Inhalt
Abbildungen
Einleitung 1 4
Definition und räumliche Abgrenzung 2 5
L ändliche Räume heute 3 7
3.1 Ländliche Räume in der Nähe von Verdichtungsräumen 8
3.2 Ländliche Räume in der Peripherie 9
Herausforderung für die Raumordnung und Regionalpolitik 4 14
Ausblick 5 16
Literatur 18
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Abbildungen:
Abb. 1: BBR (2001): Raumentwicklung und Raumordnung in Deutschland. Kurzfassung des Raumordnungsberichts 2000. Bonn. S. 8.
Abb. 2: LUTTER, H. (2005): Raumordnungsbericht 2005. Kernaussagen, Powerpoint-Präsentation,
Abb. 3: BBR (2006): Perspektiven der Raumentwicklung in Deutschland,
Abb. 4: BBR (2006): Perspektiven der Raumentwicklung in Deutschland,
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1. Einleitung
Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verlangt die „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse“ für alle Bürger des Landes (Grundgesetz Art. 72). Dies bezieht sich aber nicht auf eine gleichstarke wirtschaftliche Entwicklung oder einen identischen Wohlstand der Regionen, sondern vielmehr auf die Chancengleichheit der Menschen bezüglich eines Arbeits- und Ausbildungsplatzes, sowie der gleichwertigen Versorgung von Waren und Dienstleistungen an ihren Wohnorten (BBR 2001:5). Die Raumordnungspolitik in Deutschland hat sich diese Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse unter anderem als Hauptziel ihrer Tätigkeit gesetzt. Es werden im Bundesgebiet verschiedene Raumkategorien nach dem Raumordnungsbericht 2000 ausgewiesen. Hierzu zählen Verdichtungsräume, Siedlungs- und Verkehrskorridore sowie ländliche Räume. Diese drei Kategorien unterscheiden sich gravierend bezüglich ihrer Charakteristika, Ausstattung und Perspektiven voneinander. Deutlich sichtbar ist diese Differenz bereits bei den Bildungseinrichtungen. Während Eltern in Großstädten die Wahlmöglichkeit für eine geeignete Grundschule ihres Kindes besitzen, ist es für einige Schüler in dörflichen Strukturen durchaus Realität jeden morgen eine Busfahrt zu absolvieren, um überhaupt an eine Schule zu gelangen. Hierbei ist ein Rückgang der Schülerzahlen als Folge des demographischen Wandels erkennbar (BBR 2006:22). Schulschließungen sind die Konsequenz dessen und ein Ergebnis der unzureichenden Versorgung. Dass dies keine ausreichende Existenz der öffentlichen Dienstleistungen widerspiegelt, scheint nicht diskutiert werden zu müssen. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob diese Bedingungen, ebenso wie Arbeitsplatzmangel und Schließung von Einkaufsläden, in allen Kommunen „gleichwertige Lebensverhältnisse“ repräsentieren. Welche Zukunft besitzen ländliche Räume in Zeiten umwälzender Prozesse, wie der Globalisierung oder der Erweiterung des europäischen Binnenmarktes? Inwiefern kann die Politik diese Zukunft mitgestalten? Dies sind Fragen, die in der folgenden Arbeit beantwortet werden sollen. Dazu muss vorab der Versuch unternommen werden, ländliche Räume zu definieren und von den anderen Gebietskategorien abzugrenzen. Anschließend folgt eine Charakterisierung und gegenwärtige „Bestandsaufnahme“ der Regionen. Bevor aufgrund dieser Ergebnisse Perspektiven und resultierende Aufgaben für die Raumordnung und Regionalpolitik vorgestellt werden.
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2. Definition und räumliche Abgrenzung
Ländliche Räume wurden in der wissenschaftlichen Literatur seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr unterschiedlich definiert. Noch in den 70ger Jahren wurden sie von der Raumordnung der Bundesrepublik Deutschland eher als „Restkategorie“ gegenüber dem Verdichtungsraum negativ bewertet (WIEßNER 1999:300). Gegenwärtig hat sich herauskristallisiert, dass der „ländliche Raum“ per se gar nicht vorhanden ist. Seit den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts haben sich die ländlichen Gebiete der Bundesrepublik derart verändert, dass keineswegs mehr die Rede von einem homogenen ländlichen Raum sein kann (MOSCH 2005:573). So wird die Bezeichnung im Singular hinfällig und findet nur noch im Plural, als die „ländlichen Räume“, Verwendung (WIEßNER 1999:300-301). Eine einheitliche Definition lässt demnach nicht aufstellen. Diese Entwicklung der Definition lässt sich mit der Veränderung des Gegenstandsbereiches der ländlichen Räume im 20. Jahrhundert erklären. Mit dem Einsetzen der Industrialisierung und damit dem Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft fand gleichzeitig eine Veränderung des Begriffes statt (HENKEL 1999: 28). Die Umbrüche, die sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft betreffen, hinterlassen auch räumliche Auswirkungen, die es zu beachten gilt. So schrumpften in den 90ger Jahren „durch die Modernisierung der Wirtschaft und die Zunahme der Mobilität“ traditionelle Industrien und Gewerbe (BBR 2001:3). Ein Anstieg der Beschäftigtenzahlen im tertiären Sektor und eine gleichzeitige Abnahme im primären Sektor, nach der Sektorentheorie Fourastiés, ist ein Ergebnis dieses Prozesses, das vor allem den Agrarraum betrifft (KULKE 2008:23). Allein von 1989 bis 1996 sank die Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft von rund 850000 auf circa 160000 Personen (WIEßNER 1999:302). Im Gegenzug sind vermehrt Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich entstanden (BBR 2001:3). Durch deren Sinken von Beschäftigten im Agrarwesen sind viele Anstellungen in ländlichen Regionen verloren gegangen und parallel keine Ersatzarbeitsplätze entstanden. So ist die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz für viele Menschen gestiegen und Städte haben sich flächenmäßig derart ausgedehnt (BBR 2001:3), dass mitunter „eine eindeutige Abgrenzung zwischen städtischem und ländlichem Raum heute kaum noch möglich ist“ (HENKEL 1999:31).
Daher ist es auch ziemlich schwierig ländliche Räume zu definieren, denn aufgrund ihrer enormen Vielfalt müssen sie über bestimmte Merkmale abgegrenzt werden. HENKEL (1999:29) verweist darauf, dass sowohl „landschaftliche, wirtschaftliche, demographische,
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Arbeit zitieren:
David Kirsch, 2009, Ländliche Räume - Herausforderung für die Raumplanung, München, GRIN Verlag GmbH
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