Inhaltsverzeichnis
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I. Einleitung. 3
II. Zur Quellenlage. 4
III. Eine Zeit tiefen Friedens: das Römische Germanien
im 2. Jahrhundert n. Chr. 6
IV. Von Septimius Severus zu Diokletian: das Jahrhundert der
Krise. 8
IV.I. Das erste Auftauchen germanischer Stämme am
Limes um 213 n. Chr 9
IV.II. Von der germanischen Offensive 254 n. Chr. bis zum endgültigen
Durchbruch auf römisches Gebiet 259 n. Chr 10
IV.III. Die mangelnde Reichsstabilität und ihre Folgen: die Gründung des
Gallischen und Palmyrenischen Sonderreiches. 12
IV.IV. Die Klimax der Germaneneinfälle im 3. Jahrhundert n. Chr.
und der Bagaudenaufstand 13
V. Das Dominat unter Diokletian und der Übergang
zum 4. Jahrhundert n. Chr 14
VI. Konstantin schafft eine militärische Atempause für das Reich. 15
VII. Julian: der Restitutor alter Verhältnisse 16
VIII. Valentinian I.: der letzte machtvolle weströmische Kaiser am Rhein 17
IX. Letzte römische Abwehrversuche gegen die Germanen. 18
X. Der endgültige Niedergang des römischen Westreiches
im 5. Jahrhundert n. Chr. 18
XI. Literaturverzeichnis. 20
2
I. Einleitung
Unter der Herrschaft des Kaisers Septimius Severus erreichte das Imperium Romanum zwischen 193 und 211 n. Chr. seine größte politische und territoriale Ausdehnung. Etwa 250 Jahre später, das Imperium war mittlerweile in einen west- und einen oströmischen Teil zerbrochen, war dieses Reich, von dem seine Bewohner während seiner Blütezeit glaubten, es wäre ewig, mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus zugrunde gegangen.
Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit den politischen und militärischen Ereignissen, die sich in diesem Zeitraum im Grenzgebiet zwischen den römischen Provinzen Ober- unter Untergermanien und dem freien Germanien ereigneten. Seit dem Bestehen dieser Provinzgrenzen sahen sich die Römer dort mit einem Gegner konfrontiert, der sich in der Folgezeit zu einer stetig wachsenden Bedrohung des gesamten Reiches entwickelte: den Germanen. 1
Im Glauben an seine kulturelle und militärische Überlegenheit unterschätzte Rom diese Gefahr in ihrer Tragweite zunächst. Der zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert trotz germanischer Bedrohung wiederholt praktizierte Abzug römischer Truppen vom Limes an die Ostgrenze, gibt einen Hinweis auf diesen Umstand.
Mit wiederkehrender Regelmäßigkeit nahmen die aus Beute- und Landgewinnungstrieb motivierten Übergriffe der Germanen und der Druck auf die Grenze der römischen Provinzen vom 2. bis zum 5. Jahrhundert zu. Perioden der Verteidigung wechselten im römischen Lager mit Abschnitten der Ruhe, des Wiederaufbaus des Limes und militärischen Gegenangriffen. Während die Germanen, die zumeist als einzelne Stammesverbände angriffen, zum 5. Jahrhundert hin immer deutlicher das agierende Moment gewannen, wurde das römische Heer spätestens seit dem 3. Jahrhundert immer stärker in eine passive Rolle gedrängt. Sichtbares Zeichen dieser Entwicklung war in Obergermanien die Rücknahme der Grenzlinie auf den Fluß, die sich in römischen Hochzeiten bis weit in das rechtsrheinische freie Germanien erstreckte. Mit zunehmender militärischer Schwächung verlegten sich die römischen Kaiser insbesondere im 4. und 5. Jahrhundert auch darauf, die Grenze diplomatisch durch Tributzahlungen und Föderatenverträge mit germanischen Stämmen abzusichern.
Die vorliegende Arbeit soll die grundsätzlichen Linien römischer Germanienpolitik zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert herausarbeiten. Der Aufbau der Arbeit orientiert sich chronologisch
1 Die Germanen bildeten keine ethnographische Einheit, sondern setzten sich aus einer Vielzahl einzelner Stämme zusammen. Der Begriff
„Germanen“ wird in dieser Arbeit lediglich der Einfachheit halber als Sammelbegriff für die sich dahinter verbergenden einzelnen Stämme
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an den Regierungszeiten der für diese Entwicklung bedeutenden römischen Kaiser. Dem in der Forschung für die Römer als Krisenjahrhundert bezeichneten 3. Jahrhundert, das als Wendepunkt zum Niedergang des Römischen Reichs betrachtet wird, wird in dieser Darstellung größerer Raum eingeräumt.
Nicht erörtert werden sollen die weiterführenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Folgen der Ereignisse am Rhein auf die Reichsinnenpolitik. Gleiches gilt generell auch umgekehrt, allerdings mit zwei Ausnahmen: der Gründung des Gallischen Sonderreiches und dem Bagaudenaufstand. Beide Ereignisse werden in einem Kapitel in ihren Ursachen und ihrem Verlauf kurz skizziert, um zu illustrieren, wie reichsinterne politische Vorgänge und außenpolitische Ereignisse sich in ihren Folgewirkungen beeinflussen konnten. Die gesamte Darstellung dieser Arbeit beschreibt den historischen Verlauf aus römischer Perspektive. Die Erklärung für diesen Grund ist simpel: Es existieren keine Quellen, die Aufschlüsse über die Entwicklung an der römisch-germanischen Grenze im untersuchten Zeitraum hätten geben können.
Neben den Standardwerken wie dem von Karl Christ zur Geschichte der Römischen Kaiserzeit hat insbesondere die jüngere historische Forschung zur Regionalgeschichte der römischen Herrschaft in Germanien in den heutigen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wichtige Beiträge zum Inhalt dieser Arbeit geliefert.
II. Zur Quellenlage
Die Gebiete der ehemaligen römischen Provinzen Nieder- und Obergermanien zählt der Archäologe Tilmann Bechert mit zu den besterforschten Räumen des Römischen Reiches. 2 Das Augenmerk der in diesem Feld tätigen Forschung konzentrierte sich in der Vergangenheit überwiegend auf militärhistorische Aspekte der römischen Geschichte und erst in zweiter Linie auf solche des Siedlungswesens, der geistigen Kultur oder der Wirtschaft. Wegen ihrer quantitativen Dominanz nehmen in Hinsicht auf die Interpretation numismatische Quellen die bedeutendste Stellung unter den archäologischen Funden im Römischen Provinzialgebiet ein. Prägeort, Prägestempel, Legierung und Menge der Münzfunde lassen historisch relativ exakte Aufschlüsse über kriegerische Operationen, Völkerbewegungen oder Grenzverschiebungen im Gebiet des römischen Germaniens zu.
verwandt.
2 Bechert, Tilmann: Die Provinzen des Römischen Reiches: Einführung und Überblick. Von Zabern, 1999. S. 196.
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Auch die literarischen Quellen bieten eine Fülle an Material, dessen historischer Aussagewert unter dem Gesichtspunkt der Authentizität nach Autor und Erscheinungszeitpunkt zu differenzieren ist.
Für das 1. wie für das in dieser Arbeit behandelte 2. nachchristliche Jahrhundert sind die inhaltlich ausführlichen und wissenschaftlich als zuverlässig geltenden Schriften des Tacitus, die Germania, die Historien und die Annalen, überliefert. Von Tacitus nicht überlieferte Details ergänzen die Kaiserbiographien Suetons, die unter Althistorikern jedoch als weniger zuverlässig gelten.
Literarische Hauptquelle für das 3. Jahrhundert ist die Historia Augusta. Deren vermutlich um die Wende vom 4. zum 5. Jahrhundert verfaßte 30 Einzelbiographien römischer Kaiser enthalten zahlreiche Schilderungen über die Ereignisse an Rhein und Donau im 3. Jahrhundert. Auch sie werden wie die Kaiserbiographien Suetons wegen der Unsicherheit der von ihr überlieferten Fakten mit Vorbehalt behandelt.
Zuverlässigere literarische Quellen über das gesamte Imperium sind für das 4. Jahrhundert vorhanden. 3 An dessen Ende erwacht, bei gleichzeitigem Versiegen der lateinischen, die griechische Geschichtsschreibung um Philosophen und Geschichtsschreiber wie Sokrates, Theodorus, Ammianus Marcellinus und Zosimos zu neuem Leben. Die überlieferten Bücher 14-31 der Res Gestae des Antiochiers Ammianus Marcellinus (etwa 330-395 n. Chr.) und dessen auf Eigenerleben, Urkunden und offiziellen Dokumenten beruhende Darstellung wird in der Altertumswissenschaft als seriöse Quelle bewertet und zählt für das in dieser Arbeit behandelte Thema zu den bedeutendsten und aufschlußreichsten Dokumenten. Ihre Darstellung schließt jedoch schon 378 n. Chr. mit der Schlacht von Adrianopel. In der Folge existieren literarische Quellen für Gallien und das Römische Germanien lediglich in geringer Zahl. 4 Die wichtigste von ihnen ist die bis 410 n. Chr. überlieferte Neue(n) Geschichte des heidnischen Historikers Zosimos, sowie eine Reihe weniger bedeutender lateinischer Geschichtsschreiber. Diese liegen zeitlich zwar näher an den Ereignissen als Zosimos, ihre historischen Schilderungen gelten jedoch insgesamt als weniger bedeutend. Als glaubwürdige Quelle für den vorliegenden Untersuchungszeitraum erweisen sich auch die unter den regierenden Kaisern angefertigten Gesetzestexte (codices), deren bedeutendste Sammlung der Codex Theodosianus ist. Die in seiner Kollektion gesammelten Gesetzestexte wurden im Zeitraum zwischen etwa 429 und 438 n. Chr. niedergeschrieben. Da die Codex-
3 AverilCameron zählt das 4. Jahrhundert des hohen Gehalts lateinischer Schriftüberlieferungen wegen zu einer der am besten
dokumentierten Perioden der Römischen Geschichte. Cameron, Averil: The later Roman Empire.
Cambridge, 1999. S. 13.
4 Horn, H.G.: Die Römer in Nordrhein-Westfalen. Stuttgart, 1987. S. 99.
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Arbeit zitieren:
Kristian Seewald, 2000, Das römische Germanien - die politischen und militärischen Ereignisse vom 2. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. , München, GRIN Verlag GmbH
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Das Gallische Sonderreich unter Postumus: 260 n.Chr. - 269 n.Chr.
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