Gliederung
1. EINLEITUNG - 2 -
2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN. - 3 -
2.1 MITTELALTER - 3 -
2.2 STADT. - 3 -
3. MITTELALTERLICHE STADTGRÜNDUNGEN - 4 -
3.1 ENTWICKLUNG DES STADTWESENS - 4 -
3.2 VERHÄLTNIS STADT - LAND. - 7 -
3.3 DER AUFBAU MITTELALTERLICHER STÄDTE - 8 -
3.4 MITTELALTERLICHE HÄUSER - 10 -
4. MITTELALTERLICHE STADTBEVÖLKERUNG - 15 -
5. FAZIT. - 18 -
6. LITERATURVERZEICHNIS. - 19 -
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1. Einleitung
Die Funktion der Stadt änderte sich während des europäischen Mittelalters: Galt sie zur Zeit der Antike eher als Niederlassung des Imperialen Zentrums, entwickelten sich nun ‚freie Städte’, in denen die Bewohner über ihr Gesetz zunehmend autark entscheiden konnten. Mit dem stetigen Bevölkerungswachstum und technologischer sowie agrarwirtschaftlicher Fortschritte ging der Prozess der Stadtentwicklung einher. In den Städten entstanden vielfältige Formen des selbstständigen Gewerbes, welche als Basis für den ökonomischen Aufstieg und die Verbreitung politischer Rechte angesehen werden können. 1 Die Arbeit wird zum Erwerb und bedingt schlussendlich, dass die Leibeigenschaft ihre Bedeutung verliert. Darüber hinaus lässt die mittelalterliche Stadt zum ersten Mal einen modernen Menschentypus erscheinen: Den Stadtbürger. 2
In dieser Hausarbeit möchte ich auf die besondere Bedeutung der Entwicklung von Städten im Mittelalter eingehen, indem ich zunächst die Begriffe ‚Mittelalter’ und ‚Stadt’ definieren werde, ehe ich mich auf die Phasen der Entwicklungen des Stadtwesens beziehe. In zwei weiteren Punkten werde ich allgemein auf das Verhältnis Stadt - Land und den Aufbau der mittelalterlichen Städte verweisen sowie im Konkreten auf die Bauweise der Häuser. Abschließend beziehe ich mich auf die mittelalterliche, städtische Bevölkerung.
1 Vgl. MAYER (2002a), S. 23.
2 Vgl. DOMBROWSKY.
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2. Begriffsklärungen
2.1 Mittelalter
Die Entwicklung der Städte beginnt nicht erst im Mittelalter. Was aber versteht man überhaupt unter dem ‚Mittelalter’? Der Begriff bezeichnet in der europäischen Geschichte eine Epoche zwischen Antike und Neuzeit (rund 500 bis 1500). Allerdings sollte bei dieser Grenzziehung berücksichtigt werden, dass sie nicht genau angegeben werden kann, sondern durch breite Grenzsäume und Verzahnungen ungefähr bleibt. 3
2.2 Stadt
Die Frage: Was ist eine Stadt? lässt sich für das Mittelalter scheinbar leicht beantworten: Im Mittelalter hoben sich als kompakte Silhouetten „die mauerumgürteten, dichtgebauten, von Türmen der Kirchen und Burgen überragten Städte aus dem sie umgebenden Land heraus.“ 4 Heute sind diese Strukturen in den ausufernden Stadtsiedlungen unserer Zeit kaum mehr so deutlich wahrzunehmen.
Um die mittelalterliche Stadt allerdings korrekt zu definieren, müssen mehrere Kriterien hinzugezogen werden, da v. a. die Größe allein nicht ausreicht: Es muss eine mindestens relativ geschlossene Siedlung vorliegen mit mehreren Behausungen, die sich durch eine enge Bebauung und einen unmittelbaren Anschluss an Straßen und Gassen auszeichnet. Die Bewohner der Stadt leben überwiegend von dem Ertrag nichtlandwirtschaftlichen, sondern gewerblichen oder händlerischen Erwerbs. Daraus ergibt sich eine Vielseitigkeit der betriebenen Gewerbe. Nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßigen findet ein Güteraustausch an einem zentralen Ort der Siedlung (= Markt) statt. Dieser ist Bestandteil des Erwerbs und der Bedarfsdeckung der Siedler. 5
Im Mittelalter war die Verwendung des Stadtbegriffs strittig, wenn eine ausdrückliche Stadtrechtsverleihung fehlte. 6
3 Vgl. ENNEN, S. 16 f.
4 ENNEN, S. 15.
5 Vgl. WEBER, S. 42 f.
6 Vgl. MEYER (2002a), S. 19.
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3. Mittelalterliche Stadtgründungen
3.1 Entwicklung des Stadtwesens
Wie bereits erwähnt sind die Städte nicht erst im Mittelalter entstanden. Vor Jahrtausenden gab es schon Siedlungen städtischen Charakters von oftmals eindrucksvoller Größe im Vorderen Orient und später in der griechischen sowie römischen Antike. 7 Seit dem Ende des Römischen Reiches hingegen bildete sich in Europa eine besondere Form von Stadt heraus, „deren Bedeutung als zukunftsweisendes, die Grenzen der mittelalterlichen Welt übersteigendes Element allgemein hervorgehoben wird.“ 8 Konkret entwickelten sich neben neuen Siedlungsformen ein neues politisch-rechtliches Denken sowie eine neue wirtschaftlich-gesellschaftliche Ordnung. Hauptmerkmal der mittelalterlichen
Stadtentwicklung ist die Dynamisierung und Beschleunigung des gesellschaftlichen Wandels in einer weitgehend agrarisch bestimmten und hierarchisch-herrschaftlich strukturierten Welt. Um den Vorgang der Städtegründungen und der Veränderungen in den Städten und durch die Städte zu beschreiben, spricht man von ‚Urbanisierung’ (= Verstädterung). Darunter wird ein breit sich entwickelnder gesellschaftlicher Prozess verstanden, der im 9. Jahrhundert einsetzte und in einer einmaligen stürmischen Entwicklung im 13./14. Jahrhundert in eine breite Städtegründungswelle einmündete. Sie führte zu beispiellosen gesellschaftlichen Umschichtungen und sozialen Umbrüchen in der Stadt selbst und im agrarischen Umfeld, auf die ich im Verlauf meiner Hausarbeit eingehen werde. 9
Bei der Stadtentwicklung werden zwei Hauptphasen unterschieden, die in Mitteleuropa durch ein jeweils typisches Bild der Stadt gekennzeichnet sind: Zunächst die nicht sehr zahlreichen, aber bedeutenden Städte des 10. und 11. Jahrhunderts, die vielfach als ‚karolingischottonisch’ oder ‚ottonisch’ bezeichnet werden. Diese frühen Städte verfügten über Stadtgrundrisse, die in locker angeordneter Topografie kaum geplante Strukturen aufwiesen (vgl. dazu Abb. 1). Später die regelmäßigen, in der Ummauerung dicht gedrängten und durch Planungsparzellen bestimmten Gründungsstädte des 13. und 14. Jahrhunderts (vgl. dazu Abb. 1). 10
7 Vgl. MAYER (2002a), S. 19.
8 MAYER (2002a), S. 19.
9 Vgl. MAYER (2002a), S. 19 ff.
10 Vgl. ebd., S. 23.
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Voraussetzungen, Ursachen und Gründe für den Anfang der Urbanisierung und die Entwicklung der ottonischen Städte sind schnell skizziert: Die landwirtschaftliche Überproduktion als Folge technologischer und agrarwirtschaftlicher Entwicklungen ermöglichte und erforderten den regelmäßigen Austausch lokaler Güter sowie aus der Ferne herbeigeführter Waren auf Märkten, an denen sich bald lockere Siedlungen etablierten. Zunehmend gewannen daher verkehrstechnisch günstig gelegene und anderweitig attraktive Gegenden an Bedeutung, wie z. B. Bischofssitze, Stiftskirchen, grundherrliche Burgen, Handelswege, Flussübergänge (Furten), Hafenbuchten sowie fortifikatorisch günstige Stellen, wie Bergsporne und Steilhänge. Diese und weitere Gebiete stellen Ausgangspunkte städtischer Anlagen und deren Märkte dar. 11 Wie in Köln wurden auch in Magdeburg, Bremen oder Hildesheim die Bischöfe zu wichtigen Initiatoren der Stadtgründung. Darüber hinaus nehmen beispielsweise die Stadtnamen von Schweinfurt, Frankfurt, Erfurt oder Herfurt Bezug auf günstige Übergänge über Flüsse. 12 „Bis zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entwickelte sich an den wirtschaftlich erfolgreichen Handelszentren sozusagen die Stadt als Erfolgsmodell.“ 13 Bei den Gründungsstädten handelte es sich meist um durch herrschaftliche Initiative initiierte Städte, wobei diese Initiatoren versuchten, sich das ökonomische und politische Potential der neuen Siedlungsformen zu Nutze zu machen, um sich über die Erschließung von Wirtschafträumen sowie die Abschöpfung des Handels durch Steuern, Zölle und Brückengelder finanzielle Vorteile zu sichern. 14 Zudem erhoffte man sich durch die
11 Vgl. MAYER (2002a), S. 23.
12 Vgl. MEIER, S. 154 ff.
13 MAYER (2002a), S. 23.
14 Vgl. MAYER (2002a), S. 23; Vgl. HIRSCHMANN, S. 13.
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Arbeit zitieren:
Theresa Hiepe, 2010, Die mittelalterliche Stadt und deren Bevölkerung , München, GRIN Verlag GmbH
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