Inhaltsangabe
Kapitel Seite
1. Einleitung 03
2. Allgemeine Grundlagen 05
2.1. Grundprinzipien der Austauschtheorie 05
2.2. Unterschiede zwischen ökonomischen und sozialem Tausch 05
2.3. Ressourcentheorie nach Foa und Foa 06
2.4. Grundlagen der Rational-Choice-Theorie 07
3. Partnerschaft als Austauschbeziehung 08
3.1. Austauschtheorie 08
3.2. Interdependenz 11
4. Austauschtheoretisches Grundmodell nach Lewis Spanier 12
5. Exkurs: ökonomische Theorie der Partnerwahl 16
6. Scheidungsgründe 20
6.1. historischer Hintergrund 20
6.2. häufigste Gründe für Scheidung 21
7. Fazit 26
8. Literaturverzeichnis 28
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit möchte versuchen, partnerschaftliche Interaktion mit der Austauschtheorie zu erklären. Auf diesen Grundlagen dann aufbauend, soll dann auch erklärt werden, welche Gründe zu einer Trennung, speziell aber zu einer Scheidung führen. Partnerschaft ist in dieser Arbeit sowohl als eine nichteheliche Gemeinschaft zu verstehen als auch als Ehe.
Dem Thema dieser Arbeit ist das Motto „Quid pro quo“ vorangestellt, was man frei übersetzen kann mit: Wie du mir, so ich dir! Ein Prinzip, welches also nicht nur bei Rache zu unterstellen ist, sondern eben auch bei Partnerschaften, da es sich in solchen auch immer um ein Nehmen und Geben handelt. Insbesondere der Austausch von materiellen als auch immateriellen Gütern. In Partnerschaften ist ein ausgeglichener Austausch dieser Ressourcen auch ein Garant für eine stabile Gemeinschaft.
Die folgende Arbeit wird sich zunächst einmal mit den allgemeinen Grundlagen des zwischenmenschlichen Austausches beschäftigen; hier gilt es auch die Unterschiede zwischen dem ökonomischen und dem sozialem Tausch hervorzuheben, als eben auch noch einmal kurz die Ressourcentheorie nach Foa & Foa und die Grundlagen der Rational-Choice-Theorie vorzustellen, da sich die weiteren Kapitel auf dieser Basis fortführen werden. Im dritten Kapitel gehe ich dann explizit auf Partnerschaften ein - es wird das austauschtheoretische Gefüge vorgestellt werden und auch auf die Interdependenztheorie nach Thibaut & Kelly eingegangen.
Danach werde ich dann das austauschtheoretische Grundmodell von Lewis & Spanier vorstellen, auf deren Arbeiten zur Erklärung von Stabilität und Qualität von Ehen in der Literatur immer wieder eingegangen wird. In diesem Kapitel werden die Ergebnisse von Lewis & Spanier zusammenfassend dargestellt werden.
Als Nächstes folgt ein kleiner Exkurs in die ökonomische Theorie der Partnerwahl. Diese Theorie werde ich vorstellen, um dann ökonomische Gründe der Trennung aufzulisten. Die partnerschaftliche Ökonomie hat durchaus Ähnlichkeiten mit den Theorien des Austausches bei Partnern, daher halte ich es für sinnvoll, auch dieses Thema mit in meine Arbeit einfließen zu lassen, um ein besseres und vollständigeres Bild dieses Themas zu geben. Im letzten Kapitel möchte ich mich mit dem Thema der Trennung von Partnerschaften befassen, speziell der Scheidung von Ehen, nachdem ich einen kurzen historischen Abriss zu diesem Thema geliefert habe. Ich werde die häufigsten Gründe für die Auflösung von Partnerschaften nennen und auch die, die zur empirischen Untersuchung herangezogen
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werden. Dieses Kapitel soll der Versuch einer Erklärung sein, warum einmal eingegangene Partnerschaften wieder gelöst werden.
Abschließend werde ich die Arbeit noch einmal zusammenfassen und einen kleinen Ausblick zu diesem Thema mitliefern. Zudem werde ich ergänzend hinzufügen, wo ich die Vorteile für die sozilogischen Erklärungen für partnerschaftliche Interaktion zu sehen glaube, aber auch Kritik üben, wo ich meine, dass Erklärungsansätze fehlen, unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Wandels.
Bevor ich nun gänzlich in das Thema einsteige, möchte ich noch kurz erwähnen, dass diese Arbeit einen modellhaften Charakter hat, und die verwendeten Theorien einem zeitlichen und damit gesellschaftlichen Wandel unterlegen sind. Die Theorien des Austausches gehen meist von einer Partnerschaft als Ehe aus, wodurch nichteheliche Partnerschaften teilweise nicht befriedigend erklärt werden können. Aber zur Erklärung - warum Paare zueinander findenkann die Austauschtheorie viele Erklärungen geben, bzw. für den Glauben, den idealen Heiratspartner gefunden zu haben.
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2. Allgemeine Grundlagen
Bevor die Austauschbeziehung in Partnerschaften genauer durchleuchtet werden wird, halte ich es für sinnvoll, noch einmal die allgemeinen Grundlagen zu diesem Thema zusammenfassend darzustellen. In diesem Kapitel werde ich also die zum Verständnis nötigen Basisinformationen erläutern.
2.1. Grundprinzipien der Austauschtheorie
In der Austauschtheorie wird von einem subjektiv, rational handelnden Akteur ausgegangen, der mit seinen „beschränkten“ Ressourcen (wie z.B. Zeit und Geld) versucht, seinen eigenen Nutzen zu maximieren. Hierbei werden die Kosten, die der Akteur investieren muss als Input und der Nutzen, als der Ertrag seiner Bemühungen, als Output bezeichnet. Der Gewinn oder auch der Nettonutzen ist die Differenz zwischen den beiden und ist das Outcome. Es muss berücksichtigt werden, dass die Güter des sozialen Lebens einer subjektiven Bewertung unterliegen, woraus eine unterschiedliche Auffassung der Maximierung des Outcomes resultiert. Dennoch ist jeder Akteur bemüht, für sich selbst das Optimum zu realisieren. Dabei müssen aber die Opportunitätsosten beachtet werden; konkret ist damit die Zeit , sowie der psychische als auch physische Aufwand gemeint, die der Akteur in seine Bemühungen einfließen lassen muss.
2.2. Unterschiede zwischen ökonomischen und sozialem Tausch
Beim Austausch von Ressourcen ist es ganz wichtig, dass man eine Unterscheidung von ökonomischen und sozialem Tausch macht. Der ökonomische Tausch ist immer zeitgleich oder mit einer Verzögerung. Ebenso geht es stets um spezifizierte Güter und der Austausch ist Ware gegen Ware oder Ware gegen Geld.
Anders ist das bei einem sozialen Tausch, der in seiner Grundform schon spezieller und komplexer ist: ein Tausch auf der sozialen Ebene erfolgt immer sofort oder ist determiniert, zudem ist er weder spezifiziert noch quantifiziert. Die Inhalte solches Austausches sind soziale Anerkennung, Fürsorge und Aufmerksamkeit, als eben auch Verständnis sowie Hilfeleistungen - alles Ressourcen, die in zwischenmenschlichen Beziehungen eine bedeutende Rolle spielen. Man unterscheidet auch zwischen einem direkten sozialen Austausch ( immer zwischen zwei Personen) und einem indirekten (so z.B. in der Familie).
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Bei einer solchen Interaktion entsteht meistens auch eine Reziprozitätsnorm, d.h. man fühlt sich verpflichtet eine angenommene soziale Ressource zurückzutauschen. Ein allgemein gehaltenes Beispiel hier ist, dass man einem Freund bei der Renovierung seines Heimes hilft, wenn er einem vorher beim Umzug geholfen hat. Diese oder ähnliche Situationen dürfte jeder in seiner Interaktion mit anderen Akteuren schon einmal erlebt haben. Wichtig ist es, bei dem Tausch sozialer Ressourcen, dass es beim persönlichen Vorteil eines Akteurs eine Verdichtung geben kann, dem auch einen Ausbau in andere Bereiche zur Folge möglich ist. Ebenso aber auch eine Entflechtung der sozialen Interaktion bei nachteiligem Outcome. 2.3. Ressourcentheorie nach Foa & Foa
Foa & Foa haben die sozialen Ressourcen, die den Akteuren zur Verfügung stehen, in ihrem Modell zusammengefasst. Sie gehen von sechs Klassen der Ressourcen aus, die in unterschiedlicher Beziehung zueinander stehen. Bei den Ressourcen handelt es sich um Liebe, Status, Information, Geld, Güter und Dienstleistungen. Im nachfolgenden Schaubild ist das alles zusammengefasst dargestellt:
Quelle: Hill, Paul B.
Folgende Thesen wurden hierzu erarbeitet:
1. Je geringer die Distanz zwischen den Ressourcen ist, desto eher werden sie als Leistung / Gegenleistung anerkannt.
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2. Je partikularer Ressourcen sind, desto eher werden sie gegen Handlungen der gleichen Ressourcenklasse eingetauscht.
3. Die wertmäßige und zeitliche Äquivalenz ist eher gegeben, je näher die Ressource an die Ressource des Geldes heranreicht. Des Weiteren gilt es festzuhalten:
• Offene Rechnungen in sozialen Beziehungen können langfristig sein
• Falsche Angaben führen zur Belastung der Beziehung
• Es handelt sich hierbei um eine empirische Klassifikation von Ressourcen Nachdem nun das Modell von Foa & Foa in Kürze dargestellt wurde, gilt es als Letztes für die Grundlagen noch einmal kurz die Prinzipien der Rational-Choice-Theorie zusammenzufassen.
2.4. Grundlagen der Rational-Choice-Theorie
Im Kern geht die Rational-Choice-Theorie davon aus, dass das Handeln der Personen, also des Akteurs immer von Zielorientierung geprägt ist. Diese Aussage ist in den Erklärungen menschlichen und familialen Handelns integriert. Zudem ist sie die zentrale Annahme sowohl in der Austauschtheorie als auch in der ökonomischen Theorie.
Das grundlegende Menschenbild, mit dem in diesen Bereich der Soziologie gearbeitet wird, ist das RREEMM-Modell. Die Abkürzung steht für the restricted resourceful expecting evaluating maximizing man. Übersetzt heißt das in der zentralen Aussage, dass der Mensch in bestimmten Handlungssituationen eingeschränkten Bedingungen unterliegt, die er bei seiner aktiven Suche nach Handlungsmöglichkeiten berücksichtigen muss. Hinzu kommen die Erwartungen im Hinblick auf die Erreichung der angestrebten Ziele, sowie eine Bewertung der Zustände und Ereignisse, um schließlich das Maximum herausholen zu können. Der Akteur ist also stets um eine Nutzenmaximierung bemüht (vgl. Rüssmann 2006: 60). Da es sich in diesem Kapitel um die allgemeinen Grundlagen der Soziologie handelt, war ich bemüht, die zentralen Aussagen zusammenfassend darzustellen. Es war lediglich eine Auffrischung grundlegender theoretischer Konzepte, die den kommenden Kapiteln zugrunde liegen und sollte eventuelle Verständigungsschwierigkeiten vermeiden. Steigen wir nun in das Thema „Partnerschaft als Austauschbeziehung“ vollends ein.
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3. Partnerschaft als Austauschbeziehung
„Im Zentrum der austauschtheoretischen Ansätze steht die soziale Interaktion und die Aufnahme, Aufrechterhaltung und Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen.“ (Wirth 2000: 42). Daher wird auch der Heiratsmarkt mit einem belohnenden Charakter der Interaktion selbst betrachtet, weil jedem Akteur an der Nutzenmaximierung gelegen ist. Um die Suchkosten aber nun nach dem idealen Partner so gering wie möglich zu halten, werden beim `Suchverhalten` nach einem solchen Partner sozial, kulturell und ökonomisch wahrgenommene Akteure präferiert. Denn je höher die von einer Person in den sozialen Austausch eingebrachten Ressourcen sind, desto mehr Ressourcen werden auch vom Gegenüber erwartet. So entsteht eine Ressourcenähnlichkeit mit einer daraus resultierenden Homogenität von Interaktionskreisen. Sprich: man bleibt unter sich - es gibt verhältnismäßig selten eine Vermischung von unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. 3.1 Austauschtheorie
„In der Austauschtheorie wird ein subjektiv rationaler Akteur, der seine Handlungen am Prinzip der Nutzenmaximierung ausrichtet, unterstellt. Für eine Paarbeziehung bedeutet dies, das die Differenz zwischen dem aus der Beziehung erhaltenen Nutzen und den in eine Beziehung investierten Kosten in maximalem Ausmaß positiv ausfallen soll. Nach der Grundidee der Austauschtheorie lässt sich soziales Handeln als Austausch von materiellen und immateriellen Ressourcen zwischen mindestens zwei Akteuren verstehen, wobei die Akteure bestimmte Ziele verfolgen. Ein Austausch kommt dann zustande (und wird dauerhaft), wenn sich die Akteure von dem Tausch (auf Dauer) wechselseitig relative Vorteile versprechen. [...] In einer sozialen Beziehung bestehen zudem Reziprozitätserwartungen, d.h. durch den Erhalt einer Ressource fühlt sich der Empfänger zu einer entsprechenden Gegenleistung, die auch zeitlich versetzt erbracht werden kann, verpflichtet.“ (Blau 1964; Harris 1989; Nye 1982, zitiert nach Rüssmann 2006: 17f). Damit kommt es beim Austausch der Ressourcen zu einer Verflechtung auf der zeitlichen Ebene und darf somit auch als ein Garant für die Beziehung gelten. Dadurch, dass man dem Anderen gibt und eine Gegenleistung erwartet, kann es somit durch die zeitliche Versetzung auch zu einer Fortführung der Beziehung kommen. „Trotzdem darf bezweifelt werden, ob die Reziprozitätserwartung oder gar -norm eine theoretisch notwendige Bedingung für die Stabilisierung der ehelichen Beziehung ist. Denn unter der Annahme, dass die dem Austausch
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Arbeit zitieren:
Ingo Jacobs, 2007, Quid pro quo?, München, GRIN Verlag GmbH
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