Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Die Bedeutung der Bäckereien für die Ernährung der Bevölkerung 5
2.1. Die Entwicklung der gewerblichen Bäckerei in Rom 5
2.2. Ausstattung und Arbeitsweise römischer Bäckereien 5
2.2.1. Die Ausstattung der Bäckereien von Pompeji. 5
2.2.2. Die Arbeitsweise einer römischen Bäckerei 7
2.3. Wohnverhältnisse und Möglichkeiten der Selbstversorgung in den römischen
St ädten. 8
2.4. Die Lage der Bäckereien im Stadtgebiet von Pompeji. 10
3. Zusammenfassung. 12
Quellen - und Literaturverzeichnis. 13
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1. Einleitung
Wenn man über die Bedeutung der Bäckereien bzw. des Brotes in der römischen Welt nachdenkt, fällt vielen sicherlich zunächst der Ausspruch ein, „panem et circensis“, „Brot und Spiele“, seien alles, wessen das römische Volk bedürfe. Doch diese Aussage stammt aus einer Satire Juvenals 1 und ist daher nicht unbedingt dazu geeignet, den Stellenwert der Bäckereien im täglichen Leben der damaligen Zeit zu bewerten.
Leider liefern die literarischen Quellen kaum verwertbare Informationen zu diesem Thema. Daher ist man hauptsächlich auf archäologische Quellen angewiesen, die jedoch für Thematiken der Alltagsgeschichte einen hervorragenden und beeindruckenden Fundort bieten. Die Ausgrabungen des 79 n.Chr. durch einen Vulkanausbruch zerstörten Pompejis erbrachten für viele Aspekte des Alltagslebens der römischen Bevölkerung interessante Informationen, über man ansonsten nichts erführe. Das tagtägliche Leben der Stadt wurde durch den Ascheregen, der Tod und Verderben brachte, konserviert und kam so unverfälscht, wie sonst nirgends, auf uns. So bietet sich Pompeji auch für die hier behandelte Fragestellung an.
Doch es gibt Einschränkungen. Es muss berücksichtigt werden, dass die Auswertung der archäologischen Funde Pompejis vor allem Erkenntnisse für die Zeit des 1. Jahrhunderts n.Chr. liefert. Die Zeit davor und besonders natürlich danach bleibt im Dunkeln. Auch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Ergebnisse aus Pompeji nicht unbedingt auf das gesamte römische Imperium übertragbar sind. Trotz alle dem liefern die in Pompeji gefundenen baulichen Überreste, die Wandmalereien und auch die vielen epigraphischen Funde Einblicke in das tägliche Alltagsleben der Menschen einer römischen Stadt. Aufbauend auf der Dissertation von Betty Jo Mayeske „Bakeries, bakers and bread at Pompeii. A study in social and economic history“ von 1972 soll im Folgenden die Bedeutung der Bäckereien bei der Ernährung der römischen Bevölkerung untersucht werden. Dabei wird auf die Ausstattung und Arbeitsweise der Bäckereien einzugehen sein, sowie auf den Vertrieb der Produkte und auf die Verteilung der Bäckereien im Stadtgebiet. Auch müssen die Wohnverhältnisse und die damit verbundenen Möglichkeiten zur Selbstversorgung der
1 Iuv., Satiren X, 81: ...; nam qui dabat olim imperium, fasces, legiones, omnia, nunc se continet atque duas
tantum res axius optat, panem et circenses.
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einzelnen Haushalte berücksichtigt werden. Vorweg soll kurz anhand weniger literarischer Quellen auf die Entwicklung der gewerblichen Bäckerei eingegangen werden.
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2. Die Bedeutung der Bäckereien für die Ernährung der Bevölkerung
2.1. Die Entwicklung der gewerblichen Bäckerei in Rom
Brot war nicht immer das Hauptnahrungsmittel der römischen Bevölkerung. Lange Zeit ernährte sich der größte Teil des Volkes von einem, aus Getreidemehl hergestellten Brei, der puls genannt wurde. Dazu aß man vor allem Gemüse und Käse. 2 Plinius d. Ältere (23-79 n.Chr.) z.B. schreibt, die Römer hätten für eine lange Zeit von Getreidebrei gelebt, nicht von Brot. 3 Das wenige Brot, das verzehrt wurde, stellte man selbst her. Die Entstehung des gewerbsmäßigen Bäckereiwesens in Rom ist anhand der Quellen nicht eindeutig zu ermitteln. Plinius gibt an, dass es bis zur Zeit des Krieges mit Perseus II. von Makedonien (3. Makedonischer Krieg 171-168 v.Chr.) in Rom keine Bäcker gegeben habe, sondern dass die Bürger ihr Brot bis dahin selbst hergestellt hätten. 4 In den Komödien des Plautus (251-184 v.Chr.) wird jedoch bereits mehrfach eine wohl professionell betriebene Bäckerei erwähnt. 5 Somit muss man das Entstehen des Bäckereihandwerks in die Zeit zwischen dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. datieren. Sicher scheint jedoch zu sein, dass es ab dem 2. Jahrhundert v.Chr. schnell an Bedeutung zunahm.
2.2. Ausstattung und Arbeitsweise römischer Bäckereien
2.2.1. Die Ausstattung der Bäckereien von Pompeji
Die Brotherstellung hat sich trotz der Industrialisierung bis in die heutige Zeit nicht grundlegend verändert. Der Hauptbestandteil des Brotes, das Getreide, muss zu Mehl gemahlen werden und dann mit verschiedenen Zutaten wie Wasser, Salz, Gewürzen und ggf. einem Triebmittel zu einem Teig verarbeitet werden, der schließlich gebacken wird. Man kann also vermuten, dass auch antike Bäckereien über Tröge zum Ansetzen des Teiges und
2 Vgl. Blanck, Privatleben der Griechen und Römer, S. 94; Weeber, Alltag im Alten Rom, S. 67, S. 162.
3 Plin. NH XVIII 83: Pulte autem, non pane, vixisse longo tempore Romanos manifestum, …
4 Ebd., XVIII 107: Pistores Romae non fuere ad Persicum usque bellum annis ab urbe condita super DLXXX.
Ipsi panem faciebant Quirities, mulierumque id opus maxime erat, sicut etiam nunc im plurimis gentium.
5 Vgl. Mayeske, Bakeries, S. 2-4, sowie eine Liste der Textstellen bei Plautus in Anm. 3, S. 3; siehe auch:
Zimmer, Römische Berufsdarstellungen, S. 20-21.
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Arbeit zitieren:
M.A. Martina Kleinau, 1998, Die Bedeutung der Bäckereien bei der Ernährung der Bevölkerung am Beispiel Pompejis, München, GRIN Verlag GmbH
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