Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG. 3
1. DIE VORGESCHICHTE DES SEEBUNDES 3
2. DIE GRÜNDUNG DES ATTISCHEN SEEBUNDES. 4
3. DIE ZIELSETZUNG DES DELISCH-ATTISCHEN BÜNDNISSES 6
ZUSAMMENFASSUNG. 8
LITERATUR 9
2
Einleitung
In dieser Arbeit soll geklärt werden ob der delisch-attische Seebund als Fortsetzung des Hellenenbündnisses von 481 gelten kann. Giovanni und Gottlieb hatten behauptet:
„Nicht nur hat der Hegemonialwechsel von 478/7 keinen Bruch im Helle-nenbund verursacht; nicht nur handelt der delisch-attische Seebund für den Hellenenbund. Nicht nur verfolgt der delisch-attische Seebund dieselben Ziele und hat dieselbe Organisation wie der Hellenenbund von 481: der delisch-attische Seebund ist der Hellenenbund selbst. 1
Zentrale Fragen sind zum einen jene nach der Kontinuität des Verhältnisses der Bündnispartner zueinander sowie die der strategischen Ausrichtung des Bündnisses nach offensiven oder defensiven Zielsetzungen. Wichtigste Quelle ist hierbei „Der Peloponnesische Krieg“ des Thukydides. Nach der Schilderung der Vorgeschichte des Bündnisses wird anhand der Eidesschwüre der vertragliche Inhalt geprüft um im Anschluss deren politische Umsetzung und Auslegung beurteilen zu können.
1. Die Vorgeschichte des Seebundes
Schon in der Vorgeschichte des attischen Seebunds waren die Intentionen und Handlungen Spartas und Athens unterschiedlicher Natur. Zum Schutz seiner Handelswege hatte Athen halbherzig und ohne Erfolg Schiffe zum Aufstand der Stadt Millet beordert, die sich von der persischen Herrschaft befreien wollte. Sparta verweigerte jede Hilfe. Der persischen Rache für diesen Übergriff musste die Stadt Athen sich im Jahre 490 ebenfalls ohne spartanische Hilfe erwehren. Erst als Xerxes 480 boiotischen und attischen Boden am Thermopylenpass plünderte konnten sich Athen und Sparta zu gemeinsamem Handeln durchringen. Als die griechische Flotte am Thermopylenpass in Bedrängnis kam flohen die Athener, während die Spartaner versuchten die Stellung zu halten. Erst die List des Themistokles, der den Persern einen falschen Standort der griechischen Flotte zukommen ließ, führte zur entscheidenden Seeschlacht bei Salamis. 479 kam es zur Landschlacht mit dem verbliebenen persischen Heer bei Plataiai und zur Seeschlacht am Mykale-Gebirge. Sparta
1 Giovanni/Gottlieb, S. 44f
3
machte nun den Vorschlag, die kleinasiatischen Griechen, die sich den Persern gegenüber freundlich verhalten hatten, könnten auswandern und sich in anderen per-serfreundlichen Städten ansiedeln. Die Athener mit ihrem Wortführer Themistokles hingegen plädierten für eine Aufnahme der Städte in das Bündnis. Da sich Sparta dieser Politik nicht verpflichtet fühlte und das Ziel der Persergefahr als gebannt betrachtete war ein Ausstieg aus dem Bündnis und seinen Verpflichtungen nur eine Frage der Zeit. 2 Im Jahre 478/477 fuhr die hellenische Flotte unter Führung des Spartaners Pausanias mit dem Ziel Byzantion nochmals aus, um dieses von der persischen Besatzung zu befreien. Das Vorhaben gelang und die Truppen blieben einige Zeit vor Anker, in der sich jedoch Probleme zwischen Pausanias und den Ioniern ergaben. Diese beklagten sich bei der Führung in Athen über das harte Regiment des Spartaners und über Ungerechtigkeiten bei der Lebensmittelvergabe. Athen löste Pausanias durch Kimon ab und Plutarch beschrieb die Handlungen des Aristeides wie folgt:
„Als er, mit Kimon als Feldherr zur Kriegsführung ausgesandt, beobachtete, dass Pausanias und die anderen Befehlshaber der Spartiaten bei den Bundesgenossen wegen ihrer Schroffheit verhasst waren, verkehrte er selber mild und gütig mit ihnen, sorgte auch dafür, dass Kimon sich im Felde freundlich und zugänglich zeigte, und entzog so, unmerklich, nicht durch Waffen, Schiffe und Rosse, sondern durch Sanftmut und kluge Politik, den Lakedaimoniern (Spartanern, Anm. d. Verf.) die führende Stellung.“ 3
Hier wird deutlich, dass Sparta sich nicht aktiv aus der Leitung der hellenischen Armee zurückzog, sondern Athen dies sehr subtil versuchte zu gewährleisten.
2. Die Gründung des Attischen Seebundes
Aus dem Verhalten der Athener geht hervor, dass ihrerseits aktiv auf ein Bündnis mit den ionischen Städten hingearbeitet wurde. Steinbrecher ist der Ansicht, dass nach Thukydides der Anstoß zur Gründung des Seebundes zwar von den Bündnispartnern ausging, Athen aber durch die partnerschaftliche Politik mit späteren Bündnispartnern die Basis für eine hegemoniale Stellung Athens im Bündnis schuf. Steinbrecher
2 Alfred Heuss, S. 243
3 Plutarch, Aristides 23.1 (Übers. d. Verf.)
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Arbeit zitieren:
MA Guido Maiwald, 2003, War der erste Attische Seebund die Fortsetzung des Hellenenbündnisses von 481?, München, GRIN Verlag GmbH
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