Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Angewandte Linguistik und ihre Leistungen für den FSU 4
2.1 Angewandte Linguistik 4
2.2 Fremdsprachenunterrichtsrelevante Teilgebiete 6
2.2.1 Kontrastive Linguistik 6
2.2.2 Psycholinguistik 7
2.2.3 (Fremd-)Sprachermittlung und Spracherwerbstheorien 7
Die Kontrastivhypothese
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Identit ätshypothese
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Die Interlanguage-Hypothese
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3. Fehleranalyse und Zugang zu fremdsprachigen Fehlern 12
3.1 Fehleranalyse über Fremdspracherwerbstheorien 12
3.2 Angewandte Fehleranalyse 14
4. Fazit 17
Bibliographie 19
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1. Einleitung
Fremdsprachenkenntnisse werden schon seit langer Zeit gesellschaftlich gefordert und auch gefördert. In internationalem Sinne der Globalisierung gewinnt Fremdsprachenkompetenz nach wie vor an stetig wachsendem Wert. Das Erlernen von Fremdsprachen untersteht einem ständigen Optimierungswillen und ist daher auch dauerhafter wissenschaftlicher Auseinandersetzung untergeordnet. Wie Sprache und Fremdsprachen erlernt werden und welche Schlüsse sich daraus für den Lerner und das Lernen selbst ergeben sind gewiss zentrale Fragen hierbei. Die Sprachwissenschaft ist in diesem Zusammenhang sicherlich die treibende Kraft, hat sie doch eine Reihe von Werkzeugen zur Analyse und Beschreibung von Sprachen in all ihren Facetten geleistet; in weiten Teilen ebenso interdisziplinär in der Verbindung mit anderen Wissenschaftsfeldern. Die Ergebnisse der Fremdspracherwerbsforschung boten lange Zeit Nährboden für kritische
Auseinandersetzungen, was dazu beitrug, dass Konzepte verschiedenster Art hervorgebracht wurden. Der eben angesprochene Optimierungswille ist es auch, was dem Fehler in der Fremdsprachenlinguistik einen besonderen Stellenwert zu Teil werden lässt. Die Fehlerbeschreibung und -analyse kann in gewissem Sinne bereits auf eine lang währende Tradition zurückblicken, die bereits vor der Entwicklung der Kontrastiven Linguistik ihren Platz fand. Jedoch war der Zugang zunächst geprägt von relativ anekdotischem Material und Auflistungen von häufig auftretenden Fehlern (Harden 2006:73 nennt als Beispiele hierzu French 1949 oder Lee 1957).
Um dem Lerner das Erlernen einer Fremdsprache zu vereinfachen und ihn möglichst schnell an das Ziel einer gesteigerten Fremdsprachenkompetenz zu bringen, muss verstanden werden, welche Ursachen Fehler hervorbringen und auf welche Art sie gelöst werden können. Dazu muss eben der zu Grunde liegende Fremdspracherwerb so eindeutig wie möglich beschreibbar sein.
Diese Arbeit wird über das Fundament der Allgemeinen Linguistik auf die wichtigsten linguistischen Disziplinen eingehen, die an einer Beschreibung für den Erwerb von Fremdsprachen beteiligt sind. Zusätzlich wird auf die am weitesten verbreiteten Fremdspracherwerbstheorien eingegangen und ihre Unterschiedlichkeiten, aber auch vorhandene Überschneidungen werden dargestellt. Dies ist insofern nötig, da an Hand der Theorien der Bereich der Fehleranalyse behandelt wird. So haben die unterschiedlichen Fremdspracherwerbstheorien Einfluss auf den Umgang mit Fehlern (oder
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Normabweichungen) in der Fehlerlinguistik. Durch ein Zusammenwirken der Theorien und ihrer Besonderheiten kann der Fehler bei Fremdsprachenlernern differenziert beschrieben werden und so zu einer umfassenden Beschreibung gelangt werden. Darauf aufbauend wird es möglich sein, die Vorgehensweisen vorzustellen, die bei einer fremdsprachenlinguistischen Fehleranalyse in Betracht gezogen werden müssen.
2. Angewandte Linguistik und ihre Leistungen für den FSU
Möchte man sich mit Ursachen und Analyseweisen sprachlicher Fehler von Fremdsprachenlernern auseinandersetzen, ist es sinnvoll, zunächst einen Überblick zu gewähren, auf welchem linguistischen Fundament dies geschehen soll. Dazu wird zunächst der Bereich der Angewandten Linguistik behandelt, ehe darauf aufbauend die wichtigsten Gebiete näher erläutert werden, die in der Regel zur Fehlerbeurteilung in Betracht gezogen werden. Eine schrittweise Annäherung an den Kern der Arbeit ist somit gegeben, denn anschließend wird es möglich sein, den Zugang der Forschung zu Fehlern bei Fremdsprachenlernern vorzustellen.
2.1 Angewandte Linguistik
Konsultiert man ein beliebiges Lexikon der Sprachwissenschaft, wird Angewandte Linguistik zum einen beschrieben als interdisziplinäres Arbeitsgebiet der Linguistik, bei dem die Sprachwissenschaft mit anderen Wissenschaften kooperiert. Dadurch entstehen unter anderem Disziplinen wie Computerlinguistik, Ethnolinguistik, Psycholinguistik,
Übersetzungswissenschaft, Soziolinguistik, Sprachdidaktik und Spracherwerb sowie Kontrastive Linguistik. Insbesondere die zuletzt genannten der Disziplinen werden herangezogen bei der genaueren Untersuchung von Fehlern im Fremdsprachenunterricht. Bußmann gibt eine weitere Definition, nach der die Angewandte Linguistik in ihren Anfängen oft lediglich auf Sprachdidaktik eingeschränkt wurde und generell als Gegenstück zur klassischen Theoretischen Linguistik angesehen wurde. Aufgaben der Angewandten Linguistik aus heutiger Sicht sind „die Lösung praktischer Probleme […], z.B. bei der Sprachvermittlung […], bei der Sprecherziehung oder der Diagnose und Therapie von
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Sprachstörungen. Darüber hinaus beteiligt sich A.L. an der Entwicklung innovativer Methodologien und Techniken, z.B. im Sprachunterricht […]“ (Bußmann 2002:81). Spillner (1999:18f in Harden 2006:25) gibt eine generalisierendere Definition in sofern, dass die Angewandte Linguistik mit nichtlinguistischen Disziplinen interdisziplinär kooperiert und dabei zwischen Theorie und Praxis vermittelt. Sie ist in praktischer Weise an einer Problemlösung beteiligt, die alle Bereiche von Sprache betrifft und interagiert zwischen Theorie und Praxis menschlicher Kommunikation. Schließlich kann man es auch so formulieren, dass Angewandte Linguisten in Themengebiete vorgestoßen sind, in denen ihnen lediglich fundiertes Fachwissen fehlt und sie es darum bei anderen Wissenschaften, wie der Soziologie oder Psychologie etc. Sachwissen ‚leihen’ müssen und dort eine Wissenschaftsnische etablieren (Harden 2006:25). Harden fährt fort, dass die Angewandte Linguistik sich zwar bei relevanten Bezugswissenschaften informiert, jedoch sind die resultierenden Erkenntnisse auf rein sprachliche Problemlösungen des Alltags fixiert. Dies wird erreicht durch induktive und abduktive Methoden: Die Konklusion bzw. das Resultat ist gegeben. Es geht darum, zu ergründen, was zu dem Resultat geführt hat, also werden die Prämissen gesucht. In der Angewandten Linguistik wird also ein theoretischer Rahmen mit Hilfe der Empirie gestaltet, während bei der Theoretischen Linguistik lediglich von erarbeiteter Theorie ausgegangen wird und anschließend empirische Überprüfungen angestellt werden.
Durch ihren hohen Praxisbezug ist es den Disziplinen der Angewandten Linguistik möglich, zu Grunde liegenden Sprachgebrauch zu untersuchen, zu beschreiben und gegebenenfalls Lösungskonzepte zu entwerfen. Natürlich wird hierbei das Wissen der Theoretischen Linguistik angewendet und diese eben auch weiterentwickelt (Davies in Harden 2006:26). Dies ist allerdings eher als Nebenprodukt zu sehen, da die Angewandte Linguistik primär daran interessiert ist, sprachlich kommunikative Probleme institutioneller Art lösen zu können.
An sich muss man vielmehr von Angewandten Linguistiken sprechen, da durch die Kombination mit Wissenschaften aus allen möglichen Bereichen nicht mehr von einer Vereinheitlichung von Angewandter Linguistik im Singular gesprochen werden kann. Gemeinsam ist den Teilbereichen einzig die Beschäftigung mit Sprache im weitesten Sinne. Was die Fremdsprachenkommunikation und ihre Ergründung betrifft, so werden praktisch alle Bereiche der Angewandten Linguistik konsultiert. Dazu gehören SPRACHE UND INDIVIDUUM (Psycholinguistik, Klinische Linguistik, Erst-bzw. Zweitspracherwerb), (Fehleranalyse, Zweitspracherwerb, SPRACHVERMITTLUNG UND SPRACHERWERB
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Testentwicklung), SPRACHE UND SPRACHE (Kontrastive Linguistik, Zweitspracherwerb, Fehleranalyse, Übersetzungswissenschaft), SPRACHE UND GESELLSCHAFT (Soziolinguistik, Zweitspracherwerb) sowie SPRACHVERWENDUNG UND SPRACHGEBRAUCH (Diskurs- und Textanalyse, Zweitspracherwerb, Rhetorik) (vgl. Harden 2006:26). Im folgenden Abschnitt werden die an der Erforschung und Beschreibung von Fremdsprachenfehlern maßgeblich beteiligten Disziplinen kurz einzeln vorgestellt.
2.2 Fremdsprachenunterrichtsrelevante Teilgebiete
2.2.1 Kontrastive Linguistik
Der wohl am besten beschriebene und am meisten diskutierte Bereich der Angewandten Linguistik ist die Kontrastive Linguistik, auf die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts große Erwartungen gesetzt wurden. Darum wird hier in umfangreicherem Maße als auf die anderen am Fremdsprachunterricht beteiligten Teilgebiete eingegangen. Forschungsergebnisse, die die strukturalistische Linguistik der 1950iger Jahre hervorgebracht hatte, sollten mit Hilfe der Kontrastiven Linguistik auf den Fremdsprachenunterricht angewendet werden. Der Grundgedanke dahinter war, Strukturen und Unterschiede von Sprachen zu isolieren und im Fremdsprachenunterricht an Hand der gewonnenen Kenntnisse Fehler vermeiden zu können (Harden 2006:28). Das erklärte Ziel der Kontrastiven Linguistik war hierbei nicht nur die Diagnostik von Fehlern, sondern auch erwartbare auftretende Fehler prognostizieren zu können (Harden 2006:60). All das sollte auf interlingual vergleichender Basis geschehen, das heißt, Ausgangssprache (L 1 ) und Zielsprache (L 2 ) sollten verglichen werden, mit der Annahme, dass dort, wo große Unterschiede der Sprachen auftreten, der Lerner die meisten perzeptuellen Schwierigkeiten bekommen würde. Auf diese Weise ging man davon aus, dass Vorhersagen über Lernerschwierigkeiten möglich seien. Schließlich bedeutete dies auch, dass je besser Sprachen beschrieben sind, desto eindeutiger werden Lernerschwierigkeiten darstellbar und desto einfacher würde auch die Optimierung des Fremdsprachenunterrichts. Generell ging man davon aus, dass beim Fremdsprachenlernen die Muttersprache auf die Nichtmuttersprache übertragen wird, es also zu Interferenzvorgängen kommt.
In der Folge der Zeit sah sich die Kontrastive Linguistik allerdings schwerer Kritik gegenübergestellt, denn die gesammelten empirischen Daten passen häufig nicht zu den angenommenen Hypothesen (Harden 2006:61). So treten Fehler dort, wo sie prognostiziert
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Arbeit zitieren:
B.A. David Spitzl, 2009, Fremdspracherwerb und Fehleranalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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