Die Bezeichnung der modernen Gesellschaft als einer Weltrisikogesellschaft ist die Feststellung einer ihren wichtigsten Charakteristiken- wenn nicht des wichtigsten. Im Laufe der politischen und wissenschaftlichen Entwicklungen werden zahlreiche Gefahren, die den Menschen früher bedrohten, überwunden; gleichzeitig aber entstehen an ihrer Stelle neue Bedrohungen, die teilweise von der Beseitigung der alten verursacht sind. Die Überlebenschancen bei Krankheiten erhöhen sichzusammen mit dem Gefahr der unkontrollierten Nebenwirkungen einer neuen Therapie. Der Fortschritt bewegt sich so schnell, dass es tatsächlich keine Zeit dafür gibt, um die Sicherheit neuer Erfindungen zu überprüfen. In dieser Welt kann niemand völlig sicher sein- Tatsache, die in unserer Zeit besonders deutlich geworden ist. Dabei aber soll man darauf achten, dass das Risiko an sich bedeutet noch keine Katastrophe, sondern die Wahrnehmung ihrer Möglichkeit. „Risiken existieren in dem Ζustand der Virtualität“ 1 . Das Gefühl von Angst entsteht in diesem Fall nicht wegen der direkten Lebensgefahr, sondern ergibt sich aus der interpretierten Information über mögliche Gefahr. Das kennzeichnende Merkmal des Informationszeitalters ist der virtuelle Kontakt jedes einzelnen Menschen mit der ganzen Welt- und folglich Wahrnehmung aller Ereignissen, unter anderem auch der zerstörenden, als solchen, die in der Nähe passieren und einen betreffen, unabhängig vom tatsächlichen Ort des Unfalls. Indem ein Mensch sich über Katastrophen informiert, existieren für ihn mehr Katastrophen, wie weit sie auch stattfinden; indem man sich über die Risiken informiert, bekommen sie eine bedrohende Bedeutung, wie gering sie auch sind. So bewahrt sich ein altes Witz: „Je weniger man weiß, desto besser man schläft“. Die Massenmedien werden dabei kontraproduktiv: statt durch die Verbreitung der objektiven Information vor Gefahren zu warnen, erzeugen sie Panik und Hysterie bei den Empfängern dieser Information.
Die wichtigste Auswirkung aber, die im Zusammenhang mit der Rolle der Medien zu nennen ist, ist die Möglichkeit der Manipulationen durch die Medien, die auf der Ausnutzung bereits existierenden Risiken und auf der Inszenierung der neuen basiert ist. Ein Beispiel dafür ist nicht nur Propaganda des Krieges gegen Terrorismus in den USA, sondern auch europäische Werbung, die die Umweltfreundlichkeit des jeweiligen Produkts immer wieder betont und damit die Wahrnehmung des
1 Beck, S.61.
Arbeit zitieren:
Bachelor Olga Lantukhova, 2008, Instruktion zum Überleben, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Vereinbarkeit von Islam und Menschenrecht
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Seminararbeit, 24 Seiten
Islamische Menschenrechtserklärungen
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Demokratie - Geschichte, Elemente und Demokratiemodelle
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Seminararbeit, 13 Seiten
Risikogesellschaft und individualisierte Gesellschaft
Geowissenschaften / Geographie - Allgemeines, Grundlagen
Seminararbeit, 18 Seiten
Ulrich Beck: Die Risikogesellschaft - Konzept, Kontext und Kritik
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Studienarbeit, 21 Seiten
Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika bis zum Beginn des ...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Seminararbeit, 14 Seiten
John Locke und David Hume in den Federalist Papers
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 42 Seiten
Das Verhältnis von Dichtung und Wahrheit in Schillers Trauerspiel Mar...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Öffentlichkeit in den „Federalist Papers“
Eine Annäherung an das Öffentl...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Mutter-Tochter-Beziehung in "L'Amant"
Romanistik - Französisch - Literatur
Seminararbeit, 21 Seiten
Die Autoren der „Federalist Papers“, ihr Menschenbild und die Notwendi...
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Wissenschaftlicher Aufsatz, 44 Seiten
Kommentar zu Michel Foucault "Überwachen und Strafen. Die Geburt ...
Hausarbeit, 14 Seiten
Michel Foucaults Überwachen und Strafen im Kontext von Macht, Wahrhe...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 16 Seiten
Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde II - Analyse u...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 24 Seiten
Foucault - Sozialisation des Gefangenen
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 15 Seiten
Die Verwandlung - Eine Interpretation über die innerfamiliären und per...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 18 Seiten
Une famille en pierre - Zu "L'Amant" von Marguerite Dura...
Romanistik - Französisch - Literatur
Hausarbeit, 13 Seiten
Olga Lantukhova hat einen neuen Text hochgeladen
Recht und Globalisierung - Droit et Mondialisation
Kongress der Schweizerischen V...
Marcel Senn, Barbara Fritschi, Philippe Avramov, Bénédict Winiger
0 Kommentare