Fachseminar Drucktechnik 5. Unterrichtsbesuch am 11.09.2007
1 Bedingungsanalyse 1.1 Kurzbeschreibung der Lerngruppe Die Schüler 1 der Lerngruppe absolvieren eine Ausbildung zum Gestaltungstechnischen
Assistenten und streben zugleich die Fachhochschulreife an. Die insgesamt 19 Schüler besuchen derzeit die Unterstufe (Klasse 11). Von den 19 Schülern sind 9 männlich, 10 weiblich. Drei Schüler wiederholen die Klasse 11. Sowohl hinsichtlich der Alterstruktur als auch in Hinblick auf die bisher besuchten Schulformen und erreichten Bildungsabschlüsse weist die Lerngruppe eine insgesamt eher heterogene Struktur auf:
1.2 Lernbedingungen
Im Rahmen des Unterrichts unter Anleitung begleite ich die Lerngruppe seit Beginn des Schuljahre s 2007/2008 im Fach Bild- und Textgestaltung. Bisher habe ich sieben Unterrichtseinheiten à 45 Minuten unterrichtet. Der Unterricht erfolgt dienstags in der Zeit von 11.45 Uhr bis 14.15 Uhr, unterbrochen durch eine 15-minütige Pause von 12.30 Uhr bis 12.45 Uhr. In der Regel fi ndet der Unterricht im Computerraum (E13) statt, zugleich steht uns jedoch auch der reguläre Klassenraum (E11) zur Verfügung. Die heutige Stunde fi ndet im Klassenraum statt, da keine Arbeit am Computer vorgesehen ist. Der Klassenraum verfügt über alle nötigen Medienvorrichtungen, die für diese Stunde benötigt werden. Der Overheadprojektor ist um diese Zeit nur bedingt nutzbar, da der Raum nicht abgedunkelt werden kann. Aufgrund der relativ kurzen Unterrichtszeit, die ich bislang in der Lerngruppe hatte, stützt sich meine Analyse zu Lernstand, Lernbereitschaft und Methodenkompetenz auf meine Kurzzeitbeobachtungen und auf Eindrücke meiner Kollegen.
Den Lernstand innerhalb der Lerngruppe schätze ich als eher heterogen ein: Ein Großteil der Schüler ist mit Gestaltungsgrundlagen kaum bis gar nicht vertraut und bringt aus der zuvor besuchten Schulen wenige Erfahrungen mit. Die drei Schüler, die die Klasse 11 wiederholen, sind ihren Mitschülern hinsichtlich des Wissens und Könnens allerdings überlegen. Ein weiterer Schüler, der bereits die allgemeine Hochschulreife erlangt hat, zeigt im Unterricht eine hohe Problemlösungs- und Analysefähigkeit. Viele Schüler sind bisher eher zurückhaltend und schüchtern, so dass deren Lernstand schwierig zu beurteilen ist. Bezogen auf die Lernbereitschaft fallen allerdings vier Schüler aufgrund ihres Engagements und ihrer Motivation auf, sie beteiligen sich kontinuierlich am Unterricht. Was die Methodenkompetenz angeht, so ist zu konstatieren, dass sich bei Gruppenarbeiten zur Förderung der Kooperations-, Kommunikations- und Sozialkompetenz insbesondere in einer Gruppe Schwierigkeiten ergaben. Die Schüler dieser Gruppe verwehrten sich der gemeinschaftlichen Arbeit trotz Beratungsversuchen und Hilfsmitteln zur sinnvollen Arbeitsteilung. Anschließende Präsentationen einschließlich des freien Sprechens vor Publikum behagt den meisten Schülern noch nicht. Zum einen zeigen sich die Schüler unsicher und wenig souverän, zum anderen können die wenigsten Schüler frei vor Publikum sprechen, ohne von den vorbereiteten Medien (z.B. Plakaten) abzulesen.
1 1 Aus stilistischen Gründen verzichte ich im Folgenden auf die Differenzierung von männlichen und weiblichen Schülern.
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2 Didaktische Entscheidungen 2.1 Thematischer Zusammenhang und Richtlinienbezug
Die didaktischen und methodischen Entscheidungen basieren auf dem Lehrplan zur Erprobung, Staatlich geprüfter Gestaltungstechnischer Assistent, Schwerpunkt Medien/Kommunikation 2 , und der (bisher noch nicht vollständig erarbeiteten) didaktischen Jahresplanung des WGBK für die Gestaltungstechnischen AssistentInnen 3 .
Die heutige Unterrichtseinheit ist folgendem Lernfeld zugeordnet und in folgende Lernsituation eingebettet:
In dieser Lernsituation durchlaufen die Schüler erstmals den Gestaltungsprozess von der Entwicklung eigener Ideen bis zur Herstellung eines Präsentationslayout. Als reales Gestaltungsprodukt dient hierbei das Piktogramm, dessen Besonderheiten in Bezug auf Funktion, Merkmale und Bedeutung bestimmter Farben und Formen vor der eigentlichen Ideensammlung erarbeitet werden. Unter Berücksichtigung der laut Lehrplan angedachten Handlungsorientierung setzen sich die Schüler nicht nur mit theoretischen Grundlagen zum Piktogramm (s.o.) auseinander, sondern stellen auch eigens ein Piktogramm mit einer bestimmten Aussage („Vorsicht Dieb!“) her. Dabei wenden die Schüler alle zuvor erarbeiteten Grundlagen an. Im Fach Gestaltungslehre setzen sich die Schüler zusätzlich mit der Technik des Abstrahierens und Stilisierens auseinander. Die Erfahrungen, die sie dort sammeln, können sie im Fach Bild- und Textgestaltung auf die Entwicklung eines Piktogramms transferieren. Methodische Vorgaben laut Lehrplan und Richtlinien betreffen das Anwenden kooperativer Lernmethoden: Die angehenden Gestaltungstechnischen Assistenten müssen fähig sein, „Arbeitsleistung im Team zu erbringen und in geeigneter Form zu präsentieren“ 4 . Dieser Forderung kommen wir nach, indem wir die Schüler progressiv mit Methoden wie Think-Pair-Share, Placemat, Gruppenpuzzle, Lerntempoduett u.a. vertraut machen und die Axiome des Kooperativen Lernens praktisch vermitteln.
Didaktische Reduktionsentscheidungen betreffen in dieser ersten Lernsituation vor allem den Bereich der Semiotik. An exemplarischen Piktogrammen werden Formen, Farben und Bedeutungen analysiert, soweit es für die Entwicklung eines eigenen Piktogramms notwendig ist. Allerdings kann zu diesem Zeitpunkt keine umfassende semiotische Analyse erfolgen, zumal dies auch eher das Fach Gestaltungslehre betrifft. In dieser Lernsituation werden infolgedessen lediglich erste Grundlagen der Semiotik erarbeitet. Im Fach Gestaltungslehre wird die Semiotik mithilfe komplexer Medienprodukte zu einem späteren Zeitpunkt vertieft.
2 2 Herausgegeben vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf, Heft 40309, 2005.
3 Didaktische Jahresplanung für den Bildungsgang GTA, Walter-Gropius-Berufskolleg der Stadt Bochum. Die Didaktische Jahresplanung ist derzeit noch in Erarbeitung.
4 Richtlinie zur Erprobung für die Bildungsgänge der Berufsfachschule nach APO BK Anlage C. Herausgegeben vom Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen, Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf, 2004.
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In der nachfolgenden Lernsituation 2 erproben die Schüler mithilfe eines anderen Produktes erneut den berufstypischen Gestaltungsprozess. Dabei steht dann das Logo im Vordergrund. Diese Lernsituation ist wesentlich umfangreicher, da hierbei auch Aspekte wie Designvorgaben und der komplexe Bereich „Corporate Identity“ erarbeitet werden müssen. Die folgende Übersicht zeigt den prozessualen Ablauf der Lernsituation 1 im Lernfeld 1.
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2.2 Angestrebte Kompetenzzuwächse
In der Lernsituation setzen sich die Schüler mit der Gestaltung von Piktogrammen auseinander, indem sie die Funktion von Piktogrammen bestimmen, Merkmale für die Gestaltung von Piktogrammen erarbeiten, in Gruppen ein Piktogramm für einen fi ktiven Kunden erstellen und indem sie die selbst erstellten Piktogramme kontrollieren und bewerten.
2.2.1 Handlungsziel der heutigen Unterrichtseinheit
In der heutigen Unterrichtseinheit lernen die Schüler, mithilfe der Morphologischen Matrix Ideen für mögliche Piktogrammumsetzungen im Team zu entwickeln.
2.2.2 Fachkompetenz
Die Schüler erweitern ihre Fachkompetenz, indem sie... ... erarbeitete Merkmale für die Gestaltung von Piktogrammen repetieren und auf eigene Piktogrammgestaltungen anwenden. ... Ideen in Form von einfachen Scribbles visualisieren. ... Ideen in Bezug auf Merkmale von Piktogrammen überprüfen und beurteilen. 2.2.3 Methodenkompetenz
Die Schüler erweitern ihre Methodenkompetenz, indem sie... ... die Morphologische Matrix als Hilfsmittel für die Ideenfi ndung anwenden. ... innerhalb ihrer Gruppe z.T. arbeitsteilig vorgehen. ... sich für eine Piktogrammidee unter Berücksichtigung der erarbeiteten Merkmale für Piktogramme entscheiden. ... die Anwendung der Morphologischen Matrix refl ektieren bzw. die Vorteile der Morphologischen Matrix erörtern. 2.2.4 Sozialkompetenz
Die Schüler erweitern ihre Sozialkompetenz, indem sie... ... in einer Gruppe gemeinschaftlich arbeiten und kooperieren. ... fair und sachlich Ideen ihrer Mitschüler analysieren und beurteilen. ... für eigene Entscheidungen einstehen und Entscheidungen ihrer Mitschüler akzeptieren und tolerieren.
Arbeit zitieren:
Tina Schröder, 2007, Anwendung der "Morphologischen Matrix" zur Entwicklung von Ideen für die Gestaltung eines Piktogramms mit der Aussage "Vorsicht Dieb!" im Rahmen eines fiktiven Kundenauftrags, München, GRIN Verlag GmbH
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