Inhaltsverzeichnis
1. Definitionsphase. 2
1.1 Analyse der Ausgangssituation. 2
1.2 Problemdefinition 2
1.3 Zielsetzung. 4
2. Designphase 5
2.1 Vorbereitende Planung 5
2.2 Die Auswahl der Untersuchungspersonen 5
2.3 Die Grundgesamtheit 6
2.4 Die Auswahlgesamtheit. 6
2.5 Die Stichprobe 7
3. Datengewinnungsphase 7
3.1 Die Entwicklung des Erhebungsinstruments 7
3.2 Wesentliche Merkmale der schriftlichen Befragung 8
3.3 Arten der Fragestellung. 8
3.4 Auszüge aus der Hemsbacher Studie. 8
3.5 Pretest. 11
4. Datenanalysephase 12
4.1 Datenaufbereitung. 12
4.2 Auswertungen 12
5. Dokumentationsphase 18
5.1 Interpretation der Ergebnisse. 18
5.2 Ableitung von strategischen Maßnahmen 19
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1. Definitionsphase
1.1 Analyse der Ausgangssituation
Hemsbach: Eine ganz normale Kleinstadt irgendwo im Südwesten Deutschlands. Die ca. 13.000 Einwohner führen ein beschauliches, familiäres, fast ländliches Stadtleben. In den letzten acht Jahren ist die Einwohnerzahl stetig von ca. 10.000 auf die nun heute angegebene Zahl gestiegen. Die Infrastruktur und öffentlichen Verkehrsmittel lassen kaum Wünsche offen. Einkaufsmöglichkeiten sind in Form verschiedener großer Einkaufzentren in der näheren Umgebung und diverser, jedoch zunehmend verschwindender, Einzelhändler ausreichend vorhanden. Auch ein Programmkino bietet ein ausreichendes kulturelles Angebot. Ebenso bieten diverse Vereine unterschiedlichste Betätigungsfelder. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2009 mit 10,9 % nur knapp über dem bundesweiten Schnitt von 10,8%.1 Allerdings liegt der Anteil der unter 20 - jährigen mit 7,9 % um 3,5 % über dem der Bundesrepublik von 4,4 %. Der Ausländeranteil orientiert sich mit 7,8 % um 1,1 Prozentpunkte unter dem der Bundesrepublik.
1.2 Problemdefinition
Auf den ersten Blick deutet für den „neutralen“ Betrachter nichts auf Probleme innerhalb der Stadtgrenzen Hemsbachs hin. Und doch wirken Bürgermeister Volker Pauli und Stadtrat äußerst beunruhigt, denn im vorangegangenen Jahr erhöhte sich die Anzahl an Leserbriefen an die regionale Tageszeitung (Weinheimer Nachrichten), worin sowohl über wachsendes Unbehagen einzelner Bürger bzgl. eigener Sicherheit und damit verbundener Lebensqualität, als auch konkret über zunehmende Kleinkriminalität und Belästigungen berichtet wird. Dies wurde zum Thema einer außerordentlich einberufenen Sitzung des Hemsbacher Stadtrates, zu der auch ein Vertreter des städtischen Polizeireviers eingeladen wurde. Dieser sollte polizeiliche Kriminalstatistiken der Jahre 1999 bis 2009 der Polizeibehörde Hemsbach von, innerhalb der Stadtgrenzen Hemsbachs verübter, Straftaten aufarbeiten und den Ratsmitgliedern vorbringen. Um den Begriff der Kriminalität im Weiteren klar zu verwenden, bedarf es zuerst seiner Definition. Das Wort Kriminalität findet seinen Ursprung im lateinischen Wort „crimen“, welches Beschuldigung, Anklage, Schuld, Verbrechen bedeutet. In unserem Sprachgebrauch versteht man unter Kriminalität im Wesentlichen den juristischen Begriff der „Straftat“. Während sich die „Straftat“ oder der materielle Verbrechensbegriff jedoch eher an dem individuellen Verhalten misst, werden mit "Kriminalität" die
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Straftaten als Gesamtphänomen Die Präsentation des
Polizeidienstellenleiters ergab in den Jahren 1999 bis 2009 eine unerhebliche Steigerung der Kriminalitätsrate von 0,45%. Beunruhigend erscheint jedoch die Tatsache, dass im Jahr 2009 bei der Polizei Hemsbach 813 Straftaten angezeigt und bearbeitet wurden, was einer Steigerung, zum Jahr 2008 von 6,36 % entspricht. Ganz klar erkennbar wurde hierbei ein, mehr als überdurchschnittlicher, Anstieg der Rate im Bereich der Rauschgiftkriminalität und eine zunehmend jünger werdende Täterschaft. Hierbei wurden nur Daten von der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalten erfasst. Damit ist jedoch in der Statistik nicht die Dunkelfeldkriminalität enthalten. Aufgrund der zunehmenden Anzahl an Leserbriefen von Bürgern Hemsbachs an die regionale Tageszeitung, ist jedoch davon auszugehen, dass diese, gerade im Bereich der Kleinkriminalität, bei weitem höher liegt als den Behörden bekannt. Aufgrund dieser Daten und Anzeichen zunehmender Kriminalität zeigen sich Bürgermeister und Stadtrat ernsthaft beunruhigt, und sorgen sich um die bisher doch hervorragende Lebensqualität Hemsbachs. Hat man doch in den vergangenen zehn Jahren, bei umfassenden nationalen Vergleichsstudien, immer vordere Plätze im Ranking deutscher Kleinstädte eingenommen. Dies führte zu einer sehr guten überregionalen Presse über Hemsbachs hohe Lebensqualität, was den Bekanntheitsgrad Hemsbachs über die Stadtgrenzen hinaus erhöhte. Ebenso hatte man, wenn auch nur geringfügige, finanzielle Unterstützung des Bundes erfahren, um die Lebensqualität für die Bürger Hemsbachs, und somit das positive Image als „Vorzeige-Kleinstadt“, zu erhalten. Um im folgenden Klarheit über die Bedeutung des Begriffs „Image“ zu erhalten, hier eine kurze Definition. Unter Image versteht man das Gesamtbild, das sich eine Person von einem Meinungsgegenstand macht, wobei es sich eher um eine gefühlsmäßige Auseinandersetzung mit dem Meinungsgegensand handelt. Unter positivem Image versteht sich, im konkreten Fall, also das positive Gesamtbild, welches sich sämtliche Personen und Institutionen bzgl. Hemsbachs machen, wobei eine erhöhte Kriminalitätsrate dieses positive Gesamtbild empfindlich stören kann.
1 Straftaten können sein: Taten gegen das Leben, gegen die sexuelle Selbstbestimmung, gegen die
persönliche Freiheit (Raubdelikte, Körperverletzung), Diebstahl, Vermögens- und Fälschungsdelikte,
Erpressung, Sachbeschädigung, Straftaten gegen die Umwelt sowie Rauschgiftkriminalität (einschließlich
direkter Beschaffungskriminalität).
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1.3 Zielsetzung
Nach langen Beratungen haben sich nun der Bürgermeister, Stadtrat und Polizeidirektion entschlossen, den Problemen Hemsbachs und dem, durch die steigende Kriminalitätsrate, drohenden Imageverlust entgegenzuwirken. Mittels einer Imagestudie mit Fokus auf genau diesem Problembereich, sollen sowohl Erkenntnisse bzgl. der Einschätzung der Situation durch die Bewohner Hemsbachs, als auch Erkenntnisse über eine eventuelle Dunkelfeldkriminalität in Hemsbach gewonnen werden. Von den Ergebnissen der Studie erhofft man sich, konkrete Problemlösungsmöglichkeiten erarbeiten zu können, um einem drohenden, durch die Kriminalität verursachten, dauerhaften Imageverlust der Stadt Hemsbach, sowohl innerhalb der Stadtgrenzen als auch darüber hinaus, vorzubeugen.
Da innerhalb des städtischen Verwaltungsapparats nur ungenügend Fachkompetenz auf dem Gebiet der Marktforschung vorhanden ist und entsprechende Daten in der Form noch nicht vorliegen, entscheidet sich die Stadtführung für die Freigabe eines Imagestudienbudgets nach extern in Höhe von 30.000 € und beauftragt das nahe gelegene Institut für Analysen und Forschung (IAF) 2 zur Durchführung der Studie. Das Dienstleitungsangebot des IAF ist so umfassend, dass sich die Stadtväter lediglich an den, durch das Institut vorgelegten, Ergebnissen orientieren können, um dann spezielle Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten, die den Problemen Hemsbachs entgegen wirken können.
Nach zahlreichen Sondierungs- und Beratungsgesprächen, in denen die Zielsetzung der Studie konkretisiert wird, und nach Abschluss des Vertrages beginnt nun die Vorbereitung und Entwicklung der Studie durch das IAF. Ziel der Studie soll es sein, Ursachen für die steigende Kriminalitätsrate zu finden und eine eventuelle Dunkelfeldkriminalität aufzudecken, um diese mit Hilfe der Studienergebnisse gezielt zu reduzieren, um die Sicherheit der Bewohner Hemsbachs und das positive Gesamtbild der Stadt zu erhalten.
2 Das IAF ist spezialisiert auf die Entwicklung, Durchführung und Auswertung sozialwissenschaftlicher
Untersuchungen und verfügt über einen äußerst kompetenten, seriösen Ruf und über umfassende,
eindrucksvolle nationale wie auch internationale Referenzen.
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2. Designphase
2.1 Vorbereitende Planung
Bevor die Planung der Durchführung der Datenerhebung stattfindet, werden eine Auswahl der Erhebungstechnik und Entwicklung des Erhebungsinstruments getroffen. Danach wird die Population bestimmt, ehe Art und Durchführung der Stichprobe für den Pretest realisiert werden. Danach folgt die Art und Realisierung der Stichprobe für die Hauptstudie ehe die eigentliche Hauptstudie beginnt.
Für das Institut für Analysen und Forschung (IAF) viel die Auswahl der Erhebungstechnik auf die Befragung. Warum jedoch ausgerechnet eine Befragung? Nun, die Gründe liegen auf der Hand. Zum einen ist die Befragung eine ausgesprochen reaktive Erhebungsmethode, zum anderen erscheint die Befragung vor allem bei der Erhebung sozialwissenschaftlicher Daten und zur Erforschung von Meinungen und Einstellungen als nicht zu ersetzen. Aufgrund der Reaktivität erhält man die erforderliche Subjektivität der, aus der Befragung resultierenden, Antworten. Der Stadtrat möchte Meinungen der Bevölkerung erfahren, um daraus Schlüsse zu ziehen, damit Lösungsmöglichkeiten möglicher Probleme erarbeitet werden können. Die Befragung wird nicht selbst durch Mitglieder des Stadtrats oder durch Polizeibeamte durchgeführt werden. Vielmehr wird professionelle Hilfe und entsprechende Fachkompetenz in Form des IAF zu Rate gezogen, um dadurch der Wichtigkeit, Dringlichkeit und Seriosität der Thematik gerecht zu werden. Da die Stadt Hemsbach Auftraggeber der Studie ist, und während der Sondierungsgespräche eine enge, unbürokratische Zusammenarbeit zwischen Behörden der Stadt, dem
Einwohnermeldeamt Hemsbach und dem IAF vereinbart wurde, stehen somit sämtliche benötigten Daten der Zielpopulation der Studie zur Verfügung.
2.2 Die Auswahl der Untersuchungspersonen
Bevor Stichproben gezogen werden, muss klar definiert werden, woraus diese Stichproben gezogen werden sollen, bzw. für welche Menge von Objekten (Population) die Ergebnisse einer Studie gelten sollen. Dabei muss man zwischen der angestrebten Auswahlgesamtheit und der Grundgesamtheit unterscheiden.
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Arbeit zitieren:
Ina Klukas, 2010, Entwicklung einer Marktforschungsstudie, München, GRIN Verlag GmbH
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