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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Gründungsjahre 3
3. Einsatzbedingungen 5
3.1 Das Soldatenleben. 6
3.2 Die Aufgaben 8
4. Einsätze und Feldzüge der „farbigen Regimenter“ 11
5. Fazit 15
6. Medal of Honour Empfänger 16
6.1 24. Infanterieregiment 16
6.2 9. US-Kavallerieregiment 17
6.3 10. US-Kavallerieregiment 18
7. Literaturverzeichnis 19
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1. Einleitung
Bei der Eroberung des nordamerikanischen Westens spielten Afroamerikaner in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts eine größere Rolle als allgemein bekannt. Zwischen dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges (1861-65) und den letzten Indianerkämpfen im Rahmen der Geistertänzerunruhen (1890-91) entsprachen so genannte „Farbige“ ungefähr zwanzig Prozent der eingesetzten Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie leisteten Begleitschutz für Siedlertrecks, sicherten Verbindungswege und stellten die Besatzungen für eine Vielzahl von Forts und Außenposten. Erfolgreich verfolgten und bekämpften sie die Kriegstrupps befeindeter Indianer über riesige Gebiete und unter schwierigen, mit erheblichen Strapazen verbundenen Bedingungen. Die Indianer nannten sie „Büffelsoldaten“.
2. Gründungsjahre
Der Einsatz von Afroamerikanern als Soldaten war eine umstrittene Frage, die während den verlustreichen Schlachten des Bürgerkrieges zu hitzigen Debatten führte. Seit 1708 erlaubte nicht einmal mehr das liberale Rhode Island Afroamerikanern den Dienst an der Waffe. Lediglich South Carolina gestattete zwischen 1715 und 1740 Afroamerikanern die Mitgliedschaft in der Bürgermiliz. Danach dienten sie, bis auf wenige Ausnahmen, als Arbeitskräfte und Pioniertruppen. 1 Eine solche war das 1775 aufgestellte „Äthiopische Regiment“ unter Lord Dunmore, dem Gouverneur von Virginia. Es bestand aus ca. 200 befreiten Sklaven amerikanischer Rebellen und wurde nach schwacher Kampfleistung schon im August 1776 aufgelöst. 2 Schätzungen zufolge waren während des Unabhängigkeitskrieges circa acht Prozent von George Washingtons Truppen Afroamerikaner. Nicht als geschlossene Einheiten, sondern einzeln an der Seite von weißen Kämpfern, dienten sie in fast jedem größeren Gefecht des Krieges - als Ausnahmen. 3
Afroamerikaner im Bürgerkrieg (1861-65) geschlossen als Kampftruppen einzusetzen, schien selbst im liberalen Norden der Vereinigten Staaten schwer
1 Einzelne Afroamerikaner konnten trotzdem in bestimmten Einheiten vorgefunden werden. So ein gewisser
„Jacob“, der als Mitglied der „Rangers“ gegen die Franzosen und Indianer kämpfte (Zaboly, 2004, S. 63)
2 Chartrand, 2008, S. 10
3 Nosworthy, 2005, S. 379
4
vorstellbar. Dennoch verpflichteten sich 178 975 Afroamerikaner, überwiegend als Freiwillige, später jedoch auch eingezogen, an der Seite der Union gegen die Konföderierten zu kämpfen. Jeder Sechste bezahlte dies mit dem Leben. Die Motivation der Freiwilligen war oft mit dem Versprechen verbunden, Freiheit und Sold durch den Kriegsdienst erlangen zu können. 4 Der ungewohnte Umgang mit Schusswaffen und die hohe Anzahl von Analphabeten erschwerte zunächst die Ausbildung der Afroamerikaner und erzeugte einen Mangel an Unteroffizieren. Doch die Unterstützung von afroamerikanischen Verlegern und gebildeten
Afroamerikanern des Nordens führte zu einer Alphabetisierungswelle, aus der die erforderlichen Unteroffiziere herangebildet werden konnten. Die so genannten „farbigen Regimenter“ kämpften mit unterschiedlichem Elan und Erfolg gegen die Konföderierten. Sie verdienten sich in blutigen Schlachten den Respekt ihrer weißen Kameraden und widerlegten so das Vorurteil, dass Afroamerikaner nicht kämpfen würden oder könnten. Ein Reporter des New York Herald zitierte einen Soldaten aus Ohio, der ihm berichtete: „Ich habe noch nie Männer gesehen, die mit einem solch verzweifelten Mut kämpften wie diese Neger. Sie rückten so grimmig und unerbittlich vor wie der Tod selbst.“ 5
Beim Gegner, den Konföderierten, erzeugte der erfolgreiche Einsatz der schwarzen Soldaten eine heftige Reaktion. Die Südstaatenregierung schloss schwarze Gefangene zunächst von jeglichem Gefangenenaustausch aus. Danach ordnete sie die Erschießung aller Mitglieder der farbigen Regimenter an, Mannschaften und Offiziere gleichermaßen, insofern diese sich ergeben wollten oder in Gefangenschaft gerieten. Trotz einer darauf folgenden Anzahl solcher Erschießungen widerrief die Regierung den Befehl und eine vernünftigere Politik setzte sich durch. Tatsächlich debattierte die Regierung des Südens Ende 1864 selbst über die Aufstellung schwarzer Einheiten. Kein anderer als General Robert E. Lee zeigte sich als Befürworter des Vorschlags, der jedoch am desolaten Zustand der isolierten und unterversorgten Rüstungsindustrie scheiterte. 6 Die Geschichte der USA hätte möglicherweise an Komplexität gewonnen, wenn bei Appomattox schwarze Konföderiertenregimenter, als Teil der Armee von Robert E. Lee, die Waffen gestreckt hätten.
4 Lardas, 2006, S. 10-12
5 ebd. S. 50
6 Nowsworthy, 2005, S. 387
5
Nach dem Ende des Bürgerkrieges und der damit verbundenen Demobilisierung und Umstrukturierung des Militärs wurde im Juli 1866 die Aufstellung von sechs aus Afroamerikanern bestehenden Regimentern als Teil der US-Streitkräfte genehmigt. Vier davon waren Infanterie-, die beiden anderen Kavallerieregimenter (38., 39., 40. und 41. Infanterie-, 9. und 10. Kavallerieregiment). Sie waren Teil einer Strategie, die mit dem Siedlerdruck nach Westen rechnete und sich auf die Konflikte mit den dort lebenden Ureinwohnern einstellte. Es galt, die westlichen Forts zu verstärken bzw. die Garnisonen abzulösen, neue Forts zu errichten und durch eine Verzehnfachung der verfügbaren Kavallerie, im Vergleich zu den Vorkriegsjahren, mehr militärische Mobilität zu gewährleisten.
Bis zum Juli 1867 standen die beiden Kavallerieregimenter mit jeweils dreizehn Kompanien zur Verfügung, das 9. in New Orleans und das 10. in Fort Leavenworth. Die Offiziere der Einheiten waren noch immer größtenteils weiß, Unteroffiziersdienstgrade hingegen in der Mehrzahl schwarz. Organisatorisch waren die Regimenter in jeder Hinsicht nach den Kriterien und Vorgaben des US-Militärs aufgestellt und ausgerüstet worden. Unterschiede wurden lediglich in der personellen Ausstattung von Feldgeistlichen und Veterinäroffizieren gemacht, die für die „farbigen“ Reiterregimenter in größerer Anzahl zur Verfügung gestellt wurden. Diese leisteten ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Alphabetisierung der Truppe. 7
Da die gesamte Armee der Vereinigten Staaten, mit Ausnahme der Bürgerkriegsjahre 1861-1865, niemals die Gesamtstärke von 25 000 Mann überschritt, machten die schwarzen Regimenter ungefähr zwanzig Prozent der Streitkräfte aus. Die Verteilung begrenzter Kräfte (18 000 Mann) über ein riesiges Gebiet von 1,6 Millionen Quadratkilometer im Westen war eine immense Herausforderung der Nachkriegszeit. 8
3. Einsatzbedingungen
Während des Höhepunkts der darauf folgenden Indianerkriege 1867-1886 verfügten die USA über lediglich zehn Kavallerieregimenter, wenn auch durch eine Vielzahl von Infanterieeinheiten unterstützt, verteilt auf 116 Forts und Außenposten. Die Soldaten
7 Field, 2004, S. 1
8 Field, 2004, S. 8
6
bestanden aus Freiwilligen, die sich für jeweils drei Jahre als Infanterist oder fünf als Kavallerist verpflichteten.
3.1 Das Soldatenleben
Bei einer reduzierten Sollstärke von 800 bis 900 Mann nach Beendigung des Bürgerkrieges war ein Regiment in bis zu dreizehn Kompanien (A bis M) zu ungefähr 70 Mann gegliedert. 9 Dies bedeutete in der Regel die Verteilung eines einzelnen Regimentes auf mehrere Forts. Die Strategie der Nachkriegszeit strebte die Sicherung der Grenzgebiete durch eine Kette von Forts an. Aufgrund des Holzmangels in großen Teilen der Prärien entstanden teilweise auch so genannte „offene Forts“. Ohne Palisaden und bestehend aus Steinbauten oder aus anderen Gebieten herbeigeholte Bretterbuden, waren solche Forts oft so angelegt, dass Wasserläufe bzw. erhöhte Uferpositionen gegen Angriffe schützten. Die Unterkünfte waren oft primitiv und wurden von den Männern selbst errichtet. Die Verpflegung war fast durchgehend mangelhaft, verdorbene Lebensmittel keine Seltenheit. Die Sterblichkeit durch Erkrankungen war entsprechend hoch und drückte auf die Moral der Truppe. Die Besatzungen von Forts konnten sich keine Passivität leisten, der beste Schutz gegen Angriffe waren regelmäßige Aufklärung und Patrouillierung der umliegenden Gebiete. Für die Männer überwogen jedoch die Arbeitseinsätze innerhalb und außerhalb der Forts. 10 Offiziere pflegten den Kontakt zu den umliegenden Stämmen und es gelang vielen, auf diese Weise wertvolle Informationen zu gewinnen, die auch gegen Überraschungsschläge schützten.
Trotz des Einsatzes von Freiwilligen litt das Militär unter den Folgen mangelnder Truppenmoral. Statistisch durch eine Untersuchung im Jahre 1891 exakt belegt, zeigte sich, dass von den 255 712 Mann, die sich zwischen 1867 und 1890 der Armee anschlossen, 88 475 desertierten. 1867 berichtete das 7. Kavallerieregiment, dass 52% der Truppe desertiert war. 11 Der Durchschnittsrekrut war von seiner Herkunft her arm, ungebildet, städtisch. Die Hälfte der Soldaten auf den Prärien stammte aus Irland, jeder Fünfte aus Deutschland. Das Terrain, das Klima, die Kulturen sowie das Soldatenleben des Westens waren diesen Männern zutiefst
9 Die J-Kompanie war meistens die Ausbildungskompanie für Rekruten und Ersatz.
10 Fehrenbach, 1994, S. 339
11 Katcher, 1985, S. 17
Arbeit zitieren:
Dr. Stephan Maninger, 2009, "Büffelsoldaten", München, GRIN Verlag GmbH
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