Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG 3
WERBUNG UND POLITIK. 3
DEFINITION 3
HISTORISCHES. 4
EINIGE EFFEKTIVITÄTSSTRATEGIEN. 5
PROPAGANDA IM DRITTEN REICH. 6
MEDIENLANDSCHAFT UND -KONZENTRATION 6
Methoden und Inhalte. 9
GENERALISIERBARKEIT. 11
CONCLUSIO 13
QUELLEN 14
Literatur. 14
Internet 14
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Einleitung
Nationalsozialismus, Holocaust, Zweiter Weltkrieg - all dies scheint furchtbar weit entfernt zu sein. Und doch: die Geschehnisse ab Beginn der 1930er-Jahre sind und bleiben bedeutend für jede/n einzelne/n deutsche/n oder österreichische/n Bürger/in. Was zwischen 1933 und 1945 geschah, gehört zu unser aller Geschichte, was Grund genug ist, sich mit Ursachen ebenso wie Konsequenzen auseinander zu setzen. Eben diese Aufarbeitung wird häufig vermieden, da man sich rasch die berüchtigte Schuldfrage stellen müsste. Niemand will etwas zu tun haben mit dem Leid der Millionen von Menschen, die ihr Leben oder ihre Angehörigen verloren. Stets wird betont, wir selbst hätten anders gehandelt, heute wäre eine Wiederholung nicht mehr möglich. Doch ist dies wirklich so? Was unterscheidet die Menschen von vor 60 Jahren von uns? Was gibt uns das Recht anzunehmen, sie wären grausamer und von Natur aus gewaltbereiter als wir?
Automatisch folgt die Frage: Wenn es, wie ich hier dreist behaupte, nicht an der Persönlichkeit der Einzelnen lag, was damals geschah, wie brachte man sie dazu, unsägliches Leid über ihre Mitmenschen zu bringen? Allein mit Zwang ist dies kaum möglich. Nötig war hingegen zusätzlich eine ausgeprägte und gut durchdachte Propagandamaschinerie, die Gedanken, Einstellungen, Erleben und Verhalten der deutsch-österreichischen Bürger und Bürgerinnen auf unterschiedlichste Weise beeinflusste. Die Tatsache, dass dies möglich war, ist, ob unseres oft unerschütterlichen Glaubens daran, dass wir Herr über uns selbst und damit kaum manipulierbar sind, ebenso erschreckend wie, man will fast sagen, faszinierend. Im Folgenden möchte ich daher zunächst einige Mittel und Möglichkeiten von Propaganda, Werbung und Konditionierung beschreiben, bevor ich auf die spezifische Situation im Dritten Reich und die Methoden der NSDAP eingehen werde. Im Anschluss möchte ich mich der Frage nach der Generalisierbarkeit der Beeinflussung bzw der Möglichkeit einer etwaigen Wiederholung ähnlicher Geschehnisse widmen. Abschließend möchte ich ansatzweise umreißen, was für Konsequenzen die angesprochenen Thesen auf das bereits erwähnte Problem der Schuld sowie auf die Beurteilung der aktuellen Situation in der Politik haben könnten.
Werbung und Politik
Definition
Allgemein versteht man unter Werbung verschiedene Formen der Beeinflussung im zwischenmenschlichen Bereich, die Einstellung oder Verhalten einer festgelegten Zielgruppe zu verändern sucht. (Vgl. Lahmer 2007: S. 79) Anhand dieser Definition wird bereits
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deutlich, dass die Werbung niemals ausschließlich eine ökonomische oder politische Methode sein kann, sondern auch und vor allem als ein psychologisches Phänomen gelten muss. (Vgl. Kastner-Koller/Deimann 2007: S. 197)
Der nicht klar begrenzte Begriff der Werbung umfasst dabei Erscheinungen in unterschiedlichsten Bereichen wissenschaftlicher (Sub-)Disziplinen, angefangen von dem Thema der Attraktion und Partnerwahl, welches in der Sozialpsychologie eine nicht unbedeutende Rolle spielt, über die Absatzwerbung, die darauf abzielt, ein bestimmtes Gut zu verkaufen und die üblicher Weise zuerst mit jenem umfassenden Terminus assoziiert wird, bis hin zum Werben für religiöse, weltanschauliche oder politische Ziele, was, je nach Überzeugung und subjektiver Wertung, als Propaganda oder Public Relations bezeichnet wird. (Vgl. Lahmer 2007: S. 79) Richtlinien für Effektivität und Effizienz der gewählten Methoden sind auf sämtliche dieser Typen übertragbar, ein besonderes Augenmerk sei, aufgrund der Themenstellung, im Folgenden dennoch auf die politische Werbung gelegt.
Historisches
Noch im Österreich von vor gut 200 Jahren, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, war es keine Selbstverständlichkeit, lesen und schreiben zu können. Dennoch gab es bereits Schriftplakate, die über politische oder gesellschaftliche Überzeugungen und Ziele informierten. War die Gestaltung richtig gewählt, konnte man durchaus die Aufmerksamkeit des Volkes gewinnen. Erst als Lesen zu einer Kulturfähigkeit wurde, verloren jene Abbildungen an Faszination. Gleichzeitig ließ der Glaube, dass „etwas Gedrucktes nicht falsch oder gelogen sein konnte“ (Pokorny et al 2006: S. 165), nach. In der Folge gewann das Bildplakat zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Bedeutung. Doch auch Tages- und Wochenzeitungen waren, insbesondere während der Periode der Ersten Republik, ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Alltags. Mit 25- 30 Tageszeitungen war die Pluralität und Meinungsvielfalt in den Printmedien damals eine sehr viel größere als heute. Doch bereits zu dieser Zeit war mediale Neutralität und Unabhängigkeit nicht unbedingt gegeben. Die politischen Ansichten der Verlage beeinflussten maßgeblich, welche Artikel in welcher Form gedruckt wurden. Zeitungen, die in einem besonderen Naheverhältnis zu einer Partei standen, waren beispielsweise die „Arbeiter-Zeitung“ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die christlich-soziale „Reichspost“ oder „Die rote Fahne“, welche deutlich kommunistisch gesinnt war. (Vgl. Pokorny et al 2006: S. 165)
War also offensive Parteiwerbung bereits seit der Geburt der Medien ein Bestandteil der Politik, erreichte das Ausmaß und die Bedeutung jener während der Ära des Dritten Reiches eine neue Dimension. Mit Präzision und Rücksichtslosigkeit schafften Adolf Hitler und sein
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Stab jegliche Freiheit der Medien ab und nutzten sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle, um Botschaften aufmerksamkeitswirksam zu verbreiten. Einige Änderungen der medialen Präsentation wurden auch nach dem Ende des zweiten Weltkriegs beibehalten. Beispielsweise ist die Konzentration der Botschaft auf die Person anstelle der Themen bis heute ein nicht zu leugnendes Merkmal politischer Werbung geblieben. Wesentliche Differenzen zur damaligen Zeit sind jedoch die Relevanz der Television und neuer Medien wie dem Internet in Sachen Informationsverbreitung und Meinungsbildung, sowie die Betonung und Kontrolle von Presse- und Meinungsfreiheit. (Vgl. Cechovsky et al 2008: S.844 - 85 und Pokorny et al 2006 : S. 170)
Einige Effektivitätsstrategien
Systematische und theoriegeleitete Untersuchungen zur Frage der Möglichkeiten medialer Beeinflussung von Überzeugungen (und in der Folge jener von Verhaltensweisen) wurden insbesondere in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg gefordert - und gefördert. Da die Regierung um Präsident Roosevelt in Sorge war, dass das Volk nach dem Erfolg in Europa den Krieg mit den Japanern nicht weiter unterstützen würde, wurde Carl Hovland beauftragt, Nachforschungen darüber anzustellen, wie Propaganda dazu genutzt werden konnte, die Kriegslust der Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Erforscht wurden dabei 3 Variablen: wer, welcher Typus einer Person also, was, nämlich welche Botschaft, an wen, sprich: welches Publikum, verkaufen muss, damit die Effektivität eine möglichst hohe ist. (Vgl. Hogg/Vaughan 2008: S. 191-192)
Die Erkenntnisse der damaligen analytischen Erhebungen wurden mit der Zeit selbstredend ausgeweitet, im Wesentlichen aber immer wieder bestätigt. So ist beispielsweise die Methode des Testimonials, der Fürsprache durch einen Experten oder eine Expertin, sowohl in Absatzals auch in Parteipolitik immer noch gang und gäbe und auch, dass ein gewisser sprachlicher Stil und rhetorische Stilmittel, wie Wiederholungen, notwendig sind, um eine Botschaft an den Mann zu bringen, ist ein offenes Geheimnis. (Vgl. Hogg/Vaughan 2008: S. 193 und Lahmer 2007: S. 79)
Besondere Bedeutung aber hat die Strategie der emotionalen Konditionierung. In der Regel ist das Zielpublikum „aufgrund der Informationsüberlastung [...] an Werbeinformationen nicht interessiert“. (Kastner-Koller/Deimann 2007: S. 197) Lediglich wenn bereits ein gewisses Interesse geweckt ist, ist damit zu rechnen, dass sich Personen mit der enormen Informationsflut auseinandersetzen und sich die benötigten oder erwünschten Auskünfte zu besorgen. Im üblichen Fall aber ist es notwendig, Botschaften emotional einzufärben, wodurch „das ursprünglich neutrale Produkt mit Gefühlen verbunden“ wird. (Kastner-
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Arbeit zitieren:
Claudia Liebeswar, 2009, Massenpsychologische Beeinflussung, München, GRIN Verlag GmbH
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