Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung S.3
2 Die Geschichte der französischen Presse 4
2.1. Die Geburt der französischen Presse während des Absolutismus 4
2.2 Der Ausbau der französischen Presse während der Französischen Revolution 5
2.3. Die Einschränkung der französischen Presse unter Napoleon I. 6
2.4. Die aktive Rolle der französischen Presse in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts 7
2.5. Die erneute Einschränkung der französischen Presse unter Napoleon III. 8
2.6. Das goldene Zeitalter der französischen Presse 9
2.7. Die Krise der französischen Presse während der beiden Weltkriege S.10
3 Schluss S.12
Literaturverzeichnis S 13
1. Einleitung
Ä4XHVW-ce qu´un livre périodique ? Un ouvrage éphémère sans mérite et sans utilité dont la lecture négligée et méprisée des gens lettrés ne sert qu´à donner aux femmes et aux sots de la vanité sans instruction.µµ (Albert / Terrou 1985, S.14)
Dieses Zitat von Rousseau aus dem Jahre 1755 zeigt deutlich, dass die Presse in Frankreich im 18. Jahrhundert von der sozialen und intellektuellen Elite mit Verachtung betrachtet wurde. Anfangs nahm man Journalisten noch keineswegs ernst, zumal sie in dieser Zeit noch unter strenger absolutistischer Kontrolle standen. Doch das sollte sich sehr bald ändern. In der Französischen Revolution bekam die Presse nun eine enorme Macht, und schließlich sollte sie es sein, die den Sturz der absolutistischen Herrscher entscheidend vorantrieb.
Solch ein Auf und Ab bezüglich der Macht der französischen Presse ist typisch für deren Geschichte. In meiner Hausarbeit möchte ich nun näher auf die Geschichte der Presse in Frankreich eingehen, in dem ich sie in einzelne Zeitabschnitte einteile und in einen Zusammenhang mit der Geschichte Frankreichs bringe. Denn die Entwicklung der Presse hängt immer eng mit den ökonomischen, sozialen und politischen Umständen und Ereignissen des jeweiligen Landes zusammen. (Vgl. Ebd., S.3) Besonders die Stellung der Tageszeitungen ist stark mit diesen Faktoren verknüpft. Deshalb möchte ich mein Augenmerk in dieser Hausarbeit vor allem auf die Tageszeitungen Frankreichs richten, aber auch auf die Entwicklung der französischen Zeitschriften soll kurz eingegangen werden.
Beginnen möchte ich die Geschichte der französischen Presse mit dem erstmaligen Erscheinen der Gazette von Théophraste Renaudot im Jahre 1631.
Allerdings bleibt zu sagen, dass es schon vor dieser Zeit Presseerzeugnisse im weitesten Sinne gab, zum Beispiel Flugblätter, die sogenannten nouvelles à la main (Vgl. Ebd., S.7) und nicht erst seit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks von 1438 haben die Menschen das Bedürfnis nach Information. So zogen schon seit jeher Menschen von Stadt zu Stadt, um die wichtigsten Neuigkeiten mündlich zu verbreiten.
Die wichtigsten Veränderungen in der französischen Pressegeschichte ereigneten in dem Zeitraum von ihren Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg. Deshalb werde ich mein Augenmerk nun auf eben diesen Zeitraum richten.
2. Die Geschichte der französischen Presse
2.1. Die Geburt der französischen Presse während des Absolutismus
Die erste französische Zeitung erschien in Paris im Mai 1631 unter dem Namen Gazette, später Gazette de France. Ihr Herausgeber, Théophraste Renaudot, war Arzt und stellte zunächst zur Unterhaltung für seine Patienten eine Sammlung meist politischer Nachrichten zusammen. (Vgl. D´Ester 1942, S.3) Bald erkannte allerdings der Minister Richelieu, dass er solch eine Form der Presse auch gut für seine Zwecke nutzen könnte. So arbeitete er künftig an der Gazette mit und erteilte Renaudot Privilegien. Durch diese Begünstigungen kam es dazu, dass die Gazette bis 1638 bereits 1200mal verkauft wurde und von ursprünglich vier auf zwölf Seiten anwuchs. (Vgl. Albert / Terrou 1985, S.11) Die Einmischung Richelieus bedeutete für Renaudot aber nicht nur einen enormen Erfolg seines Blattes, sondern auch strenge Kontrolle. Es durfte nur gedruckt werden, was im Sinne des Hofes war und regelmäßig schickte König Louis XIII. ihm sogar selbstverfasste Artikel. An der Wiege der französischen Zeitungen standen also die absolutistischen Machthaber.
Renaudot hatte durch den Erfolg seines Blattes nun aber solch ein großes Selbstbewusstsein erlangt, dass er diese eigens vom König verfassten Artikel unnachsichtlich verbesserte. (Vgl. D´Ester 1942, S.5) Sein Selbstbewusstsein zeigte sich auch darin, dass er sich öffentlich in seiner Zeitung gegenüber möglicher Klagen rechtfertigte und seinen Lesern davon berichtete, wie schwierig der Beruf eines Journalisten sei:
Ä'LH +HUUVFKHU VLQG QLFKW ]XIULHGHQ ZHQQ GLH Gazette nicht jeden Tag meldet, daß sie eine Stadt eingenommen haben >«@ 'LH HLQHQ KlWWHQ gerne eine blumenreiche Sprache; gäbe man aber dem Verlangen der andern nach, so sähe die Zeitung wie ein abgenagtes Skelett aus. Wenn manche schon fürchten, die Geschichte ihres Jahrhunderts zu schreiben, aus Angst vor dem Jahrhundert, welche Schwierigkeiten sind aber erst zu überwinden, wenn es gilt, die Geschichte der Woche oder gar die des 7DJHV]XVFKUHLEHQ³(Ebd., S.6)
Arbeit zitieren:
2010, Die Geschichte der französischen Presse, München, GRIN Verlag GmbH
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