Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Lebensphase Jugend. 4
3. Jugendliche und neue Medien 5
4. Jugendliche in Online Netzwerken 6
4.1 Communities für Heranwachsende: Beispiel SchülerVZ 6
4.2 Motive und Bedürfnisse jugendlicher Nutzer. 7
5. Exkurs: Online Communities für Erwachsene 9
6. Potenziale und Risiken von Online Netzwerken 10
7. Interventionsmöglichkeiten 14
7.1 Stärkung der Medienkompetenz 14
7.2 Verantwortung der Anbieter 15
7.3 Beispiele aus der Praxis 16
8. Zusammenfassung und Fazit 17
Literaturverzeichnis 19
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1. Einleitung
Mit dem Web 2.0 hat eine neue Ära des Internets begonnen. Dieser Begriff ist nicht exakt umrissen, er umschreibt eine neue Internetkultur und tauchte erstmals während einer Konferenz in den USA auf (O´Reilly, 2005). Er verweist auf eine Reihe von Internetanwendungen, deren Merkmal es ist, dass Nutzer und Nutzerinnen 1 selbst zum Mitgestalter von Webinhalten werden. Mit Hilfe solcher Anwendungen kann jeder Nutzer, auch ohne große technische Kenntnisse, selbst produzierte Texte, Fotos, Audio- und Videobeiträge innerhalb webbasierter Platt-formen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Andere Nutzer haben wiederum die Möglichkeit diese zu bewerten oder zu kommentieren. Eine besondere Gruppe von Web 2.0-Plattformen stellen die sogenannten Social Networking Sites (abgekürzt SNS) oder Online Communities dar. Auch in Deutschland verzeichnen solche Plattformen zur Zeit einen regelrechten Boom mit explodierenden Mitgliederzahlen. Vor allem Heranwachsende nutzen diese Plattformen sehr intensiv. SchülerVZ, das unter Jugendlichen beliebteste Netzwerk, zählt nach eigenen Aussagen knapp 5,5 Millionen Mitglieder (schülervz.net, 2009).
Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, einerseits die Potenziale von Online Netzwerken für Jugendliche zu erfassen. Auf der anderen Seiten sollen die mit der Nutzung verbundenen Risiken aufgezeigt werden.
Zunächst werden im zweiten Kapitel die Besonderheiten der Lebensphase Jugend dargestellt. Das dritte Kapitel geht anschließend auf die Medienausstattung und -nutzung von Jugendlichen ein. Am Beispiel SchülerVZ werden die Möglichkeiten und Funktionen von Communities dargestellt (Kap. 4.1) und es werden die Motive und Bedürfnisse jugendlicher Netzwerknutzer erläutert (Kap. 4.2). Ein kurzer Exkurs zu Erwachsenen-Communities und deren Nutzung erfolgt im fünften Kapitel: Zum einen, weil auch immer mehr - vor allem junge - Erwachsene in SNS agieren, andererseits, weil sich teilweise auch Jugendliche auf diesen Platt-formen aufhalten. Auf mögliche Potenziale und Risiken von Online Netzwerken wird im sechsten Kapitel hingewiesen und im Anschluss daran werden medienpädagogische Interventionen erörtert (Kap. 7). Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einem Fazit (Kap. 8).
1 Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Verlauf der Arbeit die männliche Schreib-
weise verwendet, gemeint sind jeweils die männliche sowie die weibliche Form.
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2. Lebensphase Jugend
Die Lebensphase Jugend, die den Zeitraum zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter beschreibt, beginnt etwa mit dem Zeitpunkt der Pubertät, die einen „tiefgreifenden Einschnitt in der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen“ (Hurrelmann, 1997, S. 31) kennzeichnet. In modernen Gesellschaften kann sich die Jugendphase bis auf das dreißigste Lebensjahr erstrecken, aufgrund eines längeren Verbleibs im Bildungssystem und somit eines verspäteten Eintritts in das Berufsleben und der damit oft verbundenen späteren Gründung einer eigenen Familie (Hurrelmann, 1997, S. 30).
In diesem Zeitabschnitt sind junge Menschen immer stärker in ihrer sozialen Umwelt eingebunden, die gewisse Anforderungen an sie hinsichtlich ihrer zukünftigen Handlungskompetenz als Erwachsener stellt. Laut Dreher und Dreher (zit. n. Oerter und Dreher 2008, S. 279) werden Jugendliche mit sogenannten Entwicklungsaufgaben konfrontiert, die es zu bewältigen gilt. So ist es für Jugendliche wichtig, sich von den Eltern zu lösen und unabhängig zu werden. Statt dessen müssen sie einen Freundeskreis aufbauen und intensivere Beziehungen mit Gleichaltrigen des gleichen oder des anderen Geschlechts eingehen können. Eine weitere Aufgabe ist, sich in die von der Gesellschaft vorgegebene Rolle als Mann oder Frau einzufinden. Wichtig sind auch Gedanken zur Zukunft bezüglich Ausbildung und Berufswunsch, Familiengründung, Partnerschaft. Die Jugendlichen müssen lernen, sich selbst und ihren Körper zu akzeptieren und wissen, welches Bild andere von ihnen haben. Eigene Wertvorstellungen und Prinzipien entwickeln sich, nach denen das zukünftige Handeln ausgerichtet ist. Eine wichtige Bedeutung stellt demnach die Beziehung zu Gleichaltrigen während der Jugendphase dar (Hurrelmann, 1997 S. 150). Freundschaften mit Peers nehmen in diesem Alter zu und damit einher geht der Ablösungsprozess von den Eltern. Die Entwicklung der eigenen Identität stellt eine weitere zentrale Aufgabe dar (Hurrelmann 1997 S.73). In Anlehnung an Erik Erikson, auf den der Begriff der Identität zurückzuführen ist, gewährt die Gesellschaft jungen Menschen für diese Aufgabe ein psychosoziales Moratorium, eine Art Erprobungsraum.. Hier können sie verschiedene zukünftige Rollen ausprobieren, mit ihnen experimentieren, ohne sich festlegen zu müssen, Erikson (1988, S.152, zit. n. Oerter & Dreher, 2008, S. 278) nennt es einen „Aufschub erwachsener Verpflichtungen“.
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Nach Meinung Böhnischs (2009, S.29) ist das Modell des Moratoriums in der heutigen Zeit schwieriger zu fassen. Jugendliche werden heutzutage stärker als früher mit sozialen Problemen der Erwachsenenwelt konfrontiert. Sie erleben die Unsicherheiten des Arbeitsmarktes, bekommen die Sorgen und Nöte ihrer Eltern mit und stehen selbst schon früh unter dem Druck, eine möglichst gute Bildung, Ausbildung zu bekommen. Jugendliche befinden sich in der heutigen postmodernen Gesellschaft zwischen einer frühen Selbstständigkeit und einer verstärkten Kontrolle der Erwachsenen, dies schränkt die Experimentierfreudigkeit Jugendlicher ein (Böhnisch, 2009, S. 28). Er betont, dass Jugendliche jedoch auch zukünftig einen Schonraum benötigen, in dem sie sich ausprobieren können, diesen finden sie im Internet, hier finden sie ein „digitales Jugendmoratorium“ (Böhnisch, 2009, S. 29).
Welche Rolle die Medien im Alltag von Jugendlichen spielen, soll das nächste Kapitel zeigen.
3. Jugendliche und neue Medien
Jugendliche können heute auf ein enorm großes Angebot unterschiedlicher Medien zugreifen. Besonders auffallend ist die hohe Ausstattung mit Computern und Internet in Haushalten mit jungen Menschen. Die aktuelle JIM-Studie des Me-dienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest 2 , die das Medienverhalten von 12- bis 19-jährigen Jugendlichen untersucht, zeigt, dass Haushalte mit dieser Altersgruppe nahezu eine Vollversorgung mit Computern bzw. Laptops und Internetanschluss vorweisen. Die Werte liegen hier deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt (MPFS, 2009, S. 6). Betrachtet man die unterschiedliche formale Bildung der Jugendlichen, so lassen sich kaum Unterschiede in den Zugangsmöglichkeiten zum Internet feststellen (MPFS, 2009, S.7). Einen eigenen Computer besitzen etwa drei Viertel der Jugendlichen und etwas mehr als die Hälfte hat einen Internetzugang im eigenen Zimmer, diese Zahl steigt mit zunehmendem Alter (MPFS, 2009, S. 32). Im Vergleich zur JIM-Studie 2008 ist eine leichte Zunahme bezüglich des Computerbesitzes und des Internetzugangs zu verzeichnen (MPFS, 2009 S. 8).
Inzwischen nutzen etwa 98% dieser Altersgruppe das Internet, vor allem der Anteil der Intensivnutzer ist sehr hoch, lediglich jüngere Nutzer sowie Jugendliche
2 Im weiteren Verlauf dieser Arbeit abgekürzt durch „MPFS“
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mit niedrigerem Bildungsniveau liegen in der Nutzungshäufigkeit etwas zurück (MPFS, 2009, S. 31).
Genutzt wird das Internet vor allem zuhause und bei zwei Dritteln der Befragten im eigenen Zimmer. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Christa Gebel, die die Internetnutzung von Hauptschülern untersuchte. Sie fügt hinzu, dass mit steigendem Alter die Nutzung des Internets zusammen mit Familienangehörigen abnimmt (Gebel, 2008, S. 70).
Die Kommunikation mit anderen steht dabei im Zentrum der Interessen der Internetnutzer (MPFS 2009, S. 33; Gebel, 2008, S. 75), dies trifft insbesondere auf die weiblichen Nutzer zu. Die Informationssuche dagegen steigt erst mit zunehmendem Alter an. Die Kommunikation erfolgt zum großen Teil über sogenannte Instant-Messenger, über Online-Communities, per E-Mail oder auch per Chat (MPFS, 2009, S. 34), wobei Instant-Messenger und Online-Communities mit über 70% den größten Anteil ausmachen. Gebel (2008, S. 75) weist auf die Wichtigkeit des Chattens bei den befragten Hauptschülern hin, dies kann auch innerhalb von Communities erfolgen, durch die Möglichkeit des Versendens von Nachrichten. Wie Communities funktionieren und weshalb Jugendliche sie nutzen, diese Fragen sollen im nächsten Kapitel beantwortet werden.
4. Jugendliche in Online Netzwerken
4.1 Communities für Heranwachsende: Beispiel SchülerVZ
Um Menschen, die ähnliche Interessen, Ziele und Bedürfnisse haben, miteinander zu verbinden, sind in den letzten Jahren sogenannte Netzwerkplattformen entstanden (Kalz, Klamma & Specht, 2008, S. 59). Sie geben ihren Mitgliedern innerhalb der Plattform die Möglichkeit, sich selbst darzustellen und eine Verbindung mit anderen Nutzern aufzunehmen. Diese Kontakte werden in einer Liste angezeigt, die auch für andere Nutzer sichtbar ist (Boyd & Ellison, 2007). In jüngster Zeit hat es einen regelrechten Boom solcher Plattformen für unterschiedliche Zielgruppen gegeben.
Um einen Überblick über die Funktionen und Möglichkeiten von Online Netzwerken zu erhalten, soll hier, exemplarisch für andere Netzwerke, SchülerVZ vorgestellt werden, vor allem, weil es sich speziell an die Gruppe der Heranwachsenden wendet. Es gehört zusammen mit den Erwachsenen-Communities StudiVZ
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Arbeit zitieren:
Angela Droste, 2010, Online Communities – Potenziale und Risiken für jugendliche Nutzer, München, GRIN Verlag GmbH
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Soziale Netzwerke und ihre Vor- und Nachteile
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