Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 DIE MARXISTISCH-SOZIALISTISCHE PÄDAGOGIK 4
2.1 Erziehungs- und Bildungsziele 4
2.2 Bildungssystem der DDR 6
3 KÖRPERKULTUR 7
3.1 Sport. 7
3.2 Körpererziehung. 8
3.3 Erziehung im und durch Sport. 8
3.3.1 Körpererziehung im Vorschulalter 9
3.3.2 Lehrpläne des Sportunterrichts an der Oberschule. 9
3.3.3 Der außerunterrichtliche und außerschulische Sport. 11
3.3.4 Wehrerziehung. 12
4 FAZIT 13
LITERATURVERZEICHNIS 14
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Patric Hahn: Das Erziehungskonzept des DDR-Schulsports
1 Einleitung
Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8.Mai 1945 und dem damit einhergehenden Zusammenbruch des NS-Regimes, teilten die alliierten Siegermächte (USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion) Deutschland in vier Besatzungszonen auf und erhielten durch das Einsetzen eines Alliierten Kontrollrates offiziell die Regierungsgewalt. Im Juli/August 1945 wurden auf der Potsdamer Konferenz u.a. neue Inhalte, Richtlinien und Zielen für das zukünftige Erziehungs- und Bildungssystem Deutschlands formuliert. Trotz der gemeinsamen Überzeugung, dass „die nazistischen und militaristischen Lehren völlig ausgemerzt“ (Peiffer, 2001, S. 372) werden müssen, sollte es nicht sehr lange dauern bis die Zusammenarbeit der Alliierten erste Risse bekam. So konnte keine Einigkeit über die Art und Weise der weiteren Behandlung Deutschlands erzielt werden. Dies lag nicht nur daran,
„dass das Demokratieverständnis der sowjetischen Besatzungsmacht sich grundlegend unterschied von dem der westlichen Alliierten“ (Peiffer, 2001, S. 372).
Auch wirtschaftliche Vorstellungen ragten weit auseinander. So schlossen sich die USA und Großbritannien zur ‚Bizone‘, einer Vereinigung auf wirtschaftlicher Basis, zusammen. Die Antwort der Sowjetunion auf diese von ihnen missbilligte Vereinigung, war die ‚Deutsche Wirtschaftskommission‘, welche die Umwandlung zur Planwirtschaft darstellte. Diese unüberbrückbaren Konflikte der politischen Systeme ließen die, anfangs nur für eine kurze Übergangszeit geplanten, Grenzen der Besatzungszonen weiter anschwellen und sie im Laufe der Zeit zu unüberwindbaren Hürden zwischen Ost und West anwachsen. 1949 kommt es schließlich zur Gründung zweier deutscher Staaten. Am 24.Mai 1949 wird die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet, am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die Entwicklung beider Staaten verlief nun vollkommen getrennt voneinander.
Durch die starke Prägung der Sowjetunion kam es in der DDR nicht zu einer sich eigenständig entwickelnden parlamentarischen deutschen Republik.
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Patric Hahn: Das Erziehungskonzept des DDR-Schulsports Die DDR wird nach einem kommunistischen System regiert, versteht sich zwar als Volksdemokratie unter der Diktatur des Proletariats, was die intensive Orientierung am Marxismus-Leninismus ausdrückt. Allerdings war die DDR trotz der verschiedenen Parteien in der ‚Nationalen Front‘ ein autoritäres Einparteiensystem unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei
Deutschland (SED). (vgl. Martin,1972, S.19) Da sich die SED allerdings als Partei der Arbeiterklasse definierte, sah man in der der Lehre von Marx und Lenin die Rechtfertigung für diese Diktatur der SED. Es galt diese Ideologie auch in den Köpfen der DDR-Bürger zu verankern. Die folgenden Kapitel betrachten die Konstruktion und Verwirklichung des Erziehungs- und Bildungskonzept der DDR. Es wird das allgemeine Schulsystem der DDR erläutert. Im weiteren Verlauf wird dann die Rolle des Sports, insbesondere des Schulsports, im Erziehungskonzept der DDR genauer betrachtet.
2 Die marxistisch-sozialistische Pädagogik
In der SBZ, später DDR, stand man im schulischen Bereich vor einem Nichts. Das ist einer der Gründe, weswegen aus dem Wiederaufbau ein Neuaufbau vollzogen werden konnte. (vgl. Martin, 1972, S.28) Noch bevor die DDR gegründet war, strebte man in der SBZ eine Politisierung der Schule an und erhoffte sich dadurch eine Aktivität für den demokratischen Staat, sowie ein sittliche Widerstandsfähigkeit unter den Kindern und Jugendlichen zu verbreiten, welche weiterhin mit dem bereits erwähnten Ziel der Entnazifizierung einherging.
Erziehungs- und Bildungsziele 2.1
Erziehungsziele werden von gesellschaftlichen Werten und Normen geprägt. In der DDR wurden diese Vorstellungen von einer sozialistischen Gesellschaft bestimmt. Es sollen Menschen herangezogen werden, „die ihr Leben dem Wohle ihres Volkes unterordnen und ihre ganze Kraft für die nationalen und sozialen Ziele einsetzen“ (Groth, 1955, S. 652). Dem persönlichen Erziehungsziel wurde in der DDR keinerlei Beachtung geschenkt. Das Individuum musste den Zielen der Gemeinschaft folgen. Inhalte und Methoden wurden von der SED vorgegeben. Platz für private Vorstellungen gab es keinen. Die sozialistische Erziehung wurde besonders von patriotischen
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Patric Hahn: Das Erziehungskonzept des DDR-Schulsports Merkmalen gekennzeichnet, verdeutlicht wird dies beispielsweise durch ein Programm der SED, welches ‚Zehn Gebote der sozialistischen Moral‘ beinhaltet:
„1. Du sollst Dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse [...] sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen. 2. Du sollst Dein Vaterland lieben und stets bereit sein, Deine Kraft und Fähigkeit für die Verteidigung der Arbeiter- und Bauernmacht einzusetzen. [...] 4. Du sollst gute Taten für den Sozialismus vollbringe, denn der Sozialismus führt zu einem besseren Leben für alle Werktätigen. [...] 7. Du sollst stets nach Verbesserung Deiner Leistungen streben, sparsam sein und die sozialistische Arbeiterdisziplin festigen. 8. Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und des Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen. [...]“ (Schmitt, 1980, S.40).
Vom Kindesalter an wird den DDR-Bürgern vermittelt, dass der ‚Klassenkampf‘ im Kapitalismus irgendwann zu dessen Untergang führt und nur der Weg der sozialistisch-kommunistischen Welt zu einer klassenlosen Gesellschaft der richtige sein kann.
Nicht überraschend ist, dass dieses Ziel beinahe identisch war mit dem marxistischen Erziehungsverständnis, welches eine ideologisch-parteiliche Ausrichtung des pädagogischen Bereiches forderte. Auch weitere Überzeugungen Karl Marx` fanden in der Entwicklung des ostdeutschen Bildungssystems ihre Verwirklichung. Neben öffentlicher, unentgeltlicher Erziehung, fand seine Forderung von der Vereinigung der Erziehung und der materiellen Produktion in der Schulreform der DDR seine Verwirklichung in der polytechnischen Oberschule. Marx war der Auffassung, dass der Mensch erst durch die ‚bewusst vollzogene Arbeit‘ zu einem vollständigen Wesen wurde. Seine Lehren zufolge, führte die kapitalistische Arbeitsteilung und der wachsende Einfluss der Maschinen zu einer Degradierung des Arbeiters hin zu einem Zubehör eben dieser Maschinen. Andererseits verstand er die Bedürfnisse der großen Industrie. (vgl. Kramer, 1972, S.14)
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Arbeit zitieren:
Patric Hahn, 2009, Erziehungskonzept des DDR-Schulsports, München, GRIN Verlag GmbH
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Kinder- und Jugendsport in der DDR
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