Inhaltsverzeichnis I
Einleitung 1
1. Theoretische Grundlage 1
1.1 Gesundheit und Krankheit 1
1.2 Ziele und Aufgaben der kommunalen Gesundheitsberichterstattung 3
2. Gesundheitsberichterstattung und Daten 4
2.1 Gesundheitszustand der Bevölkerung 4
2.2 Soziale Ungleichheit und Gesundheit 5
3. Gesundheitsförderung und Prävention 7
4. Zusammenfassung 9
Literaturverzeichnis II
I
Einleitung
Das Thema „Soziale Ungleichheit und Gesundheit“ soll stärker in den Fokus der Gesundheitspolitik im Märkischen Kreis gestellt werden. Als primäre Maßnahme ist die Erstellung eines so genannten Gesundheitsberichtes geplant. Ein derartiger Bericht liegt zurzeit für den Märkischen Kreis nicht vor. Daher ist das Ziel dieser Arbeit, ein Grundsatzpapier zur kommunalen Gesundheitsberichterstattung zu erstellen, indem die Frage geklärt werden soll, welche Daten eine Beschreibung von „Sozialer Ungleichheit und Gesundheit“ ermöglichen. Zunächst werden im Kapitel 1 „Theoretische Grundlagen“ vermittelt, es werden die beiden Begriffe Gesundheit und Krankheit aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht erläutert, und die Ziele und Aufgaben der kommunalen Gesundheitsberichterstattung aufgeführt. Das Kapitel 2 beschreibt Daten und nennt Indikatoren, mit denen der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung dargestellt werden kann. Das Kapitel endet mit dem Thema „Soziale Ungleichheit und Gesundheit“.
Den Abschluss der Arbeit bilden geeignete Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention, welche in der Lage sind, eine Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.
1 Theoretische Grundlage
1.1 Gesundheit und Krankheit
Bei den beiden Begriffen Gesundheit und Krankheit handelt es sich nicht um zwei Fremdwörter bzw. Fachbegriffe. Dennoch kommt man bei dem Versuch, diese beiden im alltäglichen Leben häufig verwendeten Begriffe genauer zu definieren ins Grübeln. Es folgt ein kurzer Überblick über die große Bandbreite von Bedeutungen dieser beiden Begriffe, angefangen mit einem Rückblick in die Historie, über einige Gesundheitsmodelle, bis hin zu den Laienkonzepten der Menschen.
Im Christentum wurde die vorhandene Gesundheit als Segen Gottes angesehen, und das Vorhandensein einer Krankheit als Glaubensprüfung oder gar als Fluch. Der Philosoph Aristoteles unterstützte seinerzeit die naturwissenschaftliche Sichtweise, welche die Bedeutung von Gesundheit und Krankheit anhand der Viersäftelehre erklärte. Hierbei bedeutete Gesundheit ein Gleichgewicht der Körpersäfte gelbe Galle, schwarze Galle, Blut und Schleim. Dagegen wurde unter dem Begriff Krankheit, ein Ungleichgewicht zwischen den Säften verstanden (Bertelsmann 2007, S. 13ff).
Das naturwissenschaftliche Verständnis der beiden Begriffe wurde bis ins 19. Jahrhundert stark durch die Kirchen geprägt. Erst im Zuge der Aufklärung und durch die Weiterentwicklung der Medizin entwickelte es sich weiter. Dem Bakteriologen Robert Koch gelang es erstmals in der Medizin, bestimmten Krankheiten eine spezifische Ursache zuzuordnen (Hurrelmann, Laaser, Razum 2006, S. 62).
Diese neuen Erkenntnisse führten zu einer Neuausrichtung der Medizin, und legten den Grundstein für das spätere klinische Krankheitsmodell, welches die Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit bis heute prägt.
1
Das klinische Krankheitsmodell versteht Gesundheit als die Abwesenheit von Krankheit. Es geht davon aus, dass hauptsächlich physikalische und biochemische Prozesse für eine Erkrankung verantwortlich seien. Krankheit wird hierbei als ein regelwidriger Körperzustand definiert. Die Entscheidung ob jemand „gesund“ oder „krank“ ist, liegt seit bestehen des Sozialversicherungssystems ausschließlich bei den Ärzten. (Bertelsmann 2007, S. 16ff). Heutzutage wird unter dem Begriff Gesundheit nicht mehr nur die Abwesenheit von Krankheit verstanden. Bereits im Jahr 1946 definierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Gesundheit wie folgt: „Gesundheit ist der Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens, und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen“ (Hurrelmann, Laaser, Razum 2006, S. 147). Mit dieser Definition, die von Seiten der klassischen Medizin durchaus kritisch angesehen wurde, konnte dennoch ein erweitertes Verständnis von Gesundheit erreicht werden.
Gesundheit und Krankheit werden derzeit aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht nicht mehr als gegensätzliche Faktoren betrachtet, sondern vielmehr als eine Wechselbeziehung zwischen diesen beiden Zuständen. Diese salutogenetische Sichtweise nach Antonovsky besagt, dass ein Mensch nicht hundertprozentig „gesund“ oder hundertprozentig „krank“ ist. Er befindet sich stattdessen auf einem so genannten Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, auf dem er immer in einem bestimmten Verhältnis sowohl gesund als auch krank ist (Bertelsmann 2007, S. 29ff).
Parallel zu den bereits genannten Bedeutungen und Modellen von Gesundheit und Krankheit existieren die Laienkonzepte von Gesundheit in der Bevölkerung. Vergleicht man die Laienkonzepte verschiedener Bevölkerungsgruppen, gibt es teilweise Übereinstimmungen, aber auch unterschiedliche Sichtweisen durch z.B. Alter, Geschlecht oder sozialen Status (Naidoo & Wills 2003, S.17). Das Verständnis von Gesundheit und Krankheit hat sich im Laufe der Zeit von Gesellschaft zu Gesellschaft immer weiterentwickelt. Nach Herzlich (1973 zit. n. Naidoo & Wills 2003) lassen sich drei subjektive Konzepte zur Gesundheit feststellen:
1. Gesundheit als einen Zustand des Seins und der Abwesenheit von Krankheit 2. Gesundheit als etwas was man hat, eine innere Stärke oder Widerstandskraft gegenüber Erkrankungen
3. Gesundheit als einen Zustand des Tuns und der Fähigkeit, seine Lebenspotenziale voll auszuschöpfen
Während Frauen in erster Linie unter Gesundheit, die Fähigkeit ihre Rolle in der Gesellschaft erfüllen zu können verstehen, definiert das männliche Geschlecht seine Gesundheit eher über das Vorhandensein von Fitness. Auch je nach Alter gibt es für den Begriff Gesundheit unterschiedliche Definitionsversuche. Ältere Menschen haben eine eher ganzheitliche Sichtweise, und sehen Gesundheit als innere Stärke an (Williams 1983 zit. n. Naidoo & Wills 2003), im Gegensatz zu jüngeren Menschen, die Gesundheit im Zusammenhang mit Fitness oder Energie sehen (Blaxter 1990 zit. n. Naidoo & Wills 2003). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es eine Vielzahl von Bedeutungen für die beiden Begriffe Gesundheit und Krankheit gibt. Die verschiedenen Gesundheitsmodelle und die Laienkonzepte existieren dabei nebeneinander.
2
Arbeit zitieren:
Torsten Sauer, 2007, Gesundheitsberichterstattung - Theoretische Grundlagen, Ziele und Aufgaben, München, GRIN Verlag GmbH
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