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1. Einleitung 2
2. Medien - Versuche der Definition 3
2.1 konventionelle Definitionen 3
2.2 die systemtheoretische Definition 4
3. Einordnung der Medien in das systemtheoretische Paradigma 4
3.1 Gesellschaft 5
3.1.1 Allgemeine Systeme 5
3.1.2 Soziale Systeme 6
3.2.3 Gesellschaft als Sonderfall sozialer Systeme 7
3.2 Kommunikation 7
3.2.1 Drei Selektionen 8
3.2.2 Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation 9
3.3 Medien 9
3.3.1 Sinn 10
3.3.2 Sprache 10
3.3.3 Verbreitungsmedien 10
3.3.4 Symbolisch generierte Kommunikationsmedien 10
4. Entwicklung eines Medienkompetenzbegriffes 10
5. Einordnung in die Medienpädagogik und Ausblick 16
Abbildungsverzeichnis 17
Literaturverzeichnis 18
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1. EINLEITUNG
Wieso befasst sich ein Teilbereich der Pädagogik mit Medien? Diese Frage stellt sich zu Beginn der Beschäftigung mit der Medienpädagogik. Heinz Moser formuliert als Hauptthese seiner Einführung in die Medienpädagogik: „Alle Erziehung ist auch Medienerziehung“ (Moser, 2006, S.28) und „Wer überlegt, wie Menschen aufwachsen, und wie sie dabei lernen, kommt um den Einfluss der Medien nicht herum.“ (Moser, 2006, S.32).
Medien sind also wichtig für die Pädagogik. So formuliert auch Christian Glameyer (2007, S.92), dass es die Aufgabe der Bildungswissenschaft sei „die Bedeutung und Folgen der Nutzung der neuen Medien für gesellschaftliche Zusammenhänge zu klären und diese Erkenntnisse in die Bildungswirklichkeit einfließen zu lassen.“
Daraus kann man folgern , und Glameyer (2007) legt es auch dar, dass Kommunikation, Medien und Gesellschaft eng miteinander verbunden sind. Doch was ist nun Kommunikation, was ist ein Medium und wie hängen sie mit der Gesellschaft zusammen? Hier verweist Glameyer (2007, S.5) auf Niklas Luhmann und dessen umfassende Betrachtung der Wechselwirkungen zwischen diesen Elementen. Luhmann hat eine Theorie der Gesellschaft entworfen, indem er die Systemtheorie auf soziale Systeme anwandte. Obwohl diese Theorie schon als moderner Klassiker gilt - der Grundriß der Theorie erschien 1984, das Hauptwerk 1997bezieht sich Moser aber nur am Rande auf Niklas Luhmann, wenn er feststellt, dass Medien lediglich ein Angebot unter anderen sind aus denen Realität konstruiert wird (Moser, 2006, S.29f.), und zu bedenken gibt, „dass durch die Expansion der Medien ihr Anteil der Konstruktion von Realität größer wird“ (Moser, 2006, S.39).
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll untersucht werden, wie es möglich ist, aus der soziologischen Systemtheorie Nutzen für die Medienpädagogik zu ziehen. Im ersten Teil wird der Frage nachgegangen, was man unter Medien verstehen könnte und daran anknüpfend wird der Zusammenhang zwischen Kommunikation, Medien und Gesellschaft gemäß der soziologischen Systemtheorie dargestellt. Im zweiten Teil soll versucht werden, den systemtheoretischen Medienbegriff für die Medienpädagogik zu erschließen. Danach folgt eine Einordnung der gewonnenen Erkenntnisse in das Feld der Medienpädagogik.
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2. MEDIEN - VERSUCHE DER DEFINITION
Während sich Heinz Moser (2006) in seiner Einführung in die Medienpädagogik mit dem Hineinwachsen Kinder und Jugendlicher in die Mediengesellschaft beschäftigt, Dieter Baacke (2007) die Themenfelder und Diskussionspunkte gegenwärtiger Medienpädagogik darstellt und Ludwig J. Issing schon 1988 die einzelnen Aspekte der Medienpädagogik mit Medienerziehung, Mediendidaktik, Medi-enkunde und Medienforschung (1988, S.25-28) betitelt, versäumen sie zu definieren, was dieses „Medium“ ist, mit dem sie sich beschäftigen. Dies scheint allerdings gemeinhin üblich und so stellt Sobiech fest, „dass es der Medienerziehung an innerer Konsistenz mangelt, da nicht auf einen gemeinsamen Medienbegriff zurückgegriffen werden kann. Darüber hinaus hat sich ein breites Spektrum an Ausgangsüberlegungen und Zielvorstellungen entwickelt, die mehr oder weniger unverbunden nebeneinander stehen.“ (Sobiech, 1997, S.138, zitiert nach Spanhel, 2006, S.15). Spanhel (2006, S.69) nennt den Sachverhalt, dass Einführungen in die Medienpädagogik ohne Bestimmung des Medienbegriffs auskommen überraschend.
2.1 konventionelle Definitionen
„Man sagt, die Kommunikation übertrage Nachrichten oder Informationen vom Absender auf den Empfänger.“ (Luhmann, 1984, S.193). Dabei erscheint Information oft als gegebene Größe, die nur darauf wartet auf geeignete Weise herausge-funden, verpackt und übersendet zu werden, wobei darauf Wert gelegt wird, dass die Information während dieses Prozesses dieselbe bleibt. (Berghaus, 2004, S.87)
Abbildung 1: Modell der Informationsübertragung
Dementsprechend wird ein Medium gemeinhin als „vermittelndes Element“, aufgefasst, als „Einrichtung, organisatorischer u. technischer Apparat für die Vermittlung von Meinungen, Informationen od. Kulturgütern“ oder spezieller auch als „Unterrichts[hilfs]mittel, das der Vermittlung von Information u. Bildung dient“
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(Dudenredaktion, 2009, S.643). Dies entspricht der Auffassung von Medium als „technischem Kanal“. (Faulstich, 2004, S.13).
2.2 die systemtheoretische Definition
„Diejenigen evolutionären Errungenschaften, die an jenen Bruchstücken der Kommunikation ansetzen und funktionsgenau dazu dienen, Unwahrscheinliches in Wahrscheinliches zu transformieren, wollen wir Medien nennen“ ( Luhmann, 1984, S. 220) Was Luhmann damit gemeint hat, soll im weiteren Verlauf erläutert werden.
3. EINORDNUNG DER MEDIEN IN DAS SYSMTHEORETISCHE PARA-DIGMA
Um die Systemtheorie zu verstehen, ist ein kleiner Umweg über den Konstruktivismus nötig. Hierbei gibt es mehrere Ansätze, die die gemeinsame Auffassung vertreten, dass die Realität nicht zugänglich ist. Erkenntnisse beruhen demnach nicht auf einer Korrespondenz mit der externen Wirklichkeit. (Baraldi, Corsi & Esposito, 1997, S.100). Es ist unmöglich, die externe Realität in Erkenntnissen über die Welt abzubilden. (Berghaus, 2004, S.27).
Erkenntnis hingegen ist das Ergebnis der inneren Prozesse des Gehirns. Wenn beispielsweise eine Blume betrachtet wird, dann kommt nichts von dieser Blume ins Gehirn oder ins Bewusstsein. Auch die von ihr reflektierten Lichtteilchen kommen nicht ins Gehirn, stattdessen reizen diese die Netzhaut des Auges. Die Nervenzellen codieren nicht die Natur des Reizes (Lichtteilchen, von einer Blume reflektiert), sondern nur die Intensität des Reizes und leiten ihn auf elektrischer Basis weiter. Das ist das sogenannte Prinzip der undifferenzierten Codierung. Aus diesen Reizen, konstruiert dann das Gehirn/ das Bewusstsein das Bild einer Blume. Daher auch die Bezeichnung Konstruktivismus. (Baraldi, Corsi & Esposito, 1997, S.100). Die Unterscheidung, dass es sich dabei um eine Blume handelt und nicht um etwas anderes und dass diese Blume auch etwas anderes ist, als man selbst, findet nur im Bewusstsein statt und nicht draußen, in der externen Wirklichkeit.
Fälschlicherweise wird der Konstruktivismus gelegentlich mit dem Solipsismus verwechselt, der der Ansicht ist, dass allein „ich“ und „meine Bewusstseinszu-
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stände“ existieren, bzw. die einzigen Größen sind, die wirklich erkannt werden können. (Hügli & Lübcke, 2005, S.583). Der Konstruktivismus leugnet hingegen die Existenz einer externen Realität nicht, die Konstruktionen sind nicht beliebig. Sie müssen sich in der Realität beweisen, müssen mit ihr kompatibel sein, dies nennt man „viabel“, was „gangbar“ bedeutet. Letzten Endes gibt es aber keinen letzten endgültigen Bezugspunkt zwischen Erkenntnis und Realität, keine endgültige Wahrheit. Jede Erkenntnis ist nur eine Beobachtung und damit abhängig von den Kategorien des Beobachters. (Baraldi, Corsi & Esposito, 1997, S.101).
3.1 Gesellschaft
3.1.1 Allgemeine Systeme
Wenn man an den Begriff „System“ denkt, könnte man an komplizierte feste Gebilde denken, die aus mehreren anderen festen Elementen bestehen. Tatsächlich handelt es sich aber nach Berghaus (2004, S.39) um einen der abstraktesten Begriffe der Systemtheorie, da Systeme nicht aus Dingen bestehen, sondern aus Operationen. Ohne Operation gibt es kein System, allerdings gibt es keine Operation ohne ein System, dem sie zugehört. (Baraldi, Corsi & Esposito, 1997, S.123). Das System ist also das, was es tut: „Wenn man sagt: ‚Ein System existiert‘, ist das identisch mit: ‚Ein System operiert‘.“ (Berghaus, 2004, S.39). Nach Baraldi Corsi & Esposito (1997, S.124) ist eine spezifische Form der Operation die Beobachtung. Diese hat nichts mit einem Bezug auf den Menschen oder dem Sehen zu tun. Jeder Konstruktion liegt eine Unterscheidung zu Grunde, die den Raum in zwei Seiten aufteilt und gleichzeitig eine der beiden Seiten bezeichnet. Eine Unterscheidung kann nur getroffen werden, wenn etwas als von etwas anderem unterschieden bezeichnet wird.
Eine Operation führt zu einer Unterscheidung, was zum System gehört und was nicht. Was nicht dazu gehört, ist die Umwelt des Systems. Diese Unterscheidung erzeugt eine Grenze zwischen dem System und seiner Umwelt: die System/Umwelt-Differenz. Dabei ist Umwelt allerdings keine untergeordnete Größe, im Sinne einer Hierarchisierung von System zu Umwelt. Es handelt sich nicht um eine absolute Umwelt, in der verschiedene Systeme existieren, sondern sie ist relativ zum System. Das heißt, dass jedes System seine eigene Umwelt hat, da es nur sich selbst von ihr unterscheidet. (Luhmann, 1984, 35-36). „Ein System ist
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Arbeit zitieren:
Björn Büch, 2010, Medien im Paradigma der Systemtheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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