Fachseminar Deutsch 5. Unterrichtsbesuch am 11.05.2007
1 Bedingungsanalyse
1.1 Kurzbeschreibung der Lerngruppe
Die Lerngruppe DR51/52/53 besteht aus Schülern 1 der derzeitigen Mittelstufe, die eine duale Ausbildung absolvieren möchten. Am Unterricht nehmen insgesamt 20 Schüler, 9 männliche und 11 weibliche, teil. Bezogen auf Ausbildungsberuf, Altersstruktur, abgebende Schulen und Schulabschluss ergibt sich folgendes Bild:
1.2 Lernbedingungen
Der Unterricht im Fach Deutsch/Kommunikation fi ndet freitags von 9.15 Uhr bis 10.45 Uhr statt. Ich kenne die Schüler seit einem Jahr und unterrichte sie sowohl im Fach Deutsch/ Kommunikation als auch in berufl ichen Fächern im Rahmen des selbständigen Unterrichts und des Unterrichts unter Anleitung. Die Schüler haben Blockunterricht (drei Blöcke à vier Wochen pro Schuljahr). Die heutige Stunde ist die letzte Unterrichtsstunde des Schuljahres im Fach Deutsch/Kommunikation. Drei Schüler der Lerngruppe verkürzen ihre Ausbildung und hatten am 08.05.2007 ihre theoretische Abschlussprüfung. Sowohl Lernstand als auch Lernbereitschaft der DR51/52/53 sind insgesamt als gut zu beurteilen. Einige Schüler können komplexe Inhalte eigenständig erschließen und erarbeiten und haben bereits eine weit entwickelte Analyse-, Refl exions- und Beurteilungskompetenz. Demgegenüber fordern einige Schüler konkrete (Arbeits-)Anweisungen ein. Fast alle Schüler haben gute kommunikative Fähigkeiten: Sehr viele kennen und wenden Regeln der mündlichen Kommunikation an. Auch, was die schriftsprachliche Kompetenz betrifft, sind die Schüler größtenteils leistungsfähig, sie verfügen z.T. über eine ausgeprägte Ausdrucksfähigkeit. Einige Schüler haben leichte bis mittelmäßige Schwierigkeiten mit dem sprachnormgerechten Schreiben, besonders bei einem Schüler nichtdeutscher Herkunft zeigt sich dieses Problem.
Hinsichtlich des Methodenstandes ist zu konstatieren, dass die Schüler mit Gruppen-und Partnerarbeit vertraut sind. Sie arbeiten gerne in Gruppen und sind daran gewöhnt, oftmals in dieser Sozialform zu agieren. Geübt werden muss noch die Durchführung und Auswertung von Präsentationen. Bei Präsentationsphasen zeigen sich einige Schüler wenig selbstbewusst und wenig souverän.
Der Klassenraum ist angemessen: Er ist hell, ruhig und groß, verfügt über eine feststehende Tafel und bietet ausreichend Platz für Plakate an den Wänden. Als besonders positiv hervorzuheben ist die Lernatmosphäre: Die Schüler sind außerordentlich kooperativ und freundlich, weshalb mir der Unterricht bei ihnen sehr viel Freude bereitet.
SEITE 1 1 Aus stilistischen Gründen verzichte ich im Folgenden auf die Differenzierung von männlichen und weiblichen Schülern.
Fachseminar Deutsch 5. Unterrichtsbesuch am 11.05.2007
2 Didaktische Entscheidungen
2.1 Thematischer Zusammenhang und Richtlinienbezug
Als Grundlage für meine didaktischen Entscheidungen dient der Lehrplan zur Erprobung für das Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen DEUTSCH/KOMMUNIKATION 2 und die didaktische Jahresplanung für den Bildungsgang Druck/Medien 3 .
Im vorhergehenden Block haben die Schüler das Thema „Sprachnormgerechtes Schreiben im Beruf“ erarbeitet, vorrangig ging es hier um die Repetition von Regeln und die Erschließung neuer Regeln der deutschen Rechtschreibung. Im Fokus dieser Reihe stand die Ermöglichung selbständigen Lernens und die Wahrnehmung von binnendifferenzierenden Angeboten. In der sich anschließenden Unterrichtssequenz „Angewandte Werbesprache“ wird auf das vorhergehende Thema insofern Bezug genommen, als dass es notwendig ist, schriftsprachliche Normen zu kennen und ggfs. bewusste, intendierte Regelverstöße gegen orthografi sche Regeln vorzunehmen.
Diese Unterrichtssequenz fi ndet sich wie folgt in der didaktischen Jahresplanung wieder:
Schwerpunkt der Unterrichtssequenz „Angewandte Werbesprache“ ist die inhaltliche und formale Untersuchung von Slogans. Wir haben uns für diesen sprachlichen Baustein der Werbung entschieden, da er uns interessiert und viel Potenzial zur Analyse, aber auch zur eigenen produktiven Arbeit bietet. Da uns lediglich acht Unterrichtsstunden zur Verfügung stehen, musste diese Reduktionsentscheidung getroffen werden, wenngleich die Schüler viele Anregungen und Interessensgebiete im Bereich der Werbesprache genannt haben (z.B. Untersuchung von Wahlwerbespots, Untersuchung von Jingles, Untersuchung von Headlines in Werbeanzeigen uvm.). Leider konnten diese Themen aus Zeitgründen nur teilweise und stark verkürzt in die Unterrichtssequenz im Fach Deutsch/Kommunikation einfl ießen. Allerdings steht im berufl ichen Fach Mediengestaltung ein Zeitkontingent zur Verfügung, welches eine Thematisierung der von den Schülern gewünschten Schwerpunkte im Rahmen der Lernsituation erlaubt.
Die heutige Unterrichtseinheit fördert sprachliche Kompetenzen insbesondere aus dem Kompetenzbereich „Texte erstellen und präsentieren“ und aus dem Bereich „Kommunikation aufnehmen und gestalten“ 4 , denn es geht darum, dass die Schüler selbst entwickelte Slogans in einem agenturinternen Meeting präsentieren, beurteilen und eine kundenorientierte Entscheidung für einen Slogan (oder mehrere Slogans) vornehmen.
Einen Überblick über die gesamte Unterrichtssequenz für das Fach Deutsch/Kommunikation und die Einbettung der heutigen Stunde bietet die folgende Seite:
SEITE 2 2 Herausgegeben vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf, 8/2000.
3 Didaktische Jahresplanung für den Bildungsgang Druck/Medien, Walter-Gropius-Berufskolleg der Stadt Bochum, 2006.
4 vgl. Lehrplan zur Erprobung, S. 10ff.
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SEITE 3 5 UE = Unterrichtseinheit (in chronologischer Abfolge)
Fachseminar Deutsch 5. Unterrichtsbesuch am 11.05.2007
2.3 Angestrebte Kompetenzzuwächse
2.3.1 Ziel der Unterrichtssequenz
Das Ziel der Unterrichtssequenz ist die Analyse der inhaltlichen und sprachlichen Gestaltung von Slogans in Werbeanzeigen und die kreative Produktion eigener Slogans.
2.3.2 Ziel der Unterrichtseinheit
In der heutigen Unterrichtseinheit präsentieren die Schüler in Teams entwickelte Slogans für die fi ktive Marke „Ronca“ (Fruchtstieleis) innerhalb eines agenturinternen Meetings, sie bewerten ihre Slogans kriteriengeleitet und sie entscheiden sich gemeinsam für einen Slogan oder mehrere Slogans, die sie dem Kunden präsentieren würden.
2.3.3 Fachkompetenz
Die Schüler können ihre Fachkompetenz erweitern durch... ... die Erläuterung zielgruppengerechter, eigens entwickelter Slogans für „Ronca“ (fi ktive Marke des Speiseeisproduzenten Roncadin), indem sie die sprachliche Gestaltung begründen. ... die zunehmende Professionalisierung ihrer berufl ichen Kommunikation, indem sie im simulierten, agenturinternen Meeting Kommunikationsregeln beachten und anwenden. ... die kriteriengeleitete Analyse und Bewertung, indem sie die Slogans der einzelnen „Kreativteams“ auf Inhalt und Form untersuchen und eine begründete Beurteilung vornehmen.
2.3.4 Methoden- und Lernkompetenz
Die Schüler können ihre Methoden- und Lernkompetenz erweitern durch... ... die Weiterentwicklung ihrer Entscheidungskompetenz, indem sie sich gemeinschaftlich, begründet und kundenorientiert auf einen Slogan (ggfs. mehrere Slogans) festlegen. ... die selbstkritische Refl exion ihres Lernzuwachses, indem sie diesen auf (rot- bzw. grünfarbigen) Feedbackkarten verbalisieren.
2.3.5 Sozialkompetenz
Die Schüler können ihre Sozialkompetenz erweitern durch... ... die Beachtung und Anwendung sozialer und gemeinschaftsorientierter Regeln, indem sie diese sowohl in ihrem „Kreativteam“ als auch im Meeting berücksichtigen. ... die Verwendung von positivem Feedback und konstruktiver Kritik, indem sie vor allem während der Präsentationsphase und der Auswertungsphase davon Gebrauch machen. ... das Zurückstellen der eigenen Meinung, indem sie die Entscheidungen der Mitschüler akzeptieren und nicht insistent die eigene Entscheidung verteidigen.
Arbeit zitieren:
Tina Schröder, 2007, "Angewandte Werbesprache: Gestaltung von Slogans" als Thema einer Unterrichtsstunde im Berufskolleg , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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DOI
Zur Rolle der Frauen in Wolframs von Eschenbach "Parzival"
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