1 Einleitung
Googelt man das Wort „Taufe“, so stößt man schnell auf Erklärungen wie „Die Taufe ist ein Ritus, der im Christentum seit der Zeit des Neuen Testaments und in fast allen christlichen Konfessionen den sichtbaren Eintritt in das Christentum markiert.“ 1 Tatsächlich kann man nichts Falsches in solchen Erklärungen finden, jedoch trägt der Begriff „Taufe“ weit mehr Bedeutung in sich, als in obigem Zitat erwähnt ist.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zunächst, Allgemeines zur Taufe darzulegen und die biblische Verankerung des Sakraments herauszuarbeiten. Anschließend wird die Festigung des Taufsakraments im Katechismus der Katholischen Kirche aufgezeigt und auf Gemeinsamkeiten sowie Differenzen zwischen der biblischer Grundlegung und dem Katechismus der Katholischen Kirche untersucht. In 5 „Durchführung der Taufe“ wird zum einen der Ablauf der Tauffeier beschrieben und zum anderen auf die Symbolik der einzelnen Elemente eingegangen.
Übergeordnetes Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über das Sakrament der Taufe zu verschaffen und dabei auf Unstimmigkeiten bezüglich der einzelnen Rechtfertigungsquellen des Sakraments hinzuweisen.
2. Allgemeines zur Taufe
Neben Eucharistie; Firmung; Bußsakrament; Weihesakrament; Ehesakrament und Krankensalbung gehört auch die Taufe zu den sieben Sakramenten in der Katholischen Kirche. 2 Dabei ist zu beachten, dass die Taufe als das einzige ökumenische Sakrament innerhalb der christlichen Konfessionen anzusehen ist. 3 Seit der Magdeburger Erklärung 2007 erkennen elf verschiedene Kirchen in Deutschland gegenseitig die Taufe an. Dazu gehören beispielsweise die Römisch-Katholische Kirche, die Evangelische Kirche, die Orthodoxe Kirche, die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche und das Katholische Bistum der Alt-Katholiken, aber auch Kirchen wie die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche oder die Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland. 4 Dadurch muss die Taufe bei einem Übertritt von der einen in die andere Kirche nicht mehr nachgeholt werden.
1 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Taufe (11.03.2010).
2 Vgl. Vorgrimler, Herbert, Sakramententheologie (Leitfaden Theologie 17), Düsseldorf 1987, S. 84.
3 Vgl. Mellinghoff, Gerhard (Hg), Die Taufe. Entwürfe, Erfahrungen, Predigten, Gebete, Göttingen 1994,
S. 157.
4 Vgl. http://www.focus.de/politik/deutschland/konfession_aid_54892.html (16.03.2010).
2
Eine Besonderheit beim Sakrament der Taufe ist, dass im Notfall ohne Priester getauft werden kann und dabei jeder, egal ob selbst getauft oder nicht, die Taufe spenden kann, solange die trinitarische Taufformel „Name, ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ angewandt wird und der Täufer das tun will, was die Kirche bei der Taufe tut. 5
Eine weiteres Merkmal der Taufe ist es, dass sie neben der Firmung und der Eucharistie zu den drei Sakramenten der Initiation, in denen die Grundlagen des ganzen christlichen Lebens gelegt werden, gehört. 6
3. Biblische Grundlegung
Um die Herkunft der Taufe verstehen zu können, muss zunächst eine ethymologische Auseinandersetzung mit dem Wort „Taufe“ stattfinden. „Taufe“ kommt vom griechischen baptizein (βαπτίζειν) und bedeutet so viel wie ein- oder untertauchen. 7 In den folgenden Kapiteln 2.1 „Taufe im Alten Testament“ und 2.2 „Taufe im Neuen Testament“ wird genauer auf die biblische Grundlegung dieses Sakraments eingegangen.
3.1 Taufe im Alten Testament
Sucht man Belege über die Taufe im Alten Testament, so wird man nicht fündig, jedenfalls nicht direkt, da es damals noch keinen Taufritus, wie wir ihn heute kennen, gab. Allerdings gibt es Bibelstellen im Alten Testament, die von einer Waschung oder Eintauchung zeugen, welche zur Befreiung von Sünde oder Krankheit dienen sollten. Allerdings geschah dies mehr durch eine schlichte Abhandlung des Geschehens, welche häufig auch mehrmals hintereinander vollzogen wurde, als durch einen feierlichen Akt. Ein Beispiel für eine solche Bibelstelle ist im zweiten Buch der Könige zu finden, als der aussätzige Naaman auf Befehl des Propheten Elischa siebenmal im Jordan untertauchte, um seine Krankheit zu heilen und die Reinheit zurück zu gewinnen. 8
5 Vgl. N.N., Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina,
München 2005, S. 349.
6 Vgl. N.N., Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina,
München 2005, S. 340.
7 Vgl. Betz, Johannes, Die Taufe, in: Fries, Heinrich (Hg), Wort und Sakrament, München 1966, S. 111f.
8 Vgl. 2 Kön 5.
3
Im Buch Genesis wird das Wasser , das auch bei der Taufe eine große Rolle spielt und mit dem Johannes der Täufer ebenfalls taufte, 9 bereits mit dem Geist in Verbindung gebracht: „Die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ 10 . Wasser wird außerdem bereits im Alten Bund als Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit angesehen. 11
Die Kirche sieht zusätzlich einen Zusammenhang zwischen der Arche Noach und der Taufe, da nur wenige Menschen durch das Wasser gerettet wurden. Sie fundiert diese These mit dem Bibelzitat „die einst nicht gehorchen wollten, als in den Tagen Noachs Gottes Langmut zuwartete und die Arche gebaut wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durch das Wasser hindurch.“ 1213
Eine Ankündigung der Befreiung durch die Taufe sieht die Kirche im Durchzug des Volkes Israels durch das Rote Meer; der Erlösung aus der Knechtschaft in Ägypten. 14 Ebenso als Vorzeichen der Taufe wertet die Kirche die „Überschreitung des Jordan, durch die das Volk Gottes das Land, das den Nachkommen Abrahams verheißen worden war, zum Geschenk erhielt - ein Bild des ewigen Lebens. Die Verheißung dieses seligen Erbes erfüllt sich im Neuen Bund.“ 15
Da es im Alten Testament keine direkten Hinweise und somit keinerlei eindeutige Rechtfertigung für das Sakrament der Taufe gibt, scheint es so, als würden viele Stellen, in denen Wasser ebenso vorkommt wie in der Taufe selbst, als symbolische Erklärung beansprucht werden.
3.2 Taufe im Neuen Testament
Ganz im Gegensatz zum Alten Testament ist die Taufe im Neuen Testament die am meisten bezeugte christliche Symbolhandlung, 16 daher kann dieses Kapitel an dieser Stelle nur exemplarisch dargestellt werden.
9 Vgl. Mt 3, 11
10 Vgl. Gen 1,2
11 Vgl. N.N., Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina,
München 2005, S. 342.
12 Vgl. 1 Petr 3, 20
13 Vgl. N.N., Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina,
München 2005, S. 342.
14 Vgl. N.N., Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina,
München 2005, S. 343.
15 Vgl. N.N., Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina,
München 2005, S. 343.
16 Vgl. Vorgrimler, Herbert, Sakramententheologie (Leitfaden Theologie 17), Düsseldorf 1987, S. 121.
4
Arbeit zitieren:
Maresa Miller, 2010, Das Sakrament der Taufe, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Taufkleid - die Taufe als Ritual und deren Bedeutung
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Seminararbeit, 23 Seiten
Die konfessionsverschiedene und die religionsverschiedene Ehe
Theologie - Praktische Theologie
Hausarbeit, 18 Seiten
Die Ehe - Sakramententheologischer Anspruch und gesellschaftliche Wirk...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Examensarbeit, 116 Seiten
Die Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils
Die wichtigsten Beschlüsse der...
Theologie - Praktische Theologie
Hausarbeit, 18 Seiten
War die neronische Verfolgung eine "Christenverfolgung"?
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hausarbeit, 17 Seiten
Problemfall „Kindertaufe"- Zum Taufritus in seiner ursprünglichen...
Hausarbeit, 13 Seiten
Maresa Miller folgt nun Das Sakrament der Taufe
Maresa Miller hat einen neuen Text hochgeladen
ANBETUNG DER MAGIER UND DIE TA
A Schilling
Taufe im Leben der Kirchen / Baptism in the Life of the Churches
Dokumentation eines orthodox-e...
Jochen Kramm, Michael Beintker, Viorel Ionita
Heil erfahren in den Sakramenten
Helmut Hoping, Benedikt Kranemann, Stephan Wahle, Norbert Weidinger
0 Kommentare