BIOSPRIT AUF KOSTEN DEN REGENWALDES: PALMÖLANBAU IN SÜDOSTASIEN MARC WEINRICH
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Die Ölpalme und ihre Nutzung. 3
2.1 Herkunft 3
2.2 Gewonnene Produkte 4
2.3 Der internationale Palmölhandel 4
2.4 Vor- und Nachteile der Ölpalme und des Palmöls 5
2.4.1 Arbeitskräfte 5
2.4.2 Produktivität und Ertrag 5
2.4.3 Anpassung der Pflanze 6
3. Palmöl als Biodiesel 6
4. Der Anbau der Ölpalme und dessen Konsequenzen 8
4.1 Flächenexpansion 8
4.2 Ökologische Folgen der Regenwaldzerstörung im Zuge des Ölpalmbooms 10
4.3 Soziale Folgen des Ölpalmbooms 11
5. Die CO2-Bilanz 13
6. Fazit 13
7. Literatur 15
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BIOSPRIT AUF KOSTEN DEN REGENWALDES: PALMÖLANBAU IN SÜDOSTASIEN MARC WEINRICH
2.2 Gewonnene Produkte
Drei Rohprodukte werden aus der Ölpalme gewonnen: Palmöl, Palmkernöl sowie Palmkernschrot. Laut Scholz (2004:11) ist die Ölpalme damit „die einzige Nutzpflanze, die zwei verschiedene Öle liefert.“ Das Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Palmenfrucht gewonnen und macht 88% des Ölanteils aus. Aufgrund des hohen Anteils (gesunder) ungesättigter Fettsäuren findet dieses Öl hauptsächlich in der Nahrungsmittelindustrie Einsatz (siehe Kapitel 2.3). Für die Verwendung als Biodiesel ist dieses Öl ebenfalls verwendbar (siehe Kapitel 2.4).
Das Palmkernöl, das einen Anteil von 12% des gewonnenen Öls der Pflanze hat, wird hauptsächlich von der oleochemischen Industrie für Kosmetika und Waschmittel verwendet, da es sich wegen der überwiegend gesättigten Fettsäuren weniger für den Verzehr eignet (vgl. Reinhardt et al., 2007:8).
Das Palmkernschrot stellt ein Abfallprodukt der Palmkerne dar und ist deshalb ein günstiges Erzeugnis. Es ist sehr eiweißreich und wird vor allem als Tierfutter in der europäischen Massentierhaltung verwendet (vgl. Reinhardt et al., 2007:28).
2.3 Der internationale Palmölhandel
In Deutschland ist laut Glastra et al. (2002:27) Palmöl zusammen mit Palmkernöl mit 22% das am zweithäufigsten verwendete Pflanzenöl nach Raps mit 39%. Weltweit gesehen ist Palmöl bereits marktführend in der Produktion und im Handel und liegt mit 33,24 Mio. t vor Sojaöl mit 32,43 Mio t (vgl. Reinhardt et al., 2007:10). Neben Europa sind vor allem Indien und China die Hauptabnehmer für Palmöl. Aufgrund der starken Lobby für Soja, konnte sich Palmöl derzeit noch nicht auf dem amerikanischen Markt durchsetzen.
Betrachtet man den Anteil des verwendeten Palmöls in Deutschland, der knapp ein Viertel des gesamten Pflanzenöls beträgt, so ist davon auszugehen, dass jeder Deutsche fast täglich mit einem Produkt, das Palmöl enthält, in Berührung kommt. Laut Scholz (2004:11) versteckt sich Palmöl bei Inhaltsangaben von Lebensmitteln oder anderen Produkten, häufig hinter der allgemein gehaltenen Bezeichnung „pflanzliche Öle“, wodurch sich die meisten Deutschen nicht bewusst sind, dass sie Palmöl überhaupt in derartigen Mengen konsumieren.
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2.4 Vor- und Nachteile der Ölpalme und des Palmöls
2.4.1 Arbeitskräfte
Da das Lohnniveau besonders in Indonesien, das sich mittlerweile als Schwellenland bezeichnet (vgl. Strube-Edelmann, 2006:7), generell sehr niedrig ist, wird Palmöl sehr günstig produziert und ist deshalb gegen seine Hauptkonkurrenten Soja-, Raps-und Sonnenblumenöl sehr gut positioniert, „obwohl diese in ihren Erzeugerländern, vor allem in den USA und in der EU, massiv subventioniert werden“ (Scholz, 2004:12).
Die Produktion von Palmöl in Indonesien hat zwar die in Malaysia überstiegen; der Sitz der meisten Industriekonglomerate, die im Palmölhandel mitwirken, ist jedoch weiterhin das wirtschaftlich besser aufgestellte Malaysia. Da die Löhne dort jedoch wesentlich höher liegen, sind vor allem zwei Maßnahmen ergriffen worden, um eine günstige Produktion durch günstige Arbeitskräfte sicherzustellen: Erstens wurden indonesische Gastarbeiter nach Malaysia geholt, die nur knapp über dem indonesischen Lohnniveau bezahlt werden und zweitens haben malaysische Firmen nach Indonesien expandiert (vgl. Pye, 2008:432f). Dort verdient ein Arbeiter laut Scholz (2004:13) umgerechnet ca. 40 € im Monat und lebt damit trotz Arbeit an der Grenze zur Armut. Die Löhne machen ca. 50% der Produktionskosten des Palmöls aus. Schließlich handelt es sich bei der Ölpalme um eine Pflanze, die, anders als zum Beispiel Raps oder Soja, aufgrund ihrer Höhe nur arbeitsaufwändig von Hand geerntet werden kann. Scholz (2004:13) schließt daraus, dass „schon bei mäßiger Lohnerhöhung […] Palmöl seinen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenzölen einbüßen“ könnte, da die Produktionskosten stark steigen würden.
2.4.2 Produktivität und Ertrag
Ein wesentlicher Nachteil von Baumkulturen wie der Ölpflanze ist die lange Vorertragsphase in der die Pflanzen nicht produktiv sind. „Erst nach drei Jahren beginnt die Palme zu fruchten und erst mit sieben bis zehn Jahren erreicht sie ihre volle Produktivität“ (Scholz, 2004:13). Dadurch ist es ebenfalls nicht möglich kurzfristig auf andere Kulturen, wie es beim Soja oder Raps möglich ist, umzustellen, um möglicherweise auf den Markt zu reagieren.
Andererseits hat die Pflanze eine extrem hohe Flächenproduktivität verglichen mit den Konkurrenzpflanzen. So liegt der jährliche Ertrag der Palme bei durchschnittlich
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Arbeit zitieren:
Marc Weinrich, 2010, Biosprit auf Kosten des Regenwaldes - Palmölanbau in Südostasien, München, GRIN Verlag GmbH
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