Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Die Situation der Deutsch-Amerikaner vor dem Ersten Weltkrieg 4
2.1. Emigration aus dem Deutschen Reich in die USA 4
2.2. Stellung der Deutsch-Amerikaner in der amerikanischen Gesellschaft 5
3. Die Situation der Deutsch-Amerikaner während des Ersten Weltkriegs 7
3.1. Politische Maßnahmen gegen Deutsch-Amerikaner 7
3.2. Beziehungen der Deutsch-Amerikaner zur angloamerikanischen
Bev ölkerung 9
3.3. Reaktionen der Deutsch-Amerikaner auf den Ersten Weltkrieg 12
4. Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 16
2
1. Einleitung
Mit seinen unzähligen Opfern und dem Ende des deutschen Kaisertums bedeutete der Erste Weltkrieg für die Bevölkerung des Deutschen Reichs einen tiefen Einschnitt. Die hier vorliegende Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs für die deutschstämmige Bevölkerung in den USA. Im Zentrum der Betrachtung steht die Frage, ob und in wiefern es infolge des Ersten Weltkriegs zu einem Wandel im Selbstverständnis der Deutsch-Amerikaner kam. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf den Zeitraum der Kriegshandlungen, um die unmittelbaren Auswirkungen des Kriegs für die Situation der Deutschen in den USA deutlicher hervortreten zu lassen.
Die Bedeutung des Ersten Weltkriegs für die deutsch-amerikanische Bevölkerung der USA wurde bereits sehr umfassend von Frau Wiedemann-Citera 1 untersucht, die sich auf die Auswertung dreier New Yorker Tageszeitungen stützt. Ihre Auswertungen bilden die wichtigste Grundlage dieser Arbeit, da sie sich insbesondere auch mit dem ethnischen Selbstverständnis der Deutsch-Amerikaner befassen. Des Weiteren wurden neueste Überblickswerke über den Ersten Weltkrieg und die Geschichte der USA berücksichtigt.
Zu Beginn der vorliegenden Arbeit wird ein kurzer Überblick über die Entwicklung des Deutsch-Amerikanertums in den USA gegeben. Dabei wird sowohl auf die verschiedenen Phasen der deutschen Immigration als auch auf die Stellung der Deutsch-Amerikaner in der amerikanischen Gesellschaft eingegangen. Es wird dann im zweiten Teil der Arbeit zunächst auf politische Maßnahmen der amerikanischen Regierung eingegangen, bevor die Beziehung der Deutsch-Amerikaner zur angloamerikanischen Bevölkerung betrachtet werden. Abschließend wird -vor dem Hintergrund der vorhergehenden Kapitel - die Reaktion der Deutsch-Amerikaner auf ihre veränderte Situation während des Kriegs interpretiert.
1 Wiedemann-Citera, Barbara, Die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Deutsch-
Amerikaner im Spiegel der New Yorker Staatszeitung, der New Yorker Volkszeitung und der New
York Times 1914-1926, Frankfurt am Main u.a. 1993.
3
2. Die Situation der Deutsch-Amerikaner vor dem Ersten Weltkrieg
2.1. Emigration aus dem Deutschen Reich in die USA
Bevor der Blick auf die Stellung der Deutsch-Amerikaner in der US-Gesellschaft gerichtet wird, soll ein kurzer Überblick über die Phasen der deutschen Amerikaimmigration gegeben werden. Außerdem wird auf die soziale Herkunft der Immigranten und die Gründe ihrer Einwanderung in die USA eingegangen. Von 1820 bis 1914 emigrierten ungefähr 5 Mio. Deutsche nach Übersee. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert waren zehntausende Deutsche nach Nordamerika aus-gewandert. Ab den 1840er Jahren kam es dann zu einem außerordentlichen Anstieg der Emigrationen aus dem Deutschen Reich, vor allem nach Nordamerika. Die Auswanderung im 19. Jahrhundert ging insbesondere in drei großen Wellen vor sich. Zum erstenmal stieg die Zahl der Auswanderer zwischen 1852 und 1854 deutlich an. Zwischen 1866 und 1873 gab es eine zweite Welle, die jetzt fast ausschließlich die USA als Zielland hatte. Quantitativ am bedeutendsten war die dritte Welle von 1880 bis 1893. In diesem Zeitraum verließen 1.800.000 Deutsche ihre Heimat; ca. 90% davon in Richtung USA. Die Zahl der Einwanderer in die USA stand in Abhängigkeit zu wirtschaftlichen und politischen Ereignissen des Landes. Die Weltwirtschaftskrisen von 1857 bis 1859 und von 1873 bis 1878 führten ebenso zu einem zwischenzeitlichen Rückgang der Immigrationen wie der amerikanische Bürgerkrieg zwischen 1861 und 1864. 2 Bei Beginn des Ersten Weltkriegs bildeten die Deutsch-Amerikaner mit über 8 Mio. die zweitgrößte nationale Minderheit in den USA. 3
Das soziale Profil der deutschen Emigranten, wie auch deren Herkunftsregionen innerhalb des Deutschen Reichs, wandelten sich im Laufe der Zeit. Im 18. Jahr-hundert und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts emigrierten v.a. selbstständige Bauern und Handwerker aus Südwestdeutschland mit ihren Familien. Danach kam es zunehmend zu Einzelwanderungen der ländlichen Unterschicht, von Land-
2 Ehmer,Josef, Bevölkerungsgeschichte und historische Demographie 1800-2000 (=Enzyklopä-die
Deutscher Geschichte 71), München 2004, 27f.
3 Schaffer, Ronald, America in the great war. The rise of the war welfare state, New York/ Ox-ford
1991, 20.
4
arbeitern, Knechten und Mägden aus den ostelbischen Provinzen Preußens und aus Mecklenburg. Um 1900 kam die Auswanderung von städtischen Bevölkerungsgruppen und Industriearbeitern hinzu. Der Schwerpunkt lag jetzt in industriellen oder industrienahen Regionen im Westen und Nordwesten Deutschlands. 4 Zwar machten Kleinbauern und Handwerker den Großteil der deutschen Immigranten in Amerika aus, dennoch waren Mitglieder aller Klassen vertreten. Unter ihnen auch Intellektuelle, Radikale und Aktivisten der Arbeiterbewegung. 5 Als Gründe für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten lassen sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in erster Linie die folgenden nennen: der Bedarf an ungelernten, billigen Arbeitskräften aufgrund der Hochindustrialisierung; die Möglichkeit wegen der zunehmenden Urbanisierung unter Gleichsprachigen billig zu wohnen; und die Verfügbarkeit von Land zu günstigen Konditionen sowie Arbeit in der Landwirtschaft im Westen. 6
2.2. Stellung der Deutsch-Amerikaner in der amerikanischen Gesellschaft
Von der amerikanischen Regierung wurde die sprachliche und kulturelle Einheit der in den USA ansässigen Bevölkerung angestrebt und auch aktiv gefordert. So waren z. B. rudimentäre Englischkenntnisse und die Anerkennung der politischen und soziokulturellen Grundnormen der USA zwingende Voraussetzung für den Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft nach fünf Jahren Aufenthalt im Land. Seit 1908 war in diesem Zusammenhang der Begriff melting pot geläufig geworden: die USA bzw. die amerikanische Gesellschaft als „Schmelztiegel“ der immigrierten Kulturen. 7
Die in den 1920er Jahren aufgekommene Theorie des kulturellen Pluralismus widersprach dieser Auffassung. Danach sei die amerikanische Gesellschaft seit der
4 Ehmer, Bevölkerungsgeschichte, 29.
5 Dinnerstein, Leonard/ Nichols, Roger L./ Reimers, David M., Natives and strangers. A multi-
cultural history of Americans, New York/ Oxford 4 2003, 72.
6 Adams, Willi Paul, Die USA vor 1900 (=Oldenbourg Grundriss der Geschichte 28), München
2000, 115.
7 Ders., Die USA im 20. Jahrhundert (=Oldenbourg Grundriss der Geschichte 29), München 2000,
8.
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Arbeit zitieren:
Armin Sacher, 2007, Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das Deutsch-Amerikanertum, München, GRIN Verlag GmbH
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