Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Der Inselstaat Tonga - Geschichte Bevölkerung 4
III. Die tonganische Migration 6
1. Geschichte der tonganischen Migration 6
2. M o t i v e f ü r M i g r a t i o n S 7
a) P u s h - F a k t o r e n S 7
b) Pull-Faktoren 7
IV. Die Situation in Amerika 8
1. Amerika - ein Fels in der Brandung 8
2. Amerika - Heimat der Begabten 9
3. Amerika - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten 9
V. Tonganische Netzwerke 10
1. Remittances 11
2. Kommunikationswege tonganischer Migranten 11
3. Kinderbetreuung durch Verwandte 12
VI. Fazit: tonganische Migranten in den USA - Teil einer Diaspora? 13
VII. Literaturverzeichnis 14
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I. Einleitung
Migration und Diaspora stellen im Zeitalter der Globalisierung zentrale Themen der Ethnologie dar. In dieser Hausarbeit sollen verschiedene Aspekte beider Konzepte betrachtet und am Beispiel des Inselstaats Tonga veranschaulicht werden.
In welches Land wird migriert? Weshalb wurde dieses Land ausgewählt? Warum erfolgt eine Migration? Gibt es ökonomische, religiöse, politische, familiäre oder andere Gründe? Unterscheiden sich die Sichtweisen der Migranten und deren Familienangehöriger in Tonga? Diese Fragen sollen hinsichtlich der tonganischen Migration geklärt werden. Nachdem auf die Geschichte der tonganischen Migration eingegangen wird, sollen die Motive, insbesondere die Push- und Pull-Faktoren, tonganischer Migranten dargestellt werden. Die Ansichten von Verwandten in Tonga darüber, weshalb die Migration erfolgte, sollen ebenfalls Erwähnung finden.
Tonganische Migranten sind in viele Länder zerstreut. In den USA hat sich ein großer Teil von ihnen angesiedelt. Da Amerika als das typische Einwanderungsland gilt, sind mit dem Gedanken daran verschiedene Vorstellungen verknüpft. Indem drei markanten Vorstellungen von den Vereinigten Staaten als Einwanderungsland nachgegangen wird, soll verdeutlicht werden, dass Migration neben den positiven gewünschten Folgen auch negative Erfahrungen mit sich bringen kann.
Nach der Betrachtung tonganischer Migranten in den USA folgt eine Übersicht über deren Netzwerke. Diese Netzwerke werden durch verschiedene Praktiken aufrecht erhalten. Tonganische Migranten stehen untereinander, mit Migrantengruppen in anderen Ländern und mit in Tonga lebenden Familienmitgliedern und Freunden in Kontakt. Wie sich dieser Kontakt gestaltet, welche Ziele und Folgen er hat und die Frage, ob sich diese Beziehungen auch in den folgenden Migrantengenerationen fortsetzen werden, wird daher näher betrachtet werden.
Im abschließenden Fazit soll schließlich geklärt werden, ob es sich bei tonganischen Migranten in den USA um einen Teil der tonganischen Diaspora handelt. Um sich hierüber ein Urteil bilden zu können, werden verschiedene Merkmale von Diaspora konkret anhand der tonganischen Migrantengruppen beleuchtet. Da die tonganische Migrationsbewegung relativ jung ist, soll auch versucht werden, einen Ausblick auf deren Zukunft zu geben. Die Monographie „Island Kingdom. Tonga Ancient and Modern“ (Campbell 2001) wird zur Schilderung der Geschichte Tongas herangezogen. Aktuellere Zahlen hinsichtlich der
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Bevölkerung sind den Internetseiten des CIA World Fact Book und der Pacific American Foundation entnommen.
Der Artikel „All Tongans Are Connected: Tongan Transnationalism“ (Morton Lee 2004) veranschaulicht sowohl die Abläufe der tonganischen Migration als auch die bestehenden tonganischen Netzwerke. Der Buchbeitrag „Motivations for contemporary Tongan migration” (Cowling 2002) beschäftigt sich mit den Hintergründen, die Tonganer zur Migration veranlasst.
Zur Beleuchtung der Situation tonganischer Migranten in den USA dient die Monographie „Voyages - from Tongan villages to American suburbs“ (Small 1997). Die Daten der tonganischen Remittances-Zahlungen entstammen der Internetseite der World Bank.
Merkmale, die eine Diaspora ausmachen, werden mithilfe der Artikel „The Impact of Homelands upon Diasporas“ (Connor 1986) und „Deconstructing and comparing diasporas“ (Safran 2004) dargestellt.
Zusammengefasst wird Ziel dieser Hausarbeit sein, einen Überblick über die tonganische Migration und deren Hintergründe zu geben. Beispielhaft wird die Situation tonganischer Migranten in den USA erläutert. Des weiteren sollen tonganische Netzwerke betrachtet werden und letztendlich eine Klärung der Frage, ob tonganische Migranten in den USA Teil einer Diaspora sind, erfolgen.
Das nächste Kapitel eröffnet mit einer Beschreibung der Geschichte und der Bevölkerung Tongas.
II. Der Inselstaat Tonga - Geschichte & Bevölkerung
Bestehend aus 169 Inseln und Atollen, von denen allerdings nur 36 bewohnt sind, spielte Migration schon in der tonganischen Frühgeschichte eine zentrale Rolle. Die Besiedlung der Inselgruppe erfolgte vor ca. 3000 Jahren durch Einwanderer aus Südostasien (Campbell 2001: 17). Darüber hinaus belegen archäologische Funde der Lapita-Kultur, dass Migration die Geschichte des ganzen pazifischen Raums charakterisiert (Campbell 2001: 20). Im Weiteren werden Ereignisse aus der Neuzeit, die Eckpunkte der tonganischen Geschichte darstellen, kurz angesprochen: Die Einigung Tongas durch Siaosi Taufa’ahau Tupou im Jahr 1845, besser bekannt unter seinem Taufnamen König George Tupou I., hatte eine Beilegung der zuvor lange andauernden Stammesfehden und die Entstehung der tonganischen
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Monarchie zur Folge (Campbell 2001: 72ff). Unter Mithilfe eines wesleyanischen Missionars entstand 1875 die tonganische Verfassung (Campbell 2001: 98) und Tonga wurde zu einer konstitutionellen Monarchie, der noch immer aktuellen politischen Staatsform. Eine Besonderheit stellt Tonga insofern dar, als dass es, im Gegensatz zu anderen pazifischen Inselstaaten, niemals kolonialisiert wurde. Die Inselgruppe wurde zwar 1899 britisches Protektorat (Campbell 2001: 132f), konnte sich aber stets eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Im Juni des Jahres 1970 wurde Tonga schließlich unabhängig (Campbell 2001: 211).
Über die tonganische Bevölkerung lässt sich sagen, dass diese sich in einem Zeitraum von knapp 100 Jahren, 1900 (19.968 Einwohner) bis 1996 (97.784 Einwohner), fast verfünffacht hat (Campbell 2001: 208). Das Bevölkerungswachstum nimmt seitdem stetig zu. Für das Jahr 2007 notiert das CIA World Fact Book, 116.921 Einwohner
(https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/tn.html - 15.03.2008). Dieser enorme Zuwachs an Menschen leistet u.a. der Migrationsbewegung Vorschub. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, dass ein Großteil der tonganischen Bevölkerung außer Landes lebt. Für das Jahr 1986 wird geschätzt, dass von den 94.535 tonganischen Bürgern etwa 60.000, also knapp zwei Drittel, im Ausland ihren Wohnsitz haben (Campbell 2001: 208).
Für Amerika lässt sich festhalten, dass dort im Jahr 2000 36.846 registrierte tonganische Bürger notiert wurden (http://www.thepaf.org/Research/Summary% 20of%20Comparisons%20USvTongan.pdf - 18.03.2008).
Durch die Monarchie bedingt, aber schon vorher existent, ist die tonganische Gesellschaft streng hierarchisch unterteilt. Die Bevölkerung kann zwei Klassen zugeordnet werden. Zum einen gibt es die königliche Familie und den Adel, zum anderen die Bürgerlichen, wobei diese den größeren Teil der Tonganer stellen. Die hierarchische Struktur setzt sich zudem in der jeweiligen Großfamilie fort, die bestimmte Verpflichtungen und Rechte impliziert (Morton Lee 2004: 134). Es lässt sich sagen, dass im Allgemeinen die Familie für Tonganer stets einen hohen Stellenwert einnimmt und das Zentrum innerhalb der Gesellschaft ist. Aufgrund der vorgestellten Fakten sind bereits einige Punkte angedeutet, die Gründe für Migration darstellen. Im nächsten Abschnitt erfolgt daher ein umfassenderer Überblick über die tonganische Migration.
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Arbeit zitieren:
Caroline Dorsch, 2008, Tonganische Migranten in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
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