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Inhalt
1. Einleitung. 3
2. Die Täuferherrschaft von Münster aus der Sicht Bischof Franz von Waldecks. 5
2.1. Anführer und Anhängerschaft der Täufer von Münster 5
2.2. Die Gefahren der Täuferherrschaft und ihre Bewertung durch Bischof Franz von
Waldeck. 6
2.3. Der Wahrheitsgehalt der Darstellung der Täuferherrschaft von Münster durch
Bischof Franz von Waldeck 10
3. Zusammenfassung. 12
Quellen - und Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das deutsche Reich tief in die religiösen Umbrüche verstrickt, die die von Martin Luther angestoßene Reformation ausgelöst hatte. Schon bald traten neben den wittenbergischen Reformator andere religiöse Eiferer, die z.T. drastische religiöse Ansichten vertraten und damit in einen gefährlichen Konflikt mit den Obrigkeiten gerieten. Zu einem dramatischen Akt des konfessionellen Zeitalters wurde dabei das ‚Täuferreich von Münster‘.
Von 1534 bis 1535 kontrollierten die sogenannten ‚Täufer‘ die westfälische Stadt Münster. Dem Landesherrn, Graf Franz von Waldeck (1491-1553), seit dem 1. Juli 1532 Fürstbischof von Münster, oblag die Verpflichtung, die Täuferherrschaft in der Stadt zu bekämpfen. Die Verantwortlichen der Stadt, Bürgermeister und Stadtrat, waren dieser Aufgabe trotz mehrmaliger Aufforderung von Seiten des Bischofs nicht nachgekommen. Bei seinem Kampf gegen die Täufer von Münster stieß Franz von Waldeck auf große Probleme, vor allem finanziell, da es nicht wie erwartet schnell gelang, die Stadt zu erobern und die Täuferherrschaft niederzuschlagen. Dadurch wurde eine lange und kostspielige Belagerung notwendig und der Bischof war gezwungen, weil seine eigenen Mittel nicht ausreichten, von anderer Seite Hilfe zu erbitten. Dies wurde durch die politische Situation im deutschen Reich erschwert, denn die konfessionell gespaltenen Fürsten misstrauten einander und vermuteten, dass jeder die Lage in Münster für die eigenen Zwecke ausnutzen wollte. Daneben fürchteten alle ein Eingreifen des Kaisers, sodass die Fürsten Bischof Franz von Waldeck letztendlich mehr aus der Angst heraus halfen, dass das Stift Münster an das Haus Habsburg-Burgund fallen könnte, wenn die Täuferherrschaft nicht schnell zerschlagen werden würde, als aus Furcht vor den Täufern. 1
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Darstellung und Bewertung der Vorkommnisse in Münster aus der Sicht des bischöflichen Stadtherrn, Franz von Waldeck. Dabei soll unter anderem untersucht werden, wen Franz von Waldeck als Anführer der Täuferbewegung von Münster nannte und welche gesellschaftlichen Schichten seiner Ansicht nach am stärksten von den Versprechungen der Täufer beeinflusst wurden. Desweiteren stellt sich die Frage, worin der Bischof die Gefahren des Täufertums sah und wie er es, im Rahmen
1 Zur politischen Situation siehe: Stupperich, Münsterische Täufertum; Behr, Franz von Waldeck, S. 78-160;
Kirchhoff, Das Phänomen des Täuferreiches, S. 292, 358; Schilling, Aufbruch und Krise, S. 98ff.; vor allem
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der religiösen Umbrüche der Zeit, einordnete. Abschließend soll noch überprüft werden, ob Franz von Waldeck von den Geschehnissen in Münster - seinen Kenntnissen entsprechendwahrheitsgemäß berichtete, oder ob er Dinge absichtlich falsch darstellte oder Wichtiges verschwieg.
Bei den, zur Beantwortung dieser Fragen herangezogenen Quellen, handelt es sich um Briefe und Befehle Bischof Franz von Waldecks, die in gedruckter Form vorliegen und aus der Zeit vom Januar 1534 bis zum Juni 1535 stammen. Die Briefe waren an die Fürsten gerichtet, von denen sich der Bischof Unterstützung im Kampf gegen die Täufer erhoffte. Dies waren zum einen der dem Luthertum zugetane Landgraf Philipp von Hessen sowie andererseits Hermann von Wied, Erzbischof und Kurfüst von Köln, und Herzog Johann von Kleve-Jülich-Berg, die dem katholischen Glauben angehörten. Bei diesen Briefen bleibt zu berücksichtigen, dass Bischof Franz von Waldeck die Intention verfolgte, die Empfänger zur Hilfeleistung, vor allem finanzieller Art, zu bewegen.
Die ausführlichste Schilderung der Ereignisse in Münster aus der Sicht des Bischofs findet sich in einem, aus dem Nachlass des damaligen Bischöflichen Offizials Viglius van Zuichem stammenden Brief. 2 Der Brief war an Papst Paul III. (1534-1549) gerichtet, er ist auf das Ende des Jahres 1534 datiert, doch ist nicht gesichert, ob er tatsächlich abgesandt worden ist; dies ist für die zu bearbeitende Fragestellung jedoch irrelevant. Seine Informationen über das Geschehen innerhalb Münsters bezog Bischof Franz von Waldeck nach eigenen Angaben aus den Schriften der Täufer, den Geständnissen der Gefangenen und Überläufer sowie aus den Verhören. 3 Somit war er sicherlich über das, was in Münster geschah, gut informiert.
2 Zu Viglius van Zuichem und seiner Tätigkeit als Bischöflicher Offizial bei Bischof Franz von Waldeck siehe
Schulze, Viglius van Zuichem.
3 Vgl. Schulze, Viglius van Zuichem, S. 227: Anabaptistarum vero, qui intra urbem agunt incredibilis errores
abominandaque facta et consilia, quae vel ex eorum libris vel ex captivorum transfugarumque confessionibus
quaestionibusque explorata habemus, …
Arbeit zitieren:
M.A. Martina Kleinau, 1998, Darstellung und Bewertung der Vorgänge im Täuferreich von Münster durch Bischof Franz von Waldeck, München, GRIN Verlag GmbH
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