Die Jugendstilarchitektur in Russland 2
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 DIE SUCHE NACH EINEM NEUEN STIL 3
2.1 DER HISTORISCH-GESELLSCHAFTLICHE HINTERGRUND 4
2.2 DIE ENTSTEHUNG DES JUGENDSTILS 5
2.3 DIE ENTWICKLUNG DES JUGENDSTILS 5
3 MERKMALE DES JUGENDSTILS 6
3.1 FORMALE ELEMENTE 6
3.2 MERKMALE DES RUSSISCHEN JUGENDSTILS 7
3.3 MOTIVE UND DEREN STILISIERUNG. 7
4 DIE ARCHITEKTUR DES JUGENDSTILS IN RUSSLAND 8
4.1 DIE VERWENDUNG DER FARBEN IN DER ARCHITEKTUR 9
4.2 EINGESETZTE MATERIALIEN 9
4.3 DAS PROBLEM DER ÄSTHETISIERUNG 10
5 BEISPIELE DER JUGENDSTILARCHITEKTUR 11
6 QUELLENANGABE 14
Die Jugendstilarchitektur in Russland Seite 3
1 Einleitung
Der Begriff des Jugendstils entstand um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Der Ursprung der deutschen Bezeichnung „Jugendstil“ geht auf die seit 1896 in München erscheinende Zeitschrift „Jugend“ zurück. Die von Georg Hürth gegründete Zeitschrift sollte zeitkritischen, jungen Literaten und Künstlern ein Forum bieten. Das Charakteristikum dieser Zeitschrift war die besondere Art der grafischen Gestaltung. Sie huldigte der sich anbahnenden neuen, ästhetischen Illustration.
Dem deutschen Begriff „Jugendstil“ entsprach im Österreichischen der „Sezessionsstil“, im Englischen der „Modern Style“ oder „Style Liberty“, im Spanischen der „Modernista“ und im Französischen der „Art Noveau“ oder dem „Style Nouille“. Als „Nudelstyle“ (Style Nouille) wurde der Jugendstil aufgrund der nudelartigen Haargeflechte bekannt, die Portraits von jungen Mädchen und Plakate dieser Zeit zieren. Als Blütezeit des Jugendstils wird die Zeit um das Jahr 1902 angegeben. Die Zeit des Jugendstils endet etwa um das Jahr 1910. Ein fester Bestandteil des Jugendstils war die Architektur, die in Russland eine besondere Rolle spielte. In der Architektur konnten die Künstler verschiedener Kunstrichtungen ihre Ideen im Sinne des Jugendstilgeistes verwirklichen und somit wahre Baudenkmäler erschaffen. Auf dem Gebiet der Innenarchitektur haben die Künstler eindrucksvolle Möbel und Alltagsgegenstände entworfen. In der Außenarchitektur beschäftigten sie sich mit der Dekoration und der Errichtung von grandiosen Gebäuden.
Der Jugendstil war für die Kunstgeschichte und besonders für die Architektur eine entscheidende Entwicklung. Der Jugendstil gilt als Wegbereiter für die Moderne.
2 Die Suche nach einem neuen Stil
Als Höhepunkt des Jugendstils wird der Zeitraum der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bezeichnet. Wie bei den meisten Kunstrichtungen sind auch bei dem Jugendstil die Wurzeln äußerst vielfältig. Im Jugendstil finden sich Einflüsse aus verschiedenen damaligen Kunstrichtungen wie z.B. dem französischen Spätimpressionismus oder aus der japanischen Kunst. Insbesondere wurde der Einfluss der japanischen Kunst durch James McNeil Whistler geprägt. Der amerikanische Maler hat primär die subtile Farbgebung, die Sparsamkeit, die gefühlvollen Linien und die meisterhafte Flächenbeherrschung auf die Kunstwerke des Jugendstils angewandt.
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2.1 Der historisch-gesellschaftliche Hintergrund
Wie jede andere Epoche ist auch der Jugendstil von dem historisch-gesellschaftlichen Hindergrund jener Zeit geprägt worden. Als historisch-gesellschaftlicher Hintergrund ist in der Epoche des Jugendstils vor allem die rasant fortschreitende Industrialisierung zu betrachten. Im Zuge der Industrialisierung verlor das traditionelle Handwerk zugunsten der „billigen Massenproduktion“ an Bedeutung. Die Forderung nach Massenproduktion wurde zu dieser Zeit durch die Zielsetzung begründet, jedem Neureichen die Gelegenheit zu geben, sich mit Möbeln und Gegenständen seiner Wahl zu bereichern. Mit der Massenproduktion sollte jeder Neureiche das Gefühl bekommen, sich „echte“ Kunstwerke und einen guten Geschmack leisten zu können. Die Wohnungen waren daher oft überfüllt mit Kopien wertvoller Kunstwerke aus verschiedenen, vergangenen Epochen. Bei dieser Zeit des Kopierens handelt es sich um eine in der Kunstgeschichte bezeichnete Periode des Historismus.
Eine der ersten Reaktionen auf die Einführung der Massenproduktion in einem künstlerischen Feld kam bereits zu einer sehr frühen Phase des Jugendstils aus England. Viele Künstler sahen dort eine Gefahr in der Anwendung der Massenproduktion auf Kunstwerke. Daher wollten die Künstler die von „Maschinen“ produzierten Produkte nicht mehr vertreten. Sie sahen eine Gefahr im Verlust des Kunstwertes, und darin, dass die Kunst einem immer mehr eingeschränkten Empfängerfeld zugänglich gemacht wird. Weiterhin sprachen sich die Künstler in England dafür aus, dass alte Stile nicht kopiert, sondern neue Stile erschaffen werden sollten.
Überwiegend herrschte jedoch die Meinung, dass die Kunst der gegenwärtigen Gesellschaft entsprechen sollte. Es sollte eine Kunst für jedermann geschaffen werden, welche die Umgebung jedes Menschen verschönern sollte. Hervorzuheben ist im Jugendstil der Versuch, den Alltag mit der Kunst zu versöhnen, diese im Alltag erlebbar zu machen und das alltägliche Leben zu verschönern. Es sollte eine Kunst entstehen, die den Nutzen von Alltagsgegenständen mehr in den Hintergrund stellen würde und welche einfach nur dekorativ sein sollte. Zusätzlich sollte sie eine Rückkehr zu dem Natürlichen und Einfachen anstreben. Ein weiteres Augenmerk verdient das Merkmal der Synthese. Baukunst, Malerei, Plastik usw., sollen zusammen zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen werden. Aus dem Aspekt der Synthese geht hervor, wieso so viele verschiedene Materialien und Kunstrichtungen in einem Kontext auftreten.
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2.2 Die Entstehung des Jugendstils
Aus dem Konflikt zwischen Massenproduktion und dem traditionellen Handwerk entstand 1861 die Kunst- und Handwerksbewegung (engl.: „Arts and Craft movement“). Nach dieser ersten Gegenbewegung entstanden immer mehr solcher Gegenbewegungen, denen sich die Künstler des europäischen Festlandes sehr bald anschlossen. Als Begründer der „Arts and Craft“-Bewegung wird der Engländer William Morris genannt. William Morris gründete Werkstätten, die eine Konkurrenz zu der massenhaften Produktion von Kunst darstellen sollten. In diesen Werkstätten wurden sowohl Möbel, Tapeten, Stoffe sowie Keramiken hergestellt. Alle Gegenstände sollten sowohl schön als auch nützlich sein. William Morris war der Ansicht, dass dies die Voraussetzungen seien müssten, dass Kunst vom Käufer geschätzt würde. Morris glaubte, der Massenproduktion Konkurrenz machen zu können, indem er seine handwerkliche Kunst massenhaft verbreitete. Morris hatte jedoch die Tatsache vernachlässigt, dass eine solche massenartige Produktion an handwerklicher Kunst zu teuer für die Menschen sein müsste, die im Zuge der Industrialisierung zudem immer ärmer wurden.
2.3 Die Entwicklung des Jugendstils
Aus der ursprünglichen Idee dieser Bewegungen entwickelte sich der Jugendstil. Als einer der ersten Künstler des Jugendstils gilt Arthur H. Mackmurdo, einer von Morris’ Schülern. Mackmurdo begann damit Gegenstände des alltäglichen Lebens im Sinne des Jugendstils neu zu entwerfen. Sein erstes Erzeugnis war ein Lehnstuhl in schwingenden Kurven, den er vor 1881 entworfen hatte. Mackmurdo und andere Jugendstilkünstler waren vielseitig. Sie entwarfen Messer und Gabeln sowie Möbelstücke, Brunnen, Kamine, Gebäude und Gemälde. Diese Vielseitigkeit war einer der Gründe, dass die Kunst des Jugendstils so erfolgreich wurde.
Der Erfolg des Jugendstils ermunterte auch Nachahmer. Die Nachahmungen der Jugendstilkunstwerke brachten den Jugendstil in Verruf, weil häufig Muster auf Gegenstände übertragen wurden, für die sie nicht entwickelt worden waren. Durch Nachahmungen kam es auch zu Massenproduktionen der vorhandenen Kunstwerke, was in keiner Weise der ursprünglichen Idee des Jugendstils entsprach, nur neue Kunstwerke massenhaft zu erschaffen. In der Realität jedoch wurden die Kunstwerke des Jugendstils nur einer kleinen Gruppe zugänglich gemacht, die Geschmack besaß und zudem vermögend war.
Der russische Jugendstil entwickelte sich zum einen unter dem Einfluss der westlichen Jugendstilrichtungen und zum anderen aus dem Neurussischen Stil (Neo-Russismus). Der Neo-Russismus wurde in der Literatur lange Zeit als Nebenströmung des russischen Jugendstils angesehen. Bei dem neu-russischen Stil handelt es sich um eine Strömung, in der
Arbeit zitieren:
Stefanie Heberling, 2004, Die Jugendstilarchitektur in Russland, München, GRIN Verlag GmbH
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