1. Einleitung
Will man in literarischer Form kritisch seine Meinung äußern, kann dafür auf vielfältige Methoden zurückgegriffen werden. Eine davon ist die Ironie, die den Vorteil hat, dass sie sehr vielfältig ist, da sie satirische, polemische, parodistische oder groteske Züge annehmen kann. Durch seine „Reisebilder“ ist der Schriftsteller Heinrich Heine weit über Deutschland hinaus zu einem der führenden Schriftsteller geworden, lediglich die Wirkung des später veröffentlichte „Buch der Lieder“ lässt sich mit diesem Erfolg vergleichen. 1 Die in den „Reisebildern“ enthaltene „Harzreise“, ein sogenannter „Schlüsseltext der Moderne“ 2 , der sich vor allem durch seine Subjektivität und die Dopplung von zwei Gattungen, der spöttischen Prosa und der romantischen Lyrik, auszeichnet, kann als Paradebeispiel eines literarischen Werks gelten, dass sich dieser Form Kritik zu üben bedient. In jener Erzählung wurden vom Autor vielfältige Anspielungen auf gegenwärtige Ereignisse in die Erzählung eingebaut, wodurch Heine einen neuen Ton traf, eine Mischung aus Naturschilderung, Witz, Poesie und Kritik, die sich von den eingefahrenen literarischen Bahnen der spätromantischen Dichtung abhob. Vor allem ist für die damalige Zeit die umgangssprachliche Prosanutzung Heines und der Verzicht auf die künstliche Sprache der Poesie neuartig. 3 Glaubt man Norbert Altenhofer, so ist es in der aktuellen Forschung fast unmöglich die „bunten Fäden“ 4 , die den Text mit seiner Zeit verbinden, aufzuspüren und zu entwirren. 5
Nach Gerd Eversberg kann Heines „Harzreise“ zu jener als „Tendenzdichtung“ bezeichneten Literatur junger Autoren aus der Zeit vor der Revolution von 1848 hinzugezählt werden, da hier die politische Verhältnisse der jeweiligen deutschen Teilstaaten im Mittelpunkt der Kritik stehen. 6 Inwieweit dies wirklich zutrifft, muss im
1 vgl. Jost, Hermand & Windfuhr, Manfred: Die Harzreise. In: Heinrich Heine. Sämtliche Werke. Düsseldorfer Ausgabe. Hrsg. von Jost, Hermand & Windfuhr, Manfred, Bd.6, Hamburg: Hoffmann und Campe 1973, S.555.
2 Stauf, Renate: „Der Brocken ist ein Deutscher“. Zeitkritik, Literatur und Satire in Heines Harzreise. In: Literarische Harzreisen. Bilder und Realität einer Region zwischen Romantik und Moderne. Hrsg. von Cord-Friedrich Berghahn et.al. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2008, S.118.
3 vgl. Eversberg, Gerd: Erläuterungen zu Heinrich Heine Die Harzreise, Hollfeld/ Ofr.: C. Bange Verlag 1984, S.68.
4 Heine, Heinrich: Die Harzreise. In: Heine. Ein Lesebuch für unsere Zeit. Berlin und Weimar: Aufbau-
Verlag 1981, S.266.
5 vgl. Altenhofer, Norbert: Harzreise in die Zeit. Zum Funktionszusammenhang von Traum, Witz und Zensur
in Heines früher Prosa. Düsseldorf: Heinrich-Heine-Gesellschaft 1972, S.6
6 vgl. Eversberg, Gerd: Erläuterungen zu Heinrich Heine Die Harzreise, S.65.
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Verlauf der Arbeit noch untersucht werden. Im Folgenden soll demnach gezeigt werden, an welchen Stellen der „Harzreise“ Ironie und andere literarische Stilmittel des Humors eingesetzt werden und welche Funktion diese haben. Für dieses Vorhaben ist es nötig in einem ersten Kapitel die zentralen Begriffe „Humor“, „Satire“, „Ironie“ und „Parodie“ voneinander abzugrenzen. Für das Verständnis der „Harzreise“ ist es außerdem notwendig, die Lebensumstände Heines während der Entstehungszeit des Werkes zu beleuchten sowie Erklärungsansätze für die auffällig häufige Ironie in der „Harzreise“ anzuführen. Im Hauptteil der vorliegenden Arbeit wird nach einigen einleitenden Bemerkungen zum Werk der Fokus auf die Funktion der Ironie und des Humor in Heines Reisebericht gelegt. Hier steht vor allem die Kritik an den Vertretern und Einrichtungen der Universität im Mittelpunkt, aber auch die Stadt Göttingen als Sitz der Gelehrtenwelt wird von Heine mit Hilfe von diversen ironischen und humoristischen Stilmitteln scharf kritisiert. Zudem soll auch die vom Autor geäußerte Kritik an den wissenschaftlichen Abhandlungen und Inhalten der damaligen Zeit nicht zu kurz kommen. Auch die Möglichkeit, dass die „Harzreise“ als Deutschland-Satire verstanden werden kann, soll in diesem Kapitel untersucht werden. Um diesen Teil abzuschließen, wird außerdem Heines Kritik am Naturverständnis des 19. Jahrhunderts in den Blickpunkt der Betrachtungen gerückt. In einem weiteren Abschnitt soll der Frage nachgegangen werden, ob es sich bei der „Harzreise“ um einen romantischen Reisebericht oder eine Selbstdarstellung Heines handelt oder möglicherweise sogar um eine „Mischform“ aus beidem. Eng damit hängt die Diskussion zusammen, ob es sich bei dem Werk um eine wissenschaftliche Abhandlung oder nutzlose Beschäftigung handelt. Zuletzt sollen die wichtigsten Erkenntnisse der Interpretation zusammengefasst werden sowie einige Anregungen für weitere Forschungsvorhaben gegeben werden.
2. Begriffsklärung: Abgrenzung von Humor, Satire,
Ironie und Parodie
Die Grundlage für eine gelungene Interpretation von Heines „Harzreise“ ist die Definition der Begriffe „Humor“, „Ironie“, „Parodie“ und „Satire“ bzw. deren Abgrenzung voneinander, da man nur mit Hilfe dieser literarischen Mittel dem Werk gerecht werden kann. Nach der Definition aus dem „Historischen Wörterbuch der Rhetorik“ ist HUMOR
„… seit der Wende vom 18. zum 19.Jh. der moderne englische und deutsche Leitbegriff für den Bereich des Komischen, der sich sowohl auf Eigenschaften einer Person und ihre Subjektivität, als auch auf
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Eigenschaften einer Situation, Handlung, Rede oder Schrift beziehen läßt, die eine Verwandtschaft zur Komik ebenso einschließen wie übersteigen.“ 7
Nach Schüttpelz Definition lässt sich der literarische Humorbegriff ab 1590 nachweisen. Er geht aus der galenischen Humoralpathologie hervor, in der „humor“ (lat. „Flüssigkeit“) die vier Säfte des Körpers (Blut, Phlegma, gelbe Galle, schwarze Galle) und deren Mischung im menschlichen Körper bezeichnet. Durch die Dominanz eines jeweiligen Saftes lassen sich vier Temperamente unterscheiden (sanguinisch, phlegmatisch, cholerisch, melancholisch), wobei angenommen wird, dass die jeweilige Dominanz eines Saftes einem rhythmischen Wechsel, einer Laune unterliegt. Diese Aspekte der humoralpathologischen Lehre haben sich im 16.Jahrhundert durch das Lehnwort „humor“ in mehreren europäischen Sprachen verbreitet. 8 Die „Laune“ kann sich nach 1800 nicht als deutscher Terminus durchsetzen und der Humor nimmt durch seine romantische Umprägung eine geschichtsphilosophische Wendung. Jean Paul ist derjenige, der den Humor 1803/04 in seine systematische „Vorschule der Ästhetik“ einordnet und dadurch den literarischen Humor-Begriff in Deutschland etabliert. 9 Er definiert ihn als „wahre Totalität“, als „Welthumor“, der sich zwar „in Teilen aussprechen“ kann, aber „nie das Einzelne meint und tadelt“. 10 Jean Paul ist der Überzeugung, dass Humor sich durch das Lachen über die Beschränktheit des Unendlichen definiert und begründet den Humor wesentlich mit der dichterischen Subjektivität, da „bei jedem Humoristen das Ich die erste Rolle“ 11 spielt, anders ausgedrückt: Humorist ist derjenige, welcher sich in den Spott mit einbezieht.
Als SATIRE bezeichnet man keine Gattung, sondern ein literarisches Vorgehen, welches der Belehrung und moralischen Verbesserung des Lesers dienen soll. Ihr Bezugspunkt ist meist eine außerliterarische und zeitgenössische Wirklichkeit. Das entscheidende Kriterium für die Satire ist allerdings, dass sie immer einen konkreten Angriffspunkt benötigt.
„Die Satire dient ursprünglich der didaktisch-moralischen Verspottung des Lasters, im Unterschied zur Verspottung konkreter Einzelpersonen im Pasquill. Seit der romantischen Moderne wird vom Kriterium
7 Schüttpelz, Erhard: Art. Humor. In: Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Hrsg. v. Gert Ueding, Bd.4, Niemeyer: Tübingen 1998, S.86.
8 vgl. Schüttpelz, Erhard: Art. Humor, S.87.
9 vgl. ebd.,S.93.
10 Schillemeit, Jost: Studien zur Goethezeit. Göttingen: Wallenstein-Verlag 2006, S.460.
11 Paul, Jean: Vorschule der Ästhetik. Nach der Ausg. v. Norbert Miller hrsg., textkritis. durchges. und eingel. von Wolfhart Henckmann. Hamburg: Meiner 1990, S.132.
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moralischer Läuterung und dem didaktischen Bezug zu Laster und Torheit stärker abstrahiert, die dagegen entstehende Nähe zur Groteske erreicht (…) im 20.Jhd. ihren Höhepunkt.“ 12 Typisch für die Satire im 19. Jahrhundert ist eine Polemik gegen die Ästhetik der Aufklärung, gegen trockene Gelehrsamkeit, klassizistischen Kunstgeschmack und die Rationalität der Philister. 13 Glaubt man Meyer-Sickendiek so spielt die Satire nach der Revolution 1848/49 eine eher unbedeutende Rolle in der deutschen Literatur und beschränkt sich auf diverse satirische Zeitschriften. 14 Interessant ist zudem die Tatsache, dass Heine im „Historischen Wörterbuch der Rhetorik“ neben Platen, Grillparzer und Nestroy zu den bedeutendsten Satirikern des 20.Jahrhundert gezählt wird. 15
Die IRONIE ist historisch betrachtet eine Form der Rede, die bereits um 400 v. Chr. in der antiken Literatur nachweisbar ist. 16 Primär ist sie ein anspruchsvolles sprachliches Phänomen, sekundär eine charakterliche Haltung. Die Ironie kann Teil einer Satire sein, im Gegensatz zu dieser kann die Ironie allerdings sehr vage formuliert sein; ein konkreter Angriffspunkt ist für ihre Wirkung nicht nötig. Die vier Hauptmerkmale der Ironie-Definition in der Rhetorik „a) das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint; b) etwas anderes zu sagen, was man meint; c) tadeln durch falsches Lob und Lob durch vorgeblichen Tadel; d) jede Art des sich Lustig-machens und Spottens“ 17 sind zentrale Merkmale satirischer Texte. Ebenfalls entscheidend für die Ironie ist ihre diskursive Macht bzw. Souveränität, die dadurch zustande kommst, dass bei der Anwendung von Ironie diejenigen ausgegrenzt werden, die sie nicht verstehen. Anders formuliert: Die Ironie wird erst Wirklichkeit, wenn die ironisierende Wendung von einem mitspielenden Partner aufgegriffen wird. Manfred Frank argumentiert, dass ein ironischer Redeakt aus zwei Positionen besteht und dass die romantische Ironie Position und Gegenposition so zueinander in ein Verhältnis setzt, dass sich eine durch die andere relativiert, keine bestehen bleibt. Ein einfacher Typus von Ironie liegt dagegen dort vor, wo eines der Glieder verworfen wird, um das andere in den Rang des Geltenden zu setzen. Diese Art der Ironie, die als satirische Ironie bezeichnet wird, setzt voraus, dass der Sprecher ein festes Standbein besitzt, eine Wahrheit die er nicht in Zweifel sieht. Diesen Typus der
12 Meyer-Sickendiek, Burkhard: Art. Satire. In: Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Hrsg. v. Gert Ueding, Bd.8, Niemeyer: Tübingen 1998, S.447.
13 vgl. ebd., S.461.
14 vgl. ebd., S.462.
15 vgl. ebd., S.459.
16 vgl. Behler, Ernst: Art. Ironie. In: Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Hrsg. v. Gert Ueding, Bd.4, Niemeyer: Tübingen 1998, S.599.
17 Meyer-Sickendiek, Burkhard: Art. Satire, S.447.
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Ironie finde man bei Heine. 18 Laut der Ausführungen von Wolfgang Preisedanz hat Heines Ironie nichts mit den philosophischen Spekulationen der Romantiker zu tun und besitzt auch keine Beziehung zur Metaphysik. Ihm ginge es eher darum, die Vernünftigkeit und Harmonie der Welt zu dementieren. 19 In der eben bereits erwähnten „Vorschule der Ästhetik“ bemühte sich Jean Paul die Ironie vom Humor abzugrenzen, „indem er den Humor als wärmere und gleichzeitig umfassendere Art des dichterischen Ausdrucks bestimmte, die I. (Ironie) aber als scharfe, kalte. intellektualistische Haltung des Autors auffaßte“ 20 .
PARODIE bezeichnet, entsprechend der Doppeldeutigkeit von griech. „para“, den Gegengesang, ebenso wie den Neben- oder Beigesang. 21 Im allgemeinen Verständnis wird unter ihr die spöttische Nachahmung bekannter Werke und Muster verstanden. Literarische Formen und Motive werden dabei in einen veränderten und oft unpassenden Kontext gesetzt. Dementsprechend wird die Parodie hier ausschließlich als Bezeichnung für ein Verfahren verstanden, das charakteristische Merkmale einer Vorlage übernimmt, um diese Vorlage durch bestimmte Strategien der Komik herabzusetzen. Mit dieser Definition wird nicht nur der wichtigen Rolle der Komik beim Verfahren der Parodie Rechnung getragen; berücksichtigt wird damit auch, dass die Parodie in den verschiedensten Gattungen und Medien vorkommt, mithin selbst keine Gattung ist. 22 Es muss an dieser Stelle betont werden, dass es sich bei der Parodie. ähnlich wie bei der Ironie um ein Bildungsspiel handelt, da sie die Kenntnis der Vorlage voraussetzt.
Zusammenfassend formuliert, ist Humor eine besonders distanzierte und abgeklärte Haltung gegenüber der Wirklichkeit und zeichnet sich durch das Lachen über die Beschränktheit des Unendlichen aus. Im Gegensatz zur Ironie verurteilt der Humor demnach nicht das Einzelne. Die Satire hingegen ist eine literarische Form der Kritik, die entlarven, verspotten und eine kritische Haltung hervorrufen will. Wird Ironie verwendet, so ist das Gesagte nicht wörtlich zu nehmen, d.h. das Gemeinte und das Gesagte stehen in einem indirekten Verhältnis zueinander. Die Parodie ist ein literarisches Mittel, dass sich
18 vgl. Petersdorff, Dirk von: Grenzen des Wissens, gemischte Gefühle. Heinrich Heines Ironie. In: Heine-Jahrbuch 45 (2006), S.1.
19 vgl. Petersdorff, Dirk von: Grenzen des Wissens, gemischte Gefühle, S.1.
20 Behler, Ernst: Art. Ironie, S.613.
21 vgl. Verweyen, Theodor & Witting, Gunther: Art. Parodie. In: Literatur-Lexikon. Hrsg. v. Walther Killy et al., Begriffe, Realien, Methoden [Les - Z]. Hrsg. von Volker Meid, Bd.14, Gütersloh (u.a.): Bertelsmann-Lexikon-Verlag 1993, S.193.
22 vgl. ebd., S.194.
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bekannte Werke, Personen, ö.ä. zunutze macht, indem es diese verzerrend oder übertreibend nachahmt. Dabei wird die Form beibehalten, der Inhalt jedoch humoristisch verändert, so dass der komische Effekt aus der Spannung zwischen dem bekannten Original und der Nachahmung entsteht.
3. Heines Leben zur Entstehungszeit der „Harzreise“
Wenn man ein tieferes Verständnis der bis heute viel gelesenen und häufig interpretierten „Harzreise“ gewinnen will, vor allem im Hinblick auf die ironischen Elemente, so muss die historische Situation, in der Heine sich zur Zeit der Niederschrift befand, Grundlage der Deutung werden. In den Jahren zwischen 1824 und 1826 plagen ihn nicht nur diverse Krankheiten, er wird zudem von Liebesbeziehungen enttäuscht und hat wenig Interesse an seinem juristischen Studium. Zu allem Überfluss gehört Heine als Jude in dieser Zeit zu einer sozial deklassierten Schicht und leidet stark unter dieser Situation. 23 1825 lässt er sich deshalb taufen, doch auch dieser Religionswechsel bringt nicht den gewünschten Erfolg mit sich, denn als er nach seiner Promotion sich um eine Einstellung als Jurist in Hamburg bemüht, wird er abgewiesen, obwohl er nun alle Voraussetzungen erfüllte. An dieser Stelle interessiert uns jedoch vorwiegend das Jahr 1824, in dem er im Herbst seine Harzreise antritt, um allen Zwängen des ihn umgebenden Kleinbürgertums zu entfliehen und seine Genesung zu fördern. 24 In den deutschen Staaten war der durch die bürgerliche Revolution von 1789 in Gang gekommene Prozess der Veränderung nach der Niederwerfung Napoleons vorerst zum Stillstand gekommen. Heine wirkt dieser Situation in den „Reisebildern“ entgegen, indem er in rasendem Tempo Stil- und Sprachebenen wechselt, Gattungsgrenzen überschreitet und herkömmliche Muster verletzt. Heine lebt und schreibt in einer Übergangszeit, in einer Krisensituation der Gesellschaft. Im Unterschied zu seinen reisenden Vorgängern interessiert sich Heine hauptsächlich für die politische und geistige Kultur der Städte und Orte, an denen er sich aufhält. Sein Ideal, das er dabei als Vorbild immer im Hinterkopf hat, ist das revolutionäre Frankreich. 25 Glaubt man den Briefen an seine Freunde, war das Schöne und Erhabene an dieser Fußwanderung von Anfang an überschattet von Sorgen, die ihn nicht los ließen. Dies ist in der „Harzreise“ besonders dort
23 vgl. Eversberg, Gerd: Erläuterungen zu Heinrich Heine Die Harzreise. Hollfeld/ Ofr.: C. Bange Verlag 1984, S.66.
24 vgl. ebd., S.67.
25 vgl. Stauf, Renate: „Der Brocken ist ein Deutscher“. Zeitkritik, Literatur und Satire in Heines Harzreise. In: Literarische Harzreisen. Bilder und Realität einer Region zwischen Romantik und Moderne. Hrsg. von Cord-Friedrich Berghahn et.al. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2008, S.117.
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Arbeit zitieren:
Eva Meyer, 2009, Ironie und Humor in Heinrich Heines "Harzreise", München, GRIN Verlag GmbH
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