Inhalt
1. Einleitung 3
2. Gesteigerte Nutzung von Anglizismen im Deutschen 4
3. Herkunft und Grund für die Einführung 5
3.1. Ursprung in der Wirtschaft 5
3.2. Ursprung in der Wissenschaft 6
4. Integration 7
4.1. Fremdwörter 7
4.2. Lehnwörter S.8
4.3. Exotismen 8
4.4. Scheinentlehnungen 8
4.5. Lehnübersetzungen 8
5. Anglizismen in der Medien- und Werbesprache 9
5.1. Medien 9
5.2. Werbung 10
6. Fazit 13
Literaturverzeichnis S.14
2
1. Einleitung:
Seit Jahrhunderten besteht eine immer wiederkehrende
Fremdwortbekämpfung in der deutschen Sprache. Oft waren und sind diese Bemühungen um Sprachreinheit, wie in vielen anderen
Sprachgemeinschaften auch, abhängig von den gesellschaftlichen und politischen Umständen der Zeit. So richtete sich die Kritik an der Fremdwortnutzung im 17. und 18. Jahrhundert beispielsweise verstärkt gegen Lehnwörter aus dem Französischen. 1 Heutzutage wird vor allem in Sprachvereinen ein überhöhter Gebrauch von Anglizismen, also Wörter die aus dem Englischen in die deutsche Sprache übernommen wurden, beklagt. Es wird von einem Sprachverfall gesprochen. Als Gegenmittel sucht z. B. der Verein Deutsche Sprache e.V. mit einem „Anglizismen-Index“ nach deutschen Entsprechungen und Wortneuschöpfungen um die englischen Begriffe zu ersetzen. 2
Doch wie viel Einfluss hat die englische Sprache auf das Deutsche heutzutage wirklich? Unter welchen Umständen werden englische Begriffe benutzt und wie werden sie eingegliedert? Diesen Fragen soll in der folgenden Arbeit nachgegangen werden. Zu Beginn steht ein kurzer Abriss der Geschichte der Anglizismen im Deutschen und ihre aktuelle Anzahl. Anschließende wird auf die Herkunft der Anglizismen in der Wirtschafts- und Wissenschaftssprache eingegangen und die Gründe für ihre Einführung werden erklärt. Schließlich folgt eine Analyse der Integrationsmöglichkeiten englischer Wörter in Schreibung, Lautung und Grammatik. Als Schwerpunkt wird auf den Gebrauch von Anglizismen in der Medien- und Werbesprache eingegangen.
Ziel der Arbeit ist nicht das Fällen einer Entscheidung in der Diskussion, ob Anglizismen Vorteile oder Nachteile für die deutsche Sprache bringen. Sondern die Absicht liegt in einer Darstellung des aktuellen Stands der Anglizismen in der deutschen Sprache.
1 Vgl. Muhr: Eurospeak, S. 21
2 http://vds-ev.de/anglizismenindex/
3
2. Gesteigerte Benutzung von Anglizismen im Deutschen
Es gibt mehrere Gründe, warum so viele englische Begriffe ihren Weg in die deutsche Sprache finden. Da ist zum einen die Tatsache, dass Englisch wie Deutsch eine germanische Sprache ist, genauer gesagt eine westgermanische. Sie haben also einen gemeinsamen Ursprung und einen hohen Verwandtschaftsgrad, der sich in zahlreichen Ähnlichkeiten bezüglich der Grammatik und im Wortschatz auszeichnet. Dies macht das Erlernen des Englischen als Fremdsprache vergleichsweise einfach und ist auch ein Vorteil für die Integration englischer Begriffe ins Deutsche. Historisch gesehen wird seit der Spätaufklärung in Mitteleuropa von Handeltreibenden, Spezialisten und Intellektuellen Englisch verstärkt als Lingua franca benutzt. Englisch galt „als Sprache der ‚Freiheit’, der Demokratisierung, der Modernisierung, des ökonomischen und technischen Fortschritts“. 3 Mit der Zeit und der geschichtlichen Entwicklung verloren Deutsch und Französisch ihren Stand als Verkehrssprachen in Europa. Heutzutage hat sich Englisch als die universelle Lingua Franca durchgesetzt. 4 Durch die voranschreitende Globalisierung erhöht sich der Kontakt zwischen Menschen verschiedener Muttersprachen immens, so dass Englisch vermehrt im beruflichen und privaten Bereichen angewandt wird und durch die starke Präsenz auch Einfluss auf das Vokabular der Muttersprache hat.
Hinzu kommt der Sprachunterricht in den weiterführenden Schulen, der besonders nach dem 2. Weltkrieg gefördert und ausgebaut wurde. Englisch wird seither als erste Fremdsprache in der Schule gelehrt und ermöglicht der Bevölkerung somit eine elementare Kenntnis und ein Verständnis dieser Sprache. Zusätzlich gibt es zahlreiche Bemühungen um Begegnungen zwischen den verschieden Staatsbürgern durch
Städtepartnerschaften und Schüleraustausche. 5 Diese Vorrausetzungen ermöglichen einen weit reichenden Kontakt mit der englischen Sprache. Seit der Nachkriegszeit gilt Englisch als moderne und jugendliche Sprache und durch Benutzung englischer Ausdrücke
3 Hier und im Folgenden zitiert nach:
von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart, S. 194
4 vgl. S. 194
5 vgl. S. 204
4
möchten die Sprecher ein solches Bild von sich erschaffen, auch um sich von älteren Generationen eindeutig abzugrenzen. Durch den Einfluss der amerikanischen Jugend- und Musikkultur ab den 50er Jahren hat sich dieser Einfluss verstärkt und ist bis heute vorhanden. 6 1980 wird der Anteil der englischen Entlehnungen in der deutschen Sprache im Verhältnis zu anderen Sprachen auf 90% angesetzt, während Entlehnungen französischer und lateinischer Herkunft lediglich jeweils etwa 5% ausmachen. 7 Die Anzahl der Anglizismen in der deutschen Sprache beträgt aktuell schätzungsweise 3.500 - 5.000 Wörter. 8
3. Herkunft und Grund für die Einführung
Englisch hat Französisch und Latein als Bildungs- und Weltsprache ersetzt. Durch ihre verbesserte Ausbildung kann die Bevölkerung heutzutage in ihrem beruflichen und öffentlichen Leben an dieser Entwicklung teilhaben. 9 So können sich Fachbegriffe der Wirtschaft und Wissenschaft heute schnell verbreiten und einen Weg in die Alltagssprache finden.
3.1. Ursprung in der Wirtschaft
Ein großer Teil der Anglizismen in der deutschen Sprache hat seinen Weg über die Einführung und Benutzung in der Wirtschaft gefunden. Grund dafür ist die Position der USA als international führende Industrie- und Handelsnation. 10 Zur Erklärung des gehäuften Gebrauchs von Anglizismen in der deutschen Wirtschaft wird Folgendes genannt: „Als Verwendungsmotiv angloamerikanischen Wortgutes in der deutschen Wirtschaftsterminologie können der Benennungsbedarf und der Zug zur Sprachökonomie angesehen werden.“ 11 Durch die Globalisierung verbreiten sich neue Prozesse inzwischen oft weltweit. Diese frisch entwickelten Gegenstände oder Vorgänge erhalten heutzutage somit oft eine Bezeichnung aus der englischen Sprache. Es vereinfacht die
6 vgl. S. 287
7 vgl. Grafik S. 393
8 vgl. Kettmann: Eurospeak, S. 62
9 vgl. von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart, S. 402
10 Hier und im Folgenden zitiert nach Effertz, Wietz: Das Verständnis wirtschaftsspezifischer
Anglizismen in der deutschen Sprache bei Unternehmern, Führungskräften und Mitarbeitern der
neuen und alten Bundesländer, vgl. S. 28
11 S. 28
5
Arbeit zitieren:
Christin Köppen, 2008, Die Herkunft, Anwendung und Funktion von Anglizismen in der aktuellen deutschen Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
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