1. EINLEITUNG. 2
2. DIE WECHSELWIRKUNG ZWISCHEN GESELLSCHAFT UND FAMILIÄRER
SOZIALISATION. FRÜHER UND HEUTE. 4
2.1. DIE BISHERIGE STRUKTUR IN HAUSHALT UND FAMILIE. 4
2.2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE SOZIALISATION. 8
3. GESCHLECHTER-ARRANGEMENTS 13
3.1. MÄNNER UND HAUSARBEIT 13
4. BRAUCHEN WIR EINE NEUE BEWERTUNG VON ARBEIT? 18
5. SCHLUSSBETRACHTUNGEN. 19
6. LITERATURVERZEICHNIS 22
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1. Einleitung
Die Orientierungen für Männer sind schwieriger geworden. Früher haben sie sich nur an einem lange gepflegten und die Vorstellung vom Mannsein beherrschenden Männerbild orientiert, heute können sie sich zwischen vielen unterschiedlichen Männerbildern entscheiden. Viele Männer haben eine genauere Vorstellung davon, wie Frauen sein sollten, als sie selbst. Den Stress, dem sich Männer heute ausgesetzt fühlen, haben Frauen schon lange. Im Verlauf der Geschichte mussten sie sich viele Kompetenzen aneignen, um Familien- mit Berufsleben zu vereinen. Männer versuchen dies erst seit kurzem. Heute wollen sich immer weniger Frauen zwischen Beruf und Familie entscheiden, sie erheben Anspruch auf beides. Die Gesellschaft ist von beiden Arbeitsformen, der privaten wie der marktvermittelten, gleichermaßen abhängig. „(…) Erwerbssphäre braucht die familialen
Arbeitsleistungen: Sozialisation und Regeneration, weil diese die Arbeitskräfte für den Produktionsprozess lebendig halten.“ (Wolde 1995:301/302). Doch wie verhalten sich beide Geschlechter in dieser neuen Situation? In meiner Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, inwieweit Männer den Frauen ihre Rolle als Hausfrau und Mutter streitig machen, ob sie dies überhaupt tun? Es soll untersucht werden, ob in diesem Bereich ein Wandel innerhalb der Geschlechter stattgefunden hat. Als Ausgangsgrundlage dient hier die Theorie zum Wandel in den
Geschlechterbeziehungen von Pfau-Effinger (2000), wobei ich mich ausschließlich auf die Mikroebene (Geschlechter-Arrangements) konzentrieren werde. Pfau-Effinger erklärt in ihrer Theorie, dass sich die Möglichkeiten sozialen Wandels erhöhen, wenn sich auf der Ebene des kulturellen oder des sozialen Systems Widersprüche entwickeln und damit der Grad der kulturellen bzw. sozialen Integration sinkt. Wandel tritt jedoch erst dann auf, wenn diese Widersprüche von bestimmten sozialen Akteuren aufgegriffen werden und diese versuchen, Veränderungsprozesse auf einer der beiden Haupt-Ebenen zu erzielen, z.B. wenn sich „Machtbalancen“ im Geschlechter-Arrangement zugunsten bzw. zu Lasten bestimmter sozialer Gruppen verschieben. (Pfau-Effinger 2000:77)
Soziale Gruppen, die einen Wandel herbeiführen wollen, werden dabei versuchen, jeweils auf der Ebene (Kultur, bzw. Idee oder Struktur bzw. Interessen) anzusetzen, auf der die Integration geringer ist und die Widersprüche stärker ausgeprägt sind. Stellt man sich die Frage, wodurch egalitäre Geschlechterstrukturen gekennzeichnet
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sind, dann stellt die „Gleichheit“ einen Typ von „distributiver“ Gerechtigkeit dar, wobei „Gleichheit“ darauf ausgerichtet ist, dass Menschen auf soziale Ressourcen gleiche Ansprüche haben. (Pfau-Effinger 2000:78)
Zur Anfang meiner Hausarbeit stelle ich die These auf, dass gesellschaftliche Umstände die Erziehung bedingen und umgekehrt. Nicht nur das gesellschaftliche Umfeld ist für die Situation, wie wir sie vorfinden, verantwortlich zu machen, sondern zum größten Teil die männliche Sozialisation, sprich bereits die Erziehung im Kindesalter. Pfau-Effinger weist in ihrer Theorie darauf hin, dass Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in den Rechten von Frauen und Männern gegenüber dem Wohlfahrtsstaat, sich unter anderem aus der besonderen Stellung ergeben, die Frauen in vielen Ländern einnehmen, die sie hauptsächlich für das „caring“ zuständig machen. (Pfau-Effinger 2000:78). Genau das ist auch für die Betrachtung der Situation in Deutschland von Bedeutung. Werden also nach wie vor ausschließlich Frauen für diesen Bereich verantwortlich gemacht oder sieht man langsam mehr Männer in diesem Bereich.
Als Geschlechter-Arrangement wird das Profil, das Geschlechtsbeziehungen in einer Gesellschaft annehmen, bezeichnet. Kulturelle und institutionelle Grundlagen des Arrangements werden auf der Grundlage der Langzeitigkeit solcher Arrangements sowie von Aushandlungsprozessen und Kompromissbildung zwischen sozialen Akteuren in der aktuellen historischen Situation gebildet. Individuen oder soziale Gruppen treten mit unterschiedlichen Interessen, Ressourcen und Machtmöglichkeiten in Verhandlungsprozesse ein. (Pfau-Effinger 2000:71). Innerhalb der Geschlechter-Arrangements setzt sich Egalitäres durch, wobei der Erfolg der Frauenbewegung als wichtige, zentrale Voraussetzung erachtet wird. Die Struktur meiner Hausarbeit möchte ich an drei groben Punkten festmachen. Ich gehe davon aus, dass die gesellschaftlichen Umstände die Erziehung der Kinder bedingen, umgekehrt bedingt die Erziehung der Kinder auch die Gesellschaft. Für die rollenspezifische Arbeitsteilung ist folglich nicht nur der gesellschaftliche Rahmen, sondern zum größten Teil die geschlechtsspezifische, in diesem Fall die männliche, Sozialisation verantwortlich zu machen. Dabei möchte ich die Arbeitssphären von Frauen und Männern innerhalb von Familie näher betrachten, um hier eine rollenspezifische oder eine veränderte Aufgabenverteilung aufzuzeigen. Im Vordergrund der Betrachtungen steht die Familie und die Sozialisation der Kinder, die Bedeutung und Funktion von Familie, früher und heute. Gesellschaftliche
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Rahmenbedingungen lassen sich bei Betrachtungen dieser Art nicht ausblenden, von besonderem Interesse ist hierbei jedoch die Mikroebene. An den Schluss dieser Betrachtungen schließt sich die Frage nach einer neuen Definition von Arbeit, bzw. nach einer Neubewertung der Arbeit an, was ermöglichen würde, dass Männer und Frauen nicht mehr auf ihre innerhalb der Gesellschaft verfestigte Rollenzuweisungen beschränkt wären.
2. Die Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und familiärer Sozialisation. Früher und heute.
Als erstes greife ich die These auf, dass gesellschaftliche Umstände die Erziehung der Kinder und umgekehrt bedingen. Dabei ist die Sozialisationsleistung innerhalb der Familie entscheidend. Im folgendem möchte ich erst einen kurzen historischen Rückblick wagen, um dann auf die heutigen Vorstellungen, die Männer und Frauen von Sozialisation entwickeln, zu verweisen.
2.1. Die bisherige Struktur in Haushalt und Familie
In der vorindustriellen, bäuerlichen Familie gab es das Problem der Trennung zwischen häuslicher und außerhäuslicher Arbeit nicht in der Form, wie es sich später ausgebildet hat. Männer und Frauen beschäftigten sich beide fast den ganzen Tag mit Haus und Hof. Zwar übernahmen Frauen alle Arbeiten im Haus, Stall und Garten und erledigten Männer dagegen alle schweren Arbeiten, die einen hohen Krafteinsatz erforderten. Frauen arbeiteten aus diesem Grund länger und kontinuierlicher. Männer dafür kürzer. Doch blieb diese Arbeitsteilung auf die häusliche Sphäre beschränkt. (Beer 1990:205). Der Mann übernahm damals die volle Verantwortung über seine Frau und Nachkommenschaft. Der „Wert“ eines Menschen wurde an seiner Kraft gemessen. Mehr körperliche Kraft bedeutete automatisch mehr Rechte und Verantwortung, weniger Kraft, dementsprechend weniger Rechte. Die Menschen der damaligen Zeit waren darauf angewiesen, ihr Eigentum zu verteidigen, nur ein starker Mensch konnte dies gewährleisten. So übernahmen Männer nicht nur die Bestimmung über eine Frau, sondern dienten ihrem Schutz, da sie damals allein nicht lebensfähig gewesen wäre. Auch, wenn sie Erbin war, war sie zur lohnlosen Mitarbeit für ihren Ehemann verpflichtet. „So erwirbt die Erbin eines Bauernhofes mit dem Tod des Vaters zwar sein Eigentum, ist aber dennoch zur lohnlosen Mitarbeit für ihren Ehemann verpflichtet; zur
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Eigentumssicherung ist ihre Heirat funktionale Voraussetzung. Diese Person unterliegt weiterhin Kontroll- und Machtbefugnissen des Ehemanns, obwohl formal Eigentümerin von Grund und Boden. Eine Frau - als Erbin, Ehefrau, unentgeltliche Arbeitskraft - verkörpert in ihrer Person eine dreifache (objektive) Funktionsbestimmung zur Sicherung der patriarchalen Eigentumsordnung.“ (Beer 1990:188). Die körpergerechte Arbeitsteilung gewährleistete eine Arbeitsteilung nach Kompetenzen. In der städtischen Familie der Industrialisierung fand dann eine erste Unterteilung in häusliche Arbeit, der Frau zugeordnet und außerhäusliche Arbeit, dem Mann vorbehalten statt. Damit folgte die Familie dem damals in der Gesellschaft herrschenden Trend nach Arbeitsteilung und Spezialisierung. Aufgabe des Mannes war es, das finanzielle Auskommen der Familie zu sichern. Frauen konzentrierten sich auf die haushälterischen Tätigkeiten und widmeten sich der Kindererziehung. Diese Zuordnung von Geschlechtsmerkmalen/Gattungsmerkmalen von Frau und Mann wurde als „naturgegeben“ betrachtet. (Hausen 1978:161). Demzufolge fand auch eine strikte geschlechtsorientierte Sozialisation statt. Die frühkindliche Sozialisation war ausschließlich der Mutter vorbehalten. Die Sozialisation der Frauen wurde auf traditionelle Weise im Haus durchgeführt. Die Ausbildung sollte an der Seite der Mutter stattfinden. Töchterbildung erstreckte sich darauf, eine junge Dame mit Talent und Geschmack zu erziehen, ihre Qualitäten im häuslichen Bereich und auch ihre Mütterlichkeit auszubilden. Darüber hinaus gehende Qualitäten wurden bewusst unterdrückt, um die weibliche Passivität zu erhalten. Gleichzeitig galt es wohl als Luxus, die Tätigkeit der Frau allein auf den Haushalt einzuschränken. (Hausen 1978:181).
Auch im 20. Jahrhundert stellt die Hausarbeit wohl die wichtigste familialvermittelte unentgeltliche Arbeitsform dar. Für Männer gilt die Heirat als die Sicherung der persönlichen Dienste einer Frau. „Das Modell der ‚Hausfrauenehe’ setzte sich zuerst bei den qualifizierten und gut bezahlten Arbeitern durch.“ (Beer 1990:226). Nach wie vor galt die Arbeit der Frauen als minderbedeutend, sie besaßen nach wie vor keinen wirtschaftlichen oder politischen Einfluss. Grundsätzlich unterscheidet sich die männliche von der weiblichen Sozialisation. „Die Konstruktion männlicher Sozialisation sieht (…) einen stimmigeren Lebenslauf vor: Der Wunsch nach Familiengründung lässt sich hier mit beruflichen Ambitionen verknüpfen, weil das aus der Erwerbstätigkeit des Mannes in den Haushalt fließende Geld und nicht Arbeitsleistungen als Beitrag zur Existenzsicherung gewertet wird. Eine solche
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Arbeit zitieren:
Anna Eckert, 2002, Männer und Hausarbeit: Ein Wandel in der deutschen Familie?, München, GRIN Verlag GmbH
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