1. Einleitung
Diesen und ähnlichen philosophischen Fragen, gehen die verschiedensten Forschungsgebiete wie Psychologie, Pädagogik, Theologie oder die Naturwissenschaften nach, und auch im Alltag stellen sich viele Menschen die Frage, ob das was sie zu wissen meinen wirklich gewiss ist. Die Philosophie hat hierzu ein eigenes Gebiet entwickelt: die Erkenntnistheorie.
In unserer Gesellschaft gelten empirisch fundierte Erkenntnisse als gerechtfertigt und gewiss. Begründet wird dies meist durch Beobachtung und Erfahrung. Es wird vorausgesetzt, dass man gewisse Dinge, die schon immer so waren auch weiterhin so bleiben. Die Erkenntnistheorie geht hier einen Schritt weiter und fragt nach dem letzten Grund, der uns das Recht gibt eine Meinung über einen Sachverhalt als gewiss bezeichnen zu dürfen. Sie fragt ob es eine Art Basis mit sicheren Meinungen, auf denen empirisches Wissen beruht oder ein anderes Rechtfertigungssystem gibt, das das, was wir mei nen zu wissen absichert. Die vorliegende Seminararbeit soll diese Frage in der philosophischen Diskussion anhand zweier Positionen genauer beleuchten. Hierzu dienen Texte von Wilfrid Sellars und Roderick Chisholm. Zunächst soll ein kurzer allgemeiner Überblick über das philosophische Gebiet der Erkenntnistheorie, seine Geschichte, Fragestellungen und Positionen gegeben werden. Im dritten Kapitel wird die Frage nach der Rechtfertigung von Wissen genauer beleuchtet und die aus ihr entsprungene philosophische Diskussion anhand der Konzepte des Fundamentalismus und des Kohärentismus dargestellt. Im vierten Kapitel gilt es zwei exemplarische Texte, die sich mit der Frage nach der Begründung unseres Wissens befassen vorzustellen um abschließend beide Positionen zu vergleichen und die Argumente, die für einen
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erkenntnistheoretischen Fundamentalismus bzw. für die Kohärenztheorie sprechen herauszufiltern und abzuwägen.
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2. Erkenntnistheorie
Schon in der Antike beschäftigte sich die Menschheit mit der Frage nach Ursprung, Möglichkeiten und Grenzen von Wissen und Erkenntnis. Platon hatte beispielsweise die Vorstellung, dass dem Menschen ursprüngliche Ideen und somit ein grundlegendes Wissen angeboren ist (Gabriel, Gottfried (1993): Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Von Descartes zu Wittgenstein. Paderborn, München, Wien, Zürich.: 39) und auch Aristoteles befasste sich mit den Ursprüngen der Erkenntnis. Er ging mittelbar einleuchtender
(Baumann, Peter (2002): Erkenntnistheorie. Lehrbuch Philosophie. Stuttgart, Weimar.: 207). In einem eigenständigen Teilgebiet der Philosophie werden diese Fragen hingegen erst seit etwa 1830 behandelt. (Gabriel 1993: 9)
und entwickelte sich so (besonders in Deutschland) zu einer Wissenschaftstheorie. Außerdem fragt sie aber stets auch nach der Beziehung von Mensch und Welt. (Gabriel 1993: 10f.)
Viele Philosophen und Wissenschaftler entwickelten Theorien, die das Wesen bzw. den Ursprung unseres Wissens erklären sollen und gingen häufig davon aus, dass es ursprüngliches Wissen geben muss, an dem niemand zweifeln kann. Bald wurde die Wahrnehmung als die Quelle solcher Gewissheit ausgemacht, was aber sogleich stark kritisiert wurde und in Skeptizismus zu münden drohte. Descartes entschloss sich zum
zitiert nach Gabriel 1993: 17). Diesen radikalen Skeptizismus schwächt er jedoch ab, indem er ihn nur auf theoretische Erkenntnisse bezieht und von einem generellen Zweifel im Alltag abrät, da dies
zitiert nach Gabriel 1993: 18) Die
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einzige Gewissheit, die ein Mensch haben kann sieht Descartes im Ich-Bewusstsein: (zitiert nach Gabriel 1993: 27).
wie dem Geist-Materie-Dualismus und der Willensfreiheit, und fragt nach wie vor nach dem Ursprung von Erkenntnis. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, zu untersuchen welche Erkenntnis erfahrungsunabhängig (a priori) und welche als erfahrungsabhängig (a posteriori) gilt. (Gabriel 1993: 24) In der heutigen Diskussion um die Quelle unserer Erkenntnis stehen sich vordergründig zwei philosophische Positionen gegenüber. Der Fundamentalismus, dessen Grundzüge schon mit frühen
erkenntnistheoretischen Überlegungen entstanden und das wesentlich jüngere Konzept des Kohärentismus.
Im folgenden Kapitel soll die Diskussion um die Rechtfertigung von Wissen anhand dieser beiden Positionen erläutert werden.
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Arbeit zitieren:
Magistra Sandra Faust, 2007, Hat Empirisches Wissen eine Grundlage? , München, GRIN Verlag GmbH
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