Inhaltsverzeichnis
I Verzeichnis der Abbildungen. IV
II Verzeichnis der Tabellen VII
1 Einleitung 1
2 Sportliche Leistung 3
2.1 Leistungsaufgaben bzw. Anforderungen 3
2.2 Sportliche Leistung und Wettkampfsport 5
2.3 Leistungsvoraussetzungen 5
3 Trainingssystem 7
3.1 Definition Training 7
3.2 Steuerung und Regelung des Trainings 8
3.3 Übergeordnete Trainingsleitziele 8
3.4 Trainingsbelastung 9
3.5 Trainingsplanung 9
3.6 Trainingsprinzipien 9
3.7 Trainingsziele und Steuerungsinstrumente des Trainings 16
3.8 Trainingsziele 16
3.9 Trainingsinhalte 17
3.10 Trainingsmittel 17
3.11 Trainingsformen 17
3.12 Trainingsmethoden 17
3.13 Kraft 18
3.14 Schnelligkeit 32
3.15 Beweglichkeit 37
3.16 Ausdauer 40
4 Leistungsdiagnostik Trainingsplanung 43
4.1 Gewinnung leistungsdiagnostischer Daten 43
4.2 Hierarchisierung 45
4.3 Priorisierung 45
4.4 Interne Ordnung 46
4.5 Leistungsdiagnostik in der Trainings- und Wettkampfpraxis 47
4.6 Langfristige Trainingsplanung 48
II
4.7 Mittelfristige Trainingsplanung 50
5 Training als Adaptionsvorgang 51
5.1 Adaption des Stoffwechsels an regelmäßig aerobe Belastungen 52
5.2 Adaption des Stoffwechsels an regelmäßig anaerobe Belastungen 55
6 Bedeutung der Wiederherstellung nach sportlichen Belastungen 57
6.1 Allgemeines zur Regeneration und Ermüdung 57
6.2 Muskuläre Ermüdung 58
6.3 Zentrale Ermüdung 58
6.4 Erschöpfung der Energiereserven 59
6.5 Störung im Wasser- und Elektrolytstoffwechsel 59
6.6 Physiologische Grundlagen der Wiederherstellungsprozesse 60
6.7 Einflussfaktoren der Regenerationsfähigkeit 60
6.8 Maßnahmen zur Wiederherstellung nach sportlichen Belastungen 63
6.9 Arten der Wiederherstellungsmaßnahmen 67
7 Übertraining 68
7.1 Definition Übertraining 68
7.2 Ursachen 69
7.3 Symptome des Übertrainings 69
7.4 Arten des Übertrainings 71
7.5 Diagnose des Übertrainings 72
7.6 Behandlung des Übertrainings 74
7.7 Maßnahmen zur Prävention 75
7.8 Das Drop-out-Phänomen 77
7.9 Mikrostudie 77
8. Fazit 84
9 Literaturverzeichnis 85
III
I Verzeichnis der Abbildungen
Abbildung 1: Situationsbezogene Aufgaben und Fertigkeitstypen nach Roth
1983, S.149 ................................................................................................. 4 Abbildung 2: Aufgabentypen sportlicher Handlungen nach Mechling 1988 und
Neumaier 1997, S.182 ................................................................................ 4 Abbildung 3: Leistungsvoraussetzungen auf handlungsbezognener- und Basisebene nach Schabel, Harre, Krug, Borde 2005, S.44 ......................... 7 Abbildung 4: Regelkreis des Trainingssystems, nach Carl 1989, S. 219 ........... 8 Abbildung 5: Das Superkompensationsmodell, mod. nach Grosser, Brüggemann & Zintl 1986, S. 20, nach Jakwlew, 1977 ........................... 12 Abbildung 6: Stellenwert unterschiedlicher Trainingsübungen zwischen Grundlagentraining und spezifischem Leistungstraining, nach Starischka
1988, S.68 ................................................................................................. 16 Abbildung 7: Wechselbeziehungen zwischen Trainingszielen, -inhalten,mitteln, -formen und -methoden am Beispiel Kraft, nach Steinhöfer 2003,
S. 55 .......................................................................................................... 18 Abbildung 8: Die Erscheinungsformen der Kraft, mod. nach Boeckh-Behrens
2001, S. 21)............................................................................................... 19 Abbildung 9: Histologischer Aufbau der quergestreiften Muskulatur, mod. nach Ehlenz, Grosser und Zimmermann 1995, S. 16 ............................... 20 Abbildung 10: Aufbau der motorischen Einheiten, mod. nach Radlinger u.a.
1998, S.124 ............................................................................................... 22 Abbildung 11: Unterschiedliche Aktivierung der Motoneurone, nach Steinhöfer
2003, S.72 ................................................................................................. 24 Abbildung 12: Funktionen der Acetyl-CoA, nach: http://dc2.uni-
bielefeld.de/dc2/wsu-bclm/images/hac-17.gif .......................................... 28 Abbildung 13: Unterschiedliche Energiebereitstellung in Abhängigkeit von der Belastungsdauer, nach Badtke et al. 1995, S. 59 ...................................... 32 Abbildung 14: Faktoren der Handlungsschnelligkeit, mod. nach Böttcher 1998,
S.41 ........................................................................................................... 33 Abbildung 15: Phasen der Reaktionsschnelligkeit, mod. Nach Zatsiorskij 1997,
S.52 ........................................................................................................... 34 Abbildung 16: Reaktionszeiten, nach Steinhöfer 2003, S.172 ......................... 34
IV
Abbildung 17: Schnellkraftrainings relevante Kraftbereiche, nach Grosser &
Renner 2007, S. 109 ................................................................................. 37 Abbildung 18: Beweglichkeit, nach Grosser, Starischka und Zimmermann
2004, S. 154 .............................................................................................. 39 Abbildung 19: Strukturierung der Beweglichkeit, mod. nach Wydra 1997 .... 40 Abbildung 20: Einteilung der Ausdauerarten, nach Grosser, Starischka und
Zimmermann 2004, S. 113 ....................................................................... 41 Abbildung 21: Leistungsdiagnostische Verfahren aus den verschiedenen beteiligten Wissenschaftsdisziplinen nach Schabel, Harre, Krug, Borde
2005, S. 54 ................................................................................................ 44 Abbildung 22: Pfadanalytische Strukturierung der Sprintleistungen bei Nachwuchsathletinnen nach Hohmann et al. 2001) ................................. 47 Abbildung 23: Planungspistole, nach Gärtner & Zapf 1988 ........................... 50 Abbildung 24: Trainingsplantypen, modifiziert nach Starischka 1988, S. 11.. 50 Abbildung 25: Prinzip der biologischen Anpassung, nach Geiger 1997, S.14 51 Abbildung 26: Optimal gesetzte Trainingsreize, nach Geiger 1997, S.15 ....... 52 Abbildung 27: Leistungsstagnation, nach Geiger 1997, S.15 .......................... 52 Abbildung 28: Adaption der Kapillarisierung, nach:
http://sportunterricht.de/lksport/kapillare9.gif ......................................... 53 Abbildung 29: Ermüdungskurve nach staticher und dymnasischer Arbeit, nach
Weineck 2007, S. 502 ............................................................................... 61 Abbildung 30: Erholungskurve nach statischer und dynamischer Arbeit, nach
Weineck 2007, S. 503 ............................................................................... 61 Abbildung 31: Reaktion auf eine Trainingsbelastung, nach De Marées 2000,
S.314 ......................................................................................................... 62 Abbildung 32: Fehlfunktion der Systeme, nach: Geiger 1997, Seite 24 .......... 70 Abbildung 33: Symptome der beiden Übertrainingsarten im Vergleich, nach:
Israel 1976, S.2 ......................................................................................... 72 Abbildung 34: Profil einer Männer- und Frauenmannschaft über mehrere Erhebungszeiträume, nach Fritzenberg/Kellmann 2001, S.27 ................. 76 Abbildung 35: Wie oft trainieren Sie in der Woche? ....................................... 79 Abbildung 36: Kennen Sie das Übertrainingssyndrom bzw. den Begriff
Übertraining .............................................................................................. 79
V
Abbildung 37: Hatten Sie schon einmal einen Leistungsabfall, trotzdem Sie die Trainingsintensität erhöht oder beibehalten haben? ................................. 80 Abbildung 38: Nehmen Sie Nahrungsergänzungspräparate zu sich? ............... 80 Abbildung 39: Auswertung der Kreuztabelle: Wie oft trainieren Sie in der Woche? - Kennen Sie den Begriff Übertraining? ..................................... 82 Abbildung 40: Auswertung der Kreuztabelle: Kennen Sie den Begriff Übertraining? - Nehmen Sie Nahrungsergänzungspräparate zu sich? ..... 83
VI
II Verzeichnis der Tabellen
Tabelle 1: Einteilung der Trainingsprinzipien, nach Grosser 1991, S. 90 ....... 10 Tabelle 2: Trainingsstufen, nach Grosser, Brüggemann & Zintl 1986, S.61 ... 49 Tabelle 3: Kreuztabelle 1 Trainingshäufigkeit - Begriff Übertraining ............. 81 Tabelle 4: Kreuztabelle Begriff Übertraining - Nahrungsergänzungsmittel .... 83
VII
1 Einleitung
Die nachfolgende Examensarbeit widmet sich dem Thema: Das Übertraining -Ursachen im Bereich des sportlichen Trainings. Der Anspruch der Arbeit liegt darin, einen detaillierten Überblick über das Trainingssystem und speziell dem Übertraining mit all seinen Facetten zu geben. Im ersten Kapitel geht es um die sportliche Leistung. Es wird ein Überblick über die Definition bezüglich der Leistungsaufgaben und Anforderungen gegeben. Der Begriff Trainingssystem steht im Mittelpunkt des zweiten Kapitels. Es erfolgt eine Untergliederung in die Steuerung und Regelung des Trainings, weiterhin werden übergeordnete Trainingsleitziele erläutert und beschrieben. Der dritte Abschnitt befasst sich mit dem Thema Trainingssystem und damit verbunden mit der Definition, was Training überhaupt bedeutet. Weiterhin werden Trainingsleitziele dargestellt und erläutert. Im vierten Kapitel geht es um die Leistungsdiagnostik und die Trainingsplanung, speziell eingegangen wird auf die Gewinnung leistungsdiagnostischer Daten, beispielsweise, wie kommt ein Sportler bzw. Trainer überhaupt zu leistungsdiagnostischen Werten? Weitere Unterpunkte bilden die Hierarchisierung, Priorisierung und die interne Ordnung. Den letzten Unterpunkt bildet die Leistungsdiagnostik in der Trainings- und Wettkampfpraxis. Hier geht es um den tatsächlichen Anwendungsbereich innerhalb derer die Leistungsdiagnostik in der Praxis zur Geltung kommt. „Training als Adaptionsvorgang“ so lautet der Titel des fünften Kapitels. Wie der Name es schon verrät, geht es um adaptive Vorgänge nach sportlichen Belastungen. Welche Adaptionsvorgänge gibt es und wie unterscheiden sich diese ja nach Belastungsart? Des weiteren wird in diesem Kapitel der Energiestoffwechsel als Grundlage weiterer Betrachtungen erläutert und ermöglicht es so dem Leser, die verschiedenen Adaptionsmechanismen verstehen zu können. Im sechsten Kapitel geht es um die Bedeutung von Erholung und Wiederherstellung nach sportlichen Belastungen. Dieses Kapitel ist geprägt von den Ermüdungsmechanismen des menschlichen Körpers. Beispiele sind die zentrale bzw. muskuläre Ermüdung des Organismus. Im Verlauf des Kapitels werden die Einflussfaktoren der Regenerationsfähigkeit vorgestellt und erläutert. Zum Schluss werden die Maßnahmen zur Wiederherstellung nach sportlichen Belastungen erwähnt, damit der Leser
1
einen Überblick über die verschiedenen Mechanismen erhält. Das siebte Kapitel: „Übertraining“ beschäftigt sich, wie es der Name schon sagt, mit dem übergeordneten Begriff des Übertrainings. Das Kapitel beginnt mit einer Definition, um dem Leser einen detaillierten Überblick zu verschaffen. Danach folgen die Ursachen, die Symptome und die Arten des Übertrainings. Bei den Symptomen kann man untergliedern in: Symptome infolge einer Fehlfunktion des Steuersystems Symptome infolge einer Fehlfunktion des Muskel-Energie-Systems Symptome infolge einer Fehlfunktion des Herz-Lungen-Systems Des weiteren werden dem Leser Möglichkeiten erklärt, wie man ein Übertraining mithilfe der Herzfrequenz, des Hormonsystems etc. diagnostizieren kann. Elementar ist auch der Abschnitt: „Behandlung des Übertrainings und Maßnahmen zur Prävention“, um dem Sportler mögliche Präventionsmaßnahmen aufzeigen zu können.
Als Letztes im Kapitel Übertraining wurde eigens für die Examensarbeit eine kleine Studie durchgeführt. In der Studie soll es darum gehen, ob der Begriff des Übertrainings den normalen Sportlern, welche ab und zu ins Fitnessstudio gehen, bekannt ist. Des weiteren soll ein möglicher Zusammenhang zwischen der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und der Kenntnis des Begriffs Übertraining aufgedeckt werden.
2
2 Sportliche Leistung
Der Leistungsbegriff wird in der Trainingswissenschaft als Grad der Zielerreichung bei einer geplanten Handlung verstanden. (Vgl. ADAM 1978, S.18) SCHABEL, HARRE, KRUG, BORDE (2005, S.38) definieren die sportliche Leistung folgendermaßen: „Einheit von Vollzug und Ergebnis einer sportlichen Handlung bzw. einer komplexen Handlungsfolge, gemessen bzw. bewertet an bestimmten sozial determinierten Normen.“ NITSCH (1985) unterscheidet dabei die Leistung anhand einer Innen- und Außenperspektive und einer Leistungsdifferenzierung in Prozess, Produktion und Produkt.
2.1 Leistungsaufgaben bzw. Anforderungen
Die Leistungsaufgaben dienen zur Lösung spezifischer Probleme des Sportlers. Sie können selbstständig gestellt, oder von außen an den Sportler herangetragen werden. Wichtig dabei ist, dass auch extern gestellte Aufgaben von dem Athleten verinnerlicht werden müssen, da sonst die Gefahr einer nicht Ernstnahme erfolgen kann. POULTON (1957) hat eine Unterscheidung von geschlossenen und offenen Aufgabentypen vorgenommen. Roth hat dieses Modell aufgegriffen und erweitert. (siehe Abbildung 1) Er unterteilt Problemstellungen und Fertigkeitstypen. Die Problemstellungen werden weiterhin aufgegliedert in ein Aufgabenkontinium und in verschiedene Aufgabentypen. Die Fertigkeitstypen werden ihrerseits in Beziehungen und Beispiele unterteilt. Dieses Modell greifen MECHLING und NEUMAIER (1988, 1997, S.182) als Basis auf und entwickelten daraufhin einen ähnlichen Ansatz (siehe Abbildung 2) mit vier Aufgabentypen.
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Abbildung 1: Situationsbezogene Aufgaben und Fertigkeitstypen nach Roth 1983, S.149
Abbildung 2: Aufgabentypen sportlicher Handlungen nach Mechling 1988 und Neumaier
1997, S.182
Die Schwächen beider Modelle liegen in der ungenügenden Erfassung komplexer Aufgabenstrukturen. MATHEIUS versucht dies zu kompensieren, in
4
dem sie vier Kriterien der objektiven Anforderungsstruktur, welche die sportlichen Wettkampfstrukturen enthalten, bestimmt. (Vgl. SCHNABEL, HARRE, KRUG, BORDE 2005, S.40) Diese vier Kriterien benutzt sie um eine psychologische Aufgabentaxonomie sportlicher Handlungen erstellen zu können:
1. Anforderungen aus dem Verhältnis von Belastungsdauer und Bewegungsintensität
2. Komplexität und Variabilität der Anforderungen 3. Bewegungsstrukturbedingte Anforderungen 4. Soziale Kooperationsanforderungen
Eine weitere Differenzierung erfolgt durch die Unterteilung in individuelle und kooperative Leistungen. Individuelle Leistungen sind Einzelleitungen des Athleten und kooperative Leistungen entsprechen Mannschaftsleistungen, wie sie in den Sportspielen allgemein üblich sind.
2.2 Sportliche Leistung und Wettkampfsport
„Sportliche Leistungen und ihre Entwicklung waren und sind wesentlich durch den Leistungsvergleich im sportlichen Wettkampf bestimmt.“ (Zitat nach SCHNABEL, HARRE, KRUG, BORDE 2005, S.41) Ungeachtet dessen werden auch Handlungen außerhalb des Wettkampfes als sportliche Leistungen erfasst. Dazu zählen: Leistungen im Trainingsprozess Leistungen im Sportunterricht Leistungen im Freizeit- und Gesundheitssport Leistungen im Therapie-, Rehabilitations- und Behindertensport
2.3 Leistungsvoraussetzungen
Allgemein unterteilt man die Leistungsvoraussetzungen in innere (personale) und äußere Leistungsvoraussetzungen. Zu den äußeren
Leistungsvoraussetzungen gehören die Sportstätten und ihre Beschaffenheit, Sportgeräte und die notwendige Ausrüstung des Athleten. Auch zählen meteologische und klimatische Bedingungen, wie Wind, Regen und Schnee
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dazu. Das eigentliche Training an sich ist auf die Entwicklung der inneren (personalen) Leistungsvoraussetzungen ausgerichtet. Aufgrund der
Wechselwirkung von äußeren und inneren Voraussetzungen muss ein gut strukturiertes Training auch auf die äußeren Voraussetzungen Rücksicht nehmen.
Nach SCHNABEL, HARRE, KRUG, BORDE (2005, S.44) kommt es zu einer weiteren Unterteilung der inneren Leistungsvoraussetzungen, welche wie folgt aussieht:
Eine unmittelbare handlungsbezogene Ebene
Dazu gehören Fähigkeiten, Fertigkeiten, Gewohnheiten, Kenntnisse und das Niveau der Antriebsregulation.
Eine Basisebene der physischen und psychischen
Grundvoraussetzungen und -Prozesse
Diese Basisebene beinhaltet alle elementaren morphologischen Eigenschaften wie Knochenbau, Muskelfaserstruktur, biologische und physiologische Prozessqualitäten. Des weiteren betrifft diese Ebene die elementaren Funktionen der einzelnen Organsysteme und die psychischen Grundfunktionen und -Prozesse. (Vgl. SCHNABEL, HARRE, KRUG, BORDE (2005, S.45)
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Abbildung 3: Leistungsvoraussetzungen auf handlungsbezognener- und Basisebene nach
Schabel, Harre, Krug, Borde 2005, S.44
3 Trainingssystem
3.1 Definition Training
HEHLMANN (1964, S.510) definiert im Wörterbuch der Pädagogik Training folgendermaßen:
„Training als planmäßige Funktionsübung auf körperlichem oder auf geistigem Gebiet mit dem Ziel der individuellen Bestleistung, besonders im Sport. Zweckmäßiges Training und harmonische Gesamterziehung können sich ergänzen.“ Aus leistungsphysiologischer Sicht interpretiert STEGEMANN (1971, S.227) das Training folgendermaßen: „Als Training bezeichnet man einen Einfluss, der die Leistungsfähigkeit durch messbare Änderung der Organstruktur verbessert:“ CARL & KAYSER (1976, S.219) definieren den Trainingsbegriff aus dem Blickpunkt einer handlungsorientierten Trainingslehre als einen komplexen Handlungsprozess mit dem Ziel der planmäßigen und sachorientierten Einwirkung auf die sportliche Leistungsfähigkeit. (vgl. Martin, Carl, Lehnertz 1991, S. 16) Bei MARTIN (1977, S.21) heißt es: „Sportliches Training ist ein planmäßig gesteuerter Prozess, bei dem mit Trainingsmaßnahmen, entsprechend bestimmter Zielvorstellungen, Zustandsänderungen der komplexen sportmotorischen Leistung bzw. Handlungsfähigkeit entwickelt werden sollten.“ Im Vergleich zu
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anderen sportlichen Erscheinungsformen scheint der Hauptakzent auf einer effektiven Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit zu liegen, darüber hinaus darf der Trainer bzw. der Athlet selbst nicht übersehen, dass das Training als Ganzes sich darüber hinaus auch auf die Gesamtpersönlichkeit des Athleten auswirkt.
3.2 Steuerung und Regelung des Trainings
Eine ständige Steuerung des Trainings erfolgt durch eine gezielte Abstimmung aller Maßnahmen innerhalb einer Trainingseinheit, mit dem Ziel den angestrebten sportlichen Leistungszustand zu erreichen. (Vgl.
THIESS/SCHNABEL 1987) Das bedeutet, dass das Training entsprechend der Trainingsleitziele geplant und durchgeführt wird.
Abbildung 4: Regelkreis des Trainingssystems, nach Carl 1989, S. 219
3.3 Übergeordnete Trainingsleitziele
Als langfristige Grundentscheidungen sportlichen Handelns bilden die übergeordneten Trainingsleitziele die Rahmenvorgaben für alle daraus ableitbaren trainingstechnisch-inhaltlichen Sachentscheidungen. (Vgl. MARTIN, CARL, LEHNERTZ 1991, S. 29) Die Höhe des angestrebten Leistungsniveaus ist eine wichtige Grundentscheidung und beeinflusst die weitere Trainingsplanung.
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3.4 Trainingsbelastung
Unter Trainingsbelastung versteht man die Gesamtheit der von einem Sportler realisierten Trainingsformen. Zur Kennzeichnung dieses Prozesses dienen quantitative und qualitative Beschreibungsgrößen. Zu den quantitativen Beschreibungsgrößen der Trainingsbelastung gehören die unterschiedlichen Trainingsinhalte, die Durchführung und der Schwierigkeitsgrad
sportmotorischer Fertigkeiten. Auf der anderen Seite zählen zu den qualitativen Beschreibungsgrößen die Belastungskomponenten Trainingshäufigkeit, die Trainingsdauer und die Dosierung der Belastungsanforderung in der Trainingseinheit, die durch Umfang, Intensität, Dauer und Belastungsdichte beschrieben wird. (Vgl. MARTIN, CARL, LEHNERTZ 1991, S. 30)
3.5 Trainingsplanung
Trainingsplanung bedeutet ganz allgemein die gedankliche Vorwegnahme des Trainingsprogramms. Die Entscheidungen, welche ein Trainer treffen muss, belaufen sich vor allem auf die inhaltlich-methodische Gestaltung unter Berücksichtigung allgemeiner Erkenntnisse und Erfahrungen der Trainingslehre. Weiterhin spielen soziale, materielle und außersportliche Bedingungen eine große Rolle. In der Praxis hat es sich bewährt, drei Arten von Trainingsplänen zu erstellen. Einen langfristigen, mittelfristigen und kurzfristigen Trainingsplan. Der langfristige Trainingsplan bezieht sich auf eine Dauer von mehreren Jahren, dabei soll die Gesamtstrategie des Trainings festgehalten werden. Ein mittelfristiger Trainingsplan soll die langzeitige Trainingsanpassung sichern mit einer Dauer von mehrmonatigen Trainingszyklen. Der kurzfristige Trainingsplan bezieht sich zumeist auf eine einzelne Woche und soll den optimalen organisatorischen Ablauf des täglichen Trainings sicherstellen. (Vgl. MARTIN, CARL, LEHNERTZ 1991, S. 30)
3.6 Trainingsprinzipien
„Trainingsprinzipien sind elementare Grundsätze und Regeln zur Planung und Durchführung des Trainings.“ (STEINHÖFER 2003, S. 38) Die Art und Anzahl der in der Literatur erwähnten Trainingsprinzipien ist sehr unterschiedlich. (vgl. FRIEDRICH & MÖLLER 1999, S.53) Eine Einteilung der verschiedenen Trainingsprinzipien kann nicht so leicht getroffen werden, da sich die
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unterschiedlichen Prinzipien teilweise stark voneinander abgrenzen. Bewährt hat sich die Einteilung nach GROSSER (1991, S.90) in die Kategorien: Auslösung, Sicherung und die spezifische Steuerung der Anpassung. (Vgl. STEINHÖFER 2003, S.38)
Tabelle 1: Einteilung der Trainingsprinzipien, nach Grosser 1991, S. 90
Im Nachfolgenden werden die einzelnen Prinzipien erläutert.
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes
Spezifische Belastungen führen zu entsprechenden Adaptionen des Organismus. Die jeweilig spezifischen Adaptionsmechanismen erfolgen nach der SAID-Regel. (Specific Adaptation to Imposed Demands) Der Schwellenwert des wirksamen Belastungsreizes hängt nicht nur von der Stärke des Reizes ab, sondern auch von der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Person. (STEINHÖFER 2003, S.40) Demnach benötigen hoch trainierte Personen einen wesentlich höheren Reizwert als Personen mit einem niedrigeren Trainingszustand.
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Prinzip der progressiven Belastungssteigerung
Gleiche äußere Belastungen verlieren mit zunehmendem Trainingszustand an Wirksamkeit. Dies liegt daran, dass der Trainingsreiz nicht mehr an den aktuellen Funktionszustand des Sportlers angepasst ist. Als logische Konsequenz daraus muss der Athlet die Belastung progressiv, das heißt stufenweise fortschreitend, erhöhen. Wichtig ist, dass der Sportler nicht nur eine Belastungskomponente (Intensität, Dauer, Dichte, Umfang, Häufigkeit) steigert, sondern möglichst alle gleichartig. (STEINHÖFER 2003, S.40) Die progressive Belastungssteigerung kann sowohl allmählich als auch sprunghaft erfolgen. Für gewöhnlich wählt man die allmähliche Belastungssteigerung. „Bei ungenügender Leistungsentwicklung oder gar Stagnation […] ist die sprunghafte Belastungssteigerung anzuwenden.“ (Zitat nach STEINHÖFER 2003, S.41) Der Trainer sollte dabei den Trainingsprozess immer im Auge haben, da sonst die Gefahr einer Verletzung bzw. Leistungsinstabilität droht. Prinzip der Variation der Trainingsbelastung Eine Variation sorgt für Abwechslung und vielfältige Reizsetzung, des weiteren verringert sie die Gefahr einer Barrierebildung (vgl. STEINHÖFER 2003, S. 42) Dieses Prinzip wird meist, durch mangelnde Beachtung des Sportlers bzw. des Trainers missachtet. Hier sollte auf eine breite Auswahl der Variationsmöglichkeiten der Trainingsinhalte geachtet werden. Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung Dieses Prinzip beruht auf dem des wirksamen Belastungsreizes. Das heißt, es beinhaltet ein Wiederkehren von Anpassungsprozessen auf der Grundlage immer wiederkehrender Homöostasestörungen. JAKOWLEW entwickelte diesbezüglich ein Theoriemodell der Superkompensation.
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Abbildung 5: Das Superkompensationsmodell, mod. nach Grosser, Brüggemann & Zintl
1986, S. 20, nach Jakwlew, 1977 Erklärung des Modells:
Zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgt ein spezifischer Belastungsreiz. Dieser ruft eine Heterostase, das heißt eine Störung der Homöostase, hervor. Als Folge dessen sinkt die sportliche Leistungsfähigkeit und es tritt eine Ermüdung ein.
Durch anabole Prozessstrukturen kommt es zu einer Regeneration. „Um den Organismus vor der erneuten Ausschöpfung seiner Leistungsreserven zu schützen, erfolgt die Wiederauffüllung über das Ausgangsmaß hinaus.“ (Zitat nach STEINHÖFER 2003, S.43) Diesen Prozess bezeichnet man auch als Superkompensation. Die beabsichtigte Reaktion ist eine
Leistungsverbesserung, welche sich an die Regenerationsphase anschließt. Das Modell ist jedoch nur eingeschränkt verwendbar. Viele Adaptionsprozesse unterliegen morphologischen, metabolischen, neuronalen und endokrinen Prozessen, welche für sich einen stark differenten Wiederherstellungszeitraum benötigen und sich nicht nach dem Superkompensationsmodell richten. Für diese Prozesse gelten andere Gesetzmäßigkeiten.
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Wichtige Kritikpunkte bezüglich des Superkompensationsmodells sind: (nach STEINHÖFER 2003, S.46)
Interdependenzen der Anpassungsvorgänge können nicht erklärt werden, ebenso nicht die gleichzeitige Ausbildung unterschiedlicher Leistungsfaktoren
Das Modell ignoriert Mengen- und Zeitgrenzen der komplexen Trainingsbelastungen
Widersprüche zur gegenwärtigen Trainingspraxis vor allem im Spitzensport sind eklatant. Zudem fehlen Angaben zu messbaren Parametern
Das Modell ignoriert die Endlichkeit der Anpassungsvorgänge, eine lineare Hochrechnung der Superkompensationseffekte ist unzulässig Es erfolgt keine Berücksichtigung genetischer Anlagen, keine Alters-und Geschlechtsdifferenz sowie keine Berücksichtigung des Trainingszustandes
Weitere kognitive, morphologische, metabolische, funktionale und neuronale Anpassungen werden nicht berücksichtigt Durch diese Mängel ergeben sich auf das heutige Training bezogene Verständisprobleme. Für praktische Empfehlungen, wie zum Beispiel Regenerationszeiten, ist das Modell nicht geeignet.
Ob das Prinzip der optimalen Belastung erfolgreich umgesetzt werden kann, ist nur durch ständige Leistungsdiagnosen kontrollierbar. (STEINHÖFER 2003, S.48) Wichtig sind wissenschaftliche Diagnoseverfahren, wie beispielsweise Bewegungsanalysen, Spielanalysen. Der Athlet sollte jederzeit seine aktuelle physische Konstitution im Überblick haben. Prinzip der Wiederholung und Kontinuität
Um eine Leistungserhöhung zu erzielen, bedarf es einer Folge von Reizen über einen längeren Zeitraum hinweg. (STEINHÖFER 2003, S.48) Bleibt diese Folge aus, kommt es zu Deadaptionsmechanismen. Gemäß dem Modell der Superkompensation müssen die Reize in den richtigen Abständen erfolgen.
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Arbeit zitieren:
Philipp Ceolin, 2009, Übertraining - Ursachen im Bereich des sportlichen Trainings, München, GRIN Verlag GmbH
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