1. Einleitung
In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit der Fragestellung welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es bei einem synchronen Vergleich der Sprachen Italienisch und Spanisch gibt, unter Berücksichtigung ihrer gemeinsamen Herkunft aus dem Lateinischen. Hierbei beschränke ich mich allerdings nur auf einige Aspekte der drei Sprachen, da es sonst zu umfangreich geworden wäre. Ich finde dieses Thema sehr interessant, da die Sprachen, auf den ersten Blick, in manchen Punkten sehr ähnlich sind und teilweise sogar die gleichen Wörter benutzen, aber in anderen Bereichen komplett verschieden sind. Ich beschreibe in meiner Arbeit einige der verschiedenen Themen und gebe ein paar Beispiele zu ihnen, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Sprachen zu verdeutlichen. Die Gemeinsamkeiten der jeweiligen Sprachen habe ich in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet, um sie ein bisschen hervorzuheben.
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2. Hauptteil
Gemeinsamkeiten aller drei Sprachen Gemeinsamkeiten von Italienisch und Spanisch Gemeinsamkeiten von Italienisch und Latein Gemeinsamkeiten von Spanisch und Latein Personalendungen Erweiterungs- bzw. Bindevokal
2.1. Der Artikel
In beiden Sprachen entwickelte sich der bestimmte Artikel aus dem Lateinischen Demonstrativpronomen ille illa illud:
Im Italienischen gibt es die bestimmten Artikel Singular maskulin il, lo und l´, im Spanischen gibt es nur el (in bestimmten Zusammenhängen benutzt man auch lo, was man mit dem deutschen Artikel das vergleichen könnte, lo wird in den meisten Büchern aber nicht zu den Artikeln gezählt). Der bestimmte Artikel Singular feminin ist im Spanischen la im Italienischen gibt es außerdem noch l´. Für den Plural maskulin benutzt man im Italienischen die Artikel i, gli, gl´, im Spanischen dagegen los und bei feminin le und l´ und im Spanischen las. Die italienischen Artikel lo und gli stehen vor s + Konsonant, z, ps, pn, gn, x un unbetontem i + Vokal; vor anderen Vokalen benutzt man l´ und gli (vor i gelegentlich auch gl´). In allen anderen Fällen verwendet man il und i. Im Spanischen gibt es eine andere Regelung als im Italienischen wenn das Nomen mit einem Vokal beginnt. Bei weiblichen Nomen, die mit einem a- oder ha- beginnen, wird der männliche Artikel el verwendet, um das Aufeinanderstoßen zweier a zu vermeiden. Im Sprachgebrauch bleiben sie jedoch
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weiblich und Eigenschaftswörter, die sich auf sie beziehen werden weiblich gebeugt (z.B.: el alma (fem.)(=Seele)).
Der unbestimmte Artikel entwickelte sich in beiden Sprachen aus dem lateinischen Zahlwort unus, a, um. Im Italienischen gibt es bei männlichen Nomen uno (vor s + Konsonant, z, ps, pn, gn, x un unbetontem i + Vokal) und un (vor Vokalen und in allen übrigen Fällen); im Spanischen dagegen gibt es nur un. Bei weiblichen Nomen benutzt man im Italienischen una und un´ (vor Vokal); im Spanischen gibt es nur una. Ein Unterschied der beiden Sprachen besteht darin, dass es im Spanischen auch einen unbestimmten Artikel im Plural gibt: unas (fem. Pl.) und unos (mask. Pl.). 2.2. Nomen und ihr Plural
Es gibt in beiden Sprachen viele Substantive, die ihren Ursprung im Lateinischen haben. In beiden Sprachen gibt es sehr häufig Substantive die auf o- (meist männlich) oder auf a- (meist weiblich) enden und oft kann man am Artikel sehen ob das Nomen maskulin oder feminin ist. Im Spanischen bilden alle Nomen, die im Singular auf einen Selbstlaut enden ihren Plural mit -s und Substantive (z.B. amiga amigas, (lat.)amica (Nom. Sg.) amicas (Akk. Pl.)), die auf einen Mitlaut enden ihren Plural mit -es. Bei Wörtern, die auf -z enden verwandelt sich dieses in ein -c (z.B.: la luz las luces). Es gibt jedoch auch Ausnahmen: wenn ein Nomen im Singular auf -s endet und auf der vorletzten Silbe betont ist oder seinen Ursprung im Griechischen hat, bleibt das Nomen im Plural unverändert (z.B. lunes (Montag), la crisis (die Krise)). Im Italienischen gibt es diese Ausnahme ebenfalls. Auch hier handelt es sich meist um Fremdwörter oder Nomen, die auf -i oder -ie enden. Normalerweise bilden italienische Nomen ihren Plural ähnlich wie die lateinischen Substantive im Nominativ. Die männlichen Substantive auf -o sowie die Substantive auf -e, die teilweise männlich und teilweise weiblich sind, bilden ihren Plural mit -i (z.B.: amico amici (lat.)amicus (Nom. Sg.) amici (Nom. Pl.)). Die weiblichen Substantive auf -a bilden ihren Plural mit -e. Bei Substantiven auf -io mit unbetontem -i- steht im Plural ein einfaches -i (z.B.: negozio negozi).
2.3. Die Personalendungen
Ein weiterer Punkt, den man gut vergleichen kann sind die Personalendungen der
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Verben in den einzelnen Sprachen. Latein: amare, vendere, audire, regere
Italienisch: amare, vendere, partire
Spanisch: amar, vender, partir
Der Infinitiv vieler italienischer Wörter ist gleich geblieben wie der lateinische. Beim spanischen Infinitiv ist lediglich das -e am Ende des Wortes weggefallen. In der a-Konjugation ist die erste Person Singular im Indikativ Präsens im Italienischen und
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Arbeit zitieren:
Mag. Brigitte Wolters, 2005, Italienisch vs. Spanisch: Ein Vergleich unter Berücksichtigung ihrer gemeinsamen Herkunft aus dem Lateinischen, München, GRIN Verlag GmbH
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