikation schwieriger anzusprechen sind. Manchmal kommen Scherze eben auch nicht so an, wie sie gedacht waren oder werden nicht verstanden und können dann soziale Differenzen verursachen. Besonders kann dies der Fall sein bei interaktional spontan gebildetem (konversationellem) Humor. Hier werden, im Gegensatz zu feststehenden (standardisierten) Witzen, „aus dem Stehgreif“ Scherze kreativ gebildet, um beispielsweise Erzählungen unterhaltsam zu gestalten. Zusätzlich werden bei solchen nichtstandardisierten Witzen häufig ebenso eigene Ansichten, Einstellungen zu Menschen oder Dingen oder Weltwissen unterschwellig mittransportiert. Es soll das Ziel dieser Arbeit sein, darzustellen, auf welche Art und mit welchen Mitteln Scherzhaftes in spontanem konversationellem Humor umgesetzt werden kann. Der vorliegende Fall beschäftigt sich allerdings nicht mit reinen Anekdoten, die ja in der Regel eine Erzählung mit ausleitender Pointe darstellen, sondern vielmehr mit in Teilerzählungen eingeflochtene Späße, auf die nicht konversationell hingearbeitet wird, sondern die spontan und kreativ eingeschoben werden.
Um auf dieses Ziel hinzuarbeiten, wird zunächst ein Überblick über generelle Methoden in der Konversationsanalyse gegeben, und dies im Anschluss mit der Analyse von Scherzkommunikation in der Konversationsanalyse verknüpft, bevor näher auf nichtstandardisierten Humor und dort angewendete Mittel eingegangen werden soll. Das vierte Kapitel wird dann ein konkretes Fallbeispiel mit Hilfe einer Aufnahme und Transkript behandeln, um Vorhergegangenes beispielhaft zu veranschaulichen. Die Aufnahme aus alltagssituativem Kontext ist von humoristischen Erscheinungen durchzogen, die durch Analyse von verwendeten Stilmitteln aufgedeckt werden.
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2. Humor in der Konversationsanalyse
Dieser Abschnitt soll auf den Hauptteil der Arbeit hinleiten, der in der Beschreibung von nichtstandardisiertem Humor und der Darstellung eines Fallbeispiels liegt. Es ist nötig, vorab knapp auf die Methoden der ethnomethodologischen Konversationsanalyse einzugehen und im Speziellen die Herangehensweise für eine Analyse von Scherzkommunikation darzulegen, um fortfahren zu können.
2.1 Methoden der Konversationsanalyse
Generell kann man sagen, dass die Konversationsanalyse zu einem hohen Grad konstruktivistisch und interaktionell geprägt ist. Den Untersuchungsgegenstand stellen praktisch lediglich gesprochene Dialoge dar. Hierbei ist die formale Konstruktion von Redebestandteilen zwischen den Aktanten besonders wichtig und bietet ein Hauptfeld an Untersuchungen. Die Konversationsanalyse arbeitet also datenzentriert, das heißt, Aufnahmen und Transkriptionen sind das zentrale Fundament, auf das theoretische Aussagen gründen. Durch ein Anfertigen von Tondaten und Transkriptionen können Phänomene visuell und akustisch beschreibbar gemacht werden. Dadurch, dass die Analyse prozessorientiert betrieben wird, werden Sequenzbildungen untersuchbar, ebenso wie Wechselwirkungen zwischen Äußerungen. Diese Form der Konversationsanalyse wird zumeist um den Zusatz „ethnomethodologisch“ erweitert. Ethnomethodologisch darum, weil die Erforschung und Erkundung von vermeintlich Bekanntem im Vordergrund steht, wobei die Daten eben genau dieselben sind, die auch den Personen, die in natürlichem Umfeld agieren, zu einer Deutung zur Verfügung stehen. Die Auffälligkeiten, über deren Bedeutung sich die Aktanten in natürlicher Umgebung unterbewusst klar sind, werden in der ethnomethodologischen Konversationsanalyse untersucht und ausgemacht. Dadurch können die Auffälligkeiten beschrieben werden, Rückschlüsse gezogen werden und schließlich auf die Kommunikation generell angewandt werden. Begründet wird anhand von (Handlungs-)Reaktionen der Interaktanten selbst.
Handeln und das Wissen über das Handeln wird als von einander abhängig gesehen. Wichtig ist, wie über Typisierungen, die zu geteilten Wissensbeständen gehören, Handlungen
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vollzogen und vorweggenommen werden können, daher wird in der Konversationsanalyse mit Gesprächsdaten gearbeitet, denn Sprache ist nun mal das ideale System von Typisierungen (Kotthoff 1998:97). Wie eben dargelegt, sind die Erscheinungsformen während der Interaktion zwischen Gesprächspartnern besonders kennzeichnend für die
Konversationsanalyse. Auch Spaßsequenzen in der Kommunikation sind interaktionell angelegt und werden in Kontexte eingebunden, basieren auf gegenseitige Verständigung und Ratifizierungen etc. Aus diesem Grund wird im nächsten Abschnitt näher darauf eingegangen, wie Scherzkommunikation mit welchen Methoden in der Kommunikationsanalyse angegangen werden kann.
2.2 Analyse von Scherzkommunikation in der Konversationsanalyse
Nach Kotthoff (1998:93) sind in der Konversationsanalyse von Scherz und Komik induktive und abduktive Methoden angebrachter als deduktive. Denn bei einer deduktiven Herangehensweise sind die Prämissen gegeben, während eine Konklusion gesucht wird. Das heißt, dass bei einem zu erforschenden Gegenstand offensichtlich erkennbar ist, was zu Grunde liegt. Darauf wird dann die Konklusion begründet, also Schlüsse anhand des Gegebenen gezogen. Anders bei Scherzkommunikation: Hier ist eher die Konklusion gegeben, das Resultat, die Folge. Es geht nun darum, zu ergründen, was zu dem Resultat geführt hat, also werden die Prämissen gesucht. Auch ist Humor schlicht zu vielfältig, um mit deduktiven Methoden zum Ziel gelangen zu können.
Bei induktiven und abduktiven Methoden wird nicht davon ausgegangen, dass der zu erkundende Phänomenbereich bereits ausreichend erfasst ist. Nach Peirce ist die Abduktion ein Gesamtprozess der Bildung einer erklärenden Hypothese und weiter das „einzige logische
Verfahren, das irgendeine neue Idee einführt“ 1 Durch die Abduktion lassen sich nicht nur theoretische Aussagen finden, so wie dies der Fall bei der Induktion alleine ist, sondern auch neue theoretische Aussagen erfinden. Dies bietet eine Möglichkeit von kreativem Schließen, jenseits von Laborbedingungen in wechselnden Kontexten (Reichertz 1993 in Kotthoff 1998:94). Durch eine Abduktion lassen sich also Hypothesen aufstellen, die erst anschließend deduktives Prüfen zulassen.
1 http://seidel.jaiden.de/peirce_eco.php
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Arbeit zitieren:
B.A. David Spitzl, 2009, Mittel zur Erzeugung von nichtstandardisiertem Humor, München, GRIN Verlag GmbH
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