Inhaltsverzeichnis
1 Erläuterung und Abgrenzung zentraler Begriffe 3
1.1 Gesundheitswissenschaft und Pflegewissenschaft 3
1.2 Gesundheitsförderung und Prävention 4
2 Konzepte von Prävention 5
2.1 Zielgrößen. 5
2.2 Methoden. 5
2.2.1 Gesundheitserziehung und -bildung 5
2.2.2 Gesundheitstraining 6
2.2.3 Gesundheitsselbsthilfe 6
2.2.4 Gesundheitsaufklärung und -beratung 6
2.2.5 Präventivmedizin. 7
2.3 PRECEDE- PROCEED als Präventionskonzept 9
2.3.1 Bedeutung. 10
2.3.2 Phasen 11
3. Ausblick 15
Gesetze und Rechtsverordnungen. 16
Literatur. 16
2
1 Erläuterung und Abgrenzung zentraler Begriffe
1.1 Gesundheitswissenschaft und Pflegewissenschaft
Im Zuge der seit Beginn der Moderne immer zunehmenden Individualisierung und Säkularisierung der Weltgesellschaft zeigt sich auch ein wachsendes Interesse an der Erhaltung und Förderung von Gesundheit. Lange Zeit in der Medizin aufgehoben, emanzipierte sich im vergangenen Jahrhundert die Gesundheit von der Krankheit. Eine Konsequenz daraus war die Entwicklung der Disziplin Gesundheitswissenschaft, die sich in Deutschland noch im Stadium der Etablierung befindet 1 . So ist selbst die Bezeichnung uneinheitlich: „Um die interdisziplinäre Ausrichtung des Gebietes zu betonen, wollen wir von „Gesundheitswissenschaften“ im Plural sprechen“ (HURRELMANN/ LAASER 2003, 25). Alternativ wird vielfach auch der internationale Begriff Public Health verwendet 2 .
Im Gegensatz zur Krankheitsorientierung der Medizin ist Gesundheitswissenschaft bestrebt, „die somatischen, psychischen, sozialen und ökologischen Bedingungen der Gesunderhaltung zu erforschen“ (ebd.). Dennoch ist sie organisatorisch häufig in medizinische Fakultäten oder Forschungseinrichtungen integriert 3 . Wo eigenständige gesundheitswissenschaftliche Institute und Fachbereiche existieren, besteht oft eine Verbindung mit der Pflegewissenschaft. Diese verfügt über den Standortvorteil, aus ihrer Themenstellung eine gänzlich andere Perspektive als die Medizin entwickeln zu können - anstatt (wie die Gesundheitswissenschaft) Gefahr zu laufen, als Ergänzungswissenschaft mit lediglich anderer Blickrichtung auf Krankheit (im Sinne von Präventivmedizin) aufgefasst zu werden. Dafür tut sich die Pflegewissenschaft allerdings auch schwerer damit, ein eigenes Paradigma zu entwickeln, und sie ist im Hochschulbereich weniger anschlussfähig. Ihr Verhältnis zur Gesundheitswissenschaft ist eines der Un-terordnung, wobei sich beide Disziplinen aufeinander zubewegen (vgl. THIELE/ HOFMANN 2005, 11ff.). „Während die Medizin ihren Schwerpunkt auf die Heilung von Krankheiten gerichtet hat, richtet die Pflege heute ihren Schwerpunkt wieder neu auf die Gesundung und auf die Gesundheit der ihr anvertrauten Personen. Das heißt, dass Prävention und Gesundheitsförderung zentrale und
1 Eine Konsequenz des „Mißbrauch(s) der früheren sozialhygienischen Ansätze im Nationalsozialismus“ (HUR-
RELMANN/ LAASER2003; 27)
2 Zum Verhältnis von Public Health und Health Sciences vgl. ebd., 30f.
3 Zu den Vor- und Nachteilen dieser Organisationsform vgl. ebd., 32f.
3
selbstverständliche Aufgabengebiete der Krankenpflege sind“ (BRIESKORN- ZINKE 2004, 14f.).
1.2 Gesundheitsförderung und Prävention
Während Prävention auf die Vermeidung spezifischer Krankheiten und Risikofaktoren gerichtet ist, soll Gesundheitsförderung zu einem umfassenden Wohlbefinden und Mehr an Lebensqualität beitragen. Gesundheitsförderung ist grundsätzlich an alle Individuen adressiert; Prävention fokussiert gefährdete Bevölkerungsgruppen und bearbeitet ganz bestimmte Themen 4 . Diese Trennung ist allerdings eher analytischer Natur und an den Schnittflächen nicht immer aufrecht zu erhalten 5 . Gesundheitsförderung kann auch „als komplementäres Angebot oder komplementäre Sichtweise zur Prävention“ (SIGGEMANN 2000, 720) betrachtet werden. Definition: „Prävention bezeichnet alle Interventionshandlungen, die sich auf Risikogruppen mit klar erwartbaren, erkennbaren oder bereits im Ansatz eingetretenen Anzeichen von Störungen und Krankheiten richten. Die Interventions-handlungen lassen sich je nach Zeitpunkt des Eingriffs in einer Abfolge von Entwicklungsstufen der Störung in primäre, sekundäre und tertiäre Prävention unterscheiden“ (LAASER/ HURRELMANN 2003, 395).
Primärprävention bedeutet demnach Krankheitsvermeidung, Sekundärprävention Krankheitsfrüherkennung und entsprechende Behandlung, Tertiärprävention Rehabilitation bzw. Vermeidung oder Abmilderung von Folgeschäden. 6 Neben dieser Unterscheidung nach dem Zeitpunkt lässt sich Prävention auch nach der Zielgröße (Ebene) und der Methode einteilen. Diese Kriterien sollen in der vorliegenden Arbeit verdeutlicht werden. Es wird (am Beispiel der Krebsfrüherkennung) zu zeigen sein, dass der Anspruch der Prävention teilweise mit den Bedingungen der Wirklichkeit kollidiert. Insbesondere soll es um die Frage gehen, ob durch das Auffinden von Berührungspunkten zwischen Pflege und Präventivmedizin diese Kollision abgemildert werden könnte.
4 Zur historischen Herleitung der Unterschiede vgl. BADURA 1992, 44
5 Auf die Notwendigkeit einer Integration ist verschiedentlich hingewiesen worden, vgl. WALLER [ca. 2002], 6f.
6 Gesundheitsförderung kann als primordiale Prävention bezeichnet werden, vgl. LAASER/ HURRELMANN 2003, 395
4
2 Konzepte von Prävention
2.1 Zielgrößen
Die Präventivmedizin steht im Mittelpunkt der personalen Prävention. Auf das Verhalten des Menschen und seine Beweggründe sowie Veränderungspotentiale bezieht sich die Gesundheitspsychologie (Verhaltensprävention). Die gesellschaftliche Perspektive steht im Fokus der Gesundheitssoziologie: Verhältnisprävention fragt nach den Rahmenbedingungen von Gesundheit und Krankheit jenseits des Einzugsbereichs des Individuums.
In der Regel sind im konkreten Fall alle drei Ebenen relevant, wenn es um die Frage nach Grundlagen präventiver Strategien geht. So wird etwa die Entscheidung zur Teilnahme an freiwilligen Früherkennungsuntersuchungen mit der Bereitschaft korrespondieren, im weitesten Sinne die eigene Gesundheit zu schonen und reflektiert mit ihr umzugehen. Allerdings nützt das sensibelste Bewusst-sein des eigenen Ge-sundheitsverhaltens nicht viel, wenn der Mensch massiv krankmachenden Umwelteinflüssen unterliegt.
Ebenso können in der Praxis die verschiedenen methodischen Ansätze nicht sauber getrennt werden. Die Vielfalt möglicher Herangehensweisen soll im Folgenden aufgezeigt werden.
2.2 Methoden
2.2.1 Gesundheitserziehung und -bildung
Gesundheitserziehung richtet sich an Kinder und Jugendliche und „bezeichnet alle Strategien der Stärkung der Persönlichkeit durch Wissens- und Kompetenzvermittlung, um die Selbstorganisation des Gesundheitsverhaltens und die Gestaltung ge-sundheitsrelevanter Umweltbedingungen zu ermöglichen“ (HURRELMANN 2000, 103). Je nach Ausrichtung wird dabei mehr auf eine Verhaltenskorrektur oder eine Kompetenzförderung abgezielt (vgl. ebd., 108). Gesundheitsbildung ist das entsprechende Konzept für Erwachsene. Beispielsweise gehört zu einer Alkoholtherapie nicht nur der körperliche Entzug, sondern auch die Ausein-andersetzung mit Wirkungsweisen und Folgeschäden, die Reflexion über das eigene (Sucht-)Verhalten und Motivation zur Verhaltensänderung, Chancen der Persönlichkeitsentwicklung zu nutzen und Verantwortung übernehmen zu lernen (vgl. WALLER [ca. 2002a], 16).
5
Arbeit zitieren:
Martin Braun, 2008, Zur Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege am Beispiel der Prävention: Das PRECEDE-PROCEED-Modell, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Gesundheitskonzept von A. Antonovsky - Zur Bedeutung der Salutogen...
Vordiplomarbeit, 21 Seiten
Das Bundesministerium für Gesundheit - Geschichte, Ziele und Aufgaben
Hausarbeit, 16 Seiten
Zur Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege am Beispiel d...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 39 Seiten
Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 37 Seiten
Die Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege am Beispiel ...
Hausarbeit, 29 Seiten
Gesundheitliche Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland
Ausgangslage, Entwicklungen un...
Hausarbeit, 26 Seiten
Die Bedeutung der Salutogenese für die Gesundheitswissenschaft
Hausarbeit, 17 Seiten
Das Sozialisationskonzept von K. Hurrelmann - Zur Bedeutung der Sozial...
Hausarbeit, 22 Seiten
Das 21. Jahrhundert - Chance und Risiko, die Zukunft des Gesundheitssy...
Auswirkungen der demographisch...
Essay, 13 Seiten
Martin Braun hat einen neuen Text hochgeladen
"Auf dass es nie vergessen werde!" Die Psychatrie im Nationalsozialism...
Joergen Mattenklotz
Rehabilitierende Prozesspflege am Beispiel von Apoplexiekranken
Fördernde Prozesspflege als Sy...
Monika Krohwinkel
Prospects in Topology: Proceedings of a Conference in Honor of William...
Frank C. Quinn, Frank Quinn
Formal Modeling and Analysis of Timed Systems
First International Workshop, ...
Kim G. Larsen, Peter Niebert
Wetlands: Monitoring, Modelling and Management: Proceedings of the Int...
Tomasz Okruszko, Edward Maltby, Jan Szatylowicz
TMS 2008 137th Annual Meeting & Exhibition, Supplemental Proceedings, ...
The Minerals Metals & Materials Society
0 Kommentare