Fachhochschule Heilbronn Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik
Verkehrswirtschaftliches Seminar Personenverkehr
Sommersemester 2003 Michael Prade, Matr.-Nr. 155200
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ist-Analyse der Verkehrssituation 4
2.1. Flughafen Frankfurt/Main. 4
2.2. Flughafen Frankfurt/Hahn 6
3. Verlagerungspotentiale 8
3.1. Determinanten und Hemmnisse von Verlagerungspotentialen 8
3.2. Verlagerungspotential des gewerblichen Passagierverkehrs. 10
3.3. Verlagerungspotentiale des gewerblichen Luftfrachtverkehrs. 12
3.4. Verlagerungspotentiale der allgemeinen Luftfahrt 16
4. Mögliche Szenarien zur Verkehrsverlagerung 17
4.1. Aufteilung Linie - Charter 17
4.2. Aufteilung Passage - Cargo 18
4.3. Verlagerung des Nachtluftpoststerns nach Frankfurt/Hahn 19
4.4. Flughafensystem Frankfurt 21
5. Verbesserung der intermodalen Anbindung von Frankfurt/Hahn 22
5.1. Ausbau Bundesstrasse 50 22
5.2. Ausbau der Hunsrückbahn 23
5.3. Bau einer Magnetschnellbahnverbindung zwischen den Flughäfen
Frankfurt /Main und Frankfurt/ Hahn 24
6. Schlussfolgerung 25
7. Literaturverzeichnis 26
8. Anhang. 30
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Verkehrswirtschaftliches Seminar Personenverkehr
Sommersemester 2003 Michael Prade, Matr.-Nr.
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Originäraufkommen Flughafen Frankfurt/Main 1998 - Europaverkehr.
Abb. 2 Einwohner im Einzugsbereich des Flughafen Frankfurt/Hahn.
Abb. 3 Umsteigezeiten am Flughafen Frankfurt/Main.
Abb. 4 Regionale Marktanteile des Frachtverkehrs in Frankfurt/Main.
Abb. 5 Nachtluftpoststern der Deutschen Post AG.
Abb. 6 Ausbauplan B50.
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1. Einleitung
Die Auslastung am Flughafen Frankfurt/Main liegt seit einigen Jahren bei fast 100%. 1 Ein Flughafenausbau ist seit mehr als zehn Jahren im Gespräch, mit dem Abschluss des Mediationsprogramms und der Gründung des Regionalen Dialog Forums im Jahre 2000 scheint langsam aber sicher Bewegung in diesen Prozess gekommen zu sein. Grundsätzlich ist aber aufgrund der Nähe zu bebautem Gebiet um den Flughafen, kein unendlicher Ausbau möglich. Mit maximal zwei weiteren Start- und Landebahnen scheint in Frankfurt/Main das Maximum erreicht. 2
Deshalb gilt es schon jetzt zu analysieren inwiefern Verkehrsverlagerungspotential zu alternativen Flughäfen besteht und wie ggf. eine Verlagerung stattfinden könnte.
Diese Ausarbeitung zielt auf die mögliche Nutzung des ehemaligen USamerikanischen Militärflughafens Hahn als Alternative für Frankfurt/Main. Ferner geht der Autor insbesondere auf mögliche Szenarien zur Verlagerung der Verkehrsströme ein.
1 Vgl. Pompl, W. (2002), S. 178.
2 Vgl. o.V. (2000a), S. 160.
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2. Ist-Analyse der Verkehrssituation
2.1. Flughafen Frankfurt/Main
Der Flughafen Frankfurt/Main ist Deutschlands bedeutendster Hub-Flughafen. Frankfurt/Main konnte auch im Jahr 2002 seine Positionen, nämlich als Nummer eins bei Luftfracht und Luftpost und als Nummer zwei im Passagebereich bei einem europäischen Flughafenranking behaupten. 3 Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2002 rund 2,3 Mio. Tonnen Luftfracht, 0,253 Mio. Tonnen Luftpost umgeschlagen und 136 Mio. Passagiere befördert. 4,5 Davon entfallen allein auf Frankfurt/Main 1,5 Mio. Tonnen Luftfracht, 0,141 Mio. Tonnen Luftpost und 48,5 Mio. Passagiere. 6 Beim Passagieraufkommen liegt trotz einem sehr hohen Niveau ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2001 vor. Dies wird von der Fraport AG auf die weltkonjunkturelle Schwäche und die Auswirkungen des Attentats auf das World Trade Center in New York City am 11. September des Vorjahres zurückgeführt. Die Unsicherheiten über die politische Lage führten zu einem Nachfragerückgang, der viele Airlines dazu zwang Kapazitäten abzubauen. Die Lufthansa AG als größter Kunde der Fraport AG reduzierte ihre Kapazität kurz nach dem 11. September 2001 um circa 12%. 7 Ähnliche Entwicklungen waren auch kurz vor Beginn des Irak-Kriegs in 2003 zu erkennen. Dennoch sind schon heutzutage rund 1200 Flugbewegungen pro Tag in Frankfurt/Main zu verzeichnen. Betrachtet man den Flugplan etwas detaillierter, stellt man fest, dass mit wenigen Unterbrechungen ein durchschnittlicher Wert von 74 Flugbewegungen pro Stunde erreicht und damit an eine Kapazitätsgrenze gestoßen wird. 8 Ferner ist festzustellen, dass es sich bei circa 50% der Bewegungen um innereuropäische Verkehre handelt. 9 Bei einer Betrachtung nach Destinationen
3 Vgl. o.V. (2003a), S. 1.
4 Vgl. o.V. (2002a), S. 2.
5 Anmerkung des Autors: Diese Zahlen beinhalten Import, Export und Transferpassagiere.
6 Vgl. o.V. (2002a), S. 3.
7 Vgl. Flottau, J. (2001), S. 1.
8 Vgl. Pompl, W (2002), S. 178.
9 Vgl. Wolf, P. / Jacobson, R. (1999), S. 22f.
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ist v.a. die Hub-Funktion des Flughafens Frankfurt/Main für die Deutsche Lufthansa AG zu erkennen. So kommt z.B. die sog. Europaspitze gegen 8.00 Uhr zustande, weil die Lufthansa und Star Alliance Interkontinentalflüge, die gegen 6.40 Uhr ankommen diese mit Passagieren füllt. 10 Als interessante Größe soll hier zum Schluss noch das Einzugsgebiet von Frankfurt/Main erwähnt werden. Hierbei zeigt sich bei den Europaflügen selbstverständlich ein Schwerpunkt im Ballungsraum Rhein/Main, darüber hinaus findet man aber Fluggäste aus der ganzen Bundesrepublik am Flughafen Frankfurt/Main. 11
Abb. 1 Originäraufkommen Flughafen Frankfurt/Main 1998 - Europaverkehr.
Quelle: Wolf, P. / Jacobson, R. (1999), S. 16.
10 Vgl. Wolf, P. / Jacobson, R. (1999), S. 24f.
11 Vgl. Abb. 1.
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2.2. Flughafen Frankfurt/Hahn
Der Flughafen Frankfurt/Hahn befindet sich circa 120 km westlich von Frankfurt Innenstadt und stellt, seitdem sich dort seit April 1999 der irische low-cost carrier Ryanair angesiedelt hat, Deutschlands bedeutendsten
Regionalflughafen dar. 12 73,07 % der Anteile an der Frankfurt Hahn Airport GmbH gehören der Fraport AG, der Rest befindet sich im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz. Ab dem Flughafen Frankfurt/Hahn wurden im Jahr 2002 circa 1,458 Mio. Passagiere befördert, 13 besonders positiv wirkte sich die Eröffnung des neuen Ryanair Drehkreuzes im Februar 2002 aus, von dem aus inzwischen 16 Destinationen erreicht werden können. 14 Ein Zuwachs von 226% konnten gegenüber dem Jahr 2001 verzeichnet werden, in welchem 0,447 Mio. Passagiere befördert wurden. Aufgrund des low-cost Konzepts und der dadurch günstigen Sitzplätze, die Ryanair am Markt anbietet, zeigt sich das Unternehmen als sehr widerstandfähig gegenüber den Auswirkungen der aktuellen konjunkturellen Schwäche und den mittel- und langfristigen Effekten des 11. Septembers 2001. Da Ryanair der größte Kunde am Flughafen Frankfurt/Hahn ist, hat dies natürlich starke Auswirkungen auf die Passagierzahlen. Im Jahr 2003 rechnet die Frankfurt Hahn Airport GmbH mit rund 2,3 Mio. Passagiere, dies erscheint realistisch, da insbesondere Ryanair die Eröffnung weiterer Routen ab Frankfurt/Hahn angekündigt hat. 15 Das Einzugsgebiet ist für low-cost Flieger tendenziell größer als für den klassischen Passagierverkehr, ein Großteil der Passagiere am Flughafen Frankfurt/Hahn nimmt sogar mehr als zwei Stunden Anfahrt in Kauf.
12 Vgl. o.V. (2002b), S. 1.
13 Vgl. o.V. (2003b), S. 1.
14 Vgl. www.ryanair.com.
15 Vgl. o.V. (2003b), S. 1.
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Michael Prade, 2003, Verkehrsverlagerung Frankfurt/Main - Frankfurt/Hahn - Nutzung des ehemaligen US-amerikanischen Militärflughafens Hahn als Alternative für Frankfurt/Main , München, GRIN Verlag GmbH
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