Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Einführung und Zielsetzung 3
1.2 Aufbau der Arbeit 3
2 Sind Jungen die neuen Bildungsverlierer? 4
2.1 Die Lebenssituation der Jungen von heute 4
2.2 Daten und Fakten 6
3 Erklärungsversuche 7
3.1 Schattenseiten der Emanzipation 7
3.2 Feminisierung von Schule und Lebenswelt 8
3.3 Unterricht ist auf Mädchen ausgerichtet 10
3.4 Mädchen lernen anders, Jungen auch 11
4 Wege aus der Misere 13
4.1 Männerquote für Kindergarten und Schule? 13
4.2 Zurück zur Monoedukation? 14
4.3 Geschlechtergerechter Unterricht 15
5. Zusammenfassung und Fazit 18
Literaturverzeichnis 20
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1 Einleitung
1.1 Einführung und Zielsetzung
Jungen, das neue schwache Geschlecht? Noch vor gar nicht langer Zeit war es umgekehrt und die Frau galt als das zu fördernde Geschlecht. Im Zuge der Frauenbewegung wurden berechtigterweise zahlreiche Programme eingeführt, die speziell die Mädchen fördern sollten. Die deutsche Bildungspolitik richtete lange ihre Bemühungen nur zugunsten der Mädchen aus. Mädchen bekamen Privilegien. Zwar besetzen Männer auch heute noch immer die meisten Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft, verdienen besser und können laut dem Bestseller von Allan und Barbara Pease besser einparken, aber sind die Jungen immer noch in der Vorreiterposition oder hinkt der männliche Nachwuchs den Mädchen in der Schule hinterher?
Laut der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland beide Geschlechter im Schulsystem die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, denn das Grundgesetz schreibt vor, dass niemand wegen seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen und eben auch wegen seines Geschlechtes, benachteiligt oder bevorzugt werden darf. (vgl. Grundgesetz, 1949, Artikel 3) Aber haben Jungen und Mädchen tatsächlich dieselben Chancen auf eine gute Schulkarriere? Bietet das System Schule Jungen wie Mädchen dieselben Bedingungen? Werden die Fähigkeiten und Potenziale von beiden Geschlechtern gleichviel gefördert? Dieser Frage soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden.
1.2 Aufbau der Arbeit
Im ersten Teil dieser Hausarbeit werden zunächst die wichtigsten Daten und Fakten über die Lebenssituation der Jungen von heute zusammengetragen. Diese sollen aufzeigen, inwiefern Jungen die neuen Bildungsverlierer des Systems Schule sind.
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Im Anschluss daran erfolgt eine Suche nach den Ursachen für die obige Entwicklung. Dazu zählt die Feminisierung der kindlichen Umwelt als auch die Unterschiede im Lernverhalten. Im Zuge dieses Kapitels werden auch die nachteiligen Auswirkungen der Emanzipationsbewegung beleuchtet.
Im darauffolgenden Abschnitt erfolgt eine Auseinandersetzung mit den einschlägigen wissenschaftlichen und politischen Forderungen, die aus der Benachteiligung der Jungen resultieren. Hierzu zählt die Männerquote für Schulen und Kindergärten als auch der Ruf nach geschlechtergetrenntem Unterricht. Zum Schluss werden die Bedingungen des geschlechtergerechten Unterrichts diskutiert. Die Hausarbeit schließt ab mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Fazit.
2 Sind Jungen die neuen Bildungsverlierer?
2.1 Die Lebenssituation der Jungen von heute
Für viele Jungen ist es schwer geworden, ihre Rolle in der Welt zu finden. Was ist richtig? Wie benimmt sich ein „richtiger“ Mann? Was genau ist männlich und ist dies dann auch erwünscht? Was wird erwartet von einem Mann? Starker Macho oder doch lieber Softie? Aber von beidem bitte auch nicht zu viel. Die Erwartungen an einen kleinen Jungen sind verwirrend. (vgl. Schnack & Neutzling, 2000, 38ff.) Mädchen steht eine größere Zahl an Verhaltensweisen zur Verfügung. Sie dürfen Gefühle zeigen, dürfen mitfühlend und hilfsbereit sein, können aber auch gleichzeitig stark, wild und selbstbewusst auftreten. Sie dürfen Selbstverteidigungskurse besuchen ohne gleich als gewalttätig abgestempelt zu werden. Jungen hingegen stehen nur wenige Verhaltensweisen zur Verfügung. (vgl. Budde, 2007) Männliche Vorbilder sind knapp, auch identitätsfindende Männerrituale gibt es nicht mehr. Als sicher gilt nur, dass Männer anders als Frauen
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sind. Helden aus Film, Fernsehen und Computer werden als Rollenvorbilder herangezogen. Wer als „echter“ Junge anerkannt werden möchte und nicht als Streber, der muss den Unterricht stören und alles was mit Schule zu tun hat, blöd finden, denn in der Schule gilt es als uncool, wenn man aufpasst und gute Noten schreibt. Auch auf dem Arbeitsmarkt wird es gerade für junge Männer aus den bildungsfernen Schichten kritisch. Tätigkeiten, wo männliche Fähigkeiten wichtig sind, werden immer rarer. Soft Skills, wie Kommunikationsfähigkeit und Dienstleistungsbereitschaft hingegen, werden immer bedeutender. Und diese liegen besonders den Frauen. Des Weiteren trifft einen Jungen die Erwerbslosigkeit besonders, denn ihm fehlen im Gegensatz zu den Mädchen die Alternativen. Der Weg: „Dann werde ich eben Hausfrau und Mutter“ ist für sie leider immer noch nicht ausreichend gesellschaftlich anerkannt. (vgl. Thimm, 2005) Auch beim Thema Gewalt kann man deutlich sehen, wie sich die Ansichten gewandelt haben. Früher war eine Schulhofrangelei eben keine große Sache, heute wird sie als Gewaltvorfall gesehen und die „Täter“ stehen mit einem Bein in der Erziehungsberatungsstelle und werden zum Anti-Gewalttraining geschickt. (vgl. Etzold, 2002) In manchen Kindergärten ist das Mitbringen von Waffen untersagt und auch Eltern versuchen, alles Gewalttätige von ihren Kindern fern zu halten. Laut Gerard Jones brauchen Jungen aber das Spiel mit Waffen um lernen zu können, mit Gewalt umzugehen. Für die Persönlichkeitsentfaltung müssen aggressive Fantasien ausgelebt werden dürfen. Natürlich soll hier Gewalt nicht verherrlicht werden, aber gehören Raufereien nicht zum Jungssein dazu und ist dies nicht in einem bestimmten Alter nun mal die Art von Jungen, Konflikte zu lösen? (vgl. Jones, 2005, S. 196ff.)
In der heutigen Gesellschaft gilt männlich gleich negativ. Männer sind grundsätzlich die Täter. Wildes Temperament ist bei Mädchen gern gesehen, Jungen gelten bei gleichem Verhalten als gestört. Sobald
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Jungen sich wie Jungen benehmen, wird dies bestraft. Es reicht schon, mit ausgestrecktem Zeigefinger jemanden erschießen zu wollen. Diese gesellschaftliche Grundstimmung hinterlässt auch bei kleinen Jungen ihre Spuren. Von klein auf lernen Jungen, dass alles, was sie gerne tun als schlecht angesehen wird und nur Mädchen „richtige“ Dinge tun. (vgl. Beuster, 2007, S.94ff.)
2.2 Daten und Fakten
Viele Fakten sprechen dafür, dass Jungen in der heutigen Gesellschaft benachteiligt sind: Schon bei Schulbeginn zeichnen sich die ersten Unterschiede ab. Jungen werden zu fast 6 Prozent und Mädchen zu nur 3,5 Prozent zurückgestellt.
Eine weitere Benachteiligung der Jungen wird beim Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule deutlich. Jungen müssen für eine Gymnasialempfehlung eine höhere Leistung erbringen als Mädchen.
Und so geht es weiter: Mädchen machen häufiger Abitur, bleiben seltener sitzen und haben im Durchschnitt bessere Noten. Zwei Drittel aller Sonderschüler sind Jungen und auf den Hauptschulen sind sie auch in der Mehrzahl. Zweimal so viele Jungen wie Mädchen müssen in den so genannten Berufsvorbereitungsjahren aufgefangen werden, weil sie keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Fast doppelt so viele Jungen wie Mädchen beenden Ihre Schulkarriere ohne Abschluss. Und so sind sie weit häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Jungen und Mädchen zeigen unterschiedliche Leistungen in den jeweiligen Fächern. Jungen schneiden in geringem Maße in den naturwissenschaftlich/mathematischen Fächern besser ab. Mädchen hingegen zeigen aber eine deutlich höhere Lesekompetenz. Diese Differenz verstärkt sich noch in der weiteren Schullaufbahn. (vgl. vbw, 2009, S. 13ff.)
Auch besteht ein Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlichen Ansehen einer Schule und dem Anteil der Mädchen, die diese
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Arbeit zitieren:
Annika Schenck-Mwandaro, 2009, Jungen – die neuen Sorgenkinder der Schule?, München, GRIN Verlag GmbH
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