I. Inhaltsverzeichnis I
I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis I
II. Abbildungsverzeichnis 1
III. Tabellenverzeichnis 1
IV. Abkürzungsverzeichnis 1
1 Einleitung 1
2 Naturparks und Tourismus 3
2.1 Definition, Ziele und Aufgaben eines Naturparks 3
2.2 Naturparktourismus Definition eines Begriffes. 8
2.3 Aktuelle Trends und Zielgruppen im Naturparktourismus. 9
2.4 Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung im Naturparktourismus. 14
2.5 Regionalökonomischer Nutzen von Naturparks 21
2.6 Einführung in die Einstellungs- und Erwartungsthematik 27
3 Der Naturpark Tiroler Lech 31
3.1 Lage und Historie des Naturparks Tiroler Lech 31
3.2 Tourismusentwicklung in Tirol und in der Naturparkregion 37
3.2.1 Tourismusentwicklung in Tirol 37
3.2.2 Tourismusentwicklung in der Naturparkregion Tiroler Lech 39
4 Methodik der Befragung 43
5 Befragungsergebnisse der Hotellerie im Naturpark Tiroler Lech 47
5.1 Gäste der Hotellerie im Naturpark Tiroler Lech 47
5.1.1 Gästeschichten im Naturpark Tiroler Lech. 47
5.1.2 Urlaubsaktivitäten und Urlaubsmotive der Gäste im Naturpark 49
5.1.3 Fazit: Hotelgäste im Naturpark Tiroler Lech. 52
5.2 Touristische Angebote des Naturparks Tiroler Lech 52
5.2.1 Infrastruktur des Naturparks Tiroler Lech 52
I. Inhaltsverzeichnis II
5.2.2 Freizeitangebote des Naturparks Tiroler Lech 55
5.2.3 Fazit Angebote und Einrichtungen des Naturparks Tiroler Lech 57
5.3 Einstellung der Hotellerie zum Naturparktourismus und zum Naturpark 58
5.3.1 Einstellung der Hotellerie zum Naturparktourismus allgemein 58
5.3.2 Einstellung der Hotellerie zum Naturpark Tiroler Lech 60
5.3.3 Fazit 67
5.4 Erwartungen an den Naturparktourismus und den Naturpark 68
5.4.1 Ökonomische Erwartungen der Hotellerie 68
5.4.2 Auswirkungen des Naturparks und Entwicklung der touristischen Region 70
5.4.3 Fazit Erwartungen an einen Naturpark Tiroler Lech 74
5.5 Fazit der Befragung. 75
6 Handlungsempfehlungen für die Naturparkregion Tiroler Lech 76
6.1 Allgemeine Handlungsempfehlung für die Naturparkregion 76
6.2 Das touristische Angebot im Naturpark Tiroler Lech 79
6.3 Marketing des Naturparks Tiroler Lech. 87
6.3.1 Innenmarketing 87
6.3.2 Außenmarketing und Destinationsmarkenbildung 95
6.4 Ausblick 99
V. Anlagen 101
VI. Literaturverzeichnis 115
II. Abbildungsverzeichnis 1
II. Abbildungsverzeichnis
Abbildungen im Text:
Abbildung 2-1: Naturparke von Österreich, Darstellung VNÖ
(Quelle: VNÖ Verband der Naturparke Österreich) .............................................. 6 Abbildung 2-2: Naturparkaufgaben und Ziele, eigene Darstellung, (Quelle: Verband der Naturparke Österreich, :HUPDFKW¶V6) ............. 7 Abbildung 2-3: Urlaubsformen der Zukunft, eigene Darstellung,
(Quelle: Opaschowski H., 2030, 2008, S. 357.) ...................................................... 9 Abbildung 2-4: Umweltauswirkungen des Bedürfnisfeldes Tourismus, eigene
Darstellung (Quelle: Möller A., Gastgewerbe, 2001, S. 239), ............................ 14 Abbildung 2-5: Nachhaltigkeit im Tourismus, eigene Darstellung,
(Quelle: Müller, H.R., Ökologie und Tourismus, 2007, S. 13). .......................... 16 Abbildung 2-6: Wirtschaftliche Effekte von Naturparks, eigene Darstellung
(Quelle: Küpfer I., wirtschaftliche Effekte Grafik, 2000, S. 36) ........................ 22 Abbildung 2-7: GAP-Modell für Naturpark, modifizierte Darstellung
(Quelle: Bruhn M., Dienstleistung, 2006, S. 176) ................................................ 30 Abbildung 3-1: Gebiet Naturpark Tiroler Lech, (Quelle: Naturpark Tiroler
Lech, Gebiet Naturpark Tiroler Lech) ................................................................ 34 Abbildung 3-2: Übernachtung nach Hotelkategorien in Tirol 2008, eigene Darstellung, (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung für Statistik und
Raumordnung, Sommer 2008) .............................................................................. 38 Abbildung 3-3: Übernachtungen nach Saison in der Naturparkregion 2008, eigene Darstellung, (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung für Statistik und Raumordnung, Tourismusstatistik Sommer 2008 und Tourismusstatistik
Winter 2007/2008) ................................................................................................. 39 Abbildung 3-4: Entwicklung der Übernachtungszahlen und der Ankünfte in der Naturparkregion 2004-2008, eigene Darstellung, (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung für Statistik und Raumordnung) .............................................. 41
II. Abbildungsverzeichnis 2
Abbildung 3-5: Entwicklung der Auslastung in der Naturparkregion 2004-2008, eigene Darstellung, (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung für Statistik und
Raumordnung) ....................................................................................................... 41 Abbildung 5-1: Häufigkeit von Gästegruppen, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 47 Abbildung 5-2: Herkunft der Gäste im Naturpark, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 48 Abbildung 5-3: Wie würden Sie die Urlaubsreise der Mehrzahl ihrer Gäste am ehesten bezeichnen?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12 .................................................................. 49 Abbildung 5-4: Welches sind die wichtigsten Urlaubsmotive Ihrer Gäste?,
eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ............................... 50 Abbildung 5-5: Wie viele Gäste kommen vor allem wegen der einzigartigen Wildfluss-landschaft im Tiroler Lech zu Ihnen?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 51 Abbildung 5-6: Welche Einrichtungen des Naturparks Tiroler Lech kennen die Hoteliers? eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ............. 53 Abbildung 5-7: Welchen Eindruck haben Sie von der Einrichtung gewonnen?,
eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ............................... 54 Abbildung 5-8: Welche Angebote des Naturparks Tiroler Lech kennen Sie?
eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ............................... 55 Abbildung 5-9: Welchen Eindruck haben Sie von dem Angebot gewonnen?,
eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ............................... 56 Abbildung 5-10: Glauben Sie, dass es genügend Angebote oder Einrichtungen im Naturpark Tiroler Lech für den Urlauber gibt und welche würden Sie sich noch wünschen?, eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) . 57 Abbildung 5-11: Was verbinden Sie mit dem Begriff Ä1DWXUSDUNWRXULVPXV³" (Bitte geben Sie drei Ihnen spontan einfallende Stichwörter an!), eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ........................................... 58
II. Abbildungsverzeichnis 3
Abbildung 5-12: Welche Elemente oder Kriterien wären/sind bei der (QWVFKHLGXQJIUHLQHQ1DWXUSDUNXUODXEIU6LHÄVHKUZLFKWLJ³ÄZLFKWLJ³ ÄZHQLJHUZLFKWLJ³RGHUÄXQZLFKWLJ³"HLJHQH'DUVWHOOXQJ
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 59 Abbildung 5-13: Sehen Sie durch eine Marke Naturpark Tiroler Lech und dem Naturparktourismus eher Einschränkungen für sich oder Ihr Hotel?, eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ........................................... 60 Abbildung 5-14: Befürworten Sie die erfolgte Ausweisung der Region Lechtal/ Reutte zu einer Naturparkregion?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 61 Abbildung 5-15: Warum befürworten Sie die Ausweisung als Naturparkregion?, eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ............................... 62 Abbildung 5-16: Glauben Sie, dass Sie über den Naturpark Tiroler Lech ausreichend informiert wurden?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 63 Abbildung 5-17: Wollen Sie in Planung und Ausarbeitung der zukünftigen touristischen Entwicklung der Region zu einer Naturparkregion mit einbezogen werden?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 64 Abbildung 5-18: +DEHQ6LHYRQGHU$QJHERWVJUXSSHÄ3DUWQHUEHWULHEH 1DWXUSDUN7LUROHU/HFK³JHK|UW"HLJHQH'Drstellung,
(Quelle: eigene Erhebung) .................................................................................... 65 Abbildung 5-:DVHUZDUWHQ6LHVLFKYRQGHU.RRSHUDWLRQÄ3DUWQHUEHWULHEH 7LUROHU/HFK³" eigene Darstellung, (Quelle eigene Erhebung) ........................ 65 Abbildung 5-20: Glauben Sie, dass der Naturpark Tiroler Lech ausreichend beworben wird?, eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) . 66 Abbildung 5-21: Sehen Sie durch den Naturparktourismus in Zukunft eher wirtschaftliche Vor- oder Nachteile für ihr Hotel?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 68
II. Abbildungsverzeichnis 4
Abbildung 5-22: Würde sich aus Ihrer Sicht eine konsequente Ausrichtung Ihres Hotels auf einen Naturparktourismus eher positiv als negativ auswirken?, eigene Darstellung, (Quelle eigene Erhebung, Anlage 12)................................. 68 Abbildung 5-23: Besteht Ihrer Meinung nach für die Region Lechtal/Reutte ein ausreichendes touristisches Potential für einen wertschöpfenden Naturparktourismus?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 69 Abbildung 5-24: 'HU$XVVDJHÄ'XUFKGHQ1DWXUSDUNWRXULVPXVLQGHU5HJLRQ besteht für mein Hotel eine Chance um neue *lVWHJUXSSHQDQ]XVSUHFKHQ³ kann ich?, eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ............ 70 Abbildung 5-25: Wie wirkt sich aus Ihrer Sicht die Ausweisung als Naturparkregion auf die Bekanntheit der Region aus?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 71 Abbildung 5-26: Wenn Sie an die Entwicklung des Tourismus in der Region Lechtal/Reutte in den nächsten 15 Jahren denken, was sind für sie wichtige Herausforderungen für die Region?, eigene Darstellung,
(Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ................................................................. 72 Abbildung 5-27: Was könnte Ihrer Meinung nach in der Region Naturpark Tiroler Lech getan werden, um die Situation des Tourismus allgemein zu verbessern?, eigene Darstellung, (Quelle: eigene Erhebung, Anlage 12) ......... 73
III. Tabellenverzeichnis 1
III. Tabellenverzeichnis
Tabelle 2-1: IUCN Categories for Protected Areas, eigene Darstellung
(Quelle: Nigel D., IUCN, 2008) ............................................................................... 4 Tabelle 3-1: Auslastung der Hotellerie in Tirol und in der Naturparkregion im Vergleich 2008, eigene Darstellung, (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung für Statistik und Raumordnung, Tourismusstatistik Sommer 2008 und
Tourismusstatistik Winter 2007/2008) ................................................................ 40 Tabelle 3-2: Entwicklung des Tourismus in Tirol im Vergleich zur Naturparkregion 2004-2008, eigene Darstellung, (Quelle: Amt der Tiroler Landesregierung für Statistik und Raumordnung, Tourismusstatistik Sommer 2004/2008 und Tourismusstatistik Winter 2004/2008) ..................................... 42 Tabelle 4-1: Ausgewählte Hotels für die Befragung, eigene Darstellung
(Quelle: Anlage 11) ................................................................................................ 43
IV. Abkürzungsverzeichnis 1
IV. Abkürzungsverzeichnis
NP Naturpark EU Europäische Union RWP Regionalwirtschaftliches Entwicklungsprogramm IUCN International Union for Conservation of Nature B.A.T. British American Tobacco Freizeitforschung LOHAS Lifestyle of Health and Sustainability. SPSS Superior Performing Software System Predictive Analytics Software PASW REA Regionalentwicklung Außerfern IRS Informations- und Reservierungs-System GPS Global Positioning System EFRE Europäischen Fonds für regionale Entwicklung BMWA Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit DEHOGA Deutscher Hotel- und Gaststättenverband ÖPVN Öffentlicher Personennahverkehr TVB Tourismusverband F.U.R. Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen
Einleitung 1
1 Einleitung
Im Zuge der Natura 2000 Initiative der Europäischen Union wurden in den angrenzenden Alpenländern während der letzten Jahre vermehrt Naturparks oder Naturschutzgebiete ausgewiesen. Diese Schutzgebiete verfolgen neben dem originären Natur- und Umweltschutz auch explizit regionalökonomische und damit auch touristische Interessen. 1 Besonders in den ländlichen Alpenregionen, in denen der Tourismus einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor darstellt, eröffnen diese Naturparks der Bevölkerung die Möglichkeit, mit der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft und einem nachhaltigem Tourismus ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Diese Entwicklung trägt gleichzeitig dazu bei, die Abwanderung der Bevölkerung aus den ländlichen Gebieten zu stoppen und stärkt die Region nachhaltig. 2 Durch das Ausweisen und Etablieren neuer Naturparks durch die Landesregierungen in Österreich, Deutschland und in der Europäischen Union (EU) entwickeln sich verschiedenste Erwartungen aller Beteiligten an einen Naturpark. Diese Erwartungen und Einstellungen der Stakeholder eines Naturparks, die auf den unterschiedlichen Aufgaben und oft konfliktionären Zielen eines Naturparks basieren, führen oftmals zu Differenzen in der Naturparkregion. Besonders die Entwicklung eines Naturparks mit den sehr differenten Aufgaben, die vom Naturschutz über die touristische Nutzung bis zur Regionalentwicklung reichen, stellt hohe Anforderungen an die Zusammenarbeit des Park- und Tourismusmanagements und an die regionale Politik. Der Entwicklung eines wertschöpfenden nachhaltigen Naturparktourismus muss der Prozess eines ganzheitlichen nachhaltigen Entwicklungsansatzes vorausgehen. In mehreren wissenschaftlichen Arbeiten wurden aus diesem Grund die Sichtweisen, Standpunkte und Erwartungen der Nachfrageseite untersucht. In diesen Arbeiten ging es primär darum, wie sich die Einstellungen der Gäste zu einem Naturpark entwickeln und was diese Gruppe von einem Aufenthalt in einer Naturparkregion erwartet. Gleichzeitig wurden in anderen wissenschaftlichen Arbeiten auch die Einstellungen und die Akzeptanz der einheimischen Bevölkerung zum Thema Naturpark und Schutzgebiete
1 Vgl. Land Tirol, Tiroler Naturschutzgesetz, 2005, S. 91 f., Anlage 1.
2 Vgl. Verband der Naturparke Österreich, Käseglocke, S. 4 ff.
Einleitung 2
behandelt. 1 Wie steht es aber um die touristischen Leistungsträger, und die Hoteliers, die die Idee des Naturparktourismus vor allem gegenüber dem Gast in der touristischen Dienstleistungskette umsetzen und leben müssen?
Das Ziel dieser Diplomarbeit soll es sein, anhand von Befragungen der Hoteliers aus der 3 bis 4 Sterne-Kategorie in der Naturparkregion Tiroler Lech, die Einstellung und die Erwartungen der Hotellerie zum Thema regionaler Naturpark Tiroler Lech und Naturparktourismus herauszuarbeiten. Die Hotellerie als eine der wichtigsten Glieder in der touristischen Dienstleistungskette hat großen Einfluss darauf, in welcher Weise der Gast die Region und deren Bewohner wahrnimmt und wie zufrieden der Gast mit seinem Urlaubsaufenthalt ist. Ein nachhaltiger, wertschöpfender Naturparktourismus ist in besonderer Weise davon abhängig, dass die touristischen Anbieter die Vision, für die ein Naturpark steht, aufgreifen, mit passenden Angeboten und der richtigen Einstellung unterstützen und fördern und - im Zuge der Glaubwürdigkeit und Authentizität des Angebotes - auch leben. 2 Die Diplomarbeit soll dabei helfen, auf einige zentrale Fragen der Naturparkregion eine Antwort zu finden:
¾ Trägt die Hotellerie die Entwicklung der Region zu einer Naturparkregion und zum nachhaltigen Naturparktourismus mit oder nicht?
¾ Welche Einstellung hat die Hotellerie gegenüber einem Naturparktourismus im Allgemeinen und dem Naturpark Tiroler Lech im Besonderen?
¾ Welche Erwartungen verknüpft die Hotellerie mit dem Begriff Naturparktourismus und dem Naturpark Tiroler Lech?
¾ Welche Gästeschichten verbringen in den Hotels der Naturparkregion ihren Urlaub und welche Motive sind für Gäste ausschlaggebend bei der Wahl ihres Urlaubsziels?
¾ Ist die Hotellerie im Naturpark über die Angebote und Einrichtungen des Naturparks ausreichend informiert und wie werden diese bewertet?
¾ Welche besonderen Herausforderungen sieht die Hotellerie für die Naturparkregion in der Zukunft?
1 Vgl. dazu Fröhlich H., Zillertaler-Naturpark, 2008, und Gruber, H., LIFE, 2006.
2 Vgl. Luft, H., Innenmarketing, 2007, S. 228
2.0 Naturparks und Tourismus 3
2 Naturparks und Tourismus
2.1 Definition, Ziele und Aufgaben eines Naturparks
Um eine allgemein gültige Einteilung der verschiedenen Schutzgebietstypen zu erreichen, den Begriff des Schutzgebietes international zu definieren und zugleich für das jeweilige Schutzgebiet die beste Art des Managements zu bestimmen, führte die IUCN (International Union for Conservation of Nature) im Jahr 1974 ein System zur Kategorisierung der verschiedenen Schutzgebietstypen ein. Der Begriff des Schutzgebietes lässt sich auf der Basis dieses Kataloges folgendermaßen definieren:
Das erste grobe Einteilungssystem, bestehend aus zehn Kategorien, wurde im Jahr 1994 auf einer Generalversammlung in Buenos Aires überarbeitet und bot ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, alle Schutzgebiete über Landesgrenzen hinweg in nur mehr sechs Schutzgebietskategorien einzuteilen. Die Erarbeitung verschiedener Managementziele für die unterschiedlichen Schutzgebietstypen lässt eine eindeutige Abgrenzung der Schutzgebietsklassen untereinander zu.
Die verschiedenen Klassen geben dabei den unterschiedlichen Grad der menschlichen Eingriffe in das Gebiet an. So dienen die Kategorien I - III hauptsächlich der Einteilung für Schutzgebiete, in denen der Mensch nur sehr begrenzt Einfluss hat. Die Kategorien IV - VI sind für Schutzgebiete vorgesehen, in denen der Mensch wesentlich an der (QWVWHKXQJ EHWHLOLJW LVW (LQ *HELHW LQ 7LURO PLW GHU %H]HLFKQXQJ Ä1DWXUSDUN³ NDQQ GHP]XIROJHDPEHVWHQLQGLH6FKXW]JHELHWVNDWHJRULH9Ä3URWHFWHG/DQGVFDSH6HDVFDSH³ zugeordnet werden. 2
1 Vgl. Nigel D., IUCN, 2008, S. 4.
2 Vgl. World Wildlife Fund, WWF, 2008, http://www.wwf.de/fileadmin/fm-
wwf/pdf_neu/IUCN_Schutzgebietskriterien.pdf (17.05.09), Anlage 2.
2.0 Naturparks und Tourismus 4
Trotz dieser internationalen Einteilung in eine IUCN Kategorie, variieren die Zuständigkeiten, die Aufgaben und Schwerpunkte sowie die Definitionen eines Naturparks in den drei deutschsprachigen Alpenländern. In Deutschland basieren die gesetzlichen Regelungen der Naturparks auf § 23 des Bundesamtes für Naturschutz und somit sind die Vorschriften für alle Bundesländer einheitlich geregelt. In der Schweiz basiert die gesetzliche Grundlage der Naturparks auf dem Bundesgesetz über den Natur-und Heimatschutz § 23e ff. Die Schweiz unterscheidet Nationalparke, regionale Naturparke sowie Natur-Erlebnisparke. Diese drei Schutzkategorien unterscheiden sich primär nur durch den Naturschutzgrad voneinander. 1
In der vom Umweltbundesamt für Österreich in Wien herausgegebenen Monographie PLWGHP7LWHOÄ1DWXUVFKXW]IUgVWHUUHLFK³, spiegeln sich die grundlegenden Aufgaben eines Naturparks in Österreich wieder. Dort wird ein Naturpark definiert als:
1 Vgl. Bundesamt für Naturschutz in der Schweiz, BAFU, 2008,
http://www.bafu.admin.ch/paerke/03294/index.html?lang=de, (23.05.09), Anlage 4.
2.0 Naturparks und Tourismus 5
In Österreich obliegen die Aufgaben des Naturschutzes und der Ausweisung von Naturparks, ebenso die Erarbeitung von Kriterien nicht dem Bund, sondern jedem einzelnen Bundesland. Vergleicht man die einzelnen Bestimmungen der verschiedenen Bundesländer, so erkennt man, dass die Basis zur Schaffung von Naturparks, Landschaftsschutzgebieten und Naturschutzgebieten fast gleich ist, die Vorschriften dazu aber sehr unterschiedlich ausfallen. So muss zum Beispiel - laut niederösterreichischem Landesgesetz - vor Errichtung eines Naturparks das Einverständnis der Grundeigentümer eingeholt werden; in Tirol ist das nicht vorgesehen. 2 Auch die Aufgaben der Naturparks fallen in den Bundesländern unterschiedlich aus. Das Aufgabengebiet der Forschung wird für einen Naturpark nur in Tirol vorgeschrieben. Im Bundesland Tirol sind gegenwärtig vier Naturparks offiziell prädikatisiert: der Kaunergrat im Jahr 2003 (Kaunertal ± Pitztal), das Ötztal im Jahr 2006, die Zillertaler Alpen und das Gebiet des Tiroler Lechs im Jahr 2005. Der Begriff Naturpark ist aber auch in Tirol, im Gegensatz zu einem Nationalpark, nur eine Auszeichnung und bezeichnet per se noch keine Schutzkategorie. 3
1 M. Tiefenbach, Naturschutz, 1998, S. 50.
2 Vgl. Land Niederösterreich, Niederösterreichisches Naturschutzgesetz, §8 Abs. 1 und 2 NÖ
Naturschutzgesetz 2000 (NÖ NSchG 2000), 5500-0 Stammgesetz 87/00 2000-08-31, Blatt 1-24
3 Vgl. Verband der Naturparke Österreichs, Käseglocke, 2001, S. 11f.
2.0 Naturparks und Tourismus 6
In Österreich existieren aktuell 45 Gebiete, mit einer Fläche von circa 400.000 Hektar die mit dem Prädikat Naturpark ausgezeichnet sind.
Abbildung 2-1: Naturparke von Österreich, Darstellung VNÖ
(Quelle: VNÖ Verband der Naturparke Österreich)
2.0 Naturparks und Tourismus 7
Im Tiroler Naturschutzgesetz § 12 aus dem Jahr 2005, in der Fassung 57/2007, wird der Begriff Naturpark wie folgt definiert:
Die vier Aufgabensäulen eines Naturparks werden in Tirol noch durch eine fünfte Säule ergänzt, die Forschung. Wobei die einzelnen Aufgaben schon allein durch den Antagonismus der Zielsetzungen schon Konflikte in sich bergen. 2 Trotzdem soll in Tirol ein möglichst gleichrangiges Nebeneinader der fünf Ziele des Naturparks erreicht werden.
Abbildung 2-2: Naturparkaufgaben und Ziele, eigene Darstellung,
1 Land Tirol, Tiroler Naturschutzgesetz, § 10 - § 14 Tiroler Naturschutzgesetz i.d.F. 57/2007 im
Landesgesetzblatt für Tirol.
2 Vgl. Verband der Naturparke Österreich, Ausgst(r)eckt is`, 2004, S. 7.
2.0 Naturparks und Tourismus 8
Die Herausforderung für die Naturparke in Österreich wird in Zukunft darin liegen, den Spagat zwischen den ihnen zugewiesenen, oft in Konkurrenz stehenden Aufgaben und Zielen schaffen. Dabei hilft ihnen - als sogenannte Leitlinie - das Prinzip der Nachhaltigkeit und der Partizipation der Bevölkerung, die alle fünf Aufgaben untereinander verbindet.
2.2 Naturparktourismus ± Definition eines Begriffes
Der Begriff Naturparktourismus vereint aufgrund der Komplexität der Aufgaben und Ziele eines Naturparks mehrere Tourismusarten in sich. Zusätzlich ist die begriffliche Abgrenzung von anderen gebräuchlichen Tourismusarten wegen der unterschiedlichen Ziele des Naturparks nur sehr schwer möglich. Die Schwerpunkte der Tourismusarten wie nachhaltiger Tourismus, sanfter Tourismus, Ökotourismus, Biotourismus, naturnaher Tourismus, Naturtourismus, Gesundheitstourismus, Wellnesstourismus oder des Sporttourismus können sich alle mit mehr oder weniger großer Übereinstimmung im Naturparktourismus wiederfinden. 1 Basierend auf den fünf Hauptaufgaben Naturschutz, Bildung, Forschung, Regionalentwicklung, Erholung und der Definition eines Naturparks in Tirol, kann der Begriff für das Land Tirol, aus Sicht des Autors, wie folgt definiert werden:
Die zukünftige Entwicklung und das Potenzial eines nachhaltigen wertschöpfenden Naturparktourismus hängen unter anderem auch maßgeblich von den zukünftigen Trends in der Gesellschaft und im Tourismus ab.
1 Vgl. Verband der Naturparke Österreich:HUPDFKW¶V6II
2 Eigene Definition
2.0 Naturparks und Tourismus 9
2.3 Aktuelle Trends und Zielgruppen im Naturparktourismus
Die Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen während der letzten Jahre, wie etwa der einsetzende demografische Wandel, der Wandel der Gesellschaftswerte, die Veränderung traditioneller Familien- und Haushaltsstrukturen und nicht zuletzt die Klimaveränderung, wirken sich alle direkt auf das Reiseverhalten von Menschen und auf die zukünftige Entwicklung des Tourismus aus. Dies zwingt die Tourismusbranche für die Zukunft langfristig und nachhaltig zu planen. Dabei ist besonders auf die Entwicklungen auch außerhalb des Tourismus zu achten, die sich meist schon als Trends in der Gegenwart abzeichnen. Jedoch müssen hier zuerst die touristischen Trends und die relevanten Zielgruppen analysiert werden, um deren Bedürfnisse und Präferenzen zu kennen. 1
Um aber Trends und ihre Relevanz für den Naturparktourismus korrekt einzuschätzen bzw. Zielgruppen bestimmen zu können, ist es von Vorteil, Visionen, Fakten und Zahlen zu bündeln und zu analysieren, damit sich zukünftige Urlaubsformen schon vorab erkennen lassen.
Abbildung 2-3: Urlaubsformen der Zukunft, eigene Darstellung,
(Quelle: Opaschowski H., 2030, 2008, S. 357.)
Welche Richtung die zukünftige Entwicklung wirklich nehmen wird ist schwer vorauszusagen, da die Zukunft des Tourismus von mehreren Variablen abhängt. 2
1 Vgl. Luger K., Tourismus und Trend, 2008, S. 127-140.
2 Vgl. Opaschowski H., 2030, 2008, S. 373 ff.
2.0 Naturparks und Tourismus 10
Die anschließend aufgeführten Trends zeigen nur einen Bruchteil der möglichen Entwicklungen. Deshalb werden vorrangig nur Trends mit besonderer Relevanz für den Naturparktourismus beschrieben. Natur und Wellness sind im Kommen
Naturnahes Erleben in unberührter Landschaft ist ± nach einer Umfrage des B.A.T. Freizeit Forschungsinstitutes ± der bedeutendste aller Urlaubswünsche der Zukunft. Knapp 27 % der Befragten wünschen sich ein intensives Naturerleben in unberührter Landschaft. Mit zunehmendem Alter des Gästeklientels, gewinnt dieser Wunsch sogar noch an Bedeutung (14 bis 24 Jährige: 16 % und 50 ± 64 Jährige 35 %) und korrespondiert damit mit der Altersstruktur der Gäste eines Naturparks. 1 In einer weiteren Umfrage des B.A.T. gaben 37 % der befragten Personen an, in Zukunft bei Urlaubsreisen Feriengebiete mit kontrollierter Umweltqualität, intakter Natur und sauberer Landschaft zu bevorzugen. Dieser Trend zuU1DWXUZLUGDXFKDOVÄ1DWXU3XU³ bezeichnet. Dabei lebt der alte Traum von Wildnis und unberührter Naturlandschaft wieder auf. Intensives naturnahes Erleben mit allen Sinnen, die Ursprünglichkeit der Landschaft und Authentizität faszinieren den zukünftigen Gast und stehen im Mittelpunkt der Interessen. 2 Der Wunsch nach Natur-Erleben ist ± laut einer Studie zu Umwelt und Tourismus ± für 54 % der Umfrageteilnehmer wichtig für ihre Reisezielentscheidung. 3 Dieser starke Trend Richtung Umwelt und Natur bedarf einer besonderen Inszenierung der Natur durch verlockende Erlebnisangebote. Das Verlangen nach unberührter Natur ist eng mit dem Bedürfnis nach Erholung- und Wellness verbunden. Schon heute ist das Urlaubsmotiv der psychischen und physischen Entspannung und Erholung, laut Reiseanalyse 2008, für mehr als 60 % der Urlauber das Hauptreisemotiv. Allein das Interesse an Wellnessurlaub stieg von 1995 bis 2005 um 158 %. 4 Dabei wandelt sich der Erholungs- und Wellnessurlaub immer mehr zu einem Wohlfühlurlaub. Dies spiegelt sich vorrangig in der Entwicklung des Wellnessurlaubs der letzten Jahre wieder. Der Urlauber möchte in die Atmosphäre des Ortes eintauchen und legt dabei Wert auf ein ganzheitliches Wohlbefinden von Körper und Geist.
1 Vgl. Verband der Naturparke Österreich, Wer PDFKW¶V6II
2 Vgl. Opaschowski H., 21 Jahrhundert, 2001, S. 171.
3 Vgl. Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V., Umwelt und Urlaub, 2005, S. 43.
4 Vgl. F.U.R., RA 2006, S. 86.
2.0 Naturparks und Tourismus 11
Dafür muss auch die Urlaubsqualität neu definiert werden. Aus Reiseveranstaltern, Hoteliers und Vermietern müssen Dienstleister für das Wohlbefinden werden. Dabei spielen immaterielle Qualitätsmerkmale wie gemütliche Atmosphäre und Gast-freundschaft noch vor der natürlichen Qualität (z.B. schöne Landschaft) und der materiellen Qualität (z.B. Preis- Leistungsverhältnis) eine herausragende Rolle. 1 Für die eher regional geprägte Beherbergungsbranche in Naturparks bedeutet diese Entwicklung eine besonders große Chance. Durch die kleine, meist familiäre Struktur der Hotellerie in Naturparkregionen kann optimal auf diese Gästebedürfnisse eingegangen werden. Geführte Wanderungen mit Guides oder direkt mit dem Hotelier, also der persönliche Kontakt und die unmittelbare Betreuung durch die Gastwirte - ist und bleibt ein wichtiger Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg der Beherbergungsunternehmen in der Naturparkregion. Globalisierung, Authentizität und Regionalisierung
Durch die fortschreitende Globalisierung und die wachsende Konkurrenz auf dem touristischen Markt wird die Konzentration auf ein paar marktbeherrschende Unternehmen weiter zunehmen. Als Folge treten regionale und nationale Besonderheiten immer mehr in den Hintergrund. Produkte, Dienstleistungen und Erlebnisse werden immer austauschbarer und identischer. Eine Reaktion darauf ist das steigende Bedürfnis nach mehr Regionalität, die Sehnsucht nach Authentizität und dem Erleben des Besonderen, des Einzigartigen. Bereits heute wünschen sich 59 % aller Urlauber Abstand vom Alltag zu gewinnen, 32 % wollen neue Eindrücke gewinnen, weg vom Alltäglichen. 29 % wollen im Urlaub möglichst viel erleben. 2 Dieses Erleben soll dabei nicht nur auf das körperliche reduziert werden, das geistige Erlebnis spielt eine immer wichtigere Rolle. Besonders gefragt werden deshalb künftig Angebote sein, die das Entdecken und authentische Erfahren der Wesensmerkmale von Natur und Kultur ermöglichen. 3
1 Vgl. Opaschowski H., 2030, 2008, S. 356 ff.
2 Vgl. F.U.R., RA 2008, S. 87.
3 Vgl. Waltritsch K., Selektive ausZeiten, 2008, S. 40 ff.
2.0 Naturparks und Tourismus 12
Mehr und kürzere Reisen
Mehr Mobilität, flexiblere Arbeitszeiten und ein allgemein höherer Lebenstakt der Gesellschaft in allen Lebensbereichen, führen zu immer kürzeren, dafür aber auch zu mehr Urlaubsreisen. Dies belegt die Entwicklung der Kurzreiseintensität, die durch die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (F.U.R.) jährlich ermittelt wird und im Jahr 2007 einen Wert von 37 % erreichte. Trotz heftiger Schwankungen der Intensität während einzelner Jahre, die maßgeblich (unter anderem) auch davon abhängen, wie weit günstige Feiertage und Wochenenden zusammenfallen oder wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt hat, geht der Trend langfristig zu mehr Kurzreisen, von denen 29 % unter dem Aspekt der Aktivreise (Wandern und Radfahren) und der Wellnessreise unternommen werden. Dabei benutzen 69 % der Urlauber das Auto zur Anreise und 55 % bevorzugen bei ihrer Reise das Hotel als Unterkunftsart. 1 Die zukünftigen Kurzreisen werden vornehmlich in Destinationen unternommen, die schnell und einfach vom Wohnort aus zu erreichen sind. Die steigende Zahl von Kurzurlauben und die erhöhte Zahl an Urlaubsreisen pro Person sowie die demographische Entwicklung werden dabei zu einer Entzerrung der Nachfrageverteilung über das Jahr führen und die alte Einteilung nach Haupt- und Nebensaisons immer mehr aufweichen. Spitzenurlaubszeiten wie die im Monat August werden reduziert und die Nebensaisons gleichzeitig aufgewertet. 2 Die Zielgruppen der Ä/2+$6³ und Ä%(67$*(5³
Der Individualisierungstrend in der Gesellschaft führt zu einer immer größeren Zahl verschiedener touristischer Zielgruppen, die immer unterschiedlichere Bedürfnisse und Interessen entwickeln. Die Einteilung der Zielgruppen nach soziodemographischen Merkmalen allein, wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Dafür gewinnen Verhaltens-und Lebensstilmerkmale immer mehr Einfluss bei der Zielgruppenbestimmung. Deswegen ist eine genaue Kenntnis der Bedürfnisse und Vorlieben der Gäste und die angemessene Reaktion darauf nicht nur durch Angebots- und Einrichtungsanpassungen, VRQGHUQHEHQIDOOVGXUFKHLQDXWKHQWLVFKHVEHLVSLHOKDIWHVÄ9RU³-leben der Idee seitens
1 Vgl. F.U.R., RA 2008, S. 26-27.
2 Vgl. F.U.R., RA 2008, S. 114.
2.0 Naturparks und Tourismus 13
des Hotels unabdingbar für den geschäftlichen Erfolg in der touristischen Dienstleistungsgesellschaft und besonders im Naturparktourismus. 'HU =LHOJUXSSH GHU VRJHQDQQWHQ Ä%HVW $JHU³ ZLUG LQ QDKHU =XNXQIW HLQH LPPHQVH Wichtigkeit im Zusammenhang mit dem Naturtourismus prognostiziert. Diese Gästegruppe zeichnet sich dabei nicht alleine durch die Zugehörigkeit zu einer festgesetzten Altersgruppe aus, sondern eben auch durch bestimmte Charakteristika, bei denen das Alter zwar eine Rolle spielt, aber sowohl auf Menschen mit 40 als auch auf über 60-jährige zutreffen kann. Fakt ist jedenfalls, dass aufgrund der demographischen Entwicklung die Gruppe der Urlauber aus der zweiten Lebenshälfte im Tourismus stetig größer wird. Die finanzielle Kaufkraft der "Best Ager" ist heute schon enorm hoch; innerhalb der nächsten Jahrzehnte wird das wirtschaftliche Potenzial dieser Zielgruppe weiter wachsen. Sie ist aktiv, konsum- und experimentierfreudig, flexibel, und innovationsbereit, aber - sie hat höhere Ansprüche. Diese richten sich an die Qualität des Produkts, an Service und Komfort und letztlich auch an den Leistungsanbieter selbst. Diese Zielgruppe ist für den nachhaltigen Naturparktourismus und die %HKHUEHUJXQJVLQGXVWULHEHVRQGHUVLQWHUHVVDQWGDIUGLHÄ%HVW$JHU³1atur und schöne Landschaft in besonders hohem Maß wichtig sind. 1 'LHVRJHQDQQWH=LHOJUXSSHGHUÄ/2+$6³N|QQWHNQIWLJHEHQIDOOVHLQHZLFKWLJH5ROOH für den Naturparktourismus spielen. Menschen, die dieser Zielgruppe zugeordnet werden, kommen häufig aus einem urbanen Umfeld und möchten die Natur hautnah HUOHEHQ'HU$XVGUXFNÄ/2+$6´LVWHLQ$NURQ\PXQGVWHKWIU/LIHVW\OHRI+HDOWKDQG Sustainability. Eine Bezeichnung für Individualisten, die bewusst nachhaltig leben und konsumieren, aber weder als Generation noch als soziales Milieu fassbar sind. Sie gehören nicht zur Spaßgesellschaft, sondern genießen nachhaltig. Sie interessieren sich für Gesundheit, Spiritualität, Nachhaltigkeit und Ökologie, mit dem Ziel, ein bewusstes Leben zu führen, um auch den Generationen von morgen noch eine lebenswerte, intakte Umwelt zu erhalten. 2 Laut einer Studie von Touchpoint, die im Jahr 2008 durchgeführt wurde, auf zwei Onlinebefragungen von jeweils über 1.000 Internetnutzern beruht, sind in Deutschland rund 19,3 % der Bevölkerung über 14 Jahre (12,5 Millionen) potentiell
1 Vgl. Baumbach I., Gäste von morgen, 2007, S. 143.
2 Vgl. Baumbach I., Gäste von morgen, 2007, S. 123- 127.
2.0 Naturparks und Tourismus 14
den Ä/2+$6³ ]X]XUHFKQHQ 1 Hier können sich Hotellerie und Naturparks mit einem abwechslungsreichen und nachhaltigen, touristischen Angebot sowie mit einer umweltgerechten Betriebsführung von anderen Urlaubsdestinationen unterscheiden. Alle genannten Zielgruppen legen bei der Auswahl ihres Urlaubsziels gesteigerten Wert DXI ÄVFK|QH³ XQEHUKUWH 1DWXU XQG /DQGVFKDIW %HLGH VLQG DEHU IU NQIWLJH Generationen nur durch den nachhaltigen Umgang mit allen Naturressourcen in der Region zu erhalten.
Welche Bedeutung hat das vielbemühte Wort der Nachhaltigkeit und der nachhaltigen Entwicklung wirklich?
2.4 Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung im Naturparktourismus. Der Anspruch der Nachhaltigkeit und nachhaltigen Entwicklung ist für eine Naturparkregion von immenser Bedeutung. Er soll die fünf Aufgaben eines Naturparks erfüllen, verbinden und eine langfristige Sichtweise garantieren soll. Außerdem ist die Nachhaltigkeit im Naturparktourismus ohne Hilfe der Beherbergungsindustrie nicht zu verwirklichen, da sich Umweltauswirkungen im regionalen Naturparktourismus besonders auf diesen Teil der touristischen Dienstleistungskette konzentrieren. 2
Abbildung 2-4: Umweltauswirkungen des Bedürfnisfeldes Tourismus, eigene Darstellung
(Quelle: Möller A., Gastgewerbe, 2001, S. 239), Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus dem Bereich der Forstwirtschaft. Er kennzeichnet ein System der Waldbewirtschaftung, bei der die Produktionskraft des Waldes und die jeweilige Holzernte so in Übereinstimmung
1 Vgl. Touchpoint, Studie LOHAS, 2008, http://www.touchpoint-
communications.com/new/20080508_Pressemeldung.html (Eingesehen 20.05.2009) Anlage 6.
2 Vgl. Möller A., Gastgewerbe, 2001, S. 239.
2.0 Naturparks und Tourismus 15
gebracht werden, dass ein möglichst hoher Ertrag gewährleistet ist, dabei aber Boden und Standort nicht belastet werden. Im Jahr 1987 wurde diese Idee der Nachhaltigkeit von der UN-Kommission aufgegriffen und unter dem englischen Begriff des ÄVXVWDLQDEOHGHYHORSPHQW³ZHLWHUHQWZLFNHOW,P6LQQHGHU$JHQGDHLQHP3URJUDPP für Umwelt und Entwicklung, das 1992 in Rio de Janeiro beschlossen wurde, bezeichnet der Begriff eine wirtschaftliche Entwicklung, die zusätzlich auch die sozialen und natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen sichern und erhalten soll. 1 Diese Bezeichnung lässt einen großen Spielraum. Das liegt daran, dass der Begriff Ä1DFKKDOWLJNHLW³ HLQHQ VHKU YLHOVFKLFKWLJHQ 6DFKYHUKDOW EHVFKUHLEW LQ GHP wirtschaftliche, natürliche und gesellschaftliche Systeme ineinander greifen. Bei einer einseitigen Wirtschafts- und Umweltpolitik oder der einseitigen Entwicklung eines Wirtschaftssektors, kann deshalb, per se, nicht von einer Nachhaltigkeit gesprochen werden.
Die Diskussion um den Einfluss des Tourismus auf die Natur begann in den 70er Jahren mit der Erkenntnis, dass seine Auswirkungen doch nicht so harmlos XQGÄVDXEHU³VLQG wie sie propagiert wurden. Massentourismus, Umweltzerstörung und der Bau sogenannter Bettenburgen waren die Folgen dieses ungezügelten Wachstums des Tourismus. In diesem Kontext entwickelte sich 1980 die Debatte um eine sanfte Art des ToXULVPXV DOV *HJHQSRO ]XP Ä+DUWHQ 7RXULVPXV³ GHP 0DVVHQWRXULVPXV GHU HU -DKUH'HU%HJULIIÄ6DQIWHU7RXULVPXV³VWHOOWHHLQHZLFKWLJH9RUVWXIHLQGHU'LVNXVVLRQ um Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung dar und formte sich im Laufe der 80er bis Mitte GHUHU-DKUHZHLWHU]XP6FKODJZRUWGHVÄQDFKKDOWLJHQ7RXULVPXV³. 2
1 Vgl. Gurtner R., Nachhaltigkeit, 2006, S. 7-9.
2 Vgl. Baumgartner C., Nachhaltigkeit im Tourismus, 2008, S. 10 ff.
2.0 Naturparks und Tourismus 16
Die Zielsetzungen eines nachhaltigen Tourismus können wie folgt dargestellt werden: 1
Abbildung 2-5: Nachhaltigkeit im Tourismus, eigene Darstellung,
(Quelle: Müller, H.R., Ökologie und Tourismus, 2007, S. 13). Aus diesen Zielen lassen sich sieben Prämissen für einen nachhaltigen Tourismus in einer Naturparkregion entwickeln. 1. Die ökologische Dimension 2. Die ökonomische Dimension 3. Die kulturelle Dimension 4. Die soziale Dimension
5. Berücksichtigung der Bedürfnisse spezieller Gästegruppen 6. Die intergenerative Dimension 7. Die institutionelle Dimension 2
1 Vgl. Baumgartner C., Nachhaltigkeit im Tourismus, 2008, S. 22 f.
2 Vgl. Baumgartner C., Nachhaltigkeit im Tourismus, 2008, S. 31 ± 34.
Arbeit zitieren:
Florian Hoffrohne, 2009, Einstellungen und Erwartungen der Hotellerie an einen Naturparktourismus, München, GRIN Verlag GmbH
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