Lehrveranstaltung: Einführung in die Erwachsenenbildung und
berufliche Weiterbildung
Grundstudium: Erziehungswissenschaften. Erwachsenenbildung und
berufliche Weiterbildung
WS 2002/2003
an der Freien Universität Berlin
Weiterbildungsmanagement
Referent: Rouven Schäfer
INHALTSVERZEICHNIS 2
WEITERBILDUNGSMANAGEMENT 3
EINLEITUNG 3
GESCHICHTLICHER HINTERGRUND DER WEITERBILDUNG 3
DAS MANAGEMENT DER WEITERBILDUNG 4
WEITERBILDUNGSMARKETING 6
CONTROLLING 8
ORGANISATIONSENTWICKLUNG (OE) 9
PERSONALENTWICKLUNG (PE) 11
KRITISCHE WÜRDIGUNG DES WEITERBILDUNGSMANAGEMENTS 12
ZUSAMMENFASSUNG 13
LITERATURLISTE: 15
Weiterbildungsmanagement
Einleitung
Durch die allg. diskutierte Zunahme der Komplexität1 realen Marktgeschehens ist es zunehmend wichtiger, dass betriebswirtschaftliches Wissen auch in den Bereichen zum Einsatz kommt, die traditionell einer Ökonomisierung kritisch gegenüber stehen, beispielsweise die Erwachsenenbildung.2 Dies gilt vor allem auch für Institutionen der Weiterbildung die öffentlich gefördert werden. Diese müssen sich im Spannungsfeld zwischen Markt/Gewinnmaximierung und „öffentlicher Verantwortung“ behaupten.3 Hintergrund dieses Ansatzes ist der Gedanke, dass mit knappen Mitteln effizient umgegangen werden muss, um den größtmöglichen Nutzen für alle Beteiligten zu erzielen. Zum anderen ist es die Notwendigkeit sich den sich ständig ändernden Bedingungen in der Gesellschaft anzupassen, um weiterhin erfolgreich am Markt agieren zu können.4 Im Rahmen dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern Management und Betriebswirtschaft für die Institutionen der Weiterbildung notwendig sind.
Geschichtlicher Hintergrund der Weiterbildung
Betrachtet man die Entwicklung der Weiterbildung beginnend mit den 70iger Jahren des vorherigen Jahrhunderts, dann bleibt festzuhalten, dass zunächst vor allem politische Ziele im Vordergrund standen (vgl. Meisel 1999). Das Leitziel damals war die „öffentliche Verantwortung“ gegenüber einer Gesellschaft, in der der wachsenden Bedeutung der Weiterbildung Rechnung getragen werden sollte.5 Damals konnte bspw. bei den Volkshochschulen bundesweit von einer stabilen Verteilung der so genannten Drittelfinanzierung (Kostenaufteilung: 1/3 Teilnehmer, 1/3 Kommunen und 1/3 Land) ausgegangen werden. Diese Verteilung hat sich kontinuierlich verschoben, so dass der Finanzierungsanteil der Länder sank und andere Finanzierungsquellen (EG-Mittel oder höhere Teilnehmergebühren) zunahmen. In den 80iger Jahren wurden betriebliche Weiterbildungsangebote stark ausgebaut. In den 90iger Jahren rückte die Herausforderungen der deutschen Wiedervereinigung und die strukturelle Arbeitsmarktproblematik in den Vordergrund. Das Institut der deutschen Wirtschaft schätzt, das ca. 11,2 Millionen Arbeitnehmer jährlich im Betrieb weitergebildet werden. 1996 nahmen weitere 650 000 Personen an berufliche Fortbildungen bzw. Umschulungen teil, die durch die Bundesanstalt für Arbeit finanziert wurden (vgl. Petzold 1999, S.40).
Angesichts dieser Teilnehmerzahlen und den zweistelligen Milliarden-Euro- Bereich6 liegenden Investitionen, die jedes Jahr für die betriebliche Weiterbildung ausgegeben werden, ist die Frage legitim, inwiefern die Institutionen der betrieblichen Weiterbildung über ein professionelles Management verfügen und die Ressourcen sinnvoll und effizient managen.
Das Management der Weiterbildung
Das Management der Weiterbildung rückte erst in den letzten Jahren in den Mittelpunkt erziehungswissenschaftlicher Betrachtungen. Als Grund nennt Meisel (1999, S. 430), dass die Erwachsenenbildung in den letzten Jahrzehnten vor allem als Dienstleister in öffentlicher Verwaltung integriert gewesen ist oder von freien Trägern angeboten wurde.
[....]
1 Schlutz (1999) nennt folgende Tendenzen: „Das Nachlassen der öffentlichen Aufmerksamkeit, geringere oder selektivere Förderung und zunehmende Konkurrenz verlangen den Institutionen und Initiativen mehr Steuerungskapazitäten, Beweglichkeit, Wirtschaftlichkeit und nachweisbare Wirksamkeit ab“. (S. 23).
2 Bekannt ist bspw. der Ausspruch: „Bildung ist keine Ware“.
3 Das dies nicht immer optimal funktioniert zeigt das Beispiel Volkshochschulen, es gibt zahlreiche Fälle, in denen Pseudowissenschaft im Namen der Volksbildung angeboten worden ist (vgl. Wunder 1996, S.3). Ein interessantes Beispiel sind Astrologiekurse an Volkshochschulen (vgl. Bitzer 1996, S. 138f.).
4 Als Schlagwort sei hier der Begriff der „Lernenden Organisation“ genannt (vgl. Senge,1990).
5 Bspw. durch die Einführung des Berufsbildungs- und des Arbeitsförderungsgesetzes (vgl. Petzold 1999, S.39).
6 Petzold (1999, S. 40) nennt Zahlen des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für 1995: ca. 33,9 Mrd DM betragen schätzungsweise die Aufwendungen der Betriebe für die berufliche Weiterbildung und die Bundesanstalt für Arbeit gab ca. 15,5 Mrd DM für Fortbildungen und Umschulungen aus, plus ca. 2,5 Mrd DM der EU, die als Zahlungen an Bund und Länder ging. Wobei nur ein Teil direkt an Institutionen der Weiterbildung gezahlt wurden. Meisel (vgl.1999, S.431) schätzt, dass der Umsatz des Weiterbildungsmarktes ca. 40 Mrd. Euro pro Jahrbeträgt.
Arbeit zitieren:
Rouven Schäfer, 2003, Weiterbildungsmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Möglichkeiten der Evaluation von Veranstaltungen der Erwachsenenbildun...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Weiterbildung zwischen ökonomischen und pädagogischen Ansprüchen
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Seminararbeit, 16 Seiten
Der Klassenbegriff bei Marx und Weber - Ein beurteilender Vergleich
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 21 Seiten
Max Weber - Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 19 Seiten
Gewaltprävention und aktive Medienpädagogik
Saubere Handys – Erfolgreiche ...
Projektarbeit, 20 Seiten
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Hauptseminararbeit, 27 Seiten
Die Transkulturalität auf dem Prüfstand
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit, 19 Seiten
Über Verhalten in direkter Kom...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Referat (Ausarbeitung), 17 Seiten
Qualität und Qualitätsmanagement in Bildungseinrichtungen
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Seminararbeit, 22 Seiten
Definition eines soziologischen Schlüsselbegriffes: Schicht
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 15 Seiten
Geschlechtsspezifische Berufswahl junger Frauen
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit, 26 Seiten
Zu: Max Webers "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapit...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 25 Seiten
Erzählcafés als Orte sozialpädagogischen Handelns
Praktikumsbericht (Quartierman...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Praktikumsbericht / -arbeit, 39 Seiten
Die Einführung von Qualitätsmanagement und die damit verbundenen Auswi...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 29 Seiten
Rouven Schäfer hat den Text Weiterbildungsmanagement veröffentlicht
Rouven Schäfer hat einen neuen Text hochgeladen
Erwachsenenbildung - Weiterbildung. Erwachsenenbildung - Weiterbildung...
Thomas Fuhr, Philipp Gonon, Christiane Hof
Einführung in die Erwachsenenbildung / Weiterbildung
Jochen Kade, Dieter Nittel, Wolfgang Seitter
Naturwissenschaft in der Allgemeinen Weiterbildung
Probleme und Prinzipien der Ve...
Harald Bierbaum, Peter Euler, Bernhard S. Wolf
Erwachsenenbildung und Entwicklungszusammenarbeit
Am Beispiel der Aufklärung zur...
Renate Weiss-Kreidler
0 Kommentare