INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik 3
1.2. Fragestellungen 3
1.3. Aufbau der Arbeit 4
2. Neutralität als Konzept
2.1. Begriffsbestimmung 5
2.1.1. Neutralität 5
2.1.2. Rechte und Pflichten 6
2.2. Vereinbarkeit zweier Gegensätze 6
3. Neutralität Österreichs
3.1. Vom Ursprung zur Identität: 1955 - 1990 8
3.1.1. Nolens volens zum Neutralitätsgesetz 8
3.1.2. Identität einer Nation? 9
3.2. Einbindung in internationale Organisationen 10
4. Der Beitritt zur Europäischen Union
4.1. Der Weg nach Brüssel 10
4.2. Die Beitrittsverhandlungen 1993/1994 11
4.3. Als „Neutraler“ zur EU? 12
4.3.1. Konsequenzen einer Mitgliedschaft 12
4.3.2. Neutralität „light“ 12
5. Perspektiven österreichischer Neutralität
5.1. Positionen und Positionswandel der Parteien 13
5.2. Beibehaltung des Status Quo 15
5.3. Zur Zukunft einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik 16
6. Konklusion
6.1. Resümee und Interpretation der Ergebnisse 17
Literaturverzeichnis
Anhang
- 2 -
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
Seit Österreich sich 1955 aus freien Stücken für die immerwährende Neutralität entschieden hat, ist viel Zeit vergangen. Die Sowjetunion ist Geschichte und die Europäische Union präsent wie noch nie. 40 Jahre später hat man sich entschieden, der EU beizutreten und auch die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik als 2.Säule der Union mitzutragen. Doch Neutralität und Verteidigungsbündnis stehen im Widerspruch zueinander, einen contradictio in se, wie es Theo Öhlinger formuliert und dabei treffend auf einen Bräutigam verweist, der nach der Hochzeit gern Junggeselle wäre (vgl. Öhlinger 2000, 63). Dass sich auch die Positionen der Parlamentsparteien über die Jahrzehnte hinweg verändert haben, ist verständlich, dennoch traut sich kein Politiker, eine Neutralitätsdebatte zu entfachen. Schließlich prägen die Geschichte und die Entstehung der Neutralität gleichermaßen die 2.Republik und auch ihre Bürger. Dennoch, der Beitritt zur Europäischen Union und die Einbindung in die GASP haben die Funktion der Neutralität relativiert und so muss man sich die Frage stellen, was vom ursprünglichen Konzept übrig geblieben ist und welche Perspektiven heute noch realistisch sind.
1.2 Fragestellungen
In diesem Zusammenhang ergaben sich bei den Recherchen zu diesem Forschungsthema drei zentrale Fragestellungen:
- Welchen Wandel durchlief die österreichische Neutralität und wo liegt der zentrale Unterschied 1955/2007?
- Welche Konsequenzen haben der EU-Beitritt und die damit verbundene Einbindung in die GASP für die Neutralität?
- Welche Perspektiven hat die österreichische Neutralität?
Um die oben genannten Fragestellungen zu beantworten müssen auch Antworten auf folgende Detailfragen gefunden werden:
- 3 -
- Was bedeutet Neutralität und welche Verpflichtungen und Aufgaben resultieren aus dem Neutralitätsstatus?
- Wie ist eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik mit der Neutralität vereinbar?
- Wie steht die Bevölkerung zur Neutralität?
- Wie verliefen die Beitrittsverhandlungen 1993/1994?
- Welche Rolle spielte dabei der Neutralitätsstatus Österreichs?
- Welche Position bezog Österreich bzw. die Kommission dazu?
- Wie kann Österreich als neutraler Staat der EU beitreten?
- Welche Folgen resultierten aus dem EU-Beitritt für die österreichische Neutralität?
- Welche Positionen beziehen die Parlamentsparteien zum Thema „Neutralität“?
- Wie haben sich die Positionen der Parteien verändert?
- Welche Zukunftsmöglichkeiten hat die GASP bzw. hat Österreich im Zuge der GASP?
Ich erlaube mir hier im Vorhinein dieser Arbeit zwei Hypothesen aufzustellen:
1.3 Aufbau der Arbeit
Im nächsten Kapitel meiner Arbeit werde ich mich mit der Neutralität im Allgemeinen beschäftigen und der Frage nachgehen, welche Pflichten aus dem Neutralitätsstatus resultieren, was die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, im Folgenden GASP, für eine Rolle spielt und wie beide Komponenten miteinander kombiniert werden können. Kapitel drei meiner Arbeit fasst die Neutralität im Speziellen ins Auge. Die lange Geschichte der österreichischen Neutralität soll hier pointiert dargestellt werden ebenso wie Österreichs Aufgabe, in internationalen Organisationen mitzuwirken. Kapitel vier widmet sich dezidiert dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union. Vom Anfang der Verhandlungen mit Brüssel bis hin zum Beitritt 1995 und die Frage nach dem
- 4 -
Neutralitätsstatus. Im vorletzten Kapitel werde ich mögliche Perspektiven der Neutralität im Zuge der Mitgliedschaft in der EU präsentieren und den Positionswandel der Parlamentsparteien im Laufe der Jahrzehnte darstellen. Zum Abschluss sollte es möglich sein, die vorangegangenen Fragestellungen zu beantworten und die gestellten Hypothesen zu verifizieren bzw. zu falsifizieren.
2. Neutralität als Konzept
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Neutralität
Der Begriff „Neutralität“ leitet sich vom Lateinischen „ne uter“ ab und bedeutet dem Ursprung nach „keiner von beiden“ (Michal-Misak/Dorsch/Strunz 2005, 13). Die Entstehung der Neutralität ist so alt wie ihr Antonym - „Krieg“. Schon im alten Griechenland sprach man von Unparteilichkeit, selbst wenn es damals noch nicht als anerkanntes Rechtsmittel galt (vgl. Michal-Misak/Dorsch/Strunz 2005, 19f.). In Vergessenheit gerät oft, dass nicht nur Kleinstaaten wie Österreich, sondern auch Großmächte wie die Vereinigten Staaten lange Zeit, bis 1917, ihre Neutralität wahrten (vgl. Schröter 1997, 12).
Die Neutralität von Staaten meint hiermit die
Des Weiteren existieren unterschiedliche Variationen von Neutralität. Die beiden wichtigsten seien hier näher erläutert:
• Gewöhnlichen Neutralität, die einzig und allein über einen bestimmten Zeitraum im Rahmen eines Konfliktes zur Geltung kommt und keine zukünftigen Auswirkungen hat (vgl. Michal-Misak/Dorsch/Strunz 2005, 14f.).
• Dauernde (immerwährende) Neutralität. Diese beruht auf einem Gegensatzverhältnis und muss von den jeweils anderen Staaten anerkannt werden. Aus dem dauernden Neutralitätsstatus ergeben sich Pflichten für den neutralen Staat (vgl. Michal-Misak/Dorsch/Strunz 2005, 14f.).
2.1.2 Rechte und Pflichten
Die Pflichten eines dauernd neutralen Staates erstrecken sich nicht nur im Kriegsfall, sondern insbesondere auch in Zeiten des Friedens. Demnach hat ein Staat alles dafür zu tun seinen Pflichten gerecht zu werden und keinem Bündnis beizutreten, wonach er im Kriegsfall nicht mehr neutral agieren kann. Im Falle eines Krieges darf von Seiten eines neutralen Staates keine „Unterstützung und Begünstigung von Kriegführenden“ (Schröter 1997, 14) erfolgen (Enthaltungspflicht). Ebenso darf auf neutralem Boden keine Zuwiderhandlung der Neutralität stattfinden (Verteidigungspflicht).
2.2 Vereinbarkeit zweier Gegensätze
Die aus dem Status der Neutralität erwachsenen Verpflichtungen scheinen es unmöglich zu machen, einem kollektiven Sicherheitssystem beizutreten. Und dennoch hat die EU mit Österreich, Finnland, Schweden (seit 1995) und Irland (seit 1973) vier neutrale Staaten in ihre Gemeinschaft aufgenommen (vgl. Hauser 2002, 84). Alle Staaten gaben ihre Zustimmung, die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in vollem Umfang mitzutragen ohne dabei auf ihren Neutralitätsstatus zu verzichten (vgl. Schröter 1997, 24). Streng genommen gibt jeder Mitgliedstaat mit dem Beitritt zur EU seine Unparteilichkeit bzw. seinen parteilosen Status auf indem er den „acquis communautaire“ akzeptiert. Juristisch gesehen gab es in Finnland und Schweden keinerlei Bedenken, da die Neutralität der skandinavischen Staaten nicht auf dem Völkerrecht beruht, sondern einzig und allein innenpolitisch gefällt wurde (vgl. Schröter 1997, 20ff.). Österreich hingegen besitzt einen völkerrechtlichen Neutralitätsstatus der 1955 von allen Staaten mit denen Österreich Beziehungen unterhielt, notifiziert und anerkannt wurde (vgl. Schröter 1997, 17). Um der Europäischen Union beizutreten wurde hier das Neutralitätsgesetz um den Artikel 23f erweitert, sodass der rechtliche Rahmen an die Beitrittsbedingungen angepasst wurde und
- 6 -
Arbeit zitieren:
BA Bakk.Komm. Heidi Huber, 2007, Österreichs Neutralität im Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Zukunft der österreichischen Neutralität
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Magisterarbeit, 158 Seiten
Die Gestalt des Vaters in Franz Kafkas "Das Urteil"
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 12 Seiten
Die Pädagogik der Freien Alternativen Schulen
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Kampf um die richtige Liebe. Die Entwicklung der Liebesbeziehung zwisc...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 14 Seiten
Erec - Die Entwicklung der Beziehung zwischen Erec und Enite
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 25 Seiten
Die Vaterfigur in den Werken Franz Kafkas - Hauptblick auf "Das U...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 19 Seiten
Unilateralismus in der US-Außenpolitik - Wandeln sich die Vereinigten ...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
"Begriffe besetzen" - Der Kampf um Worte in der Politik
Hausarbeit, 17 Seiten
Stefan Zweig, Schachnovelle - eine Analyse und Interpretation
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Referat (Ausarbeitung), 4 Seiten
Der Einfluß der Interessenverbände im politischen System der USA
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Hausarbeit, 21 Seiten
Wie verändert sich Enites Redeverhalten im Verlauf des Romans?
Ein Essay
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Essay, 6 Seiten
Der Einfluss der 'Israel-Lobby' auf die Außenpolitik der USA
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 28 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Das Neue Steuerungsmodell der öffentlichen Verwaltung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 21 Seiten
Heidi Huber, MA. hat einen neuen Text hochgeladen
Polens Rechtsstaat am Vorabend des EU-Beitritts
Claus D. Classen, Helmut Heiss, Anna Suprón-Heidel
The EU and the Economies of the Eastern European Enlargement
Alberto Quadrio Curzio, Marco Fortis
0 Kommentare